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Archive for Mai 2009

Jabobskreuzkraut

Foto: Jakobskreuzkraut in voller Blüte Christian Fischer, cc.Lizenz 2.5

Die Schwangere in Baden-Würtemberg hatte einen pflanzlichen Tee getrunken, zur „Steigerung der Immunabwehr“ – wenige Tage nach der Geburt starb ihr neu geborenes Kind an akutem Leberversagen. Der Tee enthielt „Pyrrolizidinalkaloide“, eine Gruppe giftiger Substanzen, die von vielen Pflanzen gebildet wird, von Unkräutern wie dem Jakobskreuzkraut, aber auch von Heilkräutern wie dem Huflattich, der Pestwurz und dem Beinwell. Maximal ein Mikrogramm (ein tausendstel Gramm) sollte ein Mensch am Tag davon aufnehmen, sagt der Gesetzgeber. Für Schwangere sollte die Menge noch geringer ausfallen, in keinem Fall sollten pflanzliche Arzneimittel mit Verunreinigungen aus dieser Gruppe giftiger Substanzen länger als vier bis sechs Wochen eingenommen werden.

Massenvergiftung in Äthiopien

Die Schwangere, deren tragischer Fall in den letzten Tagen durch alle Zeitungen gemeldet wurde, hatte den Tee wohl nicht in der Apotheke gekauft. Dies vermutet zumindest Helmut Wiedenfeld, Pharmazeut an der Uni Bonn. Wiedenfeld forscht schon seit über 20 Jahren über die giftigen Inhaltsstoffe der sogenannten Kreuzkräuter und ihrer Verwandten. So konnte er kürzlich eine Massenvergiftung in Nord-Äthiopien aufklären. Dort wucherte das Jakobskreuzkraut als Unkraut auf Getreidefeldern. So gelangte sein heimtückisches Gift in Brot und Bier, mehrere hunderte Erwachsene starben.

Überall wuchert das giftige Kraut

Wiedenfeld sieht das Jakobskreuzkraut mittlerweile massenhaft an Wegrändern und auf Viehweiden wuchern, er sah schon „Kühe in Niedersachsen und Hessen bis zum Bauch im Jakobskreuzkraut stehen“. Kein Wunder: Es wurde noch bis vor kurzem bewusst zur Begrünung von Brachflächen angesät, weil es sehr genügsam ist und so schön blüht. In England und der Schweiz ist das Auftreten des giftigen Krautes dagegen schon meldepflichtig. Manche vermuten, der Klimawandel trage zur massenhaften Verbreitung des giftigen gelben Krauts bei.

Leberschäden und Leberkrebs

Das Heimtückische an den Giften des gelb blühenden und bis zu 1,5 m hohen Krautes: Sie werden erst in der Leber zu Giften umgewandelt. Schon in geringsten Mengen führen die Giftstoffe zu Leberschäden, bei dem oben erwähnten Neugeborenen führte Leberversagen zum Tode wenige Tage nach der Geburt. Aber auch Leberkrebs kann durch die Pyrrolizidinalkaloide hervorgerufen werden.

Ebenso wie Menschen sterben auch Kühe und Pferde nach dem Genuss des giftigen Krauts.

Meine Empfehlungen: Auch pflanzliche Arzneimittel haben Nebenwirkungen, manchmal sogar lebensgefährliche. Nehmen Sie keine Arzneimittel, auch keine Kräutertees ein, wenn Sie keine Beschwerden haben. (Die Immunabwehr z.B. lässt sich mit keinem Medikament steigern.)

Sprechen Sie über die Einnahme mit Ihrem Arzt, vor allem wenn Sie schwanger sind oder wenn es sich um Kinder handelt.

Quellen

Süddeutsche Zeitung vom 23.05.09: „Die tödliche Menge Jakobskreuzkraut“

Organische Chemie.ch: „Pyrrolizidin-Alkaloide gefährden tierische und menschliche Ernährung“

Homepage Helmut Wiedenfeld, Pharmazeut an der Uni Bonn

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: „Vorsicht vor dem Jakobskreuzkraut“

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373825_R_by_Dorothea-Jacob_pixelio.de©Dorothea Jacob auf pixelio.de

Foodwatch, ein gemeinnütziger deutscher Verbraucherschutzverein, prangerte den Missstand gleich zweimal in den letzten zwölf Monaten an: „Zuviel Uran im Mineralwasser“ hieß es vor einer Woche, „Uran im Leitungswasser – gefährlich für Säuglinge“ war das Thema einer Kampagne im August letzten Jahres. Übertriebene Panikmache oder berechtigte Sorge – ich habe versucht, die Fakten aufzuklären.

Wie kommt das Uran ins Wasser?

