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Archive for 18. Dezember 2007

Morpheus

Morpheus und IrisMorpheus, in der griechischen Mythologie Gott der Träume.

Morpheus war Sohn des Schlafgottes Hypnos. Zwei seiner 1000 Geschwister waren Phobator, der Erschrecker (schickte schlechte Träume) und Phanatos (von dem sich unser Wort Phantasie ableitet), er schickte phantastische Träume. M. war zuständig für die menschlichen Gestalten in unseren Träumen, Phobator schickte die Tiere und Phantasos die unbelebten Dinge. Nach der Schilderung Ovids liegt M. in einer dämmrigen Höhle auf einem Bett aus Ebenholz, umgeben von Mohnblumen. F.W.A. Sertürner benannte das von ihm entdeckte Morphin nach M..

Quelle

Herbert J. Rose: Griechische Mythologie. Ein Handbuch., Beck Verl. 2003

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Morphin

Morphin (nach Morpheus, Gott des Traumes), auch Morphium, Morphinum,das wirksamste Alkaloid des Opiums, stark schmerzstillende und – missbr. eingesetzt – suchterzeugende Substanz.

M. wird als Medikament zur Behandlung starker Schmerzen eingesetzt, die auf leichtere Schmerzmittel nicht ausreichend reagieren, wie z. B. bei Tumorschmerzen, Unfällen und nach Operationen. M. steht u. a. als injizierbare Lösung, als Tropfen und Tablette zur Verfügung. Bei der Behandlung chronischer Schmerzen werden bevorzugt retardierte Zubereitungen eingesetzt, die den Wirkstoff nur verzögert freisetzten, deshalb eine längere Wirkdauer besitzen.

M. beruhigt, löst Ängste und erzeugt oft Euphorie, manchmal aber auch Unruhe, Angst und dysphorische Stimmung. Übelkeit und Erbrechen sind häufig, Verstopfung tritt fast regelmäßig unter einer Therapie mit M. auf. Bei höheren Dosen, v.a. wenn sie intravenös verabreicht werden, wird das Atemzentrum gehemmt, im Extremfall kommt es zum Atemstillstand. Bei einer Morphinvergiftung wird Naloxon als Antagonist eingesetzt. Die gefäßerweiternde Wirkung wird therapeutisch bei der Behandlung des Lungenödems durch Linksherzversagen ausgenutzt: M. führt zu einer Entlastung des Herzens durch „venöses Pooling“, der Ansammlung größerer Blutmengen im venösen Teil des Körperkreislaufs.

Bei einer korrekten, überwachten Schmerztherapie tritt eine Sucht fast nie auf. Bei einer missbräuchlichen Anwendung, die nicht auf die schmerzstillende sondern auf die euphorisierende Wirkung abzielt, stellt sich eine körperliche und psychische Abhängigkeit schon nach einigen Anwendungen ein. Aufgrund der schnellen Gewöhnung muss der Süchtige die Dosis fortlaufend steigern, um die Entzugssymptome (Unruhe, Schwitzen, Frieren, Durchfall u.v.a.) zu vermeiden.

Morphin unterliegt in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz (BtmG).

Verwandte Substanzen

Opioide sind voll- oder halbsynthetisch hergestellte Substanzen, die ebenso wie Morphin an den Opiatrezeptoren im Gehirn, im Rückenmark und anderen Stellen des Körpers wirksam sind. Sie haben zum Teil etwas andere Wirkungen und Nebenwirkungen als M., ihre Wirkstärke wird in Bezug auf Morphin als Referenzsubstanz angegeben.

Endorphine sind körpereigene Substanzen, die ähnliche Wirkungen wie M. an den Opiatrezeptoren entfalten.

Opiate i. e. S. sind die anderen im Opium enthaltenen Alkaloide (z. B.das Codein).

Forschungsgeschichte

1803/04 isolierte der deutsche Apotheker Friedrich Wilhelm Adam Sertürner erstmals M. aus Opium und erkannte, dass diese alkalisch reagierende Substanz verantwortlich für die Hauptwirkungen des Opiums war. Seit 1817 konnte Morphin in großem Maßstab hergestellt werden. Seit 1853 wird die Injektionsspritze in der Medizin eingesetzt, Morphin wirkte schneller und auch stärker berauschend durch die neue Technik. In den amerikanischen Sezessionskriegen 1861 – 65 und im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurde M. im großen Umfang bei Verwundeten per Injektion verabreicht. Die Folge war, dass viele Kriegsheimkehrer eine M.-Abhängigkeit mit nach Hause brachten. Auch bei Ärzten und Künstlern nahm die Zahl der Morphinisten in den folgenden Jahrzehnten rapide zu.

1875 wurde Diacetylmorphin mit dem Ziel synthetisiert, ein ähnlich gut schmerzstillendes Mittel wie Morphin mit weniger Abhängigkeitspotential zu erfinden. Seit 1899 produzierte Bayer in Elberfeld Diacetylmorphin in großen Mengen und brachte es als Husten- und Schmerzmittel unter dem Namen Heroin auf dem Markt. Die Aufklärung der chemischen Struktur des M. 1925 durch Robert Robinson (1886-1975) förderte die Entwicklung weiterer synthetischer Opioide wie z. B. das 1941 in Deutschland erstmals hergestellte Methadon, das nunmehr seinen Einsatz in der Substitutionsbehandlung von Heroinabhängigen gefunden hat.

Schmerzliga.de

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Der SPD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wordag behauptete schon vor Wochen: „Privatpatienten werden bei der Vergabe von Spenderorganen bevorzugt“. Das Kölner Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (Direktor: der ebenfalls zur SPD gehörende Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach) kam jetzt zu einem Aufsehen erregenden Ergebnis, als es die gemeldeten Transplantationen der Jahre 2004 und 2005 untersuchte. Während die Zahl der Privatversicherten nur 10,25 % aller Versicherten ausmachte, erhielten sie 14,96 % aller Organe.

Ziemlich sauer über diese Vorwürfe ist der ärztliche Direktor der Deutschen Stiftung Organtransplation (DSO) Günter Kirste. Der Versichertenstatus sei vielfach nicht richtig erfasst, Rentner und Patienten mit einer Zusatzversicherung im Krankenhaus seien zu den Privatpatienten gerechnet worden.

Sicher ist: Die Bereitschaft zur Organspende wird durch solche Untersuchungen sicher nicht gefördert. 12.000 Patienten warten zur Zeit in Deutschland sehnsüchtig auf eine neue Niere, ein neues Herz oder ein anderes lebenswichtiges Organ. Oft sterben sie “auf der Warteliste“, weil nicht rechtzeitig ein passendes Spenderorgan gefunden wird.

Quellen

Die TAZ vom 13.12.2007: „Ungerechtigkeit bei Organspenden –
Verwirrende Zahlenspiele“

WDR.de vom 14.12.2007: „Organe vorzugsweise für Privatpatienten?“

Ärztekammer Westfalen Lippe: “Unverantwortliche Verunsicherung“

Deutsche Stiftung Organspende: “
DSO stellt klar: Privatpatienten bei Organtransplantationen nicht bevorzugt“

Deutsches Ärzteblatt am 18.12.2007: „Vergabe von Spenderorganen: Scharfe Kritik an Kölner Studie“

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