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Archive for Oktober 2008

Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, Asthma, Entzündungen der Augen oder der Haut – alles dies soll Tonerstaub auslösen, sagt die Webseite Krank-durch-Toner.de. Der Staub stammt aus den Tausenden von Druckern, Faxgeräten und Kopierern, die in deutschen Büros und Haushalten stehen. Jetzt ist noch ein gravierender Verdacht hinzugekommen: Tonerstaub soll Lungenkrebs verursachen.

Geäußert hat diesen Verdacht der Rostocker Medizinprofessor Ludwig Jonas. Jonas erhielt ein ganz besonderes Erbe zugeschickt: Den Lungenkrebs eines Büromaschinentechnikers. Zu Lebzeiten war dem Techniker vom Arbeitgeber sogar das Tragen eines Mundschutzes untersagt worden, meldet die Süddeutsche Zeitung. Die Kunden sollten nicht beunruhigt werden. Nachdem die Diagnose feststand, legte der Patient in seinem Testament fest, dass seine Lunge nach seinem Tod untersucht werden sollte.

Professor Jonas untersuchte den Tumor mit dem Elektronenmikroskop und fand in den Tumorzellen massenhaft Kohlenstoffpartikel, die exakt den feinen Tonerpartikeln entsprechen, die ein Servicetechniker beim Wechsel einer Tonerkartusche einatmet. Für sich alleine sind diese Partikel vielleicht noch nicht krebserregend, aber sie transportieren eine Reihe giftiger Substanzen in das Zellinnere, die ansonsten dort nicht hingelangt wären.

Susanne Tautz, eine Doktorandin des Rostocker Professors, untersuchte zur gleichen Zeit Mäusezellen, die sie mit Tonerstaub zusammenbrachte. Sie konnte zeigen, dass Tonerstaub von den Zellen aufgenommen wird so wie das bei dem feinen, krebserregenden Asbeststaub passiert. Außerdem wies sie nach, dass der Feinstaub aus dem Drucker die Konzentration freier Sauerstoffradikale erhöht. Diese Substanzen können theoretisch das Erbgut der Zellen verändern und so Krebs auslösen, der endgültige Beweis hierfür steht allerdings noch aus.

Das Umweltministerium hat angekündigt, am 12. November eine Anhörung durchzuführen, wahrscheinlich werde man zusätzliche Untersuchungen zur Gesundheitsgefahr durch Tonerstaub durchführen.

Quellen

Krank-durch-Toner.de

Süddeutsche Zeitung vom 24.10.2008: Toner im Tumor

TU Berlin – Gesellschaft Arbeit und Ergonomie – online e.V.: Tonerstaub in Bürogeräten mit vielen praktischen Hinweisen und Links zur Vermeidung von Feinstaubbelastung bei der Verwendung von Laserdruckern

Bild: ©brit auf pixelio.de

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So harmlos wie sie scheinen, sind die vielen Präparate mit Vitaminen und Spurenelementen offensichtlich doch nicht. In den USA wurde jetzt eine Studie über Vitamin E und Selen abgebrochen: Die Teilnehmer, die das Vitamin E erhielten, erkrankten häufiger an Prostatakrebs, die Selengruppe an Diabetes.

Eigentlich sollte das Gegenteil bewiesen werden: Die Untersucher wollten prüfen ob Selen, Vitamin E oder beides zusammen Männer vor Prostatakrebs schützt.

Die Studie mit dem Namen SELECT (Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial) begann im Jahre 2001 an 400 verschiedenen Orten in den USA, Kanada und Puerto Rico. 35.000 Männer im Alter über 50 Jahren nahmen daran teil.

Nachdem Anstieg der Prostatakrebserkrankungen in der Vitamin-E-Gruppe und der Zahl der Diabetes-Erkrankungen in der Selen-Gruppe wurden die Teilnehmer informiert und gebeten, keine Studienpräparate mehr einzunehmen.

Quellen

Deutsches Ärzteblatt: Studie gestoppt: Vitamin E und Selen mit potenziellen Risiken in der Prävention des Prostatakarzinoms

Homepage der SELECT-Studie

South West Oncology Group: Der verantwortliche Forschungsverband

Foto: © Knipsermann auf Pixelio.de

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Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Stanford Universität in Kalifornien (USA) haben einen neuen Bluttest entwickelt, der es erlaubt, das Down-Syndrom beim Ungeborenen aus einem Bluttest der Mutter zu diagnostizieren.

