Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 19. Juli 2007

Nebenniere

Nebenniere, paarig angelegte Hormondrüse, die bei allen Säugetieren dem oberen Pol einer jeden Niere aufliegt.

In der Nebennierenrinde (NNR) – dem äußeren Anteil der Drüse – werden Steroidhormone wie Aldosteron und Kortison gebildet.

Der innere Anteil, das Nebennierenmark ist der Bildungsort der Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin.

Beim Menschen wiegt die N. etwa 5 g und ist ca. 50 X 25 X 5 mm groß. Rinde und Mark sind nach ihrer Struktur und Funktion bei allen Säugetieren zwei gänzlich unterschiedliche Organe.

Nebennierenrinde

Die Rinde, die beim Menschen etwa 90 % des Organs ausmacht, lässt sich nach ihrem feingeweblichen Aufbau in drei Zonen unterteilen. Von außen nach innen sind dies: Die schmale äußere Zona glomerulosa, ein breiter mittlerer Rindenabschnitt – die Zona fasciculata – und die wieder etwas schmalere innere Schicht der Zona reticularis.

In der äußeren Zona glomerulosa wird u. a. das Steroidhormon Aldosteron gebildet. Aldosteron sorgt dafür, dass die Konzentrationen von Natrium, Chlorid und Kalium im Blut konstant gehalten werden. Aldosteron und ähnlich wirkende Hormone (z. B. Desoxycorticosteron) werden wegen ihrer Funktion im Haushalt der Mineralsalze und ihrem Ursprung in der Rinde (lat.: cortex) auch Mineralokortikoide genannt.

Die beiden inneren Zonen (Zona fasciculata und reticularis) bilden eine funktionelle Einheit: Sie produzieren Glukokortikoide wie z. B. Cortisol und zudem Sexualhormone, in erster Linie Androgene wie Testosteron und Dehydroepiandrosteron (DHEA). Die Sekretion und das Wachstum der beiden inneren Zonen der Nebennierenrinde werden durch das Adrenocorticotrope Hormon (ACTH) der Hypophyse gefördert.

Die Bezeichnung Glukokortikoide (syn.: Glukosteroide) rührt vom Einfluss dieser Hormone auf den Glukosestoffwechsel her: In erster Linie fördern sie die Neubildung von Glukose aus Proteinen (die Glukoneogenese). Darüber hinaus wirken sie stark entzündungshemmend und somit auch antiallergisch.

Nebennierenmark

Adrenalin und Noradrenalin werden im Mark der Nebenniere gebildet, sie bereiten den Organismus auf „Flucht oder Angriff“‚ vor, in dem sie z. B. blitzschnell den Blutdruck erhöhen, dem Verdauungsapparat das Blut entziehen, die Pupillen und die Bronchien weiten, den Blutzuckerspiegel erhöhen und vieles mehr. Diese beiden Hormone werden innerhalb der Zellen in kleinen Granula (Körnchen) gespeichert. Die Granula färben sich durch Farbstoffe wie Kaliumdichromat braun an. Als chromaffines System bezeichnet man daher alle Zellen des Körpers, in denen Adrenalin oder Noradrenalin gespeichert sind – sie gehören dem sympathischen Teil des vegetativen Nervensystems an.

Erkrankungen der Nebenniere

Die Addison-Krankheit entsteht durch eine Unterfunktion der Nebennierenrinde und manifestiert sich in ausgeprägter Müdigkeit und Schwäche. Vollmondgesicht und Stammfettsucht sind die Leitsymptome der Überfunktion des gleichen Organs – wenn es zu einer Überproduktion der Glukokortikoide kommt (Cushing Syndrom). Werden die Sexualhormone im Übermaß hergestellt, entsteht das adrenogenitale Syndrom, das zu einer verfrühten sexuellen Reife der Jungen und einer Vermännlichung der Mädchen führt.

Beim Conn-Syndrom produziert die NNR zu viel Aldosteron: Ein erhöhter Blutdruck, verbunden mit einem Mangel an Kalium ist die Folge. Der Blutdruck ist auch erhöht beim Phäochromozytom, einem seltenen, Adrenalin und Noradrenalin produzierenden Tumor des Nebennierenmarks.