Uran kommt in verschiedenen chemischen Verbindungen überall auf der Erde vor: Im Erdboden, in der Luft, im Meer- und im Flusswasser und besonders konzentriert in uranhaltigem Gestein. Die Konzentration von Uran in der Umwelt wird gesteigert durch Uranhaltigen Dünger, durch Uranminen, durch Kernkraftwerke aber auch durch die Verbrennung von Kohle. Wegen seiner hohen Dichte wird Uran auch zur Herstellung von Geschossen und Panzern benutzt – in den Kriegen in Jugoslawien und im Irak wurden große Mengen von Uran freigesetzt, Zivilbevölkerung wie Soldaten erlitten gesundheitliche Schäden.

Wie schädlich ist Uran für den Menschen?

Die ehrliche Antwort zuerst: Nichts genaues weiß man nicht. Uran ist radioaktiv. Natürlich vorkommendes Uran schadet dem Menschen kaum durch seine Radioaktivität, es strahlt recht wenig, verglichen mit der natürlichen Hintergrundstrahlung, die ständig auf uns einwirkt.

Aber Uran ist ein giftiges Schwermetall, vielleicht so giftig wie Blei. Es gibt viele Hinweise darauf, dass Uran die Niere des Menschen schädigt. Aber leider nur wenig exakte Untersuchungen. Ich habe eine Studie aus Finnland und eine aus Kanada gefunden. Die Studien sind nicht sehr groß, die gefundenen Veränderungen betreffen nur einige Abweichungen in den Urintests, keine gravierenden Nierenschädigungen.

Im wesentlichen geben uns heute Tierversuche Auskunft darüber, wie giftig Uran ist. Aber die Ergebnisse aus Tierversuchen müssen in komplizierten Berechnungen (Schätzungen) auf den Menschen umgerechnet werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO kommt aufgrund solcher Kalkulation zu dem Ergebnis, dass 15 μg (Mikrogramm, 1/1000tel Milligramm) Uran pro Liter Trinkwasser unbedenklich sind. (Der Berechnung liegt ein Mensch mit 60 kg Gewicht zugrunde, der zwei Liter Wasser am Tag trinkt und nicht mehr als 20 % des Urans mit der Nahrung aufnimmt.) Vermutlich wären auch 30 μg/l noch unbedenklich, stellt die WHO fest.

Keine Grenzwerte in Deutschland und Europa

30 μg Uran pro Liter Trinkwasser, dies ist auch der Grenzwert, der in den USA gesetzlich festgelegt wurde. In Deutschland gibt es keinen solchen Grenzwert, obwohl es technisch kein Problem mehr ist, Uran aus dem Trinkwasser zu entfernen. Grenzwerte für die Handelsware Mineralwasser – dies wäre Europaangelegenheit – aber auch dort tut sich bislang wenig.

Einen Grenzwert gibt es allerdings doch in Deutschland – Mineralwässer, die mit dem Hinweis: „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ beworben werden, dürfen höchstens 2 Mikrogramm Uran pro Liter enthalten.

Das ist löblich, allerdings: Es gibt keinen vernünftigen Grund, Mineralwasser anstelle von Leitungswasser für die Säuglingsnahrung zu verwenden. (Ganz abgesehen davon ist das Stillen des Säuglings die beste Alternative.)

Fazit

Die Lage ist verwirrend. Uran ist nicht gesund, aber wir kommen nicht darum herum. Täglich nehmen wir mit der Nahrung und dem Trinkwasser durchschnittlich 1 bis 18 Mikrogramm Uran auf, weltweit. Uran ist kein lebenswichtiges Spurenelement, es schadet der menschlichen Gesundheit, gesichert sind Schädigungen der Niere.

Die Diskussion um die zulässigen Grenzwerte von Uran im Trinkwasser ist in hohem Mass spekulativ. Nach dem heutigen Stand der Erkenntnis können alle deutschen Mineralwässer ohne gesundheitliche Bedenken konsumiert werden, auch das Trinkwasser aus der Leitung ist nach wie vor eines der best kontrollierten und gesündesten Nahrungsmittel Deutschlands.

Allerdings: Die gesetzliche Festlegung von Uran-Grenzwerten könnte sowohl den Wasserwerken als auch den Herstellern von Mineralwässern einen Anreiz geben, Uran aus dem Wasser zu entfernen, was technisch heutzutage leicht möglich ist.

Auf den Seiten von Foodwatch können sie nachsehen, wie stark ihr Trinkwasser und verschiedene Sorten Mineralwasser mit Uran belastet sind.

