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Archive for 23. Dezember 2007

Tetrazykline

Tetrazykline (syn.: Tetracycline), Gruppe von Antibiotika, die gegen ein sehr breites Spektrum verschiedener Bakterien wirken, zunehmende Resistenzen haben ihre Bedeutung eingeschränkt.

tetrazyklin.jpgVier (Tetra) Kohlenstoff – Sechserringe (zykline) bilden das Grundgerüst.

Die Derivate der T. unterscheiden sich weniger in ihrer Wirkung, als vielmehr in ihrem pharmakokinetischen Eigenschaften, also z. B. der Aufnahme aus dem Magen-Darm -Trakt, der Verteilung im Körper und der Ausscheidung.

T. sind Stoffwechselprodukte verschiedener Arten von Streptomyces-Bakterien oder werden aus diesen Stoffwechselprodukten hergestellt.

T. wirken bakteriostatisch, d. h. sie hemmen die Vermehrung von Bakterien, töten sie aber nicht ab – diese Aufgabe bleibt dem körpereigenen Immunsystem überlassen. T. hemmen die Synthese von Proteinen in der Bakterienzelle indem sie sich dort an die Ribosomen binden.

T. bilden mit zwei- und dreiwertigen Kationen in Wasser schwer lösliche Chelate. Aus diesem Grund sollten sie nicht zusammen mit Milch oder Milchprodukten mit ihrem reichlichen Angebot an zweifach positiv geladenen Calcium-Kationen eingenommen werden. Die dauerhafte Einlagerung in Knochen und Zähne (bei Kindern) ist auch eine Folge der Bildung von Chelaten mit Calcium.

Die Resistenz gegen T. kann von einem Bakterium an das andere über Plasmide weitergegeben werden. Das Plasmid enthält die nötige genetische Information für eine Pumpe, die in der Lage ist, T. aktiv aus der Zelle auszuschleusen.

T. werden u. a. eingesetzt bei Erkrankungen der Atemwege, Hauterkrankungen, Infektionen mit Chlamydien und Mykoplasmen sowie der Lyme-Borreliose.

Doxycyclin weist von allen T.-Abkömmlingen die beste Aufnahme aus dem Magen-Darmtrakt auf und hat die wenigsten Nebenwirkungen, es wird daher am häufigsten eingesetzt. Zur Behandlung der Akne vulgaris eignet sich Minocyclin wegen der guten Fettlöslichkeit.

Die Nebenwirkungen der T. betreffen in erster Linie den Verdauungstrakt: Übelkeit und Erbrechen, Bildung von Geschwüren in der Speiseröhre, Durchfall und die Überwucherung des Darms mit Sprosspilzen sind sowohl Folge direkter Reizung der Schleimhäute als auch der Zerstörung der ortsansässigen natürlichen Bakterienbesiedlung.

Die Bildung von Tetrazyklin-Calcium-Phospahat-Komplexen in Knochen und Zähnen kann zu Wachstumsstörungen und einer dauerhaften Gelbfärbung des Zahnschmelzes führen, aus diesem Grunde dürfen T. während der Schwangerschaft und von Kindern unter 9 Jahren nicht eingenommen werden.

Während der Einnahme von T. kann die Haut überempfindlich gegen Sonne werden, Solariumsbesuche und Sonnenbaden sollten daher vermieden werden.

T., insbesondere das Derivat Minocyclin, können eine Erhöhung des Drucks in der Schädelhöhle („Pseudotumor cerebri“) verursachen, die sich in Kopfschmerzen und auch neurologischen Störungen (Ataxie) bemerkbar machen kann.

Allergien sind eher selten, Blutbildveränderungen, Leber- und Nierenschäden können als Folge einer Behandlung mit T. auftreten. Die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva kann herabgesetzt sein.

Roche Lexikon der Medizin

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Resistenz

Resistenz (lat.: resistere – widerstehen), allgemein die Widerstandskraft verschiedener Lebewesen gegenüber äußeren schädigenden Einflüssen, z. B. Infektionen oder Giften. Im Besonderen wird darunter die Fähigkeit von Mikroorganismen wie Bakterien oder Viren verstanden, Abwehrkräfte gegen Antibiotika zu erwerben.

Diese R. kann natürlich (a priori) vorhanden oder durch Mutation entstanden sein. Die Fähigkeit zur R. kann von einer Bakterienart zur anderen durch Austausch von Genmaterial übertragen werden. R. gegen Antibiotika wird durch deren unkritischen Einsatz in der Therapie und als Zusatz zum Tierfutter gefördert.

Von R. spricht man auch, wenn Tumorzellen nicht (mehr) auf eine Chemo- oder Strahlentherapie ansprechen.

Roche Lexikon der Medizin

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Lymphogranuloma venereum (auch: Lymphogranuloma inguinale, klimatischer Bubo, vierte Geschlechtskrankheit), bisher fast nur in den Tropen und Subtropen, seit 2004 auch in Mitteleuropa bei homosexuellen Männern beobachtete Geschlechtskrankheit durch das Bakterium Chlamydia trachomatis (Serotyp L1 – L3).

Nach einer Inkubationszeit von 3 bis 30 Tagen kommt es je nach Eintrittspforte an den Genitalien, im Enddarm oder im Mund zur Ausbildung eines schmerzlosen Knötchens, das sich in ein Bläschen und schließlich zum Geschwür entwickelt und wieder spontan abheilt.

Bei analer Infektion treten oft Unterbauchschmerzen, Eiter- und Blutbeimengungen im Stuhl sowie analer Ausfluss auf.

Nach einigen Wochen schwellen die Leistenlymphknoten eindrucksvoll an, sie verschmelzen miteinander und bilden Abszesse, die Eiter durch Fisteln nach außen entleeren. Durch Vernarbungen können Verengungen im Bereich des Rachens, der Luftröhre und im Enddarm auftreten. Der Lymphabfluss wird gehemmt, dies kann zu grotesken Schwellungen führen (Elephantiasis). Gliederschmerzen, Fieber und Hautausschläge können hinzutreten.

Die Diagnose wird anhand der Symptome und Antikörper- sowie Antigennachweis (PCR) gestellt.

Die Therapie mit Antibiotika erfolgt drei Wochen lang mit Doxycyclin oder Erythromycin.

Robert Koch-Institut

huidziekten.nl (niederländisch), Abbildung der Erkrankung beim Mann

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