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Archive for Januar 2008

Je nach Verwendung fasst die Nürnberg Arena bis zu 10.200 Besucher. Musikfans bei Rockkonzerten und Zuschauer von Eishockey- oder Basketballspielen füllen normalerweise die Ränge, heute waren es annähernd 6000 von insgesamt 9000 Allgemeinärzten aus Bayern, die dem Ruf des Bayerischen Hausärzteverbands (BHÄV) gefolgt sind um hier den Ausstieg aus dem System der Kassenärztlichen Versorgung zu diskutieren. Eine gewaltige Beteiligung – wenn man an die 7000 Mitglieder des BHÄV denkt.

Sichtlich gerührt zeigte sich auch der Vorsitzende des BHÄV, Dr. Wolfgang Hoppenthaller von der gewaltigen Resonanz.

Die Würde des Hausarztberufs sei nunmehr zu verteidigen, sagte Hoppenthaller. Die Kassenärztliche Vereinigung schmiede derzeit eine Allianz mit den Krankenkassen und der Politik gegen die Hausärzte. „Wie korrupt muss ein System sein, wenn die Kliniker und Fachärzte aufgerufen werden, den Hausärzten in den Rücken zu fallen? “ fragte der Verbandschef seine Zuhörer unter Anspielung auf die Bemühungen der Bayerischen Kassenärztlichen Vereinigung den potentiellen hausärzlichen Boykott durch Krankenhäuser und Fachärzte zu konterkarieren.

„Da man uns nicht exekutieren kann, hungert man uns aus,“ fasste Hoppenthaller die gegenwärtige Situation der Hausärzte zusammen.

Im Anschluss an die Veranstaltung wurden Urnen zur (symbolischen) Rückgabe der Kassenzulassung aufgestellt. Die endgültigen Ergebnisse werden noch eine Zeit auf sich warten lassen: Erst wenn mehr als 70 % der Hausärzte in einem Regierungsbezirk ihren Zulassungsverzicht bei einem Rechtsanwalt erklärt haben, wird endgültig über den Ausstieg aus dem Kassenarztsystem beraten.

Alle Hausärzte Deutschlands beobachten voller Erwartung die Entwicklung in dem südlichen Bundesland, ich werde weiter berichten.

BR online zum Thema

Readers Edition: „Frustrierte Ärzte sind keine guten Ärzte“

Passauer Neue Presse berichtet über die Veranstaltung in Nürnberg

Nürnberger Nachrichten: „Die Arbeitssklaven der Kassen begehren auf

ddp bayern: „6000 Hausärzte protestieren in Nürnberg“

Süddeutsche Zeitung: „Sie haben uns behandelt wie Rotz am Ärmel“ – Interview mit einem Landarzt, der seine Zulassung zurückgegeben hat

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Horst Seehofer wird heute die ersten Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie II vorstellen. Rund 20.000 Menschen in Deutschland im Alter zwischen 14 und 80 Jahren wurden in den Jahren 2005 bis 2007 im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums gemessen, gewogen und nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt.

Das Ergebnis: 66 % der Männer und 51 % der Frauen im Alter zwischen 18 und 80 Jahren wiegen zuviel, 20 % aller Deutschen sind als fettleibig (adipös) zu bezeichnen – sie gehen ein hohes Risiko für Folgekrankheiten wie Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck ein. Auch unter den jüngsten Teilnehmern zwischen 14 und 18 Jahren gehören schon 7 bis 11 % zur Gruppe der Adipösen.

Fettleibig oder normal: Der BMI entscheidet

Ob jemand untergewichtig, normalgewichtig, übergewichtig oder adipös („fettleibig“) zu nennen ist, das hängt von seinem Body – Mass – Index, kurz BMI ab.

Um den BMI zu errechnen, muss man die Körpergröße in Metern zunächst mit sich selbst multiplizieren, also z.B. 1,83 m X 1,83 m = 3,35 m². Das Körpergewicht in kg wird anschließend durch den gerade errechneten Wert geteilt. Bei einem Gewicht von 80 kg und 1,83 cm Größe ergibt sich ein BMI von 80 kg : 3,35 m² = 23,88 kg/m², ein durchaus normaler Wert.

