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Archive for November 2008

nacktscanIch habe bereits darüber berichtet: Nacktscanner an Flughäfen sind nicht ganz unbedenklich für die Gesundheit. Nun schien es so, als sei das Thema Nacktscan in Deutschland vom Tisch. Ende Oktober 2008 sagte eine Sprecherin von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble: „Ich kann Ihnen in aller Klarheit sagen, dass wir diesen Unfug nicht mitmachen.“

Heute finde ich auf SZ-Online eine Meldung, die dem zu widersprechen scheint. Demnach antwortete die Regierung auf eine Anfrage der FDP im Bundestag, dass neue Versuche mit Nacktscannern von der Bundespolizei geplant werden.

Schon Ende Oktober war der Rückzug des Bundesinnenministers alles andere als glaubhaft: Schließlich ist bekannt, dass diese Technologie von der Bundesregierung und der EU seit Jahren gefördert wird.

Strahlenexperte lehnt jede Form von Nacktscan ab

Edmund Lengfelder ist Professor für Strahlenbiologie an der Universität München. In einem Interview mit der Münchener Medizinischen Wochenschrift, einer renommierten deutschen medizinischen Fachzeitschrift, erläuterte er kürzlich seine Bedenken gegen jede Form von Nacktscannerei.

Röntgenstrahlen, die bei einer Bauart von Scannern eingesetzt werden, seien krebserzeugend und daher generell abzulehnen. Aber auch das zweite, konkurrierende Prinzip, die Abtastung mittels Terrahertzstrahlung, sei nicht unbedenklich.

„Diese Strahlen sind bisher nie angewendet worden, und kein Mensch weiß, was sie im Körper auslösen können. Die Aussage „wir sind von der Sicherheit überzeugt“ einer technischen Behörde oder eines selbsternannten Experten ist völlig irrelevant, solange es keine qualifizierten Untersuchungen gibt,“, erklärte Lengfelder.

Quellen

Süddeutsche Zeitung online vom 29.11.08: Nacktscanner – Bundespolizei plant neuen Laborversuch

Münchener Medizinische Wochenschrift vom 20.11.08: Personenkontrolle am Flughafen: Wie riskant ist der Nackt-Scan?

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abreiseMehr als 70 % aller Medizinstudenten denken daran, im Ausland als Arzt zu arbeiten. Schlechte Arbeitszeiten, beschränkte Budgets und mageres Honorar werden als Hauptgründe genannt. Skandinavien, die Schweiz, England, Österreich, die USA und Australien werden als Auswanderungsziele genannt.

Nur 17 % aller befragten angehenden Mediziner wollen in Zukunft als Hausarzt arbeiten.

Dies sind die Ergebnisse einer Studie, die ein Forscherteam unter der Leitung von Dorothea Osenberg vom Institut für Allgemeinmedizin an der Ruhr Universität Bochum durchgeführt hat.

Die Studie ist noch nicht komplett veröffentlicht, es handelt sich um Vorabmeldungen der Pressestelle der Universität in Bochum.

Befragt wurden 4000 Studenten der Medizin, 1300 davon aus Bochum.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte in der letzten Woche in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung die Ministerpräsidenten der Länder aufgefordert, Stipendien an Medizinstudenten zu vergeben, um dem Ärztemangel auf dem Land entgegen zu wirken.

Das Land solle das Studium finanzieren und der Stipendiat sich im Gegenzug bereiterklären, auch als angestellter Arzt für fünf oder sechs Jahre an einem unterversorgten Ort zu arbeiten. „Ich bin überzeugt, 80 Prozent dieser Mediziner bleiben“, sagte die Ministerin wörtlich.

Ich habe meine Zweifel, ob dies tatsächlich etwas am Problem ändern wird. (Ganz abgesehen davon, dass es sich nur um einen Appell handelt und keine wirkliche Maßnahme.)

Ein Medizinstudium ist sehr teuer, es kostet den Steuerzahler mehrere hunderttausend Euro. Können wir es uns wirklich leisten, Ärzte in erster Linie für den Bedarf im Ausland auszubilden?

Der schrittweise Abbau der hausärztlichen Versorgung, insbesondere im ländlichen Bereich, ist überall sichtbar – niedergelassene Hausärzte finden keine Nachfolger mehr. Sind die Praxen erstmal dicht, dauert es Jahrzehnte, bis die ärztliche Versorgung wieder aufgebaut werden kann: Die Ausbildung eines Allgemeinarztes dauert (mindestens) 11 Jahre.

