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Archive for 19. Dezember 2007

Patienten

Patienten (Partizip Präsens von lat.: pati – leiden, erdulden), Menschen, die Leistungen von Ärzten oder anderen Anbietern des Gesundheitssystems in Anspruch nehmen, weil sie krank sind, Symptome aufweisen, zur Vorsorge oder aus sonstigen Gründen.

Dienstvertrag

Das Arzt-Patienten-Verhältnis wird von umfangreichen ethischen, sozialen, rechtlichen und ökonomischen Normen bestimmt. Mit Aufnahme der Behandlung kommt in Deutschland stillschweigend ein Arzt-Patienten-Vertrag zustande. Dieser Vertrag ist ein Dienstvertrag nach § 611 des Bürgerlichen Gesetzbuches, d. h. der Arzt sichert dem Patienten die gewissenhafte Untersuchung, Behandlung und Dokumentation zu, einen durchsetzbaren Anspruch auf einen bestimmten Erfolg der Behandlung, z. B. Heilung, gibt es aber nicht.

Gesetzliche und private Krankenversicherung

Bei gesetzlich krankenversicherten Patienten in der Bundesrepublik besteht neben dem Dienstvertrag zwischen Arzt und Patient eine weitere Vertragsbeziehung zwischen dem Vertragsarzt und den gesetzlichen Krankenkassen. Hierbei gilt das sog. Sachleistungsprinzip – der Patient erhält Sachleistungen (Medikamente, Hilfsmittel, Verbandsstoffe etc.) und Dienstleistungen (z.B. ärztliche Behandlung) im notwendigen und wirtschaftlichen Ausmaß. Bei privat versicherten Patienten gilt hingegen das Kostenerstattungsprinzip: Der Patient zahlt die Rechnung des Arztes oder Apothekers und reicht die bezahlten Rechnungen bei seiner Krankenversicherung zur Erstattung ein. Der Arzt des Privatpatienten steht in keiner Vertragsbeziehung zu dessen Krankenversicherung.

Das Solidarprinzip der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sieht vor, dass alle Patienten den gleichen Beitrag zahlen, unabhängig von ihrem Alter, ihrem Geschlecht oder von bestehenden Vorerkrankungen. Die Private Krankenversicherung (PKV) kann einen höhreren Beitrag bei höherem Risiko fordern. Die PKV kann auch unterschiedliche Leistungen bei unterschiedlichen Vertragsarten vorsehen, in der GKV hingegen erhält jeder Patient den gleichen Leistungsumfang.

“Patient als Partner“ – Eine Website der Uniklinik Freiburg, gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit

Kassenärztliche Bundesvereinigung: Informationen für Patienten

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Rezeptoragonist

Rezeptoragonist (Syn.: Mimetikum), eine körpereigene Substanz oder ein Medikament, der mit einem Rezeptor in Wechselwirkung tritt und eine bestimmte pharmakologische Wirkung erzielt.

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Migräne

Migräne (franz.: migraine – Kopfschmerzen), Erkrankung mit chronisch wiederkehrenden, z.T. extrem starken Kopfschmerzen, meist einseitig und pulsierend, sehr oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Bei 15 % der Patienten geht dem M.-Anfall eine Aura mit Sehstörungen, optischen Halluzinationen, Schwindel, Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder sogar Sprach- und Bewegungsstörungen voraus. Der Anfall beginnt oft am frühen Morgen und dauert unbehandelt im Mittel 12 bis 24 Stunden an, die Anfälle können täglich oder nur einmal im Jahr auftreten, der Durchschnitt liegt bei ein bis zwei Episoden pro Monat. Die M. ist eine häufige Erkrankung: 6 bis 8 % der Männer und 12 bis 14 % der Frauen leiden daran. M. tritt schon im Kindesalter auf, dann bisweilen nur mit Übelkeit und Erbrechen; am häufigsten erkranken Erwachsene im Alter zwischen 35 und 45 Jahren, danach nimmt die Häufigkeit ab. M. ist vererblich, ca. 75 % aller Betroffenen kennen Verwandte ersten Grades, die ebenfalls unter M. leiden.

Ursachen

Die Ursache der M. ist noch nicht völlig aufgeklärt, es besteht eine Vielzahl von Einzelbefunden, die sich nicht zwingend zu einem Gesamtbild zusammenfügen lassen.

Im Hirnstamm, dort im sog. Migränezentrum (dem periaquäduktalem Grau) kommt es zu einer verstärkten Nervenzellaktivität, die Folge ist eine gesteigerte Schmerz- Licht- und Lärmempfindlichkeit.

Der Neurotransmitter Serotonin ist im Migräneanfall vermehrt vorhanden, er löst u. a. Übelkeit und Erbrechen aus.

