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Archive for Juni 2007

… muss Ihr Hausarzt auf dem Rezept machen, dann bekommen Sie das, was sie immer hatten. Das erklärte heute die Apothekenhelferin meinem Patienten.

Er hat Tabletten der AAA-Pharma GmbH bekommen, vorher waren sie von Aliud, die sind eh schon sehr preiswert und die Hunderter-Packung war nur um ein bis zwei Euro teurer. Die neuen Tabletten sind doppelt so groß wie die bisherigen. Er kann sie nicht runterschlucken, sagt der Patient. Was tun? Die AOK hat einen Rabattvertrag mit der Firma geschlossen. Der Apotheker muss sich an diese Verträge halten. Auch wenn wir Ärzte das Präparat der Firma Y aufschreiben, der Apotheker muss das Präparat der Firma Z abgeben, wenn die Firma einen Rabatt-Vertrag mit der Krankenkasse geschlossen hat.

Aber nur dann, wenn das Präparat lieferbar ist. Und die AOK hat viele Verträge mit kleinen Firmen geschlossen – und das rabattierte Präparat ist oft nicht lieferbar. Dann bekommt der Patient wieder ein anderes, aber selbstverständlich bezahlt die AOK auch dieses Mittel erklärt sie auf ihrer Website.

Ich verschreibe dem Patienten oder der Patientin dreimal das gleiche Medikament und es kann sein, dass sie oder er dreimal etwas anderes in der Hand hält, wenn er oder sie die Apotheke verlässt. Es trägt einen anderen Namen, der Karton sieht anders aus, die Tablette ist vielleicht zur Kapsel geworden oder auf das dreifache angeschwollen oder auf die Hälfte geschrumpft – selbstverständlich bezahlt die AOK auch dieses Mittel !.

Ja – und was hat es mit dem kleinen Kreuz auf sich? Das steht ganz links auf dem Rezeptformular vor dem Medikament und darunter steht aut idem. Das ist Latein und bedeutet oder dasselbe. Wenn sie jetzt verwirrt sind, ist das verständlich.

Aut idem bedeutete nämlich früher, dass der Apotheker vom Arzt gerade nicht auf ein Präparat festgelegt war, sondern auch ein anderes Präparat mit dem gleichen Wirkstoff wählen durfte. Mit der rasenden Geschwindigkeit der Gesundheitsreform kann der Formulardruck jedoch nicht mehr mithalten: aut idem bedeutet jetzt nicht mehr aut idem sondern nec aut idem. Und nec bedeutet nicht. Aut idem heißt also jetzt genau das Gegenteil: nämlich nicht oder dasselbe sondern: genau das, und nichts anderes.

Und warum will ich das Kreuz nicht dahin setzten und mir und dem Patienten allen Kummer ersparen? Weil ich dann selbst aus eigener Tasche das Medikament bezahlen muss. Das glauben sie nicht? Habe ich bisher auch nicht! Bis ich einen Bescheid über einen Arzneimittelregress in Höhe von 160.000 Euro auf dem Tisch hatte. Aber das ist wieder eine andere Geschichte und die ist noch viel komplizierter.

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COPD (von engl.: chronic obstructive pulmonary disease, chronisch obstruktive Lungenerkrankung), alle Erkrankungen der Lunge, die mit einer Einschränkung (Obstruktion) des Atemflusses einhergehen, die nicht oder nur teilweise reversibel ist . Die Krankheitsbezeichnung deckt im wesentlichen die beiden Krankheiten Lungenemphysem und chronisch obstruktive Bronchitis ab. Das Asthma bronchiale fällt jedoch explizit nicht unter diese Definiton, da die Behinderung der Atmung beim Asthma br. reversibel ist.

Symptome

Husten, Auswurf und Atemnot sind die typischen Symptome. Anfangs wird die Luftnot nur bei starker Belastung empfunden und nicht als Krankheit bemerkt, sondern als normaler Alterungsprozess oder Trainingsmangel empfunden. Husten und Auswurf sind typische Symptome der chronischen Bronchitis, unter der jeder zweite Raucher über 40 Jahre leidet. Raucher halten den morgendlichen Husten oft für normalen Raucherhusten. Die Luftnot schreitet unaufhörlich voran, schließlich besteht sie auch in Ruhe. Typisch sind akute Verschlechterungen (Exacerbationen) der COPD im Rahmen grippaler Infekte, vor allem in den Wintermonaten.