Ein Arzt, der seinen Leben in England oder Australien, in den USA oder Dänemark aufgebaut hat, kehrt nicht so einfach zurück.

Die Zeit zum Handeln ist jetzt gekommen und ich denke, meine Meinung wird von der oben genannten Studie unterstützt.

Quellen

Zeit online: Medizinstudenten – Nach dem Abschluss ab ins Ausland

WAZ: Ärzte als Auswanderer

IDW online: 70 Prozent der angehenden Ärzte können sich vorstellen auszuwandern

Bild: ©captureware auf pixelio.de


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diskussion2_323085-21Niemand zweifelt mehr daran, dass auch der Mann mit zunehmendem Alter weniger Geschlechtshormone produziert. Es ist nicht der scharfe Einschnitt wie bei den Frauen nach der letzten Regel – und auch die Unterschiede von Mann zu Mann sind größer als die von Frau zu Frau. Der Mann in den Wechseljahren ist häufiger depressiv verstimmt, seine Muskeln und seine Knochen schwinden, Libido und Potenz lassen nach. Der Ersatz von männlichen Geschlechtshormonen könnte die Beschwerden bessern, das haben erste Studien gezeigt. Aber anders als bei Frauen ist die Abwägung von Nutzen und Risiko beim Mann weit schwieriger – die Forschung kann hier noch keine klaren Antworten geben.

Andropause oder PADAM

Irgendwann zwischen dem 40ten und 50ten Lebensjahr beginnen die männlichen Wechseljahre: Die Blutspiegel des männlichen Geschlechtshormons, des Testosterons, sinken langsam, aber sicher, um durchschnittlich 1 % pro Jahr. Gleichzeitig steigt die Konzentration des Sexual-Hormon-Bindenden-Globulins, SHBG, an. Das SHBG ist ein Eiweiß, das das männliche Geschlechtshormon Testosteron im Blut fest an sich bindet. Da nur das freie, nicht an SHBG gebundene Testosteron, biologisch aktiv ist, wirkt sich ein Anstieg des SHBG genauso aus wie ein Abfall des Testosteronspiegels – die Wechseljahre des Mannes schreiten voran.

Bis heute streitet man um den passenden Begriff: die Neuschöpfung Andropause wurde nach dem Vorbild der weiblichen Menopause gebildet. Sicher: Bei der Frau erlischt die monatliche Regel, aber beim Mann alles Männliche ? (Die Vorsilbe andro -ἀνήρ- stammt aus dem Griechischen und bedeutet Mann.)

Befriedigende Sexualität ist bis ins hohe Alter bei Mann und Frau möglich – Andropause ist ein untauglicher Begriff für das männliche Klimakterium, Klimakterium virile.

Nach langem Suchen setzte sich seit Mitte der 1990er Jahre das englische Kunstwort PADAM druch: „Partial Androgen Deficiency in the Ageing Male“. Auf Deutsch: „Partielles Androgen Defizit des Alternden Mannes“. Manche nennen das männliche Klimakterium auch ADAM – was das gleiche, nur ohne partiell meint und immerhin sehr einprägsam ist.

Libido und Potenz vermindert, Muskeln und Knochen geschwächt

Die Beschwerden, die aus dem Nachlassen der Testosteron-Produktion in den reiferen Jahren des Mannes resultieren, sind sehr vielgestaltig. Zum Teil können sie nicht sicher von Erscheinungen und Beschwerden, die das „normale Altern“ mit sich bringen, abgegrenzt werden.

Die Muskelkraft nimmt ab, ebenso die Stabilität der Knochen. Die Wahrscheinlichkeit von Knochenbrüchen wird dadurch erhöht. Viele betroffene Männer klagen über ein Nachlassen der Vitalität und depressive Verstimmungen. Der Fettanteil an der Körpermasse nimmt zu, insbesondere im Bauchbereich sammeln sich unschöne (und ungesunde) Polster an.

Sowohl das sexuelle Verlangen (die Libido) als auch die Potenz nehmen ab.

Hormonersatz: Langfristige Risiken noch völlig unklar

Obwohl die Verschreibung von Testosteronpräparaten weltweit zunimmt, fehlt es an aussagekräftigen Studien über die langfristigen Risiken.

