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Archive for 12. August 2007

Sonographie

ultraschall.jpgSonographie, apparative medizinische Untersuchungsmethode, bei der mit Hilfe von Ultraschall Schnittbilder des Körperinneren erzeugt werden.

Im Schallkopf werden piezo-elektrische Kristalle elektrisch angeregt, dadurch entstehen (für den Menschen unhörbare) Ultraschallwellen im Frequenzbereich von 2 bis 20 MHz. Die unterschiedlichen Gewebe, Hohlräume und Flüssigkeiten des Körperinneren reflektieren die Schallwellen jeweils unterschiedlich. Die reflektierten Schallwellen werden vom Ultraschallkopf wieder empfangen, nach digitaler Umrechnung erzeugt das Ultraschallgerät daraus ein Bild.

Die S. wird vor allem bei der Untersuchung des Bauchraums, der Schilddrüse, der weiblichen Brustdrüse, von Lymphknoten, Blutgefässen sowie Gelenken und in der Schwangerschaftsvorsorge eingesetzt.

Die Echokardiographie ist die S. des Herzens, sie wird standardmäßig transthorakal mit einer auf den Brustkorb aufgesetzten Sonde durchgeführt. Bei der transoesophagealen Echokardiografie (TEE, „Schluckecho“) wird der Schallkopf über die Speiseröhre wie bei einer Magenspiegelung bis in die Höhe des Herzens geführt, um die hinteren Abschnitte des Herzens (z. B. rechter Vorhof) besser darstellen zu können.

Bei der transvaginalen S. wird die Ultraschallsonde in die Scheide eingeführt, um Gebärmutter und Eierstöcke exakt zu beurteilen. Hochauflösende Ultraschalluntersuchungen der Prostata werden mit einer in den Enddarm eingeführten Sonde (transrektale S.) möglich.

Luft und Knochen reflektieren den Ultraschall fast vollständig, so dass dahinter liegende Organe nicht mehr beurteilt werden können. Luftgefüllte Hohlorgane wie Magen und Darm sind daher mittels S. schwer zu beurteilen.

Ultraschall in der diagnostischen Anwendung gilt nach heutigem Kenntnisstand als unschädlich, die S. wird daher oft als Screeningmethode und zur Verlaufskontrolle eingesetzt.

Bei Punktionen kann mit Hilfe der Sonografie die exakte Positionierung der Probennadel überprüft werden.

Unter Ausnutzung des Doppler-Effekts können Strömungsrichtung und Strömungsgeschwindigkeit des Blutes mit der Dopplersonografie untersucht werden. Die Messwerte werden bei anspruchsvolleren Geräten farbig kodiert und mit einem zweidimensionalen Bild überlagert, damit können z.B. Durchblutungsstörungen nachgewiesen werden.

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Sinusitis

Sinusitis, eine akute oder chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen (NNH).

Ursachen

Eine S. entsteht meistens als Folge einer banalen Erkältung mit Schnupfen. Die Entzündung der Nasenschleimhaut durch Viren oder Bakterien breitet sich in die NNH aus. Eine Entzündung der Kieferhöhle (S. maxillaris) kann auch aus einer entzündeten Zahnwurzel entstehen.

Symptome und Diagnose

Typische Beschwerden der S. sind Fieber, Schmerzen im Kopf und im Gesicht und Verstärkung der Schmerzen beim Vornüberbeugen.

Die Diagnose ergibt sich aus der Vorgeschichte und den typischen Beschwerden. Manchmal sind die Röntgenuntersuchung und die Computertomographie erforderlich.

sinusitis.jpgEntzündung der rechten Kieferhöhle im Röntgenbild

Therapie

Kurzfristig gibt man (wegen der Gewöhnung maximal 14 Tage) abschwellende Nasentropfen. Bei Anzeichen für bakterielle Ursache werden Antibiotika eingesetzt. Kortisonhaltige Nasensprays helfen bei chronischer S., vor allem auf allergischer Grundlage. Bei fehlender Besserung Punktion der NNH und Spülung, bisweilen auch operative Maßnahmen zur Verbesserung des Sekretabflusses.