Die WHO definiert das Normalgewicht als BMI zwischen 19 und 24,9 kg/m², darunter beginnt das Untergewicht. Als übergewichtig werden Menschen mit einem BMI zwischen 25 und 29,9 kg/m² bezeichnet, die Adipositas beginnt ab einem BMI von 30 kg/m².

Untergewicht bei Mädchen

Das Gewicht nimmt natürlich im Laufe des Lebens zu: Bei über 60jährigen sind 30 % als adipös zu bezeichnen. Noch ein anderer Trend gibt zur Besorgnis Anlass: Bei jungen Mädchen steigt die Zahl der Untergewichtigen im Alter von 14 bis 17 Jahren bis auf 10% der 17jährigen Mädchen an – Hungern im Land des Überflusses.

Höhere Bildung schützt vor Übergewicht

Sowohl höheres Einkommen als auch höhere Bildung sind mit einem geringeren Prozentsatz an Übergewicht als auch Adipositas verbunden: So sind z.B. 9,2 % der Frauen mit Hochschulreife übergewichtig, bei den Frauen mit Hauptschul/Volksschulabschluss immerhin 35,2 %.

Regionale Unterschiede spielen keine große Rolle, die durchschnittlich dünnsten Männer und Frauen wohnen in Hamburg, die dicksten Frauen im Saarland, die dicksten Männer in Schleswig Holstein.

Dass Deutschland ein erhbliches Übergewichtsproblem hat, war schon im Jahre 2006 durch ein Bericht der International Association for the Study of Obesity bekannt geworden. Demnach wogen 75 % der deutschen Männer und rund 59 % der deutschen Frauen zuviel (BMI > 25 kg/m²) und sicherten ihrem Land damit den Spitzenplatz in Europa. (Weltweit zählen übrigens die USA die meisten Adipösen.)

Wass-esse-ich.de: Nationale Verzehrsstudie II
Ergebnisbericht, Teil 1 – Ergänzungsband Schichtindex – Presseinformationen
– alle als pdf herunter zu laden

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Wirtschaftswissenschaftler der Universität von Warwick in England und des Dartmouth College in den USA haben Untersuchungen zur Lebenszufriedenheit an zwei Millionen Menschen aus 80 verschiedenen Ländern der Welt ausgewertet und dabei erstaunliche Schlussfolgerungen gezogen.

Die Lebenszufriedenheit folgt demnach einer U – förmigen Kurve, die ihre Höhepunkte um das 20te und das 70te Lebensjahr und ihren Tiefpunkt im fünften Lebensjahrzehnt, in Deutschland um das 43te Lebensjahr herum hat.

Diese Kurvenform findet sich in allen Einkommensschichten, bei Männern und Frauen, bei Menschen von Albanien bis Zimbabwe. Es wird auch nicht von Tatsachen wie Anzahl der Kinder, Scheidung oder Ehelosigkeit beeinflusst.

Warum die Zufriedenheit mit dem Leben zunächst abnimmt, um dann mit zunehmendem Alter wieder anzuwachsen, ist den Forschern unklar. Sie vermuten, dass dies mit einem (unbekannten) Faktor zusammenhängt, der allen Menschen gemeinsam ist.

Die bisher vorherrschende Theorie der „Glücksforschung“ -die „set point“ Hypothese gerät mit diesen Ergebnissen gehörig ins Wanken. Bisher waren die Experten davon ausgegangen, dass das Glücksgefühl eines Menschen eine vorgegebene, feste Größe sei. Manchmal gebe es Abweichungen vom vorgegebenen Maß an Glück, aber nur vorübergehend, dann erreiche die Zufriedenheit wieder den alten Wert.

Nach den neueren Erkenntnissen ändert sich die Zufriedenheit des Menschen mitunter dramatisch und gibt den Vorruheständlern viel Hoffnung auf ein zufriedenes Rentnerdasein, wenn sie denn gesund und einigermaßen körperlich fit bleiben.

“ Researchers Find That Middle-Aged Misery Spans the Globe“ auf „Warwick – News und Events“, Seite der University of Warwick, engl.

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Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) hat für den morgigen Mittwoch 7000 Allgemeinmediziner nach Nürnberg eingeladen.

