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Archive for 11. August 2007

Sexualhormone (syn.: Geschlechtshormone), im engeren Sinne die Steroidhormone, die bei Wirbeltieren die Entwicklung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale bewirken sowie eine Reihe von Prozessen, die der Fortpflanzung dienen, regulieren. Im weiteren Sinne werden mit S. auch die Hormone der Hirnanhangdrüse und des Hypothalamus bezeichnet, die die Produktion der eigentlichen S. steuern.

Östrogen und Progesteron werden als weibliche S. bezeichnet und hauptsächlich im Eierstock und in der Plazenta produziert, im geringeren Maße auch im Hoden, in der Nebennierenrinde (NNR) und im Fettgewebe. Männliche Geschlechtshormone, sog. Androgene, entstehen hauptsächlich im Hoden, in geringerer Menge im Eierstock und der NNR. Das wichtigste Androgen ist das Testosteron.

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sertuern.jpgFriedrich Wilhelm Adam Sertürner (* 19. Juni 1783 in Neuhaus bei Paderborn; † 20. Feb. 1841 in Hameln), deutscher Apotheker, Entdecker des Morphins.

Schon während seiner Lehrzeit in Paderborn führte S. wissenschaftliche Experimente durch. Opium hatte, obwohl in gleicher Menge verabreicht, oft sehr unterschiedliche Wirkungen. S. vermutete, dass im Opium ein unbekannter Stoff in verschiedener Konzentration enthalten ist, der für die Wirkung der Droge verantwortlich ist. Es gelang ihm auch um 1804, diesen Stoff, den er später Morphium nannte, aus dem Opium zu extrahieren.

Wurde dieses Extrakt einem Hund verabreicht, so schlief er ein; Opium, vom Extrakt befreit, blieb ohne Wirkung. S. schickte seine Aufzeichnungen an den Fachkollegen Johann Bartholomäus Trommsdorf (1770-1837), der sie 1806 in seinem Journal der Pharmacie veröffentlichte.

S., der von 1806 bis 1817 in Einbeck als Apotheker arbeitete, testete die neue Substanz auch im Selbstversuch, zusammen mit zwei Jugendlichen. Er schreibt über den Erfolg des Morphins: Er zeigt sich durch Schmerz in der Magengegend, Ermattung und starke an Ohnmacht grenzende Betäubung. Auch ich hatte dasselbe Schicksal; liegend geriet ich in einen traumartigen Zustand (…) Nach dieser wirklich höchst unangenehmen eigenen Erfahrung zu urteilen, wirkt das Morphium schon in kleinen Gaben als heftiges Gift.

In einem Aufsatz in Gilberts Annalen der Physik 1817 nennt S. den neu entdeckten Stoff erstmals Morphium, benannt nach Morpheus, dem griechischen Gott der Träume.

Dieser Aufsatz machte ihn in der Fachwelt berühmt, Johann Wolfgang von Goethe veranlasste 1817 seine Ernennung zum Mitglied der Societät für die gesammte Mineralogie zu Jena, S. erhält die philosophische Doktorwürde der Universität Jena.

S. hatte mit der Entdeckung des Morphiums das erste Mitglied einer ganzen Klasse von Substanzen entdeckt, die später Alkaloide genannt wurden.

1821 pachtet S. eine Apotheke in Hameln und gründet eine Familie. Er forscht über den Galvanismus, Metalllegierungen für Geschosse, Hinterladegewehre und v.a.

1831 – 50 Jahre vor Entdeckung des Choleraerregers durch Robert Koch – behauptet er schon, dass die Ursache der Cholera ein lebendes, sich fortpflanzendes Wesen sein müsse. Seine Ansicht wird von der Fachwelt abgelehnt. S. fühlt sich verkannt, er gründet 1826 seine eigene Zeitschrift, die Annalen für das Universalsystem der Elemente.

In der Zeitspanne bis zu seinem Tod 1841 entwickelte er viele unhaltbare spekulative Behauptungen. S. wurde in Einbeck beigesetzt.

Uni Giessen

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Serotonin

img-160_serotonin-skeletalpng.jpgSerotonin (chem.: 5-Hydroxytryptamin, Abk.: 5-HT), im Pflanzen- und Tierreich weit verbreitetes biogenes Amin, beim Menschen Vermittler von Entzündungsvorgängen und Neurotransmitter.

Struktur von Serotonin

Vorkommen und Synthese

S. kommt im ZNS vor allem im Mittelhirn und im Hypothalamus, in den sog. enterochromaffinen Zellen der Darmschleimhaut, in Thrombozyten und in den Granula der basophilen Granulozyten (einer Unterart der weißen Blutkörperchen) und Mastzellen vor.

S. entsteht aus der essentiellen Aminosäure Tryptophan durch Hydroxylierung und anschl. Decarboxylierung; ; S. wird durch die Monoaminoxidase und die Aldehydoxidase zu 5-Hydroxyindolessigsäure abgebaut, das Abbauprodukt mit dem Urin ausgeschieden.

Wirkungen

S. führt in den Arteriolen vieler Organe zu einer Verengung dieser Blutgefässe, außerdem steigert es die Pulsfrequenz und verstärkt die Kraft des Herzschlags (positive Chronotropie und Inotropie), aus diesen Gründen wirkt es stark blutdrucksteigernd. Der Name Serotonin leitet sich von Serum und Tonus (=Spannung, Druck) ab, weil man ursprünglich dachte, mit S. eine blutdrucksteigernde Substanz des Blutserums entdeckt zu haben.

Auf die glatte Muskalatur von Magen und Darm, Bronchien und Uterus wirkt S. sowohl anspannend als auch entspannend.

Am ZNS wirkt S. auf die Stimmung, den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Nahrungsaufnahme, die Schmerzwahrnehmung und die Körpertemperatur.

Depression und Serotonin

Bei einigen Formen der Depression wird ein Mangel an S. als ursächlicher Faktor diskutiert. Eine Gruppe von antidepressiven Medikamenten, die sog. Serotoninwiederaufnahme – Hemmer erhöhen die Konzentration von S. im synaptischen Spalt und verbessern dadurch die Stimmung. Die gleiche Wirkung soll auch körperliches Training haben, aus diesem Grunde sind Bewegung und Sport integraler und nebenwirkungsarmer Bestandteil jeder antidepressiven Therapie. Auch ein Mangel an Omega – 3 – Fettsäuren und Vitamin C in der Nahrung soll den S.-Spiegel im Gehirn sinken lassen und eine Depression auslöden können. Neben der Zufuhr dieser essentiellen Nahrungsbestandteile soll auch die Zufuhr komplexer Kohlenhydrate die Konzentration von S. im ZNS ansteigen lassen.

Migräne und Serotonin

Vasoaktive Neuropeptide (Hormonähnliche Botenstoffe im Gehirn) führen bei der Migräne zu einer Erweiterung der Gehirngefäße, dieser Vorgang löst den typischen Kopfschmerz aus. S. wirkt dagegen gefäßverengend an den Gefäßen des Gehirns, leider sind die körpereigenen Vorräte an S. beim Migräneanfall sehr schnell erschöpft. Die Behandlung mit Serotininagonisten, in erster Linie mit den sog. Triptanen ahmt die Wirkung des S. an den Blutgefäßen nach.

Serotonin und LSD

LSD, eine halluzinogene Droge, besitzt eine große chemische Ähnlichkeit mit S. und ahmt im Gehirn die Wirkung von S. nach. Es bindet noch fester als S. an die S.-Rezeptoren und behindert so die Weiterleitung von Nervenimpulsen durch S..

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