Diskutiert werden vor allem folgende nachteilige Effekte:

  • Förderung von Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Verschlechterung der Blutfette
  • gutartige Prostatavergrößerung
  • Polyzythämie (die -krankhafte – Vermehrung der Blutzellen)
  • Prostatakarzinom

E. L. Rhoden und A.Morgentaler, Urologen an der Harvard Medical School in Boston, USA, haben in einem Übersichtsartikel des New England Journal of Medicine den Stand der Forschung zusammengefasst. Nach ihrer Meinung kann nach den heute geltenden Erkenntnissen für jedes der o.g. Risiken Entwarnung gegeben werden. Allerdings betonen auch sie noch einmal, dass dringend weitere Forschung nötig tut.

Die vorliegenden Studien über Testosteronbehandlung und Prostatakarzinom sind entweder viel zu kurz oder haben zu wenig Teilnehmer, um wirklich aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen.

Ein Mann, der an einem Prostatakarzinom leidet, darf nicht mit männlichen Geschlechtshormonen behandelt werden. Es ist seit langem bekannt: Testosteron fördert das Wachstum dieses bösartigen Tumors. Andererseits tragen sehr viele Männer ab dem 50. Lebensjahr verborgene Prostatakarzinome in sich, die keine Beschwerden verursachen und vermutlich auch nie verursachen werden. Führt die Behandlung mit Testosteron zur Aktivierung dieser okkulten Karzinome? Diese Frage ist noch nicht sicher geklärt.

Akne, Brustschwellung und Wassereinlagerung

Testosteronpräparate können auch beim erwachsenen Mann Akne hervorrufen.

Die Schwellung der Brust, die manche Männer unter der Therapie bemerken, ist auf eine Umwandlung des Testosterons in Östrogene, die weiblichen Geschlechtshormone, im Körper des Patienten zurückzuführen.

Manche Männer lagen Wasser ein, geschwollene Beine oder Luftnot bei Patienten mit Herzproblemen sind Anzeichen dafür. Bei anderen steigt der Blutdruck, auch hier ist vermutlich die gestörte Wasserbilanz Schuld.

Wie sich Testosteron auf den Haarausfall auswirkt, ist noch nicht richtig untersucht. Theoretisch sollte es die männliche Glatze fördern, der Bartwuchs und die Körperbehaarung nehmen dagegen zu.

Die Hodengröße nimmt ab, weil die anregende Wirkung der Stimulationshormone der Hirnanhangdrüse unter Testosterontherapie wegfallen, auch eine Zeugungsunfähigkeit (Sterilität) durch nachlassende Spermienproduktion ist häufig. Eine bestehende Schlafapnoe – Atemstillstände im Schlaf – wird oft verschlechtert.

Leberwerte steigen manchmal an, eine Gelbsucht zwingt zum Abbruch der Therapie. Die Auswirkung auf die Blutfette wird sehr unterschiedlich beurteilt: Manche Studien sehen einen Anstieg des Cholesterins, eine Verminderung der schützenden (HDL-)Fraktion des Cholesterins, andere sehen keine Veränderung, wieder andere sogar eine Verbesserung.

Männliche Geschlechtshormone führen zu einer vermehrten Blutbildung. Deswegen wurden sie früher auch zur Therapie bestimmter Formen der Anämie (Blutarmut) eingesetzt. Allerdings: Ist diese Wirkung zu stark, kommt es zur Polyzythämie, das Blut wird durch die Vielzahl neugebildeter Blutzellen „zähflüssig“, was zu Durchblutungsstörungen vor allem kleiner Blutgefässe führen kann.

Gels, Tabletten, Pflaster, Spritzen

Es gibt viele praktikable Wege, den Mangel an männlichem Geschlechtshormon zu behandeln – die Rote Liste® führt 14 verschiedene Präparate an. Welches ist das richtige?

Testosteron, als Tablette oder Kapsel geschluckt, gelangt vom Darm aus zunächst in die Leber. Dort wird es fast vollständig inaktiviert. Um dies zu vermeiden, schuf man eine Reihe von Testosteronverbindungen, die diesen „First-Pass-Effekt“ in der Leber „überleben“. Leider schadeten viele dieser Substanzen jedoch der Leber, riefen sogar gutartige und bösartige Lebertumore hervor. Kapseln, die Testeronundecanoat enthalten, sollen diese Giftigkeit für die Leber nicht entfalten, es ist allerdings schwer, ausreichende Wirkstoffspiegel im Blut mit dieser Substanz zu erreichen.

Das in den Transbuccaltabletten (transbuccal = über die Backe) enthaltene Testosteron wird über die Mundschleimhaut aufgenommen und umgeht damit dem Abbau in der Leber beim First-pass-Effekt.