Die Diagnose ist zur Zeit nicht ungefährlich für Mutter und Kind, es muss Fruchtwasser aus der Gebärmutter der Schwangeren durch eine Punktion entnommen werden. Infektion und Frühgeburt sind die Risiken. Das Down Syndrom ist eine angeborene Erkrankung, die u.a. mit verzögerter intellektueller Entwicklung, Herzfehlern und einem typischen Körperbau einhergeht. Die Ursache ist ein dreifach vorhandenes Chromosom mit der Nummer 21, normalerweise enthalten menschliche Körperzellen nur zwei davon in ihrem Zellkern. Daher stammt auch der Name Trisomie 21 für das Down Syndrom.

Im Blut der Schwangeren sind Spuren der Erbsubstanz des Ungeborenen zu finden, allerdings ist die Konzentration der kindlichen DNA sehr gering.

Die amerikanischen Forscher vermehrten ganz einfach sämtliches freies DNA-Material, das sie im Blut der Mutter finden konnten. Sie analysierten die Verteilung der unterschiedlichen Chromosomen in der Probe. Ein zuverlässiger Hinweis auf das Down Syndrom war ein gehäuftes Auftreten des 21. Chromosoms (oder Teile davon) im Blut der Mutter. Auch andere, seltenere Erbkrankheiten mit Vermehrung der normalen Chromosomenanzahl konnten auf diese Weise festgestellt werden.

Der Test ist relativ preiswert, die Kosten werden auf rund 500 € geschätzt. Bei einer routinemäßigen Anwendung z.B. bei älteren Schwangeren (bei denen das Risiko erhöht ist), dürften die Preise weiter sinken.

Quellen

Proceedings of the National Academy of Science of the United States of America (PNAS), 6.10.2008 online: Noninvasive diagnosis of fetal aneuploidy by shotgun sequencing DNA from maternal blood

Dialog Gentechnik: Bluttest zur Frühdiagnose des Down-Syndroms

Bild: Achtjähriger Junge mit Down Syndrom, gefunden auf Wikimedia Commons, Lizenz: creative commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

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Die Prostata ist eine kastaniengroße Drüse, die beim Mann unterhalb der Blase liegt und den Anfangsteil der männlichen Harnröhre umgibt. Die Prostata produziert ein milchiges Sekret, das einen Teil der Samenflüssigkeit bildet und für die Beweglichkeit der Samenzellen und für ihre Befruchtungsfähigkeit unentbehrlich ist.

Die Bezeichnung Prostata stammt vom griechischen Wort προστάτης (prostates) für Vorsteher, im Deutschen wird sie auch Vorsteherdrüse genannt.

Lage und Aufbau
Die Prostata liegt hinter der Schambeinfuge, an der sie durch ein Band befestigt ist und vor dem Enddarm, auf dem Beckenboden. Sie kann daher vom Enddarm aus getastet werden.

Hinter und seitlich der Prostata liegen die Samenbläschen, die ein weiteres Sekret produzieren, das der Samenflüssigkeit beigemengt wird. Ebenfalls von hinten laufen die Samenleiter auf die Prostata zu. Der Ausführungsgang der Samenbläschen und der letzte, erweiterte Teil der Samenleiter vereinigen sich im Bereich der Prostata zu einem gemeinsamen Gang, dem sog. Spritzkanälchen oder Ductus ejaculatoris. Dieser mündet im Bereich des Samenhügels (Collicus seminalis) in die Harnröhre.

Die Prostata besteht aus Drüsengewebe, elastischem und straffem Bindegewebe sowie einem großen Anteil Muskulatur. Die Muskulatur gehört zur glatten Muskulatur, d.h. sie kann nicht durch den Willen ihres Besitzers gesteuert werden sondern erhält ihre Befehle vom unbewussten, dem sog. vegetativen Nervensystem.

Die Prostata unterteilt sich in 30 bis 50 Einzeldrüsen. Die Ausführungsgänge dieser Drüsen münden neben dem Samenhügel jeweils einzeln in die Harnröhre.