Komplikationen

Die S. kann in die Weichteile des Gesichts, in die Augen- oder in die Schädelhöhle durchbrechen, v.a. bei Kindern und Jugendlichen eine Entzündung (Osteomyelitis) des Gesichts- und Schädelknochens hervorrufen.

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Sichelzellenanämie

sichelzelle.jpgSichelzellenanämie, vererbte Krankheit mit chronischer Anämie, Infektanfälligkeit, anfallsartigen Schmerzen in Knochen, Muskeln, Bauch und Brustkorb, Schlaganfällen und Blindheit, die vor allem bei Menschen afrikanischen Ursprungs, aber auch im Mittelmeerraum, im Nahen Osten und Teilen Asiens auftritt. In Deutschland sind ca. 500 Personen erkrankt.

Die Krankheit wird von einem veränderten Hämoglobin, dem Hämoglobin S (HB S), hervorgerufen. Bei Sauerstoffarmut verändert das HB S seine Struktur derart, dass die roten Blutkörperchen ihre normale runde und plastische Form verlieren und sich in starre, sichelförmige Zellen verwandeln. Diese veränderten Erythrozyten verstopfen die Blutgefäße und werden vermehrt in Milz und Leber abgebaut.

Ein Kind, das von einem Elternteil das Gen der S. und vom anderen Elternteil das Gen für das normale Hämoglobin A erhält, ist nur Überträger der Erkrankung. Obwohl auch in seinem Blut zu 50 % HB S nachweisbar ist, zeigt es kaum je Symptome. Krank werden nur die Kinder, die von beiden Elternteilen die Erbanlage für die S. erhalten haben, die Krankheit betrifft beide Geschlechter gleichermaßen (autosomal rezessive Vererbung).

Schätzungsweise einer von 12 Afrikanern ist Träger der S., einer von 400 ist erkrankt. Die Verbreitung in den anderen Gebieten der Welt ist sehr viel geringer.

Es wird vermutet, dass die S. eine natürliche Resistenz gegen Malaria verleiht. Sind beide Elternteile Träger der Erkrankung, dann wird jedes vierte Kind der beiden an S. leiden. Es besteht die Möglichkeit der pränatalen Testung durch Amniozentese.

Es gibt noch keine Heilung für die S., die Behandlung beschränkt sich auf symptomatische Therapie, die aber immerhin dazu geführt hat, das viele Patienten mit S. heute das 4. bis 5. Lebensjahrzehnt erreichen. Die prophylaktische Gabe von Penicillin bei Kindern, Austauschtransfusionen, Impfungen, bisweilen Knochenmarkstransplantationen gehören zur Therapie genau so wie die Behandlung verschiedener Komplikationen wie Geschwüre an den Beinen, Händen und Füssen, Lungenentzündungen etc..

Hydroxyurea (Hydroxyharnstoff) gehört zu den Zytostatika, es führt durch Veränderung der Genregulierung zu vermehrter Produktion von fetalem Hämoglobin (HB F), der Einsatz vermindert die Symptome der S., die Gefahren der Langzeittherapie müssen aber noch erforscht werden.

Sichelzellstudie Deutschland

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std.jpgSexuell übertragbare Krankheiten (auch: STD, STI; Abk. von engl.: sexually transmitted diseases / infections), eine nicht eindeutig abgegrenzte Gruppe von Infektionskrankheiten, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Erreger

Allen Erregern von STD ist gemeinsam, dass sie außerhalb des menschlichen Körpers nur kurze Zeit überleben können, zu ihrer Übertragung also enger Kontakt erforderlich ist. In der Regel sind sie nicht auf Tiere übertragbar.

Zu den STD zählen Erkrankungen, die fast ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen werden (z. B. Gonorrhö), andere können auch durch Blut- und Blutprodukte Infektionen hervorrufen (Syphilis, AIDS, Hepatitis B). Bei wieder anderen STD erfolgt die sexuelle Übertragung nur in Ausnahmefällen (Hepatitis A, infektiöse Darmerkrankungen). Bisweilen ist der Geschlechtsverkehr auch nur ein Risikofaktor für die Erkrankung, nicht die eigentliche Ursache (Pilzerkrankungen, Störungen des Scheidenmilieus).

