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Archive for 2. Juli 2007

Unter einer Fehlgeburt oder einem Abort versteht man die Beendigung der Schwangerschaft durch Abgang der Frucht vor ihrer Lebensfähigkeit außerhalb der Gebärmutter, vor Ende der 22. bis 24. Schwangerschaftswoche (SSW) und bei einem Geburtsgewicht unter 500 g.

Wurde die Schwangerschaft bewusst beendet, spricht man von einem Schwangerschaftsabbruch, sonst von einem Spontanabort. Jenseits der genannten Zeit- bzw. Gewichtsgrenzen spricht man von einer Totgeburt bzw. bei lebendem Kind von einer Frühgeburt.

Angaben zur Häufigkeit sind sehr unzuverlässig, da ein Großteil der F. nur als verspätete, vielleicht verstärkte Regelblutung von der Frau bemerkt werden. Es wird geschätzt, dass ca. 20 % aller erkannten Schwangerschaften mit einer F. enden.

Die häufigste Ursache in über der Hälfte der Fälle sind Chromosomenanomalien, es folgen Hormonstörungen, Infektionen, Diabetes mellitus, Medikamente, Rauchen, Vergiftungen und psychosoziale Ursachen.Die Zervixinsuffizienz, eine vorzeitige Öffnung des Gebärmuttermundes, führt zur F. nach der 16. SSW.

Eine F. kündigt sich durch eine vaginale Blutung und Unterbauchschmerzen an.

Die Phasen einer F. unterteilt man in den drohenden A. (A. imminens), den beginnenden A. (A. incipiens) und den vollständigen A. (A. completus). Verbleiben – vor allem in der späteren Schwangerschaft – Teile der Frucht in der Gebärmutter, spricht man von einem unvollständigen A. (A. incompletus).

Die Therapie der drohenden F. besteht in körperlicher Ruhe, bei Zervixinsuffizienz wird u. U. ein operativer Verschluss des Muttermundes (Cerclage) durchgeführt. Vor allem bei F. nach der 6.SSW ist eine instrumentelle Ausräumung der Gebärmutter erforderlich, um Komplikationen eines A. incompletus zu vermeiden.

Eine F. ist im Gegensatz zur Totgeburt standesamtlich nicht meldepflichtig.

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Feigwarzen (med.: Condylomata acuminata syn.: Kondylome, spitze Condylome, Genitalwarzen) sind eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten, hervorgerufen durch Humane Papillomviren (HPV), meist der Untergruppen 6 und 11.

F. treten als kleine, hautfarbene bis weißliche Warzen an den äußeren Geschlechtsorganen, aber auch in der Harnröhre, in der Scheide, am Gebärmutterhals, im After und im Enddarm sowie im Mund auf. Oft stehen sie in Gruppen („Beeten“) nebeneinander oder sie wachsen zu großen „blumenkohlartigen“ Tumoren heran. Sie machen üblicherweise kaum Beschwerden und sind i. d. R. eine gutartige Erkrankung, die in bis zu 30 % der Fälle ohne Therapie ausheilt.

Ungefähr 1 % der sexuell aktiven Bevölkerung weisen F. auf, in bis zu 10 % können Humane Papillomviren im Genitalbereich nachgewiesen werden, ohne dass sichtbare Warzen existieren. Während man früher glaubte, Feigwarzen bei Kindern seien ein sicherer Hinweis auf sexuellen Missbrauch, geht man heute davon aus, dass auch eine Übertragung durch Gegenstände (z. B. gebrauchtes Handtuch) oder durch den Kontakt mit eigenen oder fremden Warzen an anderen Körperstellen möglich ist.

In seltenen Fällen können F. durch Untergruppen von HP-Viren verursacht werden, die mit dem Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht werden (meist Gruppe 16 und 18).

Die Zeitdauer zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung ist sehr variabel und reicht von einer Woche bis hin zu mehreren Monaten.

Die Therapie richtet sich u. a. nach der Ausdehnung und der Lokalisation der Erkrankung, eine hohe Zahl von Rezidiven ist allen Formen der Behandlung gemeinsam. Imiquimod (Aldara®) ist ein Immunmodulator und wird als Creme aufgetragen. Podophyllotoxin (Wartec® als Creme, Condylox® als Lösung) wirkt ätzend. Die noch stärker ätzend wirkende Trichloressigsäure kann nur vom Arzt aufgetragen werden. Kryotherapie (Vereisung mit bspw. flüssigem Stickstoff) und Thermokoagulation (Zerstörung durch lokale Hitze) sind weitere Optionen. Bei ausgedehntem Befall kommen chirurgische Verfahren (Skalpell, Laser), oft in Kombination mit den anderen Verfahren zur Anwendung. Interferon wird lokal angewendet, endgültige Forschungsergebnisse stehen noch aus.

Vorbeugung ist nur sehr begrenzt möglich. Menschen mit sichtbaren F. sollten Geschlechtsverkehr bis zur Abheilung vermeiden, allerdings können auch Menschen ohne sichtbare Veränderungen die Infektion übertragen. Die Anwendung von Kondomen bietet nur relativen Schutz, da nur ein Teil der äußeren Geschlechtsorgane abgedeckt wird

Dermis

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Die Familiäre Hypercholesterinämie ist eine autosomal dominant vererbte Störung des Cholesterinstoffwechsels.