Das Drüsengewebe ist ungleichmäßig verteilt. Direkt um die Harnröhre herum überwiegt Muskelgewebe, das sich bei der Ejakulation zusammenzieht und damit die Harnröhre in Richtung Blase verschließt, der Samenflüssigkeit somit den Weg in die Blase versperrt. Binde- und Muskelgewebe machen auch den Hauptanteil der äußersten Prostataschicht aus, direkt darunter liegen in der sog. peripheren Zone 70 % des Drüsengewebes. Hier finden sich auch die Mehrzahl der Carcinome, die hier mit dem Finger getastet werden können.

Allerdings entstehen 10 % der bösartigen Neubildungen in der zentralen Zone um die Harnröhre herum und 20 % in der sog. Übergangszone, einem kleinen Bereich neben der zentralen Zone, in dem nur etwa 5 % der Prostatadrüsen lokalisiert sind. In diesen beiden Bereichen sind die Tumore nicht mit dem tastenden Finger erreichbar.

Die sog. gutartige Prostatavergrößerung (die Prostatahyperplasie) entsteht ausschließlich in der Zone um die Harnröhre und in der Übergangszone, sie ist daher gut operativ von der Harnröhre aus zu behandeln.

Funktion der Prostata

Hauptaufgabe der Prostata ist die Bildung eines Sekrets, das der Samenflüssigkeit (dem Sperma) beigefügt wird, das Prostatasekret macht etwa 20 % des Spermas aus. Ohne das Prostatasekret können Spermien keine Eizelle befruchten. Es enthält Enzyme wie das PSA (Prostataspezifische Antigen), das den Samen verflüssigt. Das Spermin sorgt für die Beweglichkeit der Spermien und gibt der Samenflüssigkeit den typischen Geruch. Prostaglandine fördern die Kontraktion der Gebärmutter. Das Sekret ist leicht sauer (pH 6,4) und sieht milchig-trübe aus.

Die Muskulatur der Prostata führt zu Kontraktionen, dadurch wird das Sekret der Drüse vor der Ejakulation in die Harnröhre gepresst, wo es sich mit dem Sekret der Samenbläschen und den Samenzellen (Spermien) vermischt. Die Prostata unterstützt durch ihre Muskulatur und die Lage unterhalb der Blase die Kontinenz, also die Fähigkeit, das Wasser zu halten. Bei der Ejakulation, die in erster Linie durch die Beckenbodenmuskulatur und die Muskulatur um die Schwellkörper herum ausgelöst wird, sorgt die Prostata für einen Verschluss der Harnröhre zur Blase hin und verhindert dadurch eine „retrograde“ Ejakulation in die Harnblase. Beim Wasserlassen verschließt die Muskulatur der inneren Zone die Ausführungsgänge der Prostatadrüsen und der Spritzkanälchen, so dass kein Urin eindringen kann.

In der Prostata wird das männliche Geschlechtshormon, das Testosteron, in seine noch aktivere Form, das Dihydrotestosteron (DHT)umgewandelt.

Unter dem Einfluss von DHT wächst die Prostata mit Beginn der Pubertät, um beim 20jährigen Mann etwa ein Gewicht von 20 g zu erreichen. Ab dem 30ten Lebensjahr beginnt eine weitere Vergrößerung der Drüse vor allem im inneren Bereich, diese gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) kann Prostatagewichte von 100g und mehr hervorbringen.

Bei vielen Männern ist die Prostata auch eine Quelle sexueller Lustempfindung („G-Punkt“ des Mannes).

Erkrankungen der Prostata: Prostatitis bei den Jungen, BPH bei den Älteren

Vor allem in den jungen Jahren des Mannes (bis etwa zum 40, 45. Lebensjahr) wird er gepeinigt von den vielen Spielformen der Prostataentzündung, der Prostatitis.

Bakterien verursachen akute Entzündung

Die akute Prostatitis wird von Bakterien hervorgerufen und gleicht in ihren Beschwerden denen einer Blasenentzündung: Schmerzhaftes und häufiges Wasserlassen beispielsweise. Allerdings tritt recht bald hohes Fieber hinzu, was untypisch für eine Blasenentzündung ist. Schmerzen am Damm, beim Stuhlgang und während der Ejakulation sind ebenfalls Anzeichen einer Prostatitis. Behandelt wird mit Antibiotika.

