Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for April 2008

Eine Entzündung des Herzmuskels kann eine Vielzahl von Ursachen haben: Am häufigsten in unseren Breiten sind Virusinfekte. Die Symptome reichen von leichtem Unwohlsein bis hin zum Herzversagen, das nur noch durch eine Herztransplantation zu beherrschen ist; gelegentlich ist die Myokarditis auch die (unerkannte) Ursache eines plötzlichen Herztodes. Wegen der vielfältigen Symptomatik ist die genaue Häufigkeit der M. unbekannt, Statistiken aus den USA fanden in 1 bis 1,5 % der Fälle eines plötzlichen Herztodes eine Myokarditis als Ursache.

Viren, Bakterien, Rheuma und Medikamente

In vermutlich rund 50 % der Fälle tritt eine Myokarditis im Gefolge eines Virusinfektes, z.B. der Atemwege auf. Häufig wird der Coxsackievirus Typ B gefunden, aber auch Grippe-, Ebstein-Barr-, Herpes- und Windpocken (Varizella-Zoster) – Viren werden als Ursache nachgewiesen. Der HI-Virus, Erreger der Immunschwächekrankheit AIDS, kann sich in manchen Fällen im Herzmuskel vermehren, ohne dass eine Entzündung nachweisbar wäre. (Bisweilen löst aber auch der AIDS-Erreger Entzündungen im Herzmuskel aus.)

Bakterien sind seltener die Ursache: Weltweit am häufigsten kommt es im Rahmen einer Diphterie zu einer Entzündung des Herzmuskels. Aber auch andere Bakterien wie Streptokokken, Staphylokokken, Salmonellen und Brucellen infizieren das Herzmuskelgewebe. Die Chagas Krankheit, die in Südamerika weit verbreitet ist, führt zu einer Myokarditis durch den Einzeller Trypanosoma cruzi. Die durch Zecken übertragenen Borrelien können ebenfalls zum Auslöser werden.

Eine Reihe von Medikamenten kann zu einer Myokarditis durch eine Überempfindlichkeitsreaktion führen, andere führen zu einer direkten Schädigung der Herzmuskelzellen. Kokain, Blei und Arsen sind potentiell auslösende Substanzen.

Bisweilen greifen körpereigene Abwehrzellen den Herzmuskel an: Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis oder die akute Abstoßungsreaktion eines transplantierten Herzens führen zu Entzündungen des Herzmuskels.

Abgeschlagenheit, Luftnot, Muskelschmerzen

Viele Patienten mit einer Myokarditis haben so wenig Beschwerden, dass sie deswegen nicht den Arzt aufsuchen, die Diagnose in diesen Fällen wird dann eher zufällig gestellt. Mehr als die Hälfte alle Patienten berichtet einen abklingenden Virusinfekt. Sie klagen über eine ungewöhnliche Müdigkeit und Schwäche, manchmal auch ungewöhnlich lang anhaltende Muskelschmerzen und eine leichte Atemnot bei Anstrengung. Etwa ein Drittel aller Patienten klagt über Schmerzen im Brustkorb, manchmal sind diese so stark, dass ein Herzinfarkt befürchtet wird. Über Herzklopfen und Herzstolpern wird oft geklagt, manchmal ist sogar eine plötzliche Ohnmacht aufgetreten.

In sehr schweren Fällen besteht heftige Luftnot, der Patient kann nur noch im Sitzen Luft bekommen, an Hinlegen ist nicht zu denken.

Bei Kleinkindern und Säuglingen sind die Symptome oft noch unspezifischer: Manchmal äußert sich die Myokarditis nur durch schlechtes Trinken, Fieber und vielleicht angestrengte oder beschleunigte Atmung. Eine Zyanose (Blaufärbung) der Lippen zeigt einen schweren Verlauf mit Versagen der Pumpfunktion des Herzens an.

Schwierige Diagnose

In den meisten Fällen kann eine Myokarditis nur vermutet, nie so recht bewiesen oder ausgeschlossen werden. Die einzige sichere Methode zum Ausschluss einer Myokarditis ist die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Herzmuskel mit anschließender Untersuchung unter dem Mikroskop. Da dies eine recht eingreifende Untersuchungsmethode ist, wird sie nur in sehr schweren Fällen mit einer rapiden Verschlechterung und schlechtem Ansprechen auf die Therapie durchgeführt.

Die Kernspintomografie des Herzens steht in ihrer Spezifität an zweiter Stelle, ist aber bei weitem noch nicht flächendeckend verfügbar.