Der Hausärzteverband ruft seine Mitglieder zum Systemausstieg auf. Die Abschaffung der Hausarztes sei von der Politik und den Krankenkassen bereits beschlossen. An die Stelle des vertrauten Arztes, der seine Patienten kennt und den seine Patienten kennen, trete der „Casemanager“ oder ein ständig wechselnder Angestellter eines Medizinischen Versorgungszentrums.

Die Gängelung durch die wachsende Bürokratie sei mittlerweile unerträglich, die Bezahlung miserabel. Hausarztpraxen seien unverkäuflich, der Nachwuchs durch die schlechten Arbeitsbedingungen abgeschreckt.

Der Ausstieg soll nach dem sog. Korbmodell ablaufen: Wenn 70 % der Mitglieder des BHÄV ihre Bereitschaft zum Zulassungsverzicht gegenüber einem Rechtsanwalt erlären, dann tritt der kollektive Austritt aus dem Kassenärztlichen System zum 1. Juli in Kraft.

Die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) wollen allerlei juristische Daumenschrauben anlegen. Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Dr. Wolfgang Hoppenthaler, ist sich aber sicher, dass die Krankenkassen nach einem Hausärzteboykott sehr schnell in Verhandlungen eintreten werden – auf  „Augenhöhe“ und nicht von oben herab wie bisher.  Noch seien die Hausärzte unverzichtbar für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung, sagte Hoppenthaler.

Der Vorsitzende der AOK Bayerns, Helmut Platzer, sieht die Sache gelassen: Wenn die Hausärzte das Kassensystem verliessen, dann erhielten sie eben einfach kein Geld mehr. Und außerdem praktizierten in Bayern ohnehin zuviele Ärzte, die darüber hinaus 20 % mehr als ihre Kollegen in anderen Bundesländern verdienten, verkündete Platzer.

Bayerischer Hausärzteverband: Dr. Hoppenthaler spricht über die Situation der Hausärzte (Video)

Einladung des BHÄV an seine Mitglieder zur Versammlung in Nürnberg am 30.01.2008

Kankenkassen.de: Bayerns Hausärzte proben den Aufstand

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Vytorin ® heißt das Medikament in Amerika, in Deutschland ist es unter dem Namen Inegy ® im Handel. Es ist eine Kombination des altbekannten Cholesterinsenkers Simvastatin und eines neuen Wirkstoffs, dem Ezitimib. Beide Wirkstoffe haben einen unterschiedlichen Angriffspunkt: Während Simvastatin die Herstellung von Cholesterin in der Leber verlangsamt, hemmt Ezitimib die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm.

So gesehen darf man also erwartem, dass diese beiden Wirkstoffe ideale Konbinationspartner sein sollten. Tatsächlich senkt die Kombination aus Ezitimib und Simvastatin das schädliche LDL-Cholesterin um 10 bis 15 % mehr als Simvastatin alleine. Bisher fehlen jedoch Studien, die einen Langzeitnutzen beim Menschen nachweisen konnten. Die Frage: „Verhindert diese Kombination auch mehr Herzinfarkte oder verlängert sie das Leben mehr als Simvastatin allein ? “ kann also noch nicht beantwortet werden.

Eine von den Herstellerfirmen an 720 Patienten in Amerika durchgeführte Studie sollte eigentlich Klarheit bringen, brachte jedoch nur viel Aufregung. Die Enhance – Studie (Ezetimibe and High-Dose Simvastatin vs. Simvastatin Alone on the Atherosclerotic Process in Patients with Heterozygous Familial Hypercholesterolemia Study) zeigte zwar eine stärkere Cholesterinsenkung, aber keinen besseren Schutz vor der Ateriosklerose. (Untersucht wurde die Arteriosklerose durch Ultraschall – Messung der Dicke der inneren Gefäßwandschichten in der Halsschlagader über zwei Jahre – diese Messung der Intima-Media-Dicke ist ein gängiges Verfahren zur Abschätzung der Gefäßverkalkung.)

