Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 4. August 2007

Prostaglandine

pgf2alpha.jpgProstaglandine (Abk.: PG), Gewebshormone, die in fast allen Organen des Menschen vorkommen und eine Bedeutung bei der Auslösung von Entzündungen, als Neurotransmitter und bei der Vermittlung der Schmerzempfindung haben. Ihre Wirkungen sind sehr vielfältig und teilweise antagonistisch. Therapeutisch werden sie zur Verminderung der Magensäureproduktion, zur Auslösung von Wehen, zur Durchblutungsförderung und Behandlung der männlichen Impotenz eingesetzt. PG werden aus der Arachidonsäure, einer mehrfach ungesättigten Fettsäure, gebildet.

Geschichte

Die PG wurden 1930 von dem schwedischen Chemiker und späterem Medizinnobelpreisträger Ulf von Euler im Sperma entdeckt. Er beschrieb die blutdrucksenkende Wirkung und beobachtete die Wehen auslösende Wirkung an der Gebärmutter. Die Annahme, dass PG ausschließlich in der Prostata gebildet werden, erwies sich allerdings als falsch.

PG in der Therapie

Alprostadil ist die pharmazeutische Bezeichnung für PGE1. Es wird zur Behandlung der erektilen Dysfunktion in den Schwellkörper injiziert (sog. SKAT – Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie – mit Caverject® oder Viridal®) oder als Gel mit einem Applikator (Muse®) in die männliche Harnröhre verbracht. In Form einer intravenösen Infusion wird PGE1 zur Behandlung von Durchblutungsstörungen verwendet (z. B. in Prostavasin®).

Misoprostol (z. B. Cytotec®) ist ein synthetisches Derivat des PGE1 und wird zusammen mit Mifepriston (z. B. Mifegyne®, früher RU 486®) zum medikamentösen Schwangerschaftsabbruch bis etwa zur 7. Woche nach der letzten Regel verwendet. Hierbei dient es der Wehenauslösung. Zu demselben Zweck werden PG auch in der Geburtshilfe zur Geburtseinleitung eingesetzt.

Misoprostol wird aber auch zur Vorbeugung der Magenschädigung durch Antirheumatika eingesetzt, weil es die Sekretion der Magensäure hemmt und die Bildung der Schutzschicht der Magenschleimhaut fördert. Als fixe Kombination mit dem Antirheumatikum Diclofenac ist es als Arthotec® im Handel.

Roche Lexikon der Medizin

Read Full Post »

Polonium

radioaktiv.jpgPolonium (chem. Symbol: Po), radioaktives, metallisches Element der 6. Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente (der Sauerstoffgruppe oder Chalkogene). P. wurde 1898 von Marie und Pierre Curie entdeckt und nach Madame Curies Heimatland Polen benannt.

P. kommt auf der Erde selten vor, meist als radioaktives Zerfallsprodukt von Radon, Uran, Thorium und Actinium. Die Halbwertzeiten der Isotope des P. reichen von einer Sekunde bis hin zu 103 Jahren, das häufigste natürlich vorkommende Isotop Polonium-210 hat eine HWZ von 138 Tagen.

Das Ehepaar Curie gewann P. aus der Pechblende, einem bergmännisch gewonnenem Mineral, in dem P. in einer verschwindend kleinen Menge von 100 μg pro Tonne (1 Gramm in 10.000 Tonnen) vorkommt. Heute wird es zum größten Teil künstlich durch den Neutronenbeschuss von Bismut erzeugt. P. wird in der Industrie verwendet um die statische Elektrizität bei der Herstellung von Plastikfolien, Papierrollen oder Synthetikfasern zu verhindern. Bei der Filmherstellung ist P. Bestandteil von Bürsten, die Staub von der Oberfläche entfernen. In der Forschung dient es als Quelle von α-Strahlung. Kombiniert mit Beryllium ensteht eine Neutronenstrahlung, genutzt als Bestandteil der ersten amerikanischen Atombomben.

Schon im μg-Bereich ist der α-Strahler P. extrem giftig nach der Aufnahme in den menschlichen Körper; die abgestrahlte Energie wird vollständig von den Körperzellen aufgenommen. Akut ist eine Zerstörung der betroffenen Zellen die Folge, nach einer längeren Latenzzeit erzeugt P. Krebs. P. ist im Tabakrauch enthalten und eine Ursache der krebserzeugenden Wirkung

Thomas Seilnacht zu Polonium

Lenntech.com

GSF – Gesellschaft für Strahlenforschung

Read Full Post »

pkd.jpgPolyzystische Nierenerkrankung (syn.: Zystennieren; engl.: Polycystic Kidney Disease, Abk.: PKD), charakterisiert durch die Bildung multipler Zysten in beiden Nieren mit der Folge einer chronischen Nierenschädigung bis hin zum Nierenversagen. Die häufige, autosomal dominante Form zeigt erste Symptome im Erwachsenenalter, die viel seltenere autosomal rezessiv vererbte Variante führt zu ernsthaften Nierenproblemen schon bei Säuglingen und Kleinkindern. Die erworbene, nicht vererbliche Form tritt sekundär vor allem bei älteren Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen auf.

Die autosomal dominant vererbte PKD (ADPKD) zeigt eine Häufigkeit von 1:200 bis 1:1000, ist somit eine der häufigsten, lebensbedrohlichen Erbkrankheiten. Die beiden anderen Formen der PKD sind weitaus seltener, genaue Zahlen sind nicht bekannt.

Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, häufige Harnwegsinfekte sowie blutiger Urin sind erste Symptome.

Die Diagnose wird meist durch die Ultraschalluntersuchung mit dem Nachweis der Nierenzysten gestellt. Häufig kommen gleichzeitig Zysten in der Leber und anderen Organen vor. Hinzu kommt die Familienvorgeschichte, auch ein genetischer Test steht zur Verfügung.

Es gibt keine Heilung, die Therapie besteht in der Gabe von Schmerzmitteln, Antibiotika bei Infekten, der Hypertoniebehandlung und schließlich der Dialyse bzw. Nierentransplantation.

Zystennieren.de

Read Full Post »

Pneumokokken

pneumok.jpgPneumokokken (syn.: Streptococcus pneumoniae, Diplococcus pneumoniae), Bakterium, dass im Nasenrachenraum gesunder Menschen vorkommt, aber auch eine Lungenentzündung, Mitttelohrentzündung und Hirnhautentzündung auslösen kann. Für Risikogruppen (u. a. Menschen über 60 Jahre, Menschen ohne Milz, Diabetiker) und für alle Kinder bis zum 24. Lebensmonat wird in Deutschland die Impfung öffentlich empfohlen.

Robert Koch-Institut: Fragen und Antworten zur Pneumokokkenimpfung

Duetsches Ärzteblatt: Studien in den USA zum Nutzern der Impfung gegen Pneumokokken

Read Full Post »