Das Gehirn schützt sich – ausgehend von der Großhirnrinde durch Dämpfung der elektrischen Aktivitäten der Nervenzellen. Diese spreading depression führt zu Elektrolytstörungen (z. B. Änderung der Magnesiumkonzentration in und zwischen den Gehirnzellen), die Schmerzen auslösen können.

Eine Reizung des Trigeminus -Nerven löst neurogene Entzündung in der Umgebung der Gefäße der harten Hirnhaut (Dura mater) aus. Diese Entzündung bewirken chemische Botenstoffe wie CRGP oder Substanz P, sog. Neuropeptide, die aus den Nervenendigungen des Trigeminusnerven freigesetzt werden.

Die Durchblutung des Gehirns ist zu Beginn (während der Aura) oft vermindert, in der Schmerzphase sind die Gefäße schmerzhaft erweitert.

Der Anfall endet erst, wenn die Kompensationsmechanismen des Körpers wie der Abbau der Überträgerstoffe und die Reaktivierung der Schmerzdämpfung greifen.

Triggerfaktoren

Die sog. Trigger der M. sind ihre auslösenden Situationen, Substanzen oder Lebensumstände; keineswegs die Ursachen. Dabei kann es sich um Änderung der Schlafgewohnheiten – mehr oder weniger Schlaf -, um Hektik und Zeitdruck, um einen Wetterwechsel, den Beginn der Menstruation oder bestimmte Nahrungsmittel wie Rotwein oder Schokolade handeln. Auch Natriumglutamat, als Geschmacksverstärker Zusatzstoff in vielen Gewürzmischungen, soll als Trigger wirken können.

Behandlung

M.-Attacken werden mit einem Mittel gegen Übelkeit wie Metoclopramid (MCP, z. B. Paspertin®) in Kombination mit einem Schmerzmittel wie z. B. der Acetylsalicylsäure ( Abk.: ASS, z. B. Aspirin®) behandelt. Reicht dies nicht aus, kommen die neueren Tritptane wie z. B. Sumatriptan (Imigran®) zum Einsatz. Triptane wirken am Rezeptor des Serotonins im Gehirn (spez. am Untertyp 5-HT1B/1D), sie sind völlig wirkungslos bei Kopfschmerzen anderer Ursache.

Vorbeugung

Durch Führen eines Kopfschmerzkalenders sollten individuelle Triggerfaktoren aufgespürt und – soweit möglich – vermieden werden.

Bei mehr als drei Anfällen pro Monat sollte eine vorbeugende Behandlung erwogen werden. Dies gilt auch bei sehr schweren Anfällen, solchen mit neurologischen Ausfällen und bei denen die übliche Therapie nicht wirkt. Zur Prophylaxe werden Beta-Rezeptorenblocker wie Metoprolol (z. B. Beloc®) und der Kalziumantagonist Flunarizin (z. B. Natil®) eingesetzt. Nur wenn diese Mittel nicht helfen oder nicht vertragen werden, kommen das Epilepsiemittel Valproinsäure (z. B. Ergenyl®) und niedrig dosierte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie ASS oder Naproxen in Frage.

Als nicht medikamentöse vorbeugende Maßnahmen haben sich körperliches Ausdauertraining (z. B. Joggen), Muskelentspannungstechniken sowie verschiedene Strategien der Verhaltenstherapie (Stressmanagement, kognitive Therapie) als wirksam erwiesen.

Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft

Stiftung Kopfschmerz

Migäneschule.de

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UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime), eine Behörde der UN mit rund 500 Angestellten und Hauptsitz in Wien, 1997 als Office for Drug Control and Crime Prevention gegründet. Aufgabe der UNODC ist es, die Regierungen durch Forschung, Beratung und eigene Projekte im Kampf gegen illegalen Drogenhandel, Terrorismus, Korruption und andere Aspekte der Kriminalität zu unterstützen. Das United Nations Drug Control Programme (UNDCP) und der Internationale Suchtstoffkontrollrat ( International Narcotics Control Board, INCB) wurden in die UNODC integriert.

Offizielle Websie der UNODC (engl.)

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Aneurysma

Aneurysma (griech.: ανεύρισμα [aneurisma] – Erweiterung), Ausweitung eines Blutgefäßes oder der Herzwand aufgrund angeborener oder erworbener Wandveränderungen. A. finden sich am häufigsten an den Hirnarterien, an der Aorta und in der Wand der linken Herzkammer.

Bei einem echten A. wölben sich alle Wandschichten nach außen vor, ein falsches A. entsteht, wenn die Wand schon komplett zerrissen ist und das ausgetretene Blut nur noch von dem umgebenden Gewebe umkapselt wird. Beim A. dissecans ist die innere Schicht der Arterie, die sog. Intima eingerissen und das Blut wühlt sich durch die mittlere Schicht, die Media hindurch und bildet so eine Aussackung der Schlagader.

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