Die (klassischen) Geschlechtskrankheiten sind eine Untergruppe der STD, sie waren bis zum Jahr 2001 nach dem Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten in Deutschland meldepflichtig: Syphilis, Gonorrhö, Ulcus molle und Lymphogranuloma venereum. Nach dem neuen Infektionsschutzgesetz ist nur noch die Hepatitis B namentlich an das örtliche Gesundheitsamt meldepflichtig, für HIV und Syphilis besteht nichtnamentliche Meldepflicht des Labors direkt an das Robert Koch-Institut, alle anderen STD sind nicht ausdrücklich meldepflichtig.

Die WHO zählt 33 verschiedene Erreger zu den STD. Außer den klassischen Geschlechtskrankheiten sind dies u. a. Parasiten (z. B. Filzläuse), Einzeller (z. B. Trichomonaden), Bakterien (z. B. Chlamydien) und Viren (z. B. Hepatitis, HIV). Patienten neigen zu Mehrfachinfektionen, z. B. gleichzeitige Infektion mit Gonorrhö und Syphilis oder Ulcus molle und HIV.

Behandlung

Durch Bakterien, Parasiten und Einzeller verursachte STD lassen sich bei rechtzeitiger Therapie meist gut behandeln und in der Regel heilen. Viruserkrankungen sind durch medizinische Maßnahmen nicht heilbar, können aber durch die Therapie eingedämmt und mitunter von der körpereigenen Abwehr eliminiert werden.

Trotz beeindruckender Therapieerfolge ist AIDS immer noch eine letztlich zum Tode führende Erkrankung.

Komplikationen

STD können schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen: Unerkannte Infektionen mit Chlamydia trachomatis führen zur Sterilität und ektopen (außerhalb der Gebärmutter auftretenden) Schwangerschaften, Humane Papillomviren verursachen hartnäckige Feigwarzen aber auch Gebärmutterhalskrebs. Alle STD, die mit Bildung von Geschwüren einhergehen (Syphillis, Ulcus molle, Lymphogranuloma venereum) begünstigen eine HIV Infektion. Syphilis, Hepatitis B und AIDS führen zur Invalidität und zum Tod.

Häufigkeit

Daten zur Epidemiologie der STD sind außerordentlich unzuverlässig, auch wenn Meldepflichten bestehen. (Das RKI schätzt, dass in den 1990ern trotz damals noch bestehender Pflicht, 80 bis 90 % der Gonorrhö Infektionen nicht gemeldet wurden.)

Bis in die 1970er Jahre kam es zu einem stetigen Anstieg der STD in Deutschland, dem ein Abfall bis Ende der 1990er Jahre infolge der Furcht vor AIDS folgte. Seit Anfang dieses Jahrtausends kommt es wieder zur Zunahme von STD in Deutschland und ganz Westeuropa, da offensichtlich Safer Sex nicht mehr so häufig praktiziert wird. Auch der rasante Ausbruch von STD in den osteuropäischen Staaten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion leistete hierzu einen Beitrag, gefördert durch Migration und Tourismus.

STD treten häufiger bei jungen Erwachsenen (25 bis 30 Jahre), bei niedrigem sozialen Status, in Großstädten, in Entwicklungsländern und bei Sexarbeiterinnen auf. Männer leiden in der Regel doppelt so oft an STD wie Frauen, besonders erhöht ist das Risiko für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) sowie für solche, die in erzwungener sexueller Abstinenz leben (Soldaten, Gefängnisinsassen etc.).

Vorbeugung

Der Gebrauch eines Kondoms oder Frauenkondoms beim Geschlechtsverkehr senkt die Rate von STD beeindruckend. Bei vielen STD kann die frühzeitige Behandlung das Übertragungsrisiko senken.

Außer für Hepatitis B und neuerdings gegen einige Typen der Humanen Papillomviren existiert noch für keine STD eine wirksame Schutzimpfung.

Robert Koch-Institut

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