Quellen

Foodwatch.de: „Jedes achte Mineralwasser kritisch für Säuglinge“

Foodwatch.de: „Uran im Leitungswasser – gefährlich für Säuglinge“

Gesellschaft für Toxikologie: „Überschreitung der Tinkwasser-Leitwerte für Uran“

Umweltbehörde der USA: „Uranium“

TU Bergakademie Freiberg: „Uran in Trinkwasser (Leitungswasser, Mineralwasser, Tafelwasser, Heilwasser)“
Mit elektrischer Feder: „Uran – Sind wir jetzt alle verstrahlt?“

SWR: „Wie gefährlich ist Uran im Leitungswasser?“

Päivi Kurttio, Anssi Auvinen, Laina Salonen, Heikki Saha, Juha Pekkanen, Ilona Mäkeläinen, Sari B Väisänen, Ilkka M Penttilä, and Hannu Komulainen: „Renal effects of uranium in drinking water“

Zamora ML, Tracy BL, Zielinski JM, Meyerhof DP, Moss MA.: „Chronic ingestion of uranium in drinking water: a study of kidney bioeffects in humans.“

WHO: „Chemical hazards in drinking-water“

Taylor DM, Taylor SK. : „Environmental uranium and human health.“

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Epilepsie

epilepsieFoto: © Gerd Altmann auf pixelio.de

Die Epilepsie (griechisch: ἐπιληψία [epilepsia] – Fallsucht) ist eine anfallsartige Funktionsstörung des Gehirns, bei der sich viele Nervenzellen gleichzeitig elektrisch entladen. Das entstehende „Gewitter im Gehirn“ führt zu einer unendlichen Vielfalt von Symptomen. Der große Anfall mit Muskelzuckungen am ganzen Körper unter Verlust des Bewusstseins ist nur einer von vielen Anfallstypen.

Die Epilepsie ist keine seltene Krankheit: Rund 5 % aller Menschen erleiden im Laufe ihres Lebens einen epileptischen Anfall. Von einer Epilepsie spricht man aber erst, wenn ein Patient mehr als einen Anfall erlitten hat, unter dieser Krankheit leiden 0,5 bis 1 % der deutschen Bevölkerung, somit 400.000 bis 800.000 Menschen.

Epileptische Anfälle haben viele Gesichter

Epileptische Anfälle können sehr unterschiedlich aussehen – manchmal zucken und versteifen sich die Muskeln, manchmal wirkt der Patient nur kurz abwesend, ein anderes Mal verliert er völlig das Bewusstsein. Das ist aber noch längst nicht alles: jeder Bezirk des Gehirns kann von einem epileptischen Anfall betroffen sein. Und so vielfältig die Gehirnfunktionen des Menschen sind, so vielfältig zeigen sich auch die Symptome der Epilepsie. Angst oder ein Kribbeln um den Mund, die Wahrnehmung nicht vorhandener Geräusche oder Bilder oder ein plötzliches Einnässen – alles dies kann einen epileptischen Anfall anzeigen.

So werden die Epilepsien eingeteilt

Herdförmige („fokale“) Epilepsien gehen von einem begrenzten Bezirk des Gehirns, einem „Herd“ oder „Fokus“ aus: die Muskeln verkrampfen sich zum Beispiel nur in der linken Körperhälfte, nur das Gehör, die Gefühle, das Sehen oder Hören oder die Aufmerksamkeit sind betroffen.

Generalisierte Anfälle betreffen das ganze Gehirn, Epilepsien mit generalisierten Anfällen zeigen Zuckungen der Muskulatur an beiden Körperhälften. Anfälle, die zunächst herdförmig beginnen, breiten sich manchmal nach und nach auf das ganze Gehirn aus – ein herdförmiger Anfall kann sich zu einem generalisierten entwickeln.

„Symptomatische“ Epilepsien sind Krampfleiden, die als Symptom einer zugrunde liegenden Krankheit, z.B. eines Hirntumors auftreten. Bei „idiopathischen“ Epilepsien ist eine solche Grundkrankheit nicht bekannt. „Kryptogen“ nennt man die Formen von Epilespsie, bei denen man keine Krankheit als Ursache finden konnte, eine solche „verborgene“ („kryptogene“) Ursache aber sehr wahrscheinlich ist.

Fieberkrämpfe bei Kindern zählen übrigens nicht zu den Epilepsien, das gleiche gilt für die Krampfanfälle, die beim Alkoholentzug auftreten können.

Epilepsien sind keine Erbkrankheiten, aber eine gewisse Veranlagung zum Krampfanfall scheint vererbbar zu sein, deswegen beobachtet man Anfallsleiden oft familiär gehäuft.

Epilepsie tritt am häufigsten im Kindesalter und jenseits des 60. Lebensjahres zum ersten Mal in Erscheinung, prinzipiell kann aber jeder in jedem Lebensalter erkranken.

Epilepsiekranke leiden unter Vorurteilen

Die meisten Patienten, bei denen die Diagnose Epilepsie zum ersten Mal gestellt wird, sind geschockt, das gleiche gilt für die Eltern der Kinder, die zum ersten Mal erfahren, dass ihr Kind unter dieser Erkrankung leidet.

Dabei sind die Aussichten gar nicht so schlecht: Rund 60 % aller Epilepsiekranken werden durch Medikamente anfallsfrei, bei weiteren 20 % werden die Anfälle durch die Wirkung der Antiepileptika deutlich seltener. In einem geringen Prozentsatz der Fälle, in erster Linie bei fokalen Anfällen, kann auch die Chirurgie helfen, wenn