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Archive for 9. August 2007

Safer Sex

condom.jpgSafer Sex (engl.: sichererer Sex), Sexualpraktiken, die eine Übertragung der Immunschwächekrankheit AIDS, z.T. auch anderer sexuell übertragbarer Krankheiten, verhindern.

Insbesondere wird unter S. der Geschlechtsverkehr mit Kondom verstanden. Aber auch Oralverkehr ist mit dem Risiko einer AIDS – Infektion verbunden, vermutlich 7 % aller Neuerkrankungen entstehen auf diesem Weg. Riskant ist die Fellatio, vor allem, wenn Sperma mit dem Mund aufgenommen wird. Der Cunnilingus soll weniger riskant sein, eine Infektionsgefahr ist aber auch hier nicht ausgeschlossen, v.a. während der Monatsblutung. Kondome schützen bei der Fellatio, beim Cunnilingus Dental Dams (Latextücher). Das größte Gefahrenpotential birgt der ungeschützte Analverkehr, Sicherheit bringen Kondome mit erhöhter Reißfestigkeit und ein wasserlösliches Gleitgel.

BZGA: „Gib AIDS keine Chance“

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peyton_rous.jpgFrancis Peyton Rous (* 5. Okt. 1879 in Baltimore, USA; † 16. Feb. 1970 in New York, USA), amerikanischer Arzt (Pathologe) der 1910 den Nachweis erbrachte, dass Viren bösartige Tumore erzeugen können. Er erhielt den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für diese Entdeckung 56 Jahre später, 1966 zusammen mit Charles Brenton Huggins.

Rous‘ Vater starb sehr früh, der Getreidehändler hinterließ eine junge Witwe mit drei kleinen Kindern ohne große finanzielle Mittel. Die Mutter stammte aus Texas, sie entschied sich aber, auch nach dem Tod ihres Gatten in Baltimore wohnen zu bleiben um ihren Kindern die best mögliche Ausbildung zu ermöglichen.

R. absolvierte sein Medizinstudium an der Hopkins Medical School in Baltimore. Die Ausbildung des jungen Arztes wurde um ein Jahr unterbrochen weil er sich bei der Arbeit eine Tuberkulose des Fingers, die sich bis in die Achselhöhle ausbreitete, zugezogen hatte. Einige Zeit nach der Abschlussprüfung und nach einigen Monaten Assistenzarztleben zog R. es vor, in die Forschung zu gehen. Zwischenstationen waren das Pathologische Institut der Michigan Universität und ein Jahr Auslandstätigkeit in Dresden, bevor er 1909 eine Stelle am Rockefeller Institut für Medizinische Forschung erhielt. Dort blieb er als Professor bis er im Jahr 1956 an das Sloan-Kettering-Institute für Krebsforschung in New York wechselte.

Er war 87 Jahre alt, zwar seit 1945 emeritiert, aber immer noch in der Forschung tätig, als er 1966 die Nachricht über seinen Nobelpreis erhielt.

Seine bahnbrechende Entdeckung machte R. bereits 1910. Er wollte nachweisen, dass Viren Sarkome – bösartige Tumore des Bindegewebes – bei Hühnern auslösen. Er zerkleinerte dazu Tumormaterial und filterte es anschließend mit den besten zur Verfügung stehenden Filtern, so dass das entstehende Filtrat frei von Zellen war. Verabreichte er diese Lösung anderen Hühnern so entwickelten diese wiederum einen bösartigen Tumor.

Nach Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse versuchte eine ganze Reihe von Wissenschaftlern, sie an Säugetieren wie z. B. Ratten oder Mäusen zu wiederholen, ohne jeden Erfolg. So entstand die Meinung, dass die Erzeugung von Krebs durch Viren eine Besonderheit des Sarkoms bei Hühnern ist, bei Säugetieren dieser Mechanismus aber nicht in Frage komme.

1932 erschienen Forschungsberichte über die Erzeugung gutartiger Hauttumore bei Kaninchen durch Viren. R. nahm diese Berichte begierig auf und startete eine eigene Versuchsreihe. Er konnte zeigen, dass das Virus Krebs auslöste, wenn es zusammen mit krebserregenden Stoffen in einer Dosis appliziert wurde, die ohne das Virus keinen Krebs erzeugten. Diese Ergebnisse konnten die Fachwelt jedoch immer noch nicht von der Virushypothese bösartiger Erkrankungen überzeugen.