Chronische Prostatitis: Vielgestaltige Beschwerden

Die chronische Prostatitis tritt manchmal nach einer akuten auf, manchmal aber auch ohne Vorläufererkrankung. Die Beschwerden sind sehr vielgestaltig, betreffen das Wasserlassen, den Stuhlgang und die Sexualfunktion. Auch blutige Beimengungen zum Sperma (Hämatospermie) können Folge einer chronischen Prostatitis sein.

Die Behandlung erfolgt nach den ermittelten Ursachen, beispielsweise Antibiotika beim Nachweis von Bakterien, Regulierung des Stuhlgangs, krampflösende, entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente.

Das Chronisches Schmerzsyndrom – schwer zu behandeln

Sehr schwer in der Abklärung und der Therapie ist das chronische Schmerzsyndrom der Prostata, das häufig auch ohne Nachweis von Bakterien oder sonstigen Anzeichen von Entzündung auftritt.

Es wird auch als chronisches pelvines (= zum Becken gehörendes) Schmerzsyndrom (chronic pelvic pain syndrome, CPPS) bezeichnet. Eine Vielzahl von therapeutischen Verfahren von der Langzeitantibiose bis zur Prostatamassage wird bei dieser Erkrankung versucht. Die Vielzahl der Verfahren zeigt sicherlich auch, dass das CPPS nicht leicht zu behandeln ist.

Vergrößerte Prostata, erschwertes Wasserlassen

In den reiferen Jahren des Mannes treten Beschwerden durch die Vergrößerung der Prostata auf. Genauer gesagt: Beschwerden wie häufiges und erschwertes Wasserlassen werden vor allem durch die Vergrößerung der inneren, rund um die Harnröhre gelegenen Anteile der Prostata hervorgerufen. Die Vergrößerung der Drüse, auch Benigne Prostatahyperplasie (BPH) genannt, beginnt mit dem 30. Lebensjahr und jedes Jahr wird es schlimmer, im 90. Lebensjahr hat fast jeder Mann eine BPH. Die Vergrößerung muss aber nicht in jedem Fall auch Beschwerden machen, und nicht in jedem Fall muss behandelt werden. Trotzdem: An Beschwerden beim Wasserlassen durch Prostatavergrößerung, dem sogenannten Benignen Prostatasyndrom (BPS) leidet eine Vielzahl von Männern, je nach Untersuchung bis zu 30 % aller Probanden.

Keine Vorbeugung

Vorbeugen kann man dem BPS wohl kaum, es sei denn man ließe sich kastrieren: Bei Eunuchen gibt es auch im Alter keine vergrößerte Prostata. Dies weist auf die Hauptursache der häufigen Erkrankung hin: Es sind die männlichen Geschlechtshormone, besonders in ihrer aktivierten Form, dem Dihyhydrotestosteron. Aber auch ihre weiblichen Pendants, die Östrogene, spielen eine Rolle bei der Vergrößerung des inneren Prostataanteils. Östrogene werden beim Mann aus Testosteron gebildet.

Therapie des BPS: Medikamente und Operation

Zur Therapie des BPS gibt es eine Reihe von Medikamenten, am häufigsten verordnet und am wirksamsten ist das Tamsulosin. Tamsulosin ist ein Hemmstoff des unbewussten Nervensystems, genau gesagt eines Teils davon. Es hemmt die Auswirkungen des Sympathikus auf die Muskulatur der Prostata. Der Sympathikus, der aktivierende Teil des unbewussten Nervensystems, führt zu einer Kontraktion der glatten Muskulatur der Prostata rund um die Harnröhre. Dazu besitzen diese Muskelzellen spezielle Rezeptoren, Andockstellen für die Überträgerstoffe des Sympathikus. Tamsulosin blockt diese alpha-1-Rezeptoren, dies lässt die Muskeln in der Prostata erschlaffen und das Wasserlassen wird leichter.

Operiert wird, wenn Medikamente nicht mehr helfen. In der Regel wird durch die Harnröhre (Urethra) operiert, so dass kein äußerlicher Schnitt sichtbar bleibt. Goldstandard ist die sogenannte transurethrale Resektion der Prostata (TURP), in letzter Zeit wurden viele neue Verfahren entwickelt. Um die Hindernisse beim Wasserlassen zu entfernen, wird bei der TURP ein Teil des Prostatagewebes rings um die Harnröhre entfernt.

