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Archive for 21. März 2009

madenIn den letzten Monaten und Jahren war häufiger von den Vorteilen der Therapie chronischer Wunden mit Maden zu lesen und zu hören.

Eingesetzt werden Maden einer speziellen Fliegenart, die unter speziellen keimfreien Bedingungen aufwachsen. Die Maden werden „freilaufend“ auf die Wunde gesetzt oder aber sie verrichten ihre Arbeit in kleinen Beuteln aus Schaumstoff oder Gaze, die als Verband aufgelegt werden.

Die Maden säubern die Wunde von Krusten und abgestorbenem Gewebe, lebendes Gewebe greifen sie nicht an.

Die VenUS II – Studie der Universität von York in England verglich die Madentherapie (freilaufend und im Beutel) mit der herkömmlichen Therapie mit einem Hydrogelverband.

Das Resultat bei 267 Patienten mit chronischen Unterschenkelgeschwüren: Die Maden machen die Wunde zwar schneller sauber, aber schneller heilen tut sie trotzdem nicht. Mit Maden dauert es durchschnittlich 236, mit Hydrogel 245 Tage, dieser Unterschied ist statistisch zu vernachlässigen.

Auch kostenmäßig tun die beiden Verfahren sich nichts. Ob ein chronisches Geschwür am Unterschenkel mit Maden oder auf herkömmliche Art und Weise behandelt wird, kann man getrost dem Geschmack von Arzt und Patient überlassen, folgern die Autoren der Studie.

Quellen

Homepage der Studie

Bericht des Deutschen Ärzteblatts vom 20.3.2009 über die Studie: „Ulcus cruris: Entzauberung der Madentherapie“

Foto: Maden in einer (schon gereinigten) Wunde, Bild auf Wikimedia Commons, dort als gemeinfrei bezeichnet.

Zusammenfassung der Studie im British Medical Journal vom 19.3.2009

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