Die Standardbehandlung des männlichen Mangels an Testosteron besteht in intramuskulären Injektionen von Testosteronenantat oder neuerdings auch Testeronundecanoat. Das Undecanoat hat den Vorteil, dass es seltener – nur etwa alle viertel Jahre – injiziert werden muss, das Enantat jedoch alle zwei bis drei Wochen. Neben der Schmerzhaftigkeit der Injektion ist der „sägezahnartige“ Verlauf des Testosteronspiegels ungünstig: Unmittelbar nach Injektion steigt der Spiegel auf über normale Werte stark an, fällt vor der nächsten Spritze aber in den Keller.

Auch der Weg über die Haut ist möglich: Testosteron gibt es als Gel zum Auftragen auf die Haut und als Medikamentenpflaster. Beim Gel muss darauf geachtet werden, dass nicht unfreiwillig die Ehefrau, Freundin oder die Kinder mit diesen Hautstellen in Kontakt kommen, sie könnten das Hormon unbemerkt aufnehmen – eine tiefe Stimme oder Bartwuchs bei der Frau und eine vorzeitige Pubertät beim Kind könnten die Folge sein.

Überwachung der Therapie

Bevor die Behandlung mit männlichen Geschlechtshormonen begonnen wird, sollte ein Krebs der Prostata durch Bestimmung des PSA-Wertes und eine rektale Untersuchung ausgeschlossen werden. Männer mit einem erhöhten PSA-Wert sollten sich einer Prostatabiopsie (Probenentnahme aus der Vorsteherdrüse) unterziehen.

Ein Blutbild sollte gemacht und die Blutfette sowie Leberwerte bestimmt werden. In regelmäßigen Zeitabständen, anfangs monatlich, danach vierteljährlich und schließlich jährlich sollte das Blutbild, die Blutfette, die Leberwerte und das PSA kontrolliert werden. Steigt der PSA-Wert schnell an oder überschreitet er den Normalwert, dann ist eine Biopsie anzuraten.

Der Mangel an Testosteron muss vor der Behandlung gesichert sein, am besten durch zwei Untersuchungen wegen der starken natürlichen Schwankungen.

Bessert sich unter der Therapie das Befinden des Patienten, dann braucht die Hormondosis nicht erhöht zu werden, auch wenn die Blutspiegel tief liegen. Spricht die Behandlung nicht an, dann hat eine Erhöhung der Dosis nur Sinn, wenn sich die Blutspiegel im unteren Bereich des Normalen oder darunter befinden. Erhält der Mann intramuskuläre Injektionen, dann sollte man bei der Interpretation der Blutwerte berücksichtigen, dass sie in den ersten Tagen nach der Spritze oft sehr hoch liegen, um in der Zeit danach auf sehr niedrige Werte abzufallen.

Hormonersatz beim Mann wirkt gut auf die Stimmung, auf Muskeln und Knochen. Auch die Libido, das sexuelle Interesse, steigt. Leider ist der Effekt auf die Potenz sehr gering.

Natürliche Alternativen: Ernährung und Bewegung

Vor allem die Bauch-betonte Adipositas führt zu niedrigen Testosteronwerten. Vermutlich liegt das daran, dass der Bauchspeck auch als hormonell aktives Organ tätig wird: Er wandelt das männliche Geschlechtshormon Testosteron in weibliche Östrogene um.

Auch regelmäßige körperliche Bewegung vor allem im Sinne eines Ausdauertrainings soll dem Mangel an männlichem Hormon wirksam entgegenwirken.

Fazit

Die Wechseljahre des Mannes haben ebenso Krankheitswert wie die der Frau, treten aber nicht bei jedem Mann und mit sehr unterschiedlicher Schwere auf. Bei erheblichen Beschwerden und nachgewiesenem Hormonmangel kann mit männlichem Geschlechtshormon behandelt werden. Viele Risiken der Hormonbehandlung bei Frauen konnten erst in großen Studien mit vielen tausend Teilnehmerinnen identifiziert werden. Beim Mann fehlen Studien in diesem Umfang, das potentielle Risiko der Behandlung ist daher schwer abzuschätzen.

Eine risikoarme Alternative gegen den Hormonmangel heißt: Abspecken und körperliches Training!

Quellen

Bild: Diskussion im Weinberg, © leocat auf pixelio.de

Dynamed: Testosterone therapy, EBM-basierte Übersicht auf englisch, Registrierung erforderlich

Urologielehrbuvh online: PADAM

Arzneitelegramm 2/2004: Jungbrunnen Testosteron?