Das EKG zeigt Herzrhythmusstörungen und Veränderungen der sog. ST-Strecke, die allesamt auf eine Myokarditis hinweisen, sie aber nicht beweisen können.

Das Echokardiogramm, die Untersuchung des Herzens mit Ultraschall kann abnorme Herzwandbewegungen und eine Verminderung der Herzfunktion zeigen, der Ausschluss einer Myokarditis ist mit diesem Verfahren nicht möglich.

Die Blutwerte zeigen in 60 % der Fälle eine Erhöhung der Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) als Anzeichen einer Entzündung, in 25 % der Fälle besteht eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen. Troponin T und die Creatininkinase (CK), die bei einem Herzinfarkt den Untergang von Herzmuskelzellen anzeigen, sind bei einer Myokarditis nur in den wenigsten Fällen erhöht.

Behandlung richtet sich nach Symptomen und Ursachen

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Herzmuskelschädigung. In leichten Fällen reicht körperliche Ruhe bis zum Verschwinden der EKG-Veränderungen. Bei gravierenden Herzrhythmusstörungen ist eine Monitorüberwachung im Krankenhaus erforderlich. Kann das Herz nicht mehr richtig pumpen, tritt also eine Herzinsuffizienz auf, so wird diese medikamentös mit wassertreibenden Mitteln, ACE-Hemmern, Betablockern etc. behandelt. In sehr kritischen Fällen ist intensivmedizinische Behandlung, manchmal sogar eine Herztransplantation erforderlich.

Behandelbare Ursachen werden so weit wie möglich therapiert: Antibiotika bei bakteriellen Infektionen, Giftentfernung bei Vergiftungen und das Abwehrsystem hemmende Mittel (Immunsupressiva) bei rheumatischen Erkrankungen. Die Gabe von Kortison bei bei denen durch Viren bedingten Erkrankungen verschlechterte den Verlauf.

Prognose: Myokarditis ist oft eine ernste Erkrankung

Bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz hängt die Prognose vom Ausmaß der erhaltenen Pumpfunktion ab. Etwa die Hälfte der Patienten verbessert sich unter der Therapie, ein Viertel kann lediglich stabilisiert werden, bei einem weiteren Viertel verschlechtert sich die Erkrankung zunehmend weiter trotz Therapie.

Chronische Verläufe führen zum Bild der sogenannten dilatativen Kardiomyopathie, einer Erkrankung mit chronischer Schwächung der Herzmuskulatur und Erweiterung der Herzinnenräume.

Insgesamt ist die Beurteilung der Prognose vor allem bei den leichten Fällen sehr schwer, weil viele nicht in ärztliche Behandlung oder in klinische Studien geraten. Die ganz überwiegende Anzahl der leichten Fälle erholt sich sicher vollständig.

Die deutsche Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie nennt eine Sterblichkeit von 25 % für die Myokarditis im Kindesalter – ein Wert, der sicherlich dazu führen sollte, die Krankheit sehr ernst zu nehmen.

Vorbeugung kaum möglich

Eine echte Vorbeugung gibt es nicht. Mit einem akuten Virusinfekt sollte man sich schonen, es gibt Hinweise darauf, dass körperliche Überanstrengung die Entstehung einer Virusmyokarditis fördert.

Links

emedicine: Myocarditis (engl.)

Circulation 113/Februar 2006: Myocarditis – Current Trends in Diagnosis and Treatment (PDF, Volltext, engl.)

AWMF online: Leitlinie Myokarditis der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie

Read Full Post »

Deutsche Patienten gingen in den Jahren 2005 und 2006 nicht seltener zum Arzt als in den Jahren 2000 bis 2003. Jeder Bundesbürger besucht im Durchschnitt zehn Mal pro Jahr eine Arztpraxis, im EU-Durchschnitt 6,8 mal.

Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und die Technische Universität Berlin laut einem Bericht der Wirtschaftswoche vom 19.4.2008 durchgeführt haben.

Der Zweck der zum 1.1.2004 eingeführten Praxisgebühr ist demnach nicht erreicht worden. Mit einer Abschaffung ist dennoch nicht zu rechnen: Immerhin nehmen die gesetzlichen Krankenkassen rund 1,6 Milliarden Euro jährlich mit der Praxisgebühr ein.