Bei der heterozygoten Form ist die Aktivität der LDL-Rezeptoren an der Oberfläche der Leberzellen um die Hälfte vermindert, bei der homozygoten Form fehlen diese Rezeptoren völlig. Das LDL-Cholesterin kann aus diesem Grund nicht in die Leberzellen aufgenommen und abgebaut werden, die Konzentration im Blut steigt stark an. Folge ist eine erhöhte Rate von Herzinfarkten, bei der homozygoten Form treten diese schon vor dem 15. Lebensjahr auf, bei der heterozygoten Variante zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Die gemischterbige F.H. tritt mit einer Häufigkeit von 1:500 auf, die reinerbige kommt nur bei einem von einer Million Menschen vor. Der Verdacht auf eine familiäre Form der Hypercholesterinämie liegt vor, wenn das LDL-Cholesterin höher als 220 mg/dl liegt und in der Familienvorgeschichte sowohl gehäufte Herzinfarkte als auch ähnlich exorbitante LDL-Erhöhungen bekannt sind.Die Therapie erfolgt mit Diät und cholesterinsenkenden Medikamenten, bei der homozygoten Form ist sehr oft eine Dialyse des LDL-Cholesterins erforderlich, LDL-Apherese genannt. Eine Heilung ist nur mittels Lebertransplantation möglich

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Essstörungen

Essstörungen sind eine Gruppe von Krankheiten, die mit Verhaltensstörungen bei der Nahrungsaufnahme einhergehen. Zu den E. gehört die Anorexia nervosa mit oft lebensgefährlichem Untergewicht und die Bulimia nervosa, bei der unkontrollierte Essanfälle sich mit Maßnahmen der „Reinigung“ (Abführmittel, Sport und Erbrechen etc.) abwechseln. Die Binge-eating-Störung ist ebenfalls durch unkontrollierbare Essattacken gekennzeichnet, aber die Reinigungsmaßnahmen bleiben aus. E. sind häufig mit Depressionen, Angststörungen und Medikamentenabhängigkeit vergesellschaftet.

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Erythrozyten (Syn.: rote Blutkörperchen, Abk.: Ery) sind scheibenförmige Zellen ohne Kerne, die im Knochenmark gebildet und nach 100 bis 120 Tagen in Milz und Leber wieder abgebaut werden. Sie transportieren das Hämoglobin und damit den Sauerstoff von der Lunge zu den Geweben.

Das Blut des Menschen enthält ca. 4 bis 6 Millionen Erythrozyten pro µl Blut, 5 – 24‰ davon sind Retikulozyten (jugendliche Formen).

Eine Vermehrung der E. über die normale Zahl wird als Polyglobulie, eine Verminderung als Anämie bezeichnet.

Bei der maschinellen Blutanalyse wird in der Regel das MCV (mittlere corpuskuläre Volumen) der E. bestimmt. Je nach Größe des Einzelerythrozyten teilt man die Anämien in mikrozytäre, makrozytäre oder normozytäre Anämien ein. Eine weitere Kenngröße ist die Menge an Hämoglobin in jeder Zelle, das mittlere corpuskuläre Hämoglobin (MCH), nach der die Anämien in normochrome, hypochrome oder hyperchrome eingeteilt werden können. Die mittlere corpuskälere Hämoglobinkonzentration (MCHC) bleibt dagegen in den meisten Fällen konstant, da die Größe der Zellen und der Gehalt an Hämoglobin gleichsinnige Veränderungen durchmachen. Größere Abweichungen des MCHC lassen daher an eine Störung der Analytik denken

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Erythropoetin

Das Erythropoetin (syn.: Erythropoietin, Epoetin, Abk.: EPO) ist ein Hormon, das überwiegend in der Niere gebildet wird und die Erythropoese – die Bildung neuer, roter Blutkörperchen (Erythrozyten) – beschleunigt. Fehlt EPO, z. B. bei der Niereninsuffizienz, resultiert eine Anämie. Ein Überschuss, z. B. bei chron. Sauerstoffmangel oder einem Nierenkarzinom erzeugt eine Polyglobulie. EPO wird zur Behandlung der Anämie z. B. bei der Niereninsuffizienz oder einem Tumorleiden, mißbräuchlich beim sog. Blutdoping eingesetzt

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Epithelgewebe

Das Epithelgewebe ist eine Zellschicht, die innere und äußere Körperoberflächen auskleidet, u. a. die äußere Schicht der Haut (Epidermis), die innere Oberfläche der Bronchien, des Magen-Darm–Trakts, der Harnblase und anderer Hohlorgane sowie der exokrinen und endokrinen Drüsen.

Alle Zellen, die ein Epithelgewebe bilden, sitzen auf einer Basalmembran, sie haben eine freie Oberfläche, zwischen den Zellen befindet sich fast kein extrazellulärer Raum und keine Blutgefässe und sie stammen von allen drei Keimblättern ab.

Epithelgewebe lassen sich nach der Form, der Schichtung und der Spezialisierung der Zellen unterscheiden. Das Plattenepithel kleidet einschichtig das Bauchfell aus, mehrschichtig und unverhornend bildet es die Auskleidung der Vagina, der Mundhöhle und der Speiseröhre, mehrschichtig und verhornend die äußere Haut. Hochprismatisches Epithel bildet die Schleimhaut des Magens, des Darms, der Eileiter und der Gebärmutter. Mehrreihiges Epithel findet sich in den Bronchien, die Epithelzellen tragen Zilien zum Schleimtransport, der Schleim wird von den Becherzellen, die zwischen den Epithelzellen liegen, gebildet. Das Übergangsepithel der Nierenbecken, der Harnleiter und der Harnblase gehört ebenso zu den Epithelgeweben wie das der endokrinen und exokrinen Drüsen.

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