Häufigkeit

Die genaue Häufigkeit für Deutschland ist nicht bekannt. Die WHO schätzt, dass die COPD die vierthäufigste Todesursache weltweit ist und diese Tendenz ansteigt. Die Häufigkeit der chronischen Bronchitis in Deutschland liegt bei etwa 10 bis 15 % der Erwachsenen. Wieviele dieser Patienten eine COPD entwickeln, ist unklar. In den USA wird die Häufigkeit der COPD auf 5 % der erwachsenen Bevölkerung geschätzt.

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich bei allen Patienten mit Husten und Auswurf durch eine Prüfung der Lungenfunktion. Die Einsekundenkapazität (FEV1), d. h. die Menge an Luft, die der Patient in einer Sekunde nach maximaler Einatmung bei größter Anstrengung ausatmen kann, ist erniederigt. Anfangs ist die FEV1 nur relativ zur Vitalkapazität vermindert, d. h. der Prozentsatz der in einer Sekunde ausatembaren Luftmenge bezogen auf die gesamte Atemkapazität ist reduziert. Später sinkt auch der absolute Wert der FEV1.

Die Bestimmung von FEV1 und Vitalkapazität werden nach der Inhalation von Medikamenten, die die Bronchien erweitern, wiederholt. Im Gegensatz zum Asthma bronchiale verbessert sich die Lungenfunktion bei der COPD nicht oder nur teilweise nach Anwendung dieser Medikamente

Die Lungenfunktionsprüfung ist eine einfach durchzuführende Untersuchung mit einem geringen apparativen Aufwand und als echte Vorsorgeuntersuchung der COPD aufzufassen.

Ursachen

Hauptursache der COPD ist das Zigarettenrauchen. Daneben kommen berufliche und allgemeine Umweltbelastungen z. B. durch Feinstaub in Betracht. Nicht alle Raucher und nicht alle Menschen mit einer chronischen Bronchitis entwickeln eine chronisch obstruktive Bronchitis. Es wird angenommen, dass genetische Faktoren eine gewisse Rolle bei der Entstehung der COPD spielen.

Schweregrade

Die Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease ist eine Initiative der WHO und des National Institutes of Health (USA), zur Bekämpfung der COPD weltweit. Die Einteilung in Schweregrade folgt international den Publikationen dieser Initiative und reicht vom Gold Stadium 0 bis IV.

Die Einteilung richtet sich in erster Linie nach den Meßwerten der Lungenfunktion und teilweise auch nach den Symptomen des Patienten.

Im Stadium 0 liegt eigentlich (noch) keine COPD vor, es wird deswegen auch als Risikostadium bezeichnet. Die Patienten leiden unter Husten und Auswurf, die Lungenfunktion ist aber normal.

Im Stadium I ist die absolute FEV1 noch normal (über 80 %), aber der Quotient FEV1 / Vitalkapazität ist auf unter 70 % (normal 80 %) erniedrigt. In diesem Stadium merken viele Patienten noch nichts von ihrer Krankheit.

Im Stadium II liegt die Einsekundenkapizität zwischen 50 und 80 % der Norm, die Patienten bemerken eine deutliche Luftnot unter Belastung.

Im Stadium III mit einer FEV1 zwischen 30 und 50 % sinkt die Lebensqualität rapide, vor allem bei Verschlimmerungen (Exacerbation) durch akute Infekte, die meisten Patienten suchen in diesem (späten) Stadium den Arzt auf.

Das Stadium IV bezeichnet alle Patienten, die eine FEV1 unter 30 % der Norm aufweisen oder alle diejenigen, die unter 50 % des Normalwertes liegen, aber eine Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff aufweisen. Die Patienten sind in diesem Stadium zu keiner körperlichen Belastung mehr fähig, jede Exacerbation kann tödlich sein.

Behandlung

Ähnlich wie beim Asthma bronchiale kommen auch bei der COPD kurz- und langwirkende Beta-2-Sympatomimetika als Inhalation aus einem Dosieraerosol, Pulverinhalator oder Vernebler zur Anwendung. Diese Substanzen erweitern die verengten Bronchien durch Wirkung auf die Rezeptoren des sympathischen Nervensystems. Denselben Effekt, aber durch eine Wirkung auf den Parasympathikus haben die Parasympatholytika (Ipratropiumbromid und Oxitropiumbromid), die auch inhaliert werden.