Quelle

Witschaftswoche: Praxisgebühr: Erhoffte Wirkung ausgeblieben

Read Full Post »

Rund zehn Sekunden bevor der Mensch eine Handlung plant, hat sein Gehirn die Vorbereitung dazu schon begonnen, ohne dass ihm dies bewusst wird.

Unbewusstes im Kernspin sichtbar gemacht

Das ist kurz zusammengefasst das Ergebnis einer Studie, die eine Forschergruppe um John-Dylan Haynes am Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, der Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie des Bernstein Zentrums für Computational Neuroscience Berlin kürzlich durchgeführt haben.

Die Versuchspersonen lagen in einem Kernspintomografen. Sie sollten entweder die rechte oder die linke Hand heben – nach eigener Wahl.

Die Probanden beobachteten bei der Untersuchung eine Abfolge wechselnder Buchstaben. Sie sollten sich den Buchstaben merken, der in dem Moment eingeblendet wurde, in dem sie den Entschluss zum Heben der Hand fassten. Dadurch war es den Wissenschaftlern möglich, festzustellen, zu welchem Zeitpunkt der Versuchsperson ihr eigener Wille bewusst wurde.

Zehn Sekunden vor dem bewussten Entschluss: Das Gehirn hat schon entschieden

Das erstaunliche Ergebnis der Studie: Schon sieben Sekunden vor dem bewussten Entschluss konnten die Forscher Hirnaktivitäten in bestimmen Gehirnzentren feststellen, die der Vorbereitung der Handlung dienen. Da die Kernspintomografie die Aktivität dieser Zentren erst drei Sekunden später nachzuweisen erlaubt, kommt man auf zehn Sekunden Vorlaufzeit.

Ist der freie Wille seit Benjamin Libet tot?

Der amerikanische Physiologe Benjamin Libet kam schon in den 1970er Jahren zu ähnlichen Ergebnissen Nur hatte er keinen Kernspin zur Verfügung, sondern nur ein EEG und die Zeitspanne zwischen erster Hirnaktiviät und bewusstem Entschluss wurde nicht mit sieben sondern nur einer halben Sekunde gemessen.

Die Arbeiten von Libet wurden oft kritisiert und viel diskutiert, aber keiner wagte sich, sie zu wiederholen, zu wiederlegen oder zu bestätigen.

Nicht wenige schlussfolgerten aus den Versuchen Libets, der freie Wille des Menschen existiere in Wirklichkeit nicht, sei nur eine Vorspiegelung des Gehirns.

Weder Benjamin Libet noch sein Kollege John-Dylan Haynes glauben allerdings, dass ihre Experimente die Existenz des freien Willens widerlegen. Immerhin, sagte Libet, wird uns trotz unbewusster Vorbereitung die Handlung vor ihrer Ausführung bewusst und wir können sie daher noch rechtzeitig stoppen. Wenn das Gehirn nicht (auch) unbewusst reagieren würde, wäre es mit der Integration unserer Wahrnehmung und Ausführung unserer Handlungen hoffnungslos überfordert, sagt Haynes.

Dass unser Gehirn unsere Handlungen unbewusst vorbereitet, sei genau besehen keine neue Erkenntnis: Schon seit langem sei klar, daß die Mehrzahl der Sinneseindrücke und alltäglichen Handlungen völlig unbewusst ablaufen.

Libet starb im hohen Alter von 91 Jahren in Kalifornien. Noch ein Jahr vor seinem Tod erklärte er das Bewusstsein zur völlig ungelösten Frage. Am ehesten sei es eine Eigenschaft der belebten Natur, aber wir könnten nicht wissen, wie und warum die Natur diese Eigenschaft hervorbringe – genau so wenig wie wir wissen, warum die Materie Schwerkraft erzeugt.

Links

3Sat.de: Wo ist mein Ich?

Pressemitteilung der Max Planck Gesellschaft: Unbewusste Entscheidungen im Gehirn

Die Zeit.de: Der unbewußte Wille

Read Full Post »

Die Hausstaubmilbe, genauer gesagt: der Kot derselben, löst eine Reihe von allergischen Erkrankungen aus, am häufigsten einen allergischen Schnupfen und das allergische Asthma bronchiale.

Viele Milbenallergiker werden von ihren Ärzten ermuntert, die Hausstaubmilbe aus ihrer Wohnung zu vertreiben. Die Matratzen werden in staubdichte Verpackungen gesteckt, Kuscheltiere und Samtvorhänge müssen das Schlafzimmer verlassen, spezielle Staubsauger und auch chemische Methoden werden großflächig eingesetzt.