Prostatakrebs: Häufigster Krebs beim Mann

Der Krebs der Prostata ist mit 25,4 % in Deutschland die häufigste Krebserkrankung des Mannes, bei der Sterblichkeit an Krebs liegt er mit 10,1 % an dritter Stelle. Das Durchschnittsalter der Erkrankung liegt bei 69 Jahren, vor dem 50. Lebensjahr tritt er kaum auf.

Prostatakrebs macht im Frühstadium kaum Beschwerden. Treten solche Beschwerden wie Harnverhalt, Knochenschmerzen oder Blut im Urin auf, so handelt es sich in der Regel um weit fortgeschrittene Tumore.

Ursachen unbekannt, Risikofaktoren diskutiert

Die Ursachen des Prostatakarzinoms sind weitgehend unbekannt. In jüngeren Jahren spielen offensichtlich genetische Faktoren eine große Rolle, für die Tumore im höheren Alter werden Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen und fettreiche Ernährung als Risikofaktoren diskutiert.

Früherkennung heiß umstritten

Die gesetzlichen Krankenkassen bieten eine kostenlose Früherkennungsuntersuchung auf Prostatakrebs für alle versicherten Männer ab dem 45. Lebensjahr an. Der Arzt tastet dabei mit dem Finger die Prostata durch den Enddarm auf verdächtige Knoten ab. Karzinome der inneren Anteile der Prostata können dabei nicht erfasst werden, auch muss der bösartige Tumor eine gewisse Größe erreicht haben, bis er mit dem Finger gefühlt werden kann.

Vor allem Urologen empfehlen daher eine begleitende Bestimmung des Prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut des Patienten bei der Früherkennung. (Ein Prostatakarzinom entlässt mehr PSA ins Blut als die normale Prostata.) Ab einem bestimmten PSA-Wert muss dann eine Biopsie (Entnahme einer Probe) die Diagnose: „Krebs oder gesund?“ klären.

Aber nicht nur ein Karzinom kann den PSA-Wert erhöhen: Auch eine gutartige Vergrößerung der Prostata (die BPH, s.o.) führt zum Anstieg dieses Markers, ja sogar intensives Radfahren kann das PSA im Blut erhöhen.

Andererseits gibt es auch Prostatakarzinome mit niedrigem PSA-Wert.

Viele Patienten mit einem Prostatakarzinom im Frühstadium werden im Laufe ihres Lebens an einer anderen Erkrankung sterben, lange bevor das Karzinom ihnen Beschwerden macht. Das gilt vor allem für ältere Patienten: Untersuchungen nach dem Tod ergaben, dass 85 % aller 85jährigen ein Prostatakarzinom aufweisen, an diesem Leiden sterben aber nur 3,5 % in dieser Altersgruppe.

Die Diskussion um die Früherkennung durch PSA-Bestimmung wird teilweise recht heftig geführt. Vor allem von der Deutschen Gesellschaft für Urologie wird eine routinemäßige Messung des PSA dringend empfohlen. Andere Experten wie die des National Cancer Institute der USA sprechen sich gegen ein routinemäßiges Screening aus, weil sie befürchten, dass durch eine Therapie von Karzinomen, die dem Träger vielleicht nie Beschwerden gemacht hätten, mehr Schaden als Nutzen gestiftet werden könnte.

Aber auch Experten des Deutschen Krebsforschungsinstituts in Heidelberg weisen darauf hin, dass es immer noch nicht bewiesen sei, ob routinemäßige PSA-Bestimmungen einen Vorteil für das Überleben bieten oder nicht.

Zwei große Studien, eine in Europa und eine in den USA werden in den kommenden Monaten (hoffentlich) klare Aussagen über das PSA-Screening ermöglichen.

Quellen

Urologielehrbuch.de: Prostata: Anatomie, Histologie und Physiologie

Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID): Broschüre: „Krebs in Deutschland“ (als PDF-Datei zu laden)

The Cochrane Library: Screening for prostate cancer

BMJ. 2002 July 13; 325(7355): 61.PMCID: PMC1123626 „PSA screening leads to overdiagnosis, study says“

Die Zeit Nr. 34 vom 14.08.2008: Krebsvorsorge – Test oder Tombola

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Was viele schon immer vermuteten, wurde jetzt wissenschaftlich bestätigt: Durch regelmäßiges Eincremen wird die Haut trockener, es muss weiter eingecremt werden, die Haut wird „süchtig“ nach der Hautcreme.