Inhalierbare Corticosteroide (ICS) haben bei der COPD nicht den selben guten Effekt wie bei Asthma, werden aber eingesetzt, wenn im Einzelfall eine Besserung der Lungenfunktion nachweisbar ist. Sie werden auch in Tablettenform, vor allem bei akuten Verschlimmerungen, angewendet.

Die bronchialerweiternde Substanz Theophyllin verliert wegen vielfältiger Wechsel- und Nebenwirkungen bei geringer therapeutischer Breite zunehmend an Bedeutung, wird aber ab Stadium II der COPD bei fehlender Besserung eingesetzt.

Vor allem im Stadium IV kommt auch eine Langzeitbehandlung mit Sauerstoff (aus der Flasche, durch einen Sauerstoffkonzentrator) in Frage.

In allen Stadien sollten die auslösenden Faktoren (Rauchen) ausgeschaltet werden. Ebenfalls in allen Stadien erfolgt eine Behandlung mit Antibiotika bei Verschlechterung durch Bronchialinfekte.

Die Behandlung mit bronchialerweiternden Sprays, ggf. nur bei Bedarf im Stadium I, ist Basistherapie in allen Stadien der COPD. Ab Stadium II werden ICS auf ihren Effekt getestet und bei Erfolg weiter verordnet.

Die ein- oder beidseitige Lungentransplantation ist die Ultima ratio bei einer COPD des Stadiums IV, die nicht anders behandelbar ist.

Beim Lungenemphysem kommen auch die operative Entfernung größerer Emphysemblasen oder die Resektion stärker befallener Lungenbezirke in geeigneten Fällen in Frage.

Quellen und weiterführende Links

Deutsche Atemwegsliga: Leitlinie zur Behandlung der COPD

Selbsthilfegruppen COPD und Lungenemphysem

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Coitus interruptus

Der Coitus interruptus (lat.: unterbrochener Geschlechtsverkehr) ist eine der ältesten, aber auch die unsicherste Methode der Empfängnisverhütung.

Beim C. zieht der Mann den Penis vor dem Samenerguss aus der Scheide zurück. Bei 100 Paaren, die sich ausschließlich auf diese Methode der Empfängnisverhütung verlassen, werden mindestens 25 Frauen in einem Jahr schwanger. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Zum einen werden schon vor dem eigentlichen Samenerguss Spermien vom Mann abgegeben. Vielfach kann der Mann die Kontrolle trotz des besten Vorsatzes nicht aufrechterhalten. Spermien können auch zur Befruchtung führen, wenn sie sich nur in der Nähe der Scheide befinden. Darüber hinaus führt der C. zu einer psychischen Belastung beider Partner durch die (berechtigte) Angst vor dem Versagen der Methode und zu einer Ablenkung durch die notwendige willentliche Kontrolle der Ejakulation.

Eine der ältesten Berichte über den C. stammt aus der Bibel. Onan und Er sind Brüder. Als Er stirbt, ist Onan nach jüdischem Gesetz verpflichtet mit seiner Schwägerin Tamar (der Frau von Er) zu schlafen, um seinem verstorbenen Bruder Nachkommen zu zeugen.

Aber da Onan wußte, daß die Kinder nicht sein Eigen sein sollten, ließ er´s auf die Erde fallen und verderben, wenn er einging zu seines Bruders Frau, auf daß er seinem Bruder nicht Nachkommen schaffe. Dem HERRN mißfiel aber, was er tat, und er ließ ihn auch sterben. (Vergl. Gen. 38,9)

Onan wurde vermutlich fälschlicherweise zum Namensgeber der Onanie.

Quellen, Weblinks

Pro Familia

Magnus Hirschfeld Archiv für Sexualwissenschaft

bible-online.net

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Clusterkopfschmerz

Der Clusterkopfschmerz (syn: Bing-Horton-Syndrom, Horton-Neuralgie) ist ein vor allem bei Männern in Clustern (Anhäufungen) von Wochen bis Monaten auftretender Kopfschmerz mit beschwerdefreien Intervallen von Monaten und Jahren. Der Schmerz tritt halbseitig im Bereich der Schläfe und eines Auges auf, oft tränt gleichzeitig das Auge und die Nase läuft, ohne Behandlung währt die Schmerzattacke von 15 Minuten bis zu drei Stunden und mehr. Die Ursache ist unklar, etwa einer von 500 Menschen leidet unter dieser heftigsten Form des primären Kopfschmerzes.