Eine neu veröffentlichte Übersicht der Cochrane Collaboration zeigt jetzt, dass dieses alles vermutlich verlorene Liebesmüh‘ darstellt.

(Die Cochrane Collaboration ist eine internationale Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die sogenannte Evidenzbasierte Medizin zu fördern, eine Medizin, die sich auf wissenschaftliche Beweise stützt anstatt auf Mutmaßungen oder Meinungen von Autoritäten.)

Die Cochrane-Autoren sichteten 54 Studien, an denen 3003 Patienten mit allergischem Asthma teilnahmen. Die Qualität der Studien war sehr unterschiedlich, aber keine einzige von ihnen zeigte eine Verbesserung der Lungenfunktion nach Vertreibung oder Verringerung der Hausstaubmilbenbevölkerung in der eigenen Wohnung.

„Wir können zuverlässig schlussfolgern, dass es keinen Grund gibt, für Vakuum-Sauger, spezielle Matratzenbezüge oder Chemikalien Geld auszugeben. Sie sind allesamt unwirksam“, gibt die „Ärztliche Praxis“ heute die Zusammenfassung von Dr. Peter Gotzsche vom Cochrane-Centre in Kopenhagen wieder.

Quelle

Cochrane Database of Systematic Reviews: House dust mite control measures for asthma

Read Full Post »

Vitamine sind (immer) gesund

Vitamine sind essentielle Nahrungsbestandteile. Essentiell heißt: Mensch (oder Tier) können diese Stoffe nicht selber produzieren, sondern sie müssen sie mit der Nahrung aufnehmen. Fehlt das Vitamin in der Nahrung, entsteht eine Vitaminmangelkrankheit.

Captain Cook besiegt den Skorbut

Am bekanntesten ist der Skorbut – den Seeleuten fielen die Zähne aus, wenn sie auf den langen Schiffsreisen der beginnenden Neuzeit kein frisches Obst oder Gemüse erhielten. Erst Captain James Cook besiegte den Scorbut mit Sauerkraut, reich an Vitamin C.

Heute steht in jedem Supermarkt ein Ständer, voll mit Multivitaminpräparaten. Vitamine werden dem Essen zugesetzt, man findet es im Müsli, in Bonbons und sogar in Fruchtsäften. Ist diese zusätzliche Zufuhr von Vitaminen gesund? Vermutlich nicht, das sagen die Forschungsergebnisse der letzten Jahre.

Vitamine können Krebs erregen und das Leben verkürzen

In vielen Studien erregten zusätzlich eingenommene Vitamine Krebs und verkürzten das Leben. Nachgewiesen wurden diese negativen Effekte deutlich bei Vitamin A und E, etwas weniger deutlich für das Vitamin C.

Bei nachgewiesenem Vitaminmangel sind Vitamine in Tabletten oder Spritzen natürlich sehr hilfreich. Das Vitamin Folsäure, vor der Schwangerschaft eingenommen, verhindert Mißbildungen beim Neugeborenen, Vitamin D bewahrt den Säugling im sonnenarmen Norden vor der „englischen Krankheit“ (Rachitis) und hilft seiner Großmutter bei der Behandlung ihrer Osteoporose.

Bisher existiert jedoch keine einzige solide wissenschaftliche Studie, die einen gesundheitsfördernden Effekt für zusätzlich eingenommene Vitamine und Selen bei Gesunden zeigt.

Es gibt aber sehr viele, sehr große und sehr überzeugende Studien, die den großen gesundheitsfördernden Effekt von frischem Obst und Gemüse nachweisen konnten.

Also: Obst und Gemüse sind gesund, Vitamine können schaden.

Quellen

Deutsches Ärzteblatt: Vitamin E erhöht Krebsrisiko bei Rauchern

Deutsches Ärzteblatt: Antioxidative Vitamine erhöhen Sterblichkeit

The Cochrane Library: Antioxidant supplements for prevention of mortality in healthy participants and patients with various diseases. Cochrane Database of Systematic Reviews 2008, Issue 2. Art. No.: CD007176. DOI: 10.1002/14651858.CD007176.

(Bilder: Copyright by Manwalk (Multivitaminpillen) und Gabisch (Obstkisten) auf Pixelio.de)

Read Full Post »

Die Flut zieht die Kinder

Fast 90 % der Deutschen glauben an die Wirkung des Mondes auf die Krankheiten des Menschen. Ich bin da skeptisch! Besonders hier oben bei mir, an der Nordseeküste, glauben die meisten dass bei Flut mehr Menschen- und Tierkinder als bei Ebbe auf die Welt kommen. Sogar Hebammen glauben das.