Für Ärger sorgte die Tatsache, dass das die Studie schon 2006 beendet wurde, die Ergebnisse aber erst jetzt in einer knappen Presseerklärung bekannt gegeben wurden. Verbraucherschützer und Politiker vermuten, dass die Herstellerfirmen die Ergebnisse bewußt zurückgehalten haben. Sie konnten schließlich viel Geld damit verdienen: Die Behandlung mit der Kombination kostet mehr als 100 Dollar, Simvastatin allein ist schon für 8 Dollar im Monat zu haben. Der Staatsanwalt von New York hat ein Verfahren eingeleitet, er verweist darauf, dass alleine der Staat New York 21 Millionen Dollar im Rahmen seiner Medicaid-Hilfe für Bedürftige für die möglicherweise unwirksame Kombination ausgegeben habe.

Die amerikanischen Kardiologenverbände und die Verbraucherschutzbehörde FDA (Food and Drug Administration) haben vor einem vorzeitigen Urteil gewarnt. Der FDA scheint die Intima-Media-Dicke allein zur Beurteilung der Wirksamkeit zu dürftig, es komme schließlich auf die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle an. Dazu wird die ENHANCE-Studfie allerdings mit ihrer geringen Teilnehmerzahl und kurzen Beobachtungsdauer kaum Aufschluss geben. Eine endültige Beurteilung erhofft die Behörde sich durch das Ergebnis der Improve-It (Improved Reduction of Outcomes: Vytorin Efficacy International Trial) – Studie mit ihren 12.500 Teilnehmern. Allerdings sind diese Ergebnisse nicht vor 2011 zu erwarten.

Deutsches Ärzteblatt: Erste Nachwehen der ENHANCE-Studie – Zweifel an Cholesterinhypothese – US-Fachverbände in der Kritik

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Metformin ist ein Medikament in Tablettenform zur Behandlung der Zuckerkrankheit, genauer des Diabetes mellitus vom Typ II, des sog. Erwachsenendiabetes.

Das Medikament wirkt dadurch, dass es die Neubildung von Traubenzucker (Glukose) in der Leber hemmt. Weiterhin verzögert es die Aufnahme von Glukose im Darm und erhöht vermutlich die Empfindlichkeit der Zellen für Insulin. Im Gegensatz zu andern Mitteln zur Diabetesbehandlung steigert es aber nicht den Insulinspiegel im Blut, es verursacht daher auch – alleine gegeben – fast nie eine Unterzuckerung (Hypoglykämie), kann aber die Hypoglykämie durch andere Medikamente verstärken.

Metformin scheint einen appetithemmenden Effekt zu haben, die Stoffwechseleinstellung der Diabetiker wird durch die daraus folgende Gewichtsabnahme zusätzlich verbessert.

Die bisher weltweit größte und aussagekräftigste Studie zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ II ist die UKPD Studie (United Kingdom Prospective Diabetes Study). In ihr zeigte sich, dass durch Metformin vor allem bei übergewichtigen Patienten Komplikationen des Diabetes und Herzinfarkte in ihrer Häufigkeit vermindert werden und das Leben verlängert wird. Metformin ist das Mittel der Wahl bei der Behandlung des Diabetes mellitus Typ II mit Übergewicht und dabei der Therapie mit Insulin oder anderen Antidiabetika (wie z.b. dem Glibenclamid) eindeutig überlegen.

Leider gibt es für die Behandlung mit Metformin eine Reihe von Gegenanzeigen (Kontraindikationen). In erster Linie soll eine strenge Beachtung der Gegenanzeigen die seltene, aber lebensgefährliche Laktatazidose, eine Übersäuerung (Azidose) des Blutes durch Milchsäure (Laktat), verhindern. Risikofaktoren für die Laktatazidose unter Metformin sind eine veminderte Nierenfunktion sowie alle Situationen, bei denen vermehrt Milchsäure im Blut anfällt: Operationen, Fasten, Leberschäden, schwere Infektionen u.a..

Metformin wird auch zur Behandlung des Polyzystistischen Ovarsyndroms – einer hormonellen Erkrankung, die häufig zur Unfruchtbarkeit bei Frauen führt – eingesetzt.

Die Nebenwirkungen beziehen sich meist auf den Magendarmtrakt: Blähungen, Durchfall, Übelkeit treten häufig zu Beginn der Therapie auf. Sie lassen sich oft durch langsame Steigerung der Dosis vermeiden. Eine Störung des Geschmackssinns (metallischer Geschmack) verschwindet meist wieder trotz weiterer Einnahme.