Erst als in den 1950er Jahren Forschungen über Retroviren zeigten, dass Viren in der Lage sind, ihr Erbgut in das Erbgut der Wirtszelle zu integrieren ohne die Zelle dabei abzutöten, flammte das Interesse an den Ergebnissen R.’s wieder auf. Man entdeckte, dass das Rous Sarkom Virus (RSV), wie es jetzt genannt wurde, in der Lage war das Genom der Wirtszelle so zu verändern, dass diese bösartig entartet. In der Folge entdeckte man eine Reihe anderer Viren die auch bei Säugetieren und beim Menschen, Krebs hervorrufen, wie zum Beispiel das Humane Papillomvirus (HPV) oder das Hepatitis – Virus.

Peyton Rous war verheiratet mit Marion Eckford de Kay; sie hatten drei Töchter: Marion, Ellen and Phoebe. Marions Ehemann, Alan Hodgkin war Professor für Biophysik an der Cambridge University und erhielt den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin drei Jahre vor seinem Schwiegervater, 1963.

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ronald_ross.jpgSir Ronald Ross (* 13. Mai 1857 in Almora, Indien; † 16. Sept. 1932 in Putney Heath, jetzt: London, Engl.), britischer Arzt und Entdecker der Beziehung zwischen der Anophelesmücke und der Erkrankung an Malaria, Medizinnobelpreisträger des Jahres 1902.

Jugend

R. kam als Sohn eines englischen Soldaten in Indien zur Welt, ab dem 8. Lebensjahr wurde er ins Internat nach Southampton in England geschickt. Als Schüler soll er sehr verträumt gewesen sein, er soll sich vor allen Dingen für das Dichten von Lyrik, das Komponieren und das Malen interessiert haben.

Medizinstudium und Schiffsarzt

Von 1874 bis 1879 studierte R. Medizin am St. Bartholomew Krankenhaus in London, auf Vorschlag seines Vaters und nach eigenem Bekunden recht lustlos. Er bestand das Medizinexamen nach nur drei Tagen intensiver Vorbereitung. Zu einer Tätigkeit als Militärarzt war aber auch noch das Apothekerexamen notwendig, das er erst im zweiten Anlauf und nach zwei Jahren Arbeit als Schiffsarzt 1881 bestand.

Als britischer Militärarzt in Indien

Im selben Jahr nahm er eine Stelle als britischer Militärarzt an und wurde nach Madras entsandt, einer Region Indiens, in der Malaria zu der damaligen Zeit weit verbreitet war. Die Malariakranken Soldaten wurden mit Chinin behandelt, der damaligen schon recht wirksamen Standardtherapie. Das Wort Malaria kommt aus dem Italienischen für male = schlecht und aria = Luft, bedeutet also schlechte Luft und kennzeichnete die Vorstellung der damaligen Zeit, dass die Krankheit durch das Einatmen schlechter Luft in sumpfigen Gebieten entsteht. In der Zeit zwischen 1881 und 1894 wurde der junge Militärarzt an viele Orte in Indien versetzt, seine Vorschläge zur Reduzierung der Moskitoplage in den Unterkünften durch Bekämpfung der Brutstätten der Mücken wurden mit Hohn quittiert.

Neben seiner ärztlichen Tätigkeit erforschte er die Malaria und schrieb auch noch eine Reihe recht populärer Abenteuergeschichten. 1889 erhielt R. eine Weiterbildung in England in der noch jungen Wissenschaft der Bakteriologie. Er lernte bei diesem Aufenthalt, ein Mikroskop zu benutzen und seine Frau Rosa kennen. Zusammen hatten sie 4 Kinder: Zwei Söhne und zwei Töchter.