Izabela Buraczewska fand in ihrer Doktorarbeit an der Universität von Uppsala in Schweden heraus, dass die Aktivitäten bestimmter Gene von der Hautcreme beeinflusst werden, die Haut produziert dadurch weniger Fett als vorher.

Es spielte keine Rolle, ob mineralische oder pflanzliche Fette verwendet wurden und auch nicht wie hoch der pH-Wert der Creme war: Immer zeigten die Hautproben den gleichen negativen Befund.

Nur einige hochkomplex zusammengesetzte Fette hatten keinen so stark austrocknenden Effekt. Hier sei weitere Forschung nötig, um Patienten mit Ekzemkrankheiten besser zu helfen, meinte die Doktorandin, die ihre Doktorarbeit morgen, am 24. Oktober, verteidigen muss.

Quelle

Sciencedaily.com: Skin Creams Can Make Skin Drier

Bild: © Clarissa Schwarz auf pixelio.de

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Das Lied der Bee Gees, das ausgerechnet den Titel „Stayin‘ Alive“„Am Leben bleiben“ trägt, kann offensichtlich Leben retten.

Das fanden Forscher der Universität von Ilinois heraus, wie die Zeitung Chicago Tribune berichtete.

Die Herzdruckmassage bei der Wiederbelebung stellt Ungeübte immer wieder vor ein Problem: Wie oft soll ich drücken und wie merk ich mir das? Die Antwort ist: 100 mal in der Minute und merken können Sie sich das, in dem sie im Takt von „Stayin‘ Alive“ (103/min) drücken. Für rhythmisch begabte Menschen ist das vielleicht eine brauchbare Merkhilfe.

Eine australische Krankenschwester warnte in einem Blogkommentar davor, das Lied zu singen, wenn Angehörige der Wiederbelebung zusehen….

Quellen

Chicago Tribune vom 21. Oktober 2008

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Seit dem Conterganskandal sind wir in Deutschland gebrannte Kinder. Lieber gar kein Medikament in der Schwangerschaft als das Risiko eingehen, dem Ungeborenen zu schaden.

Deutsche Beipackzettel sind sehr streng was die Schwangerschaft angeht. Die Informationen, welche Medikamente in der Schwangerschaft erlaubt sind und welche nicht, sind oft nur mühselig zu finden. Geht man nach den Beipackzetteln oder den Angaben in der Roten oder Gelben Liste, dann kann darf man fast keine Krankheit in der Schwangerschaft mehr guten Gewissens behandeln.

Der Krankenschwester-Blog zeigte mir jetzt eine neue Quelle: die Datenbank embryotox.de ist online für jeden verfügbar und zeigt an, welche Arzneimittel in der Schwangerschaft eingesetzt werden können und welche nicht. Die Informationen sind dabei nicht so sehr von juristischen Erwägungen abhängig wie in den Beipackzetteln, auch viele Erfahrungen aus dem Ausland werden berücksichtigt.

Es gibt zwei Suchrichtungen: Man kann Krankheiten angeben und nach passenden Medikamenten suchen, aber auch einzelne Medikamente auf ihre Eignung in der Schwangerschaft prüfen. Auch eine kostenlose, individuelle Beratung der Schwangeren ist möglich.

So erfahre ich z.B., dass niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (Aspirin100® u.a.) durchaus bei Schwangeren einzusetzen ist, während alle offiziellen Beipackzettel dies streng verbieten. (Niedrig dosiertes Aspirin dient zur Vorbeugung von Schlaganfällen und Herzinfarkten, nachdem bereits solche Erkrankungen oder Vorläufer aufgetreten sind.)

Mein Fazit: Eine sehr informative Informationsquelle, für Patienten und Ärzte geeignet.

Die Seite wird betrieben vom Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, einer Einrichtung des Berliner Betriebs für Zentrale Gesundheitliche Aufgaben, finanziell unterstützt vom Berliner Senat und vom Bundesgesundheitsministerium.

Quellen

Der Krankenschwester-Blog, obwohl die Schwester keine Ärzte mag

Embryotox.de – die Datenbank

Bild: Copyright by ichselbst! auf pixelio.de

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