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Archive for 10. März 2008

Antibiotika, weibliche Sexualhormone, Antidepressiva, Medikamente gegen Epilepsie und Schmerzmittel, alles dies findet sich in Spuren im US-amerikanischen Trinkwasser, meldete gestern die Nachrichtenagentur Associated Press (AP).

Ein je nach Substanz unterschiedlich großer Teil der vom Menschen eingenommen Medikamente verlässt den Körper unverändert über den Urin oder Stuhlgang. Die Kläranlagen sind nicht dafür eingerichtet, diese Stoffe aus dem Abwasser zu entfernen. So gelangen sie unverändert ins Oberflächenwasser und von dort wieder ins Trinkwasser.

Auch in Deutschland und anderen Ländern der Welt ist dieses Problem bekannt. Wie sich eine ständige Aufnahme geringer Mengen arzneilich wirksamer Chemikalien auf den menschlichen Organismus auswirkt, ist bislang weitgehend unerforscht. Die ständig sich verringernde Spermienzahl der Männer, die Zunahme von Hodenkrebs und Genitalfehlbildungen in den Industrieländern wurde schon auf die fortwährende Zufuhr weiblicher Sexualhormone im Trinkwasser zurückgeführt. Die Entwicklung von Antibiotikaresistenz könnte mit der ständigen unbemerkten Aufnahme von Antibiotika zusammenhängen.

Bisher wird weder in den USA noch in Deutschland das Trinkwasser systematisch auf Medikamentenspuren untersucht.

Yahoo News:AP probe finds drugs in drinking water

Kristin Kutschera und Sabine Höhlig, TU Freiberg: „Medikamente und Hormone im Trinkwasser“

Wasser.de:
Trinkwasser wird zum Medikamenten-Cocktail

WDR: Arzneimittel im Trinkwasser

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