Darby E, Anawalt BD.: Treat Endocrinol. 2005;4(5):293-309.Male hypogonadism : an update on diagnosis and treatment.(Zusammenfassung in Englisch auf PubMed

L. J. G. Gooren, Department of Endocrinology
Free University Hospital of Amsterdam: Partial Androgen Deficiency In The Ageing
Male (Padam)

The New England Journal of Medicine, 350:482-492, 29.Januar 2004: Ernani Luis Rhoden, M.D., and Abraham Morgentaler, M.D.: Risks of Testosterone-Replacement Therapy and Recommendations for Monitoring

Ärztewoche: Wie viel Testosteron braucht der Mann?

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apfeltabletteAuch wer B-Vitamine vorbeugend einnimmt, kann sich damit nicht vor Krebs schützen. Dies erbrachte eine neuere amerikanische Untersuchung, die gestern in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht wurde.

5442 Frauen, alle über 42 Jahre alt, in Gesundheitsberufen tätig und mit Risikofaktoren für eine Herzerkrankung, wurden in zwei Gruppen unterteilt: Die eine Gruppe erhielt eine Kombination der Vitamine Folsäure, B6 und B12, die andere Placebo.

Das Resultat nach 7 Jahren Beobachtung: Bösartige Tumore waren in beiden Gruppen gleich häufig. Das Vitamin-B-Gemisch konnte Krebs somit nicht verhindern, zum Glück aber auch nicht fördern.

Quelle

JAMA, 5.11.2008: Effect of Combined Folic Acid, Vitamin B6, and Vitamin B12 on Cancer Risk in Women Zusammenfassung der Studienergebnisse auf Englisch

Bild: © by-sassi auf pixelio.de

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372px-backscatter_x-ray_image_womanBundesinnenminister Wolfgang Schäuble sagt, sie werden in Deutschland nicht zum Einsatz kommen. Ein Bischof, die Polizeigewerkschaft und auch der sozialdemokratische Europaabgeordnete Martin Schulz sind empört: Nacktscanner soll es in Deutschland nicht geben.

Die Journalistin Susanne Härpfer glaubt das nicht: Schließlich fördere das Bundesforschungsministerium die Entwicklung dieser Technik mit 29 Millionen Euro im Jahr. Und mit staatlicher Unterstützung werde schon seit Jahren geforscht.

„Also entweder gibt es einen Dissenz zwischen dem Bundesinnenministerium und dem Bundesforschungsministerium, oder der Bundesinnenminister sagt nicht die ganze Wahrheit.“, schreibt sie auf telepolis.de.

Offensichtlich wird überall auf der Welt eifrig daran geforscht, wie man durch Kleidung, aber auch durch Mauern hindurch sehen kann, ohne dass der Beobachtete davon etwas merkt.

Als Arzt stellt sich mir die Frage: Ist eine solche Art von Durchleuchtung schädlich für die Gesundheit?

Drei verschiedene Methoden existieren, den Menschen nackt zu scannen:

1.) Mit Röntgenstrahlen – das ist auf jeden Fall gesundheitsschädlich. Auch wenn die Dosis bei jeder Untersuchung gering ist, es gibt keine unschädliche Dosis.

2.) Durch Abtasten des (bekleideten) Körpers mit der sogenannten Terrahertzstrahlung – die ist irgendwo zwischen Infrarot und Mikrowelle angesiedelt. Kein Mensch weiß, ob es dem Menschen schadet, es ist schlicht und simpel nicht erforscht. Schädigungen sind nicht auszuschließen.

3.) Jeder Mensch sendet diese Terrahertzstrahlung auch passiv aus, ähnlich der Wärmestrahlung. Diese Strahlung kann ganz einfach gemessen, aufgezeichnet und zu einem Bild verarbeitet werden. Die passive Methode zur Durchleuchtung ist sicher ungefährlich, wird aber nur selten eingesetzt.

Ein Nacktscan ist nicht nur moralisch bedenklich, er schadet wahrscheinlich auch der Gesundheit. Besonders betroffen sind Schwangere und Kinder.

Quellen

telepolis.de: Durch Wände und Kleider sehen

Eletronic Privacy Information Center: „Backscatter“ X-Ray Screening Technology“

Zeit online: Nacktscanner: Allsehende Augen für Militär und Polizei

Zeit online: Reaktion auf Protestwelle: Keine Nackt-Scanner in Deutschland

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