Sumatriptan subkutan oder als Nasenspray sowie die Inhalation von reinem Sauerstoff helfen am besten in der Akutbehandlung. Zur Vorbeugung ist Verapamil, ein Kalziumantagonist, Mittel der ersten Wahl.

Patienteninitiative zum Clusterkopfschmerz

Leitlinien

Lancet: Epidemiology and genetics of cluster headache.

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img-320_gray516png.jpgDer Circulus arteriosus cerebri (von lat. circulus– Kreis und cerebrum (-ri) – Gehirn, auch: Circulus arteriosus Willisii) ist ein Verbindungssystem von Schlagadern an der Unterseite des Gehirns, das vorne von der Arteria carotis interna (einem Zweig der Halsschlagader) und hinten von der Arteria basilaris (Hirnbasisschlagader), die aus dem Zusammenfluss der beiden Vertebralarterien (Wirbelsäulenschlagadern) ensteht, gespeist wird.

Quellen und Weblinks

Duale Reihe Anatomie (pdf)

Medizininfo.de

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Cholinesterasen sind eine Gruppe von Enzymen, die den Abbau von Acetylcholin katalysieren.

Die echte Cholinesterase, auch Acetylcholinesterase genannt, kommt vor allem im Nervenzellgewebe und dort im synaptischen Spalt vor; sie katalysiert spezifisch den schnellen Abbau von Acetylcholin (Neurotransmitter).

Die Serumcholinesterase, oft auch einfach Cholinesterase oder Pseudocholinesterase genannt, katalysiert neben dem Abbau von Acetylcholin auch den Abbau anderer Cholinester (z. B. Succinylcholin), sie wird in der Leber produziert und an das Blut abgegeben. Die Serumaktivität der Serumcholinesterase ist ein Maß für die Syntheseleistung der Leber, wird z. B. erniedrigt bei Leberzirrhose gefunden.

Der Normwert liegt bei Frauen zwischen 3900 und 11000 U/l und bei Männern zwischen 4600 und 11500 U/l. (Kleinere Abweichungen je nach verwendeter Labormethode sind möglich.)

Quellen und Weblinks

Laborlexikon

Medizininfo.de

Roche Lexikon Medizin 4. Aufl.

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Chromosomen

Chromosomensatz eines MannesChromosomen sind unter dem Lichtmikroskop während der Zellteilung sichtbare, fadenförmige Bestandteile der Zelle, die aus DNA und Proteinen bestehen und die Gene der Zelle enthalten.

In eukaryoten Organismen liegen die C. von einer Membran umschlossen im Zellkern. Die Zahl der C. ist typisch für eine Spezies. Der C.-Satz bei Organismen, die sich sexuell fortpflanzen, ist in der Regel diploid, d. h. jedes C. ist paarweise vorhanden, nur in den Keimzellen findet sich der einfache, haploide C.-Satz.

Der Mensch besitzt 23 Chromosomenpaare, also insgesamt 46 C., zwei davon, X und Y, sind die Geschlechtschromosmen (Gonosomen: XX bei der Frau, XY beim Mann); die anderen C. werden Autosomen genannt.

C. haben die Fähigkeit, sich identisch zu verdoppeln. Während der Zellteilung (Mitose) setzt die Spindelfaser am Zentromer der C. an, um die entstandenen Tochterchromosomen (die Chromatiden) auseinander zu ziehen und das Erbmaterial auf die Tochterzellen gleichmäßig zu verteilen. Bei der Reifeteilung (Meiose) wird jeweils ein Chromosom von jedem C.-Paar auf die Tochterzellen verteilt, die C.-Zahl wird somit auf die Hälfte reduziert.

Quellen und weiterführende Links

Nationales Genomforschungsnetz – Glossar: Chromosomen

Fachbereich Medizin der Uni Mainz (Dr. med. Jastrow): Chromosomen

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