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Archive for 22. Juni 2008

Beim Menschen treten im wesentlichen drei Arten von Hautkrebs auf: Das Basaliom, das Spinaliom und das Maligne Melanom.

Das Basaliom: Der häufigste und der gutartigste Hautkrebs

Die weitaus häufigste Form ist das Basaliom. Das Basaliom, auch Basalzellkarzinom genannt, tritt zu 80 % im Bereich von Kopf und Hals auf. Besonders häufig betroffen sind ältere Menschen. Hellhäutige haben ein größeres Risiko als dunkelhäutige, rothaarige ein größeres als Menschen mit brauner Haarfarbe. Neben erblicher Veranlagung und einigen krebserregenden Substanzen wie Arsen spielt vor allem die ultraviolette Strahlung durch die Sonne (und Solarien) die größte Rolle bei den Ursachen.

Die genaue Häufigkeit des Basalioms in Deutschland ist nicht bekannt. Sie wird geschätzt auf 50 bis 100 Neuerkrankungen im Jahr pro 100 000 Einwohner. Die Häufigkeit nimmt in der ganzen westlichen Welt zu, das Erkrankungsalter sinkt – es sind immer mehr und immer jüngere Menschen betroffen. Zurückgeführt wird dies meistens auf die veränderten Freizeitgewohnheiten: vermehrtes Sonnenbaden mit viel nackter Haut und Solariumsbesuch.

Das Basaliom entwickelt praktisch nie Metastasen (Tochtergeschwülste). Man stirbt in der Regel nicht an einem Basaliom. Lokal wächst der Tumor zwar zerstörend, er frißt sich immer tiefer durch alle Schichten des Gewebes – ist er aber einmal entfernt, so ist der Patient in der Regel geheilt. Leider ist es oft schwer, ihn im Gesicht zu entfernen, weil dort an vielen Stellen nur wenig „überschüssige“ Haut zur Verfügung steht. Eine rechtzeitige Erkennung des Tumors macht die Operation, die meist ambulant in loakaler Betäubung durchgeführt wird, erheblich einfacher.

An zweiter Stelle: Das Spinaliom, der „Stachelzellenkrebs“

Das Spinaliom wird auch Stachelzellenkrebs, Plattenepithel– oder Spindelzellkarzinom genannt und ist der zweithäufigste Hautkrebs in Deutschland, es sollen rund 25 bis 30 Menschen pro 100 000 Einwohner jedes Jahr an diesem Tumor erkranken. Auch das Spinaliom ist ein recht gutartiger Krebs – er metastasiert spät und selten, aber er verläuft etwas bösartiger als das Basaliom.

Am häufigsten ist das Spinaliom am Kopf zu finden, z.B. an der Unterlippe, auf der Glatze, an der Ohrmuschel oder auf der Stirn. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen, das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 70 Jahren. Wie auch beim Basaliom besteht ein eindeutiger Zusammenhang mit der Hautschädiung durch die Sonne.

Manchmal tritt das Spinaliom aber auch an Stellen auf, die selten von der Sonne beschienen werden: an den äußeren Schamlippen zum Beispiel, an der Eichel des Penis oder in der Mundschleimhaut. Diese Spinaliome verlaufen in der Regel bösartiger, die Humanen Papillomviren (HPV) sollen eine Rolle bei ihrer Entstehung spielen.

Der seltenste, aber der bösartigste Hautkrebs: Das maligne Melanom

Der weitaus seltenste Hautkrebs ist der sogenannte schwarze Hautkrebs oder das Maligne Melanom. Das Maligne Melanom tritt jährlich bei rund 12 Menschen von 100 000 Einwohnern auf, die Sterblichkeit beträgt bei Männern 2,6 pro 100.000 und bei Frauen 1,6 pro 100 000 und Jahr.

Im Gegensatz zu den beiden anderen Hautkrebsarten, die auch als „weißer Hautkrebs“ zusammengefaßt werden, metastasiert der schwarze Hautkrebs sehr viel früher und häufiger. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt weitaus niedriger als beim schwarzen Hautkrebs – Mittfünfziger sind am häufigsten betroffen, Melanome finden sich aber auch schon bei jungen Erwachsenen, 2 % aller Erkrankten sind jünger als 20 Jahre.

Auch bei der Enstehung des malignen Melanoms spielt die UV-Strahlung eine große Rolle: Sowohl die Anzahl der Sonnenbrände in der Kindheit als auch die gesamte UV-Belastung der Haut im Laufe des Lebens sind Risikofaktoren. (Das Melanom entsteht  weitaus häufiger als der weiße Hautkrebs an Stellen des Körpers, die nicht oder nur wenig dem Sonnenlicht ausgesetzt waren.)

Aber auch Menschen mit sehr vielen Muttermalen und solche mit mehreren sehr großen und sonst auch ungewöhnlich aussehenden Muttermalen tragen ein erhöhtes Risiko.

Auch der schwarze Hautkrebs ist, wenn er rechtzeitig erkannt wird, mit einer einfachen Operation – der Entfernung des Tumors – zu heilen. Schwierig wird die Behandlung, wenn er bereits Tochergeschwülste gebildet hat – dann sind z.B. Chemotherapie, Immuntherapie und Bestrahlung notwendig, die Aussicht auf Heilung ist drastisch reduziert.

Ab 1. Juli 2008 gibt es eine neue Hautkrebsvorsorge

Zusammengefaßt gilt für alle drei Hautkrebsarten: Hautkrebs ist in 100 % der Fälle durch eine einfache, ambulant durchzuführende Operation heilbar, wenn er früh genug erkannt wird.

Ab dem 1. Juli 2008 wird eine flächendeckende Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs in Deutschland eingeführt. Diese Untersuchung wird für alle gesetzlich Krankenversicherten angeboten, die älter als 35 Jahre sind, sie sollte alle zwei Jahre wiederholt werden.

Die Hautkrebsvorsorge wird von speziell geschulten Hausärzten und Dermatologen durchgeführt. Bisher haben 10 000 der 45 000 Hausärzte die vorgeschriebenen Kurse besucht.

Bei der Untersuchung wird die gesamte Haut von Kopf bis Fuß inspiziert , für die Versicherten ist die Teilnahme kostenlos.

Quellen und weiterführende Links

P. Altmeyer: Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Umweltmedizin, Online Version, Stichworte: Melanom, malignes; Basalzellkarzinom; Karzinom, spinozelluläres

Hautkrebs-Screening.de

Krebsinformationsdienst.de – Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums für Patienten, hier zum Theam Hautkrebs

Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention zum Thema Hautkrebsscreening

Das Robert Koch-Institut in Berlin zum Thema Häufigkeit von Hautkrebs

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