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Archive for 26. Januar 2009

Das British Medical Journal, eine der bedeutendsten medizinischen Zeitschriften weltweit, hat in seiner Weihnachtsausgabe 2008 wieder einmal kräftig mit medizinischen Mythen aufgeräumt.

maultaschenDie Mehrzahl meiner Patienten und auch viele meiner Kollegen würden mit Nachdruck behaupten: Essen am Abend macht dick!. Stimmt das wirklich? Setzen also Schnitzel oder schwäbische Maultaschen, abends gegessen, wirklich mehr an als wenn dasselbe mittags verzehrt wird ?

Die Kalorien-Bilanz entscheidet über das Gewicht, nicht der Zeitpunkt der Mahlzeit

„Mitnichten !“ sagen die Herausgeber der englischen Fachzeitschrift. Sie berufen sich dabei auf eine Vielzahl gründlicher Untersuchungen weltweit.

Es stimmt zwar: Menschen, die das Frühstück auslassen, haben ein größeres Risiko, dick zu werden. Das liegt aber nicht daran, dass sie abends mehr essen. Tatsächlich nehmen sie den ganzen Tag über vermehrt Kalorien zu sich. Regelmäßig über den Tag verteilt essen, hält schlank. Wer nur eine oder zwei Mahlzeiten zu sich nimmt, verzehrt mehr Kalorien als ein regelmäßiger Esser.

Aber ob die Hauptmahlzeit abends, mittags oder morgens eingenommen wird, ist dem Körper egal. Das einzige was zählt ist die Bilanz: Aufgenommene Kalorien minus verbrauchte Kalorien.

Noch ein paar weitere Mythen …

So ganz nebenbei erledigen die Engländer noch ein paar kleinere, hartnäckige medizinische Gerüchte:

  • Kinder werden nicht von Zucker hyperaktiv (aber viele Eltern finden ihre Kinder hyperaktiv, wenn sie glauben, dass sie Zucker gegessen haben).
  • Weihnachtssterne sind weder für Mensch noch Tier giftig.
  • Über den Kopf geht genau so viel Wärme verloren wie über jeden anderen Teil des Körpers auch.
  • Es gibt keine Häufung von Selbstmorden rund um oder an Weihnachten.
  • Es gibt kein wirksames Heilmittel gegen den Alkoholkater.

Quelle

BMJ 2008;337:a2769: Festive Medical Myths (engl.)

Bild: Schwäbisches Nationalgericht, © Albrecht E. Arnold auf pixelio.de

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