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Archive for 19. September 2007

Thrombus

Thrombus, ein im lebenden Organismus in den Adern oder im Herzen durch Gerinnung des Blutes entstandenes Gerinnsel.

Ein Abscheidungs-T. ensteht an einem (rauen) Defekt in der normalerweise glatten Gefäßwand, er setzt sich in erster Linie aus Thrombozyten (Blutplättchen) und Fibrin zusammen. Der Gerinnungs–T. hat dagegen die gleiche Zusammensetzung wie das Blut, er entsteht durch Verlangsamung oder Stillstand des Blutflusses oder vermehrter Gerinnungsneigung des Blutes. Ein gemischter T. setzt sich aus einem Abscheidungst. als „Kopf“ und einem Gerinungst. als „Schwanz“ zusammen. Vor allem der Gerinnungst. löst sich leicht ab und führt zu einer Embolie, während der Abscheidungst. relativ fest mit der Gefäßwand verbunden ist.

Roche Lexikon der Medizin

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Thrombose

Thrombose, vollständiger oder teilweiser Verschluss einer Vene oder einer Arterie durch ein Blutgerinnsel (einen Thrombus). Die bereits von Rudolf Virchow aufgestellte Trias der Ursachen hat noch heute Gültigkeit. Eine Schädigung der Gefäßwand, eine verminderte Strömungsgeschwindigkeit und eine vermehrte Gerinnungsneigung des Blutes sind demnach die Hauptrisikofaktoren für eine T..

T. in Arterien entstehen in erster Linie als Folge einer Schädigung der Gefäßwand durch Atherosklerose. Jedem Herzinfarkt und allen Schlaganfällen, die nicht durch eine Embolie bedingt sind, geht eine T. der Schlagadern voraus.

Die T. der tiefen Beinvenen (TVT) ist besonders gefürchtet wegen der Möglichkeit der Lungenembolie als Komplikation und dem postthrombotischen Syndrom als Folge der Erkrankung. Die Lungenembolie entsteht, wenn ein Teil des Blutgerinnsels in der Vene sich löst, mit dem Blutstrom über das Herz in die Lungenarterien verschleppt wird und dort einen Gefäßverschluss auslöst. Das postthrombotische Syndrom entsteht als Folge des behinderten Blutabstroms aus den Beinen mit Wassereinlagerung und Schwellung der Beine sowie schlecht heilenden Geschwüren der Haut im Bereich der Unterschenkel (Ulcera cruris).

Angiologie-online.de

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Therapeutische Breite

Therapeutische Breite, ein Maß zur Beurteilung der Sicherheit eines Medikaments; sie wird errechnet aus dem Quotienten der Dosis, bei dem 50% der Probanden versterben (LD50, letale [tödliche] Dosis50 ) und der Dosis, bei der 50 % der Probanden die erwünschte Wirkung zeigen (ED50, Effektive Dosis50). Das Medikament ist um so sicherer, je größer der Quotient LD50 / ED50 ausfällt.

Die therap. Br. ist nur dann ein zuverlässiges Maß der Medikamentensicherheit, wenn die Dosis-Wirkungskurve und die Dosis-Letalitäts- (Sterblichkeits-)Kurve einigermaßen parallel zueinander verlaufen.

Ist dies nicht der Fall, dann ergibt der therapeutische Index, analog als Quotient aus LD5 und ED95 errechnet, ein besseres Maß.

Medikamente mit einer großen therapeutischen Breite sind z. B. Penicillin V und Kortison, eine niedrige therapeutische Breite haben z. B. Paracetamol und Lithium.
Obererdisse / Hackenthal: Pharmakologie und Toxikologie, Springer Verlag, 2001, S. 55

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Therapie

Therapie (von griech.: θεραπεία [terapeia] – Pflege, Heilung), Behandlung und Betreuung eines Patienten mit dem Ziel, eine Krankheit zu heilen, Beschwerden zu lindern oder das Auftreten bzw. die Verschlimmerung einer Krankheit zu verhindern. Eine positive Einstellung des Patienten zum Arzt oder Therapeuten bzw. zur durchgeführten T. verbessert den Erfolg.