Nebenniere.de – Informationen für Ärzte und Patienten von Prof. Nies am Marienhospital Osnabrück

Uni Zürich: Medizinische Fakultät zu Erkrankungen der Nebennierenrinde und des Nebennierenmarks

Read Full Post »

logo_nav-vb.gifNAV-Virchow-Bund, Berufsverband, der die Interessen der niedergelassenen Ärzte Deutschlands vertritt. Mit ca. 20.000 Mitgliedern ist er der drittgrößte allgemeine freie Ärzteverband Deutschlands nach Marburger Bund und Hartmannbund, er entstand 1990 aus einer Fusion des westdeutschen NAV und dem ersten freien Ärzteverband der DDR, dem Rudolf-Virchow-Bund.

1949 wurde der Verband der niedergelassenen Nicht-Kassenärzte Deutschlands (NKV) gegründet. Es war eine Notgemeinschaft der Ärzte, bei denen die Bereitschaft und die Qualifikation zur Niederlassung in einer Kassenarztpraxis vorlagen, die wegen der restriktiven Zulassungspolitik aber keine Kassenpatienten behandeln durften. Mitte der 50er Jahre benannte sich der NKV in NAV – Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V. um. Ein vom NAV angestrengtes Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht brachte 1960 die freie Zulassung zur Kassenarztpraxis.

Der Bundesvorsitzende ist seit November 2006 der Gynäkologe Dr. Klaus Bittmann aus Bad Segeberg.

NAV-Virchow-Bund e.V.

Read Full Post »

kuss.jpgNatürliche Familienplanung (Abk.: NFP), alle Verhütungsmethoden, bei denen die körperlichen Anzeichen des Eisprungs beobachtet und die fruchtbaren Tage des weiblichen Zyklus bestimmt werden. An diesen Tagen muss entweder sexuelle Karenz oder eine andere Art der Verhütung gewählt werden.

Der Eisprung der Frau kann durch tägliche Messung der Körpertemperatur (Temperaturmethode), durch die Beurteilung des Zervixschleims (Billingsmethode) oder durch Kombination beider Untersuchungen (symptothermale Methode) festgestellt werden. Die eigenständige Untersuchung des Muttermunds kann die Sicherheit erhöhen. Kaum zuverlässig ist die Kalendermethode nach Knaus-Ogino.

Die symptothermale Methode ist mit einer Sicherheit von 99,7 % pro Jahr der Anwendung so sicher wie die Verhütung mit der Pille, übertrifft diese sogar teilweise. Für junge Frauen mit instabilem Zyklus ist sie weniger geeignet, sie setzt eine intensive Schulung und viel Disziplin voraus. Viele Frauen schätzen diese Form der Empfängnisverhütung, weil sie zu größerer Vertrautheit mit den Vorgängen des eigenen Körpers führen und auch den Partner mit einbeziehen.

Für die katholische Kirche ist die NFP ( mit sexueller Karenz in den fruchtbaren Tagen) die einzig akzeptable Form der Kontrazeption.

Über NFP informieren Beratungsstellen und die Arbeitsgruppe Natürliche Familienplanung.

Temperaturcomputer und das PERSONA – System sind technische Hilfsmittel der NFP, die aber der symptothermalen Methode in der Sicherheit weit unterlegen sind. (PERSONA: 5 % Versagerquote pro Jahr)

Arbeitsgruppe Natürliche Familienplanung

Forschungsprojekt NFP der Heinrich Heine Universität Düsseldorf

Read Full Post »

Mykoplasmen

Mykoplasmen (syn.: PPLO, pleuro-pneumoniae-like-organisms), Gattung von Bakterien ohne Zellwand, können beim Menschen eine Lungenentzündung (atypische Pneumonie durch Mykoplasma pneumoniae) und Infektionen der Harn- und Geschlechtsorgane hervorrufen. Alle Mykoplasma-Arten außer Mykoplasma pneumoniae gehören zur normalen Bakterienflora des Menschen. Das Fehlen der Zellwand ist die Ursache der primären Resistenz gegenüber Penicillin.

Medline plus: Mycoplasma pneumoniae (engl.)

Read Full Post »

Mutation

Mutation (von lat. mutare, verändern), spontane oder durch Mutagene (Chemikalien, ionisierende Strahlen) ausgelöste Veränderung des genetischen Materials.