Eine beginnende Laktatazidose kündigt sich mit Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen an, später treten Muskelkrämpfe und Störungen des Bewußtseins hinzu. Die Häufigkeit dieser schwerwiegenden Komplikation wird mit 0,3 pro 10.000 Patientenjahre angegeben. Das bedeutet: Wenn rund 33.000 Patienten ein Jahr lang Metformin einnehmen, kommt es einmal zu dieser Komplikation. Diese Nebenwirkung ist somit sehr selten, aber leider mit einer Sterblichkeit von 50 % belastet.

Metformin gibt es unter einer Vielzahl von Handelsnamen, das Originalpräparat heißt Glucophage®, bekannt sind Siofor®, Metformin ratiopharm® u.a.. Die Tabletten enthalten meist 500, 850 oder 1000 mg. In der Regel beginnt die Behandlung mit 500 oder 850 mg und wird im Verlauf mehrer Wochen je nach Ansprechen und Verträglichkeit bis auf 3000 mg am Tag gesteigert. Metformin sollte während oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden.

Arzneitelegramm 3/2004

Arzneitelegramm 5/2004

Arzneitelegramm 10/1998

Diabetes-Deutschland.de: Biguanide (Metformin)

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Lungenentzündung

Lungenentzündung (med.: Pneumonie), eine Entzündung des Lungengewebes, verursacht meist durch Bakterien, seltener durch Viren, noch seltener durch Pilze.

Die L. ist die häufigste tödliche Infektionskrankheit in den Industrieländern. Die Sterblichkeit liegt bei jungen, gesunden Menschen nach Einführung der Antibiotikatherapie unter 0,5%, bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen erheblich höher (30 % und mehr).

Die Symptome der L. sind Fieber, Luftnot und Schmerzen im Brustkorb. Oft – aber nicht immer – kommt es zu Husten mit oder ohne Auswurf. Die typische L. beginnt eher schlagartig mit Schüttelfrost und hohem Fieber, die atypische L. schleichend mit grippeähnlichen Symptomen.

Die Einteilung erfolgt nach den bestehenden Vorerkrankungen (primäre L.: keine Vorerkr., sekundäre L.: bei z. B. chronischen Herz- oder Lungererkrankungen, opportunistische L.: starke Schwächung des Imunsystems), weiterhin nach dem Infektionsort (nosokomial: im Krankenhaus, ambulant: zu Hause erworben) , nach dem Röntgenbild (Lobärpneumonie: ein Lungenlappen ist befallen, Bronchopneumonie: diffuser Befall, Pleuropneumonie: Lungen- und Rippenfell sind mit befallen), nach dem Verlauf (akut oder chronisch) und nach der Symptomatik (typisch oder atypisch).

Die häufigsten Erreger (mehr als 50 %) bei der primären, typischen Pneumonie sind Pneumokokken (syn.: Streptococcus pneumoniae), bei der sekundären Pneumonie treten Haemophilus influenzae, Klebsiellen, Staphylokokken u. a. als Erreger hinzu.

Die durch Pneumocystis carinii verursachte L. ist eine der häufigsten Todesursachen bei an AIDS erkrankten Patienten und typisches Beispiel einer opportunistischen L. Legionellen vermehren sich in warmem Wasser (Klimanlagen, Duschen) und haben wiederholt zu lokalen Epidemien von L. geführt.

Die atypische Pneumonie wird oft durch Viren und Mykoplasmen (intrazellulär lebende Bakterien) hervorgerufen.

Die Diagnose wird durch die körperliche Untersuchung (Auskultation) und das Röntgenbild des Brustkorbs gestellt. Die L. wird behandelt mit Ruhe, Gabe von Flüssigkeit, fiebersenkenden Mitteln, und je nach Erreger mit Antibiotika. Impfungen gegen Pneumokokken, Virusgrippe und Haemophilus influenzae können einer L. vorbeugen und werden gefährdeten Bevölkerungsgruppen öffentlich empfohlen.

Ärzte ohne Grenzen: Lungenentzündung

Lunge im Netz: Röntgenbilder von Lungenentzündungen

Uni Gießen: Lungentzündung: Information für Betroffene

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