Der „Mondforscher“ und Soziologe Dr. Edgar Wunder hat sich die Geburtsbücher der Hebammen an der Nordseeküste angesehen. 1360 Niederkünfte hat er untersucht. Er entdeckte 661 Flutkinder, aber 699 Geburten bei Ebbe!

Und auch andere vermutete Einflüsse des Monds auf die Gesundheit und Krankheit der Menschen werden dem Mond zunehmend abgesprochen. Sogar der Einfluss auf Schlafstörungen wird heutzutage ernsthaft in Frage gestellt.

Das einzige, was dem Mond zu tun bleibt, ist Ebbe und Flut zu machen sowie die Liebespaare in Vollmondnächten zu bescheinen.

Links zum Thema Mond und Gesundheit

Read Full Post »

Im ersten Teil war ich ja noch relativ sicher, brauchte nur die Forschungsergebnisse meiner amerikanischen Kollegen berichten. Jetzt geht es an’s Eingemachte – nämlich selbst recherchierte Mythen!

Gurkensalat und Mineralwasser, gemeinsam genossen, können zum Tod durch einen Darmverschluss (Ileus) führen

Mit dieser Meinung bin ich aufgewachsen und viele andere auch. (Nicht nur Meinung – besser: Todesdrohung!)

Ich habe alle mir zur Verfügung stehenden Quellen auf Deutsch und Englisch recherchiert – und keinen Hinweis auf eine Gefahr durch Gurken und Mineralwasser gefunden. Weiß einer meiner Leser mehr?

Ein verschluckter Kirschkern kann zur Blinddarmentzündung (Appendizitis) führen

Copyright by Eden auf ww.pixelio.deIch glaube auch diesen Mythos nicht – und kann auch keine Bestätigung dafür finden. Das im Blinddarm (eigentlich dem Wurmfortsatz, der Appendix des Blinddarms) häufig Fremdkörper lagern, ist unbestritten. Aber gibt es wirklich gesicherte Hinweise darauf, dass diese Fremdkörper Ursache der Appendizitis („Blinddarmentzündung“) sind?

Ein Bismarckhering hilft gegen die Folgen übermäßigen Alkoholkonsums vom Vortag

Der „Kater“ nach einer Feier mit reichlich Alkohol ist wohl (fast) jedem bekannt. Macht man sich auf die Suche nach einer wirklich wissenschaftlichen Erklärung für das Unwohlsein am Morgen danach, fällt man in ein tiefes (wissenschaftliches) Loch. Der Psychiater sieht den Kater womöglich als erstes Zeichen einer Alkoholabhängigkeit an, der Anästhesist sieht nur den Mangel an Salzen (Elektrolyten) und empfiehlt den Bismarckhering.

Um es ehrlich zu sagen: Der Kater ist noch nie wirklich ernster Gegenstand der medizinischen Wissenschaft gewesen. Sowohl Patient als auch Arzt schämen sich, wenn sie ihn haben und deswegen wird er wohl ewig im Bereich der Spekulation verharren. Oder wissen meine Leser mehr?

Mit vollem Bauch soll man nicht schwimmen gehen

Ja und warum nicht? Auch nicht Radfahren, Joggen oder Geschlechtsverkehr haben? Ein Sturz ins kalte Wasser an heißen Tagen oder ein kalter Guss nach der Sauna können den Blutdruck stark erhöhen und Herzkranke dadurch in Gefahr bringen. Aber der volle Bauch? Ich habe keine Begründung gefunden.

Wenn die Haut von Kopf bis Fuß lackiert wird, stirbt man

Und zwar deswegen, weil die Haut „atme“. Tut sie aber nicht – die Atmung, also der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid geht über die Lunge, die Haut hat damit nichts zu tun. Die Haut schwitzt, um die Temperatur zu regeln – Gase werden über die Lunge und nur über die Lunge ausgetauscht (manchmal auch übelriechende über den Darm).

Und wie überleben die Taucher mit den Neopren-Anzügen?

(Bildnachweis: Bilder teilweise von Pixelio.de. Copyright bei den Fotografen: Wasserrate von hofschlaeger, Herzkirschen von Sonja Winzer, Leckere Gurken von ShoTiMo.)

Read Full Post »

Older Posts »