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Archive for 5. August 2007

Psychoanalyse

psychoanaPsychoanalyse, zugleich Methode der Untersuchung als auch der Therapie psychischer Störungen. In der Anwendung auf gesellschaftliche, politische und religiöse Themen weitete ihr Gründer, Sigmund Freud die Psa. auch zur Weltanschauung aus.

Psychische Störungen entstehen nach Ansicht der Psa. durch Konflikte zwischen dem Es, das den Todestrieb und den Sexualtrieb enthält, dem Ich als handelnde und vermittelnde Instanz sowie dem Über-Ich als dem Repräsentant der Verbote der Eltern und der Gesellschaft. Alle drei Instanzen sind in unterschiedlichen Anteilen bewusst oder unbewusst. Psychische Vorgänge analysiert der Therapeut anhand der Deutung der Träume und der freien Assoziation des Patienten. In der freien Assoziation soll der Analysand alle spontanen Einfälle zu einem vom Therapeuten vorgegebenen Begriff äußern, auch peinliche, scheinbar sinnlose oder unangenehme. Der Analytiker macht verborgene Konflikte bewusst und bearbeitet sie. Dabei macht er sich die Übertragung des Patienten zunutze: Nach Ansicht der Psa. entstehen die meisten krankmachenden Konflikte in der frühen Kindheit bis etwa zum Schulalter, der Patient hasst oder liebt seinen Therapeuten wie früher seinen Vater oder seine Mutter – er überträgt seine frühkindlichen Gefühle auf die neue Situation. Der Therapeut hat immer eine Lehranalyse hinter sich, er soll sich in der Therapie weitgehend zurückhalten, keine Liebesbeziehung mit dem Patienten eingehen, keine Verwandten oder Bekannten analysieren und privat auf Distanz zum Patienten bleiben. Außer in der klassischen Form wird die Psa. heute in einer Vielzahl von Modifikationen durchgeführt.

Die Kritik an der Psa. kritisiert, dass es keine kontrollierten Studien zum Erfolg der Therapie gibt. Bei vielen psychischen Erkrankungen erwiesen sich andere Formen der Psychotherapie als deutlich überlegen: z. B. die Verhaltenstherapie bei Zwangserkrankungen. Karl Popper sprach der Psa. jede Wissenschaftlichkeit ab. Die Aussagen seien zu allgemein gehalten, daher sei eine Falsifikation nicht möglich.

Neuro 24.de – Seite eines neurologisch-psychiatrischen Kollegen, hier umfassende Darstellung und Kritik der Psychoanalyse in der klinischen Praxis

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Prostatakrebs

Prostatakrebs, (med.: Prostatakarzinom), bösartige Erkrankung der Prostata (Vorsteherdrüse), häufigste Krebserkrankung des Mannes in Deutschland.

Häufigkeit und Risikofaktoren

Jährlich werden nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Deutschland ca. 40.600 Erkrankungen an P. diagnostiziert, das sind 20 % aller bösartigen Erkrankungen beim Mann. Andererseits sterben am P. 10.800 Männer, das sind 10 % aller Krebstodesfälle, damit steht das P. nach dem Lungen- und Darmkrebs an dritter Stelle der krebsbedingten Sterblichkeit. Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Diagnose liegt bei 71 Jahren, vor dem 50. Lebensjahr werden kaum Erkrankungen festgestellt. Im weltweiten Vergleich haben Amerikaner afrikanischen Ursprungs die höchste Erkrankungsrate, während Asiaten vergleichsweise selten erkranken. Zu Ende der 1980er Jahre gab es einen steilen Anstieg der Erkrankungsrate in Deutschland, dies ist vermutlich auf die verbesserte Diagnostik zurückzuführen. Die Sterberate nimmt dagegen ab, die 5-Jahresüberlebensrate der an P. erkrankten Männer ist von 70 % Ende der 1980er Jahre auf 80 % im Jahr 2000 gestiegen. Außer der erblichen Veranlagung gibt es keine gesicherten Risikofaktoren für die Entstehung des P.. Möglicherweise spielt eine fettreiche und vitaminarme Kost eine Rolle.

Symptome

Es gibt keine Frühsymptome. Beschwerden beim Wasserlassen sind ein Anzeichen dafür, dass der Tumor schon die ganze Prostata infiltriert hat, das gleiche gilt für Blutbeimengungen im Urin oder Sperma. Häufig wird der Krebs erst diagnostiziert, wenn Metastasen sich durch Knochenschmerzen bemerkbar machen.