Eine T. wird präventiv genannt, wenn sie das Entstehen einer Krankheit verhindern soll; das gilt z. B. für die Behandlung eines erhöhten Cholesterinspiegels bei einem ansonsten gesunden Menschen oder für die Schutzimpfungen. Kurativ ist eine Behandlung mit dem Ziel der Heilung, palliativ, wenn keine Heilung, sondern nur eine Linderung der Beschwerden möglich ist.

Das Spektrum der therapeutischen Möglichkeiten umfasst die medikamentöse T., die Diät und körperliche Bewegung, operative Maßnahmen und den Einsatz ionisierender Strahlen, das ärztliche Gespräch und die gezielte Psychotherapie.

Eines der größten Probleme der Therapieforschung ist die Berechnung des Placeboanteils an der Wirksamkeit einer T.. So werden z. B. bis zu 40 % aller Patienten von ihren Kopfschmerzen befreit, wenn sie im Rahmen einer Studie statt eines Schmerzmittels nur eine wirkstofffreie Tablette erhalten hatten. Im Rahmen von Arzneimittelprüfungen lässt sich dieser Störeffekt vermeiden, indem Patienten und untersuchende Ärzte im unklaren darüber gelassen werden, welche Probandengruppe nun das Arzneimittel und welche das Scheinmedikament erhalten haben ( sog. doppelte Verblindung). Völlig unmöglich oder nur eingeschränkt möglich ist eine solche Vorgehensweise aber bei operativen Maßnahmen oder der Akupunktur, so dass hier immer eine gewisse Unsicherheit über die Effektivität einer T. bestehen bleiben muss.

Roche Lexikon der Medizin

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Thalassämie, Mittelmeeranämie, Cooley Anämie, autosomal rezessiv vererbte Störung der Synthese des Globin- (Eiweiß)-Anteils des Hämoglobins, verbreitet vor allem im Mittelmeerraum und in Südasien.

Das normale Hämoglobin des Erwachsenen enthält 4 Globin-Polypeptide: Je zwei α-Ketten und zwei β-Ketten. Je nachdem, welches Polypeptid betroffen ist, spricht man von α- oder β -Thalassämie. Die Schwere der Erkrankung hängt davon ab, ob die Synthese der betroffenen Kette nur reduziert ist oder gar nicht mehr stattfindet. Zu einer manifesten Erkrankung kommt es in der Regel nur bei homozygoten Menschen, Heterozygote weisen bisweilen eine leichte Anämie auf oder fungieren nur als Überträger.

Bei der häufigsten in Europa vertretenen Form, der homozygoten β-Thalassämie (Thalassämia major), kommt es schon wenige Monate nach der Geburt zu Symptomen wie Anämie, Leber- und Milzvergrößerung sowie Infektanfälligkeit. Im Kleinkindesalter fällt ein verzögertes Wachstum sowie eine Blutbildung außerhalb des Knochenmarks mit Anfälligkeit für Frakturen und Knochendeformierungen auf. Ohne Behandlung sterben die Kinder vor dem 6. Lebensjahr.

Die Therapie besteht in regelmäßigen Bluttransfusionen. Die immer bestehende Eisenüberladung muss durch fortlaufende, meist nächtliche subcutane Infusionen des Chelatbildners Deferoxamin (DFO, Desferal®) verhindert werden. Unter dieser intensiven Therapie erreichen die meisten Patienten das zweite und einige das dritte Lebensjahrzehnt. Eine Knochenmarkstransplantation kann unter günstigen Bedingungen die Krankheit heilen.

Offenbar bietet die Th. auch in der heterozygoten Form eine natürliche Resistenz gegenüber Malaria, deswegen konnte diese Mutation sich in den betroffenen Weltregionen für lange Zeiträume halten.

Die Erkrankung kann durch Amniozentese und Chorionzottenbiopsie vor der Geburt diagnostiziert werden, genetisches Screening und genetische Beratung sind in vielen Ländern des Mittelmeerraums fest etabliert.

Therapieleitlinie

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