M. können Körperzellen betreffen (somatische M.), damit Krebs und Alterungsvorgänge auslösen. Verändert sich die genetische Ausstattung von Keimzellen (generative M.), dann wird die M. weitervererbt. Eine Gen–M. verändert die Basensequenz der DNS eines einzelnen Gens, eine Chromosomen-M. verändert die Struktur des ganzen Chromosoms, eine Genom–M. verursacht eine Halbierung oder Vervielfachung des Erbguts. Die Folgen einer M. reichen von der letalen, nicht lebensfähigen M. über die Entstehung eines pathologischen Genprodukts bis hin zur phänotypisch völlig unauffälligen (stillen) M. Die meisten M. haben unerwünschte Wirkungen. Nach der Theorie von Charles Darwin soll die Evolution der Arten durch die M., Konkurrenz und Selektion angetrieben werden.

ZUM.de: Mutationen und Mutagene

Read Full Post »

Mumps

mumps.jpgMumps (syn.: Parotitis epidemica, Ziegenpeter), eine durch den Mumpsvirus hervorgerufene Infektionskrankheit mit Befall meist der Ohrspeicheldrüse, oft auch der Hirnhäute, seltener anderer Organe.

M. ist weltweit verbreitet und tritt meist im Kindes- und Jugendalter auf. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis vier Wochen kommt es zu ein- oder beidseitiger Schwellung der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis), manchmal auch der anderen Speicheldrüsen, verbunden mit Fieber. Die Krankheit ist etwa bis 9 Tage nach Beginn der Drüsenschwellung ansteckend.

Bei etwa einem Drittel verläuft M. unbemerkt, hinterlässt aber auch dann wie die manifeste Erkrankung eine in der Regel lebenslange Immunität.

In 3 bis 10 % der Fälle führt M. zu einer Hirnhautentzündung, die sehr selten (1 Fall auf 10.000) zu einer dauernden Schwerhörigkeit führt. Hoden, Nebenhoden, Eierstöcke, Brustdrüse und die Bauchspeicheldrüse können betroffen sein, die Entzündung des Hodens führt mitunter zur Sterilität (Zeugungsunfähigkeit).

Tritt M. in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten auf, kommt es in einem Viertel der Fälle zur Fehlgeburt, Missbildungen treten nicht auf. Gefürchtet ist die Enzephalitis (0,02 bis 0,3 % der Fälle), da bei 50 % der Erkrankten dauerhafte Schäden zurückbleiben. Etwa 2 von 10.000 Erkrankten versterben. M. verläuft im höheren Alter ernster als im Kindes- und Jugendalter.

Eine Impfung ist mit einem abgeschwächten Lebendimpfstoff möglich, die Ständige Impfkomission (STIKO) empfiehlt in Deutschland die kombinierte Masern-Mumps-Röteln-Windpockenimpfung im Alter von 11 bis 14 Monaten mit Wiederholung im 15. bis 23. Lebensmonat.

Eine generelle Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz besteht in Deutschland nicht, einige Bundesländer verlangen eine Meldung aufgrund eigener Meldegesetze. Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen müssen Erkrankungsfälle dem Gesundheitsamt mitteilen.

Deutsches Grünes Kreuz e.V.

Robert Koch-Institut

Read Full Post »

Morbus Cushing

stampp8.jpgMorbus Cushing (lat.: morbus – Krankheit), eine von dem amerikanischen Neurochirurgen Harvey Williams Cushing zuerst beschriebene Krankheit, bei der es zu einer Überproduktion von Cortisol kommt, weil die Hirnanhangdrüse übermäßig viel ACTH produziert, welches die Nebennierenrinde zum Wachstum anregt. Ursache der Überproduktion ist ein ACTH-proudizierender Tumor der Hirnanhangdrüse. Die Symptome, die man auch unter dem Namen Cushing-Syndrom zusammenfasst, sind u. a. eine unklare Gewichtszunahme mit dickem Bauch und dünnen Armen, ein sog. Vollmondgesicht, eine vermehrte Körperbehaarung und Muskelschwäche.

Die Behandlung besteht – soweit möglich – in der Operation des Tumors, ansonsten in der Bestrahlung der Hirnanhangdrüse oder/und der Entfernung der Nebennieren. Manchmal zeigt auch eine medikamentöse Therapie begrenzte Erfolge.

Uniklinikum Düsseldorf: Informationen für Patienten

Neurochirugie der Uniklinik Greifswald zum Thema Morbus Cushing mit zahlreichen Abbildungen

Read Full Post »

Older Posts »