Laveran Erreger

Bei einem längeren England Aufenthalt 1894/95 lernte R. den Kollegen Dr. Patrick Manson kennen und freundete sich mit ihm an. Manson war ein Spezialist für Tropenkrankheiten und führte R. in die neueren Erkenntnisse der Malaria Forschung ein. Ein französischer Arzt, Charles Laveran, hatte gerade den Erreger der Malaria, das Plasmodium oder Laveran Keim, wie er damals genannt wurde, in den roten Blutzellen der Kranken entdeckt. Der Übertragungsweg war allerdings völlig unbekannt. Manson war davon überzeugt, dass ein Moskito nur einmal sticht, eine Übertragung durch den Stich einer Mücke kam also nicht in Frage.

Moskito – Day: Die Aufklärung der Malariainfektion

Im März 1897 erkrankte R. selbst an Malaria, kurze Zeit später an Cholera. Im selben Jahr, am 20. Aug. 1897, fand er den Malariaerreger unter dem Mikroskop im Magen einer Anophelesmücke, die er selbst zuvor einen Malariakranken hatte stechen lassen. Er feierte diesen Tag fortan als Moskitotag.

Am 18. Dez. 1897 erschien seine neue Erkenntnis in einem Aufsatz im British Medical Journal, auch damals schon eine angesehene wissenschaftliche Publikation.

1898 erhielt R. ein Labor in Kalkutta. Dort las er den Aufsatz eines amerikanischen Forschers, der Malaria bei Vögeln festgestellt hatte. R. unternahm Übertragungsversuche bei Vögeln und übertrag Malaria von einem Vogel auf den anderen durch Mücken, die zunächst den kranken Vogel und dann den gesunden gestochen hatten. Als er dann noch Malariaerreger im Blut und in den Speicheldrüsen der Mücken nachgewiesen hatte, war der komplizierte Vermehrungszyklus der Plasmodien aufgeklärt: Die Mücke nimmt den Erreger mit dem Stich beim Malariakranken auf, er vermehrt sich im Magen, wird über das Blut der Mücke zu den Speicheldrüsen transportiert, um beim nächsten Stich einen weiteren Patienten mit Malaria zu infizieren. Im Juli 1898 trug sein Freund Manson die neuen Erkenntnisse auf der Versammlung der British Medical Association (BMA) vor.
anophelesmuecke.jpgAnophelesmücke
Zurück in England

ross.jpg1899 kehrte R. zurück nach England, Manson hatte ihm eine Stelle am Tropeninstitut in Liverpool besorgt. Enttäuscht von der Bezahlung eines Forschers, zog er 1912 nach London um, um seine Einkünfte zu verbessern. Dort war er zunächst am King’s College Hospital tätig, später wurde er Leiter des Ross Instituts und Krankenhauses für tropische Krankheiten in Putney Heath und starb dort 1932, ein Jahr nach seiner Frau, im Alter von 75 Jahren.

Nobelprize.org (engl.)

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robert_koch.jpgRobert Koch (* 11. Dez. 1843 in Clausthal, Harz; † 27. Mai 1910 in Baden-Baden), deutscher Arzt, Mitbegründer der modernen Bakteriologie, entdeckte den Lebenszyklus des Milzbranderregers (1876), das Tuberkulosebakterium (1882) und den Erreger der Cholera (1883). Für die Erforschung der Tuberkulose erhielt er 1905 den Medizinnobelpreis.

K. studierte von 1862 bis 1866 Medizin in Göttingen. Nach dem Staatsexamen arbeitete K. als Landarzt in verschiedenen Provinzstädten, 1870/71 als Feldarzt im Deutsch-Französischen Krieg. In Wollstein, wo K. eine Stellung als Distriktarzt erhielt, baute er sich ein kleines Labor auf. Mit einem selbst gebastelten Inkubator, einem Mikroskop und einem Mikrotom (Gerät zur Herstellung dünner Gewebeschnitte) erforschte er zunächst Algen, dann wandte er sich den Bakterien zu.

1876 bewies K. zum ersten Mal die Beziehung eines spezifischen Erregers zu einer definierten Krankeit (Milzbrand). Er kultivierte die Milzbranderreger auf Objektträgern in Reinkultur, zeigte ihr Wachstum und die Bildung von Sporen. Er zeigte, dass ruhende Milzbrandsporen selbst unter ungünstigen Bedingungen jahrelang auf den Schafweiden überleben konnten, um sich dann im Schaf wieder in vermehrungsfähige Erreger zu verwandeln.
bacillus_anthracis_gram.jpgMilzbranderreger

1877 veröffentlichte K. seine Forschungsergebnisse über die Konservierung und Photografie von Bakterien, die vor allem durch die herausragenden Abbildungen Aufsehen erregten.

