Die Legionärskrankheit (syn.: Legionellose) ist eine Form der Lungenentzündung, hervorgerufen durch Bakterien der Gattung Legionella .
1977 tagten amerikanische Kriegsveteranen der Amerikanischen Legion in einem Hotel in Philadelphia (USA). Von den Teilnehmern erkrankten 200 an einer Lungenentzündung, 34 verstarben. Der bisher unbekannte Erreger konnte in der Klimaanlage des Hotels nachgewiesen werden. Die Krankheit verdankt ihren Namen dieser Versammlung.
Seither wurde der Erreger weltweit entdeckt, immer wieder kommt es zu kleineren Epidemien bei Hotelgästen, Kaufhausbesuchern und in Krankenhäusern, aber auch zu Einzelerkrankungen. Das Robert Koch Institut in Berlin schätzt die Zahl der Erkrankungen in Deutschland auf 6000 bis 10.000 pro Jahr.
Legionellen sind aerobe, gramnegative, bewegliche, nicht sporenbildende Bakterien mit mehr als 44 Arten. Die meisten menschlichen Erkrankungen werden von der Art Legionella pneumophilia verursacht. Legionellen sind überall zu finden, sie lieben eine feuchte Umgebung und gedeihen am besten in stehendem Süßwasser bei einer Temperatur von 20 bis 50°C, eine Temperatur über 70 Grad tötet sie ab. Im Wasser vermehren sich die L. intrazellulär in Amöben und anderen Einzellern.
Der Mensch infiziert sich nicht durch das Trinken verseuchten Wassers, auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist kaum möglich. Gefährlich wird es für den Menschen erst, wenn er kontaminierte Wassertröpfchen einatmet : Unter der Dusche, in klimatisierten Räumen, Whirlpools und ähnlichem. Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben Patienten über 50 Jahre, Menschen mit vorgeschädigter Lunge und anderen (abwehrschwächenden) Vorerkrankungen.
2 bis 10 Tage nach der Infektion kommt es zunächst zu Glieder- und Kopfschmerzen, Reizhusten und allgemeinem Unwohlsein. Innerhalb weniger Stunden steigt das Fieber unter Schüttelfrost auf 39 bis 40,5 Grad und das Vollbild einer außergewöhnlich schweren atypischen Lungenentzündung entwickelt sich. Typisch ist auch der Befall des Zentralnervensystems mit Lethargie und Verwirrtheit. Die Sterblichkeit liegt über 15 %, bei immungeschwächten Patienten über 80 %. Die L. wird mit Antibiotika behandelt.
Die Diagnose erfolgt durch Nachweis der Legionellen in der Kultur auf Spezialnährböden. Neuerdings ist auch ein Antigennachweis im Urin möglich. Der Vorteil dieser Untersuchung ist die schnellere Diagnose, der Nachteil, dass einige Fälle nicht erkannt werden.
Eine wesentlich leichtere Form der L. ist das Pontiac Fieber. Nach einer kürzeren Inkubationszeit von nur 1 bis 2 Tagen erkranken die Patienten mit ähnlichen Symptomen wie bei der klassischen Form. Trotz starkem Krankheitsgefühls erholen sich die Patienten aber auch ohne Behandlung nach durchschnittlich 5 Tagen wieder völlig.
Eine Schutzimpfung ist nicht möglich. Die Vorbeugung besteht in der Sanierung sowie fachgerechten Konstruktion von Warmwasser- und Klimaanlagen. Möglicherweise ist es auch nützlich, das warme Wasser (z. B. im Hotel) etwas ablaufen zu lassen, bevor man duscht. Für eine gute Lüftung sollte dann allerdings gesorgt und das entstehende Aerosol nicht eingeatmet werden.



Häufig begleitend sind auch gastrointestinale Symptome wie Diarrhoe und Erbrechen sowie eine Hyponatriämie in der Anfangsphase.
Da Legionellen vielfach in den Mittelmeerländern vorkommen, tritt eine Legionellenpneumonie gelegentlich bei
Reiserückkehrern aus diesen Ländern auf. (siehe auch Infectiocard-Casebook Reise- und Tropenmedizin Band 1 – darin ist übrigens auch zu finden, wem die Krankheit den Namen verdankt – der amerikanischen Presse, die nämlich gleich von der “Legionärskrankheit” schrieb)
Eine Übertragung ist leider auch durch Beatmungsgeräte möglich.
Als Antibiotika kommen Makrolide und Gyrasehemmer der neueren Generation (Moxifloxacin, Levofloxacin aber auch Ciprofloxacin in Frage. Bei schwerer ambulant erworbener Pneumonie (bei der je nach Gruppe ca 15% atypische Erreger auftreten) geben wir daher bei entsprechenden anamnestischen Punkten oder Risiko Amoxi / Clav + Makrolid oder Moxiflox oder Levoflox (eher bei älteren Leuten oder bei Vorerkrankungen). Nachteil der Gyrasehemmer – man muss auf die Niere achten.
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http://www.rki.de/cln_048/nn_196658/DE/Content/InfAZ/L/Legionellose/legionellose.html
[...] Es gibt etwa 35 Arten von Legionellen. Mind. 17 davon sind krankheits-erregend. Pontiac-Fieber: grippeähnliche Symptome, klingt nach wenigen Tagen wieder ab. Legionärskrankheit: schwere [...]