Früherkennung

In Deutschland kann jeder Mann ab 45 Jahren auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung eine Tastuntersuchung der Prostata im Rahmen der Krebsfrüherkennung durchführen lassen. Diese Tastuntersuchung oder Digital – Rektale – Untersuchung (DRU), wie sie auch genannt wird, deckt den Krebsbefall der Prostata erst sehr spät auf. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie und andere Fachgesellschaften empfehlen daher in ihren Leitlinien stattdessen eine Blutuntersuchung des Prostataspezifischen Antigens durchführen zu lassen. Ist dieser Wert über 4 ng/ml erhöht, dann soll eine durch rektalen Ultraschall gesteuerte Stanzbiopsie mit der Entnahme von mindestens 6 Proben den Krebsverdacht weiter erhärten oder ihn ausschließen. Kritiker dieser Vorgehensweise verweisen auf die Tatsache, dass bisher kein Beweis dafür vorliegt, dass eine Verlängerung des Lebens oder eine Verbesserung der Lebensqualität damit erreicht werde. So rät die U.S. Preventive Services Task Force, ein Expertengremium der Regierung der Vereinigten Staaten, von jeder Art der Prostatakrebsvorsorge zum jetzigen Zeitpunkt ab, da nicht klargestellt sei, ob der Schaden den Nutzen überwiege. Je älter der Mann wird, umso öfter entwickelt er ein Karzinom der Prostata, das nie Beschwerden macht. Aus Obduktionsbefunden ist bekannt, dass jeder dritte Patient im 70. Lebensjahr ein solches stummes Karzinom aufweist. Würden alle diese Karzinome behandelt, würde der Schaden vermutlich den Nutzen überwiegen. Bisher steht aber noch kein sicherer Test zur Verfügung, um die bösartigen von den harmlosen Verläufen sicher zu unterscheiden.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt bei entsprechendem Verdacht durch eine Reihe von Stanzbiopsien, die meist vom Enddarm aus unter sonografischer Kontrolle ohne Anästhesie entnommen werden. Die Proben werden aus den seitlichen Gebieten beider Prostatalappen entnommen und natürlich aus den Bezirken, die im Ultraschall oder der DRU auffällig waren. Anschließend werden die Gewebezylinder unter dem Mikroskop durch den Pathologen untersucht.

Staging

Vor Beginn der Therapie ist es entscheidend zu wissen, ob der Krebs auf die Prostata beschränkt oder in die Umgebung eingewachsen ist, sich auf die lokalen Lymphknoten ausgebreitet hat oder bereits Fernmetastasen vorhanden sind. Zu diesem Zweck werden je nach Bedarf eine Sonografie, weitergehende Blutuntersuchungen, eine Computertomografie, eine Skelettszintigrafie und ein Röntgenbild des Brustkorbs angefertigt.

Grading

Die Tumorzellen werden nach ihrem Aussehen unter dem Mikroskop in verschiedene Grade von Bösartigkeit eingeteilt. G1 beschreibt dabei den geringsten, G4 den stärksten Grad der Bösartigkeit. Die größte Aggressivität wird von den Zellen angenommen, die am wenigsten Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Prostatagewebe haben.

Zunehmend wird das Grading auch nach dem Gleason Score vorgenommen. Der Pathologe unterteilt die Zellen der Gewebsprobe in Gruppen je nach ihrer Bösartigkeit. Die beiden häufigsten Gruppen werden gezählt. Jede Gruppe bekommt je nach Entdifferenzierung (=Bösartigkeit) eine Zahl von 1 (gut differenziert) bis 5 (stark entdifferenziert) zugeordnet, die beiden Zahlen für die zahlenmäßig stärksten Gruppen werden zusammengezählt. Bis zu einem Score von 6 ist von einer guten Prognose auszugehen, von 7 bis 10 ist die Prognose eher schlecht, der Tumor vermutlich aggressiv.

Therapie

Wait and See

Bei älteren Patienten mit kleinen, wenig bösartigen Tumoren kommt diese Therapie des Wartens und Beobachtens in Frage. Durch regelmäßige Überprüfung des PSA-Wertes und ggf. Entnahme weiterer Biopsien wird der Verlauf überwacht.

Operation

Bei einem Tumor, der auf die Prostata beschränkt ist, ist die radikale Prostatektomie, d. h. die Entfernung der Prostata mitsamt der Samenblasen die Standardtherapie. Vor der Entfernung der Prostata werden die Lymphknoten des Beckens entnommen und auf Tumorbefall untersucht. Zumindest bei einem ausgeprägten Befall wird die Operation abgebrochen, da andere Therapien dann Erfolg versprechender sind. Die Hauptnebenwirkungen der Operation sind die Impotenz ( erektile Dysfunktion) und die Inkontinenz, die Unfähigkeit, den Urinabgang zu beherrschen. Die Angaben über die Häufigkeit schwanken zwischen 25 und 75 % für die Impotenz, einige Zentren geben Raten von 10 % an. Während direkt nach der Operation fast jeder Mann über mehr oder weniger ausgeprägte Probleme beim Wasserhalten klagt, liegt die dauerhafte Inkontinenzrate bei 10 % der Operierten.

Bestrahlung

Eine Alternative zur Operation ist die Bestrahlung, entweder durch die Haut (perkutan) oder aus der Nähe durch die Implantation kleiner (4 x 1 mm großer) radioaktiver Stäbchen, sog. Seeds, die die Prostata fortwährend aus der Nähe bestrahlen (sog. Brachytherapie). Bei kleinen, auf die Prostata beschränkten Tumore scheint die Bestrahlung der Operation ebenbürtig in den Langzeitergebnissen zu sein, aber seltener Inkontinenz und Impotenz zu erzeugen.

Bei Tumoren, die schon nicht mehr auf die Prostata begrenzt sind, kommt die Bestrahlung in erster Linie zur Anwendung, oft in Kombination mit einer Hormontherapie. In der Regel werden 35 Bestrahlungssitzungen in 7 Wochen angesetzt, die Behandlung erfolgt ambulant.

Hormontherapie

Die hormonelle Behandlung des Prostatakarzinoms wird in allen Fällen erwogen, in denen der Tumor nicht auf die Prostata begrenzt ist und nicht radikal operiert oder ausreichend bestrahlt werden konnte. Sie besteht aus der Kastration durch Entfernung der Hoden, oder – häufiger – in der Behandlung mit sog. Luteinisierendes Hormon Releasing Hormon LH-RH – Analoga. Diese Substanzen blockieren die Bildung eines Hormons der Hirnanhangdrüse, dem sog. interstitial cell stimulating hormone (ICSH). Durch das Erliegen der ICSH – Produktion kommt es auch zu einem Abfall des Testosteronspiegels. Eine zweite Methode der Hormontherapie besteht in der Gabe von sog. antiandrogenen Substanzen, z. B. dem Cyproteronacetat, welche die Hormonwirkung des männlichen Geschlechtshormons an den Zellen durch kompetitive Hemmung blockieren. Auch die Kombination beider Therapieprinzipien ist in Erprobung.

Hitzewellen, Gewichtszunahme, Verlust von Libido und Potenz sind Nebenwirkungen des operativen oder medikamentösen Hormonentzugs.

Die Hormontherapie des P. wird über die Bestimmung des PSA kontrolliert. Steigt der PSA-Wert an oder sind Metastasen, meistens in den Knochen, festzustellen, dann hat der P. offensichtlich seine Hormonempfindlichkeit verloren. Es kommt noch eine lokale Bestrahlung bei einzelnen Metastasen, vor allem bei Bruchgefährdung, und/oder eine Chemotherapie in Frage.

Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg

Deutsches Ärzteblatt: Kritik am PSA-Screening

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Urologie u.a. zum PSA-Screening

Deutsches Ärzteblatt: Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Urologie nimmt zur Kritik Stellung

Kontakt-, Informations- & Selbsthilfe-Stelle Prostatakrebs

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.

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Proteine

Proteine (von griech.: πρωτειοσ [proteios] – erstrangig, syn.: Eiweiße), aus 100 und mehr Aminosäuren aufgebaute arten- und organspezifische Moleküle, die eine Vielzahl von Aufgaben in allen Lebewesen erfüllen und ein unverzichtbarer Bestandteil der Nahrung aller Tiere sind.

Tiere können im Gegensatz zu Pflanzen nicht alle benötigten Aminosäuren synthetisieren, sie müssen diese essentiellen Nahrungsbestandteile in der Form von P. aufnehmen, neben den Kohlenhhydraten und den Lipiden sind P. daher der dritte wichtige Bestandteil der tierischen und menschlichen Ernährung.

Einfache P. können auschließlich aus Aminosäuren aufgebaut sein oder als zusammengesetzte P. zusätzlich einen Kohlenhydrat- oder Lipidanteil besitzen (Glyko– bzw. Lipoproteine). Eiweißmoleküle wie das Hämoglobin (der rote Blutfarbstoff) benötigen ein zusätzliches Molekül (in diesem Beispiel das Häm) als prosthetische Gruppe in fester (kovalenter) Bindung, um ihre Aufgabe zu erfüllen.

P. können einen kugelförmigen (globulären) oder einen strangförmigen (fibrillären) Aufbau besitzen. Globuline und Albumine als wichtige Bestandteile des Blutes sind globulär aufgebaut und wasserlöslich, während fibrilläre P. meistens wasserunlösliche Strukturproteine darstellen.

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