1878 fasste er seine bisherigen Ergebnisse zusammen und wies nunmehr anhand sechs verschiedener Krankheitserreger die Übertragung von bekannten Krankheiten durch definierte Mikroorganismen beim Tier nach, führte dabei auch den Tierversuch in die Bakteriologie ein.

K. wird als nunmehr anerkannter Forscher Beamter am Kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin. Zusammen mit seinen Mitarbeitern entwickelt er Kriterien, um eine Krankheit als Infektionskrankheit zu identifizieren. Diese vier Kochschen Postulate sind bis heute mit einigen Modifikationen gültig: Ein spezifischer Mikroorganismus ist immer mit einer bestimmten Krankheit verbunden. Der Erreger kann vom Tier isoliert werden und in Reinkultur gezüchtet werden. Mit diesen Erregern kann die Krankheit beim gesunden Tier erzeugt werden. Auch bei diesem neu infizierten Tier kann derselbe Erreger isoliert werden.

In der Folgezeit konzentrierten sich die Forschungen K. auf den Nachweis des Tuberkuloseerregers. Durch Modifizierung der Färbemethoden konnte er den Erreger zum ersten Mal in Geweben von TBC-kranken Menschen und Tieren sichtbar machen. Schließlich gelang es ihm durch Änderung der Nährmedien, den Tuberkelbazillus in Reinkultur zu züchten. Mit den kultivierten Bazillen wurden Tiere erfolgreich infiziert. Am 24. März 1882 verkündete K. seine sensationellen Erkenntnisse vor der Physiologischen Gesellschaft in Berlin.
tb_kultur.jpgKultur von TB-Bakterien
Kochs Forschungen zur Tuberkulose werden unterbrochen, weil er als Mitglied einer deutschen Regierungskommission nach Ägypten zur Erforschung einer Choleraepidemie geschickt wird. K. verdächtigt ein bestimmtes, kommaförmiges Bakterium. Erst später kann er in Indien nachweisen, dass das Bakterium Vibrio cholerae der Erreger der Cholera ist und mit dem Trinkwasser und der Nahrung übertragen wird.
vibrio.jpgCholeraerreger unter dem Elektronenmikroskop
Zurück in Deutschland forscht K. weiter über die Tuberkulose. Als Direktor des Universitätsinstituts für Hygiene in Berlin kann er sich von 1885 an ausschließl. auf seine Forschung konzentrieren.

Er vermutete 1890 öffentlich, dass eine Injektion von abgetöteten TBC-Bakterien ein Heilmittel für Tuberkulose sein könnte. Er nennt die Substanz Tuberkulin und Berlin erlebt eine Tuberkulin-Euphorie. Tausende von Tuberkulosekranken strömen in die Hauptstadt. Leider erweist sich das Tuberkulin als völlig unwirksam, manchmal sogar als gefährlich. Die Bedeutung des Tuberkulins als Diagnostikum (Tuberkulin-Test) wird erst später erkannt.

Nach dem Tuberkulin-Debakel widmet sich K. der Erforschung der Lepra, der Beulenpest, der Malaria und verschiedener Viehkrankheiten. 1891 wird er Direktor des neu gegründeten Instituts für Infektionskrankheiten, dem heutigen Robert Koch-Institut.

1901 erklärt K., dass die Infektion des Menschen durch die Rindervariante des Tuberkuloserregers (Mycobakterium bovis) so selten vorkommt, dass spezielle Maßnahmen in dieser Richtung nicht erforderlich seien. Diese Meinung wurde zum Glück von der internationalen Fachwelt nicht geteilt.

K. war schon zu Lebzeiten ein anerkannter Bakteriologe. Seine Schüler (z. B. Paul Ehrlich und Emil Behring) kamen aus Asien und der gesamten westlichen Welt, sie legten die Grundlage für die moderne Hygiene und Bakteriologie.

Das Robert Koch-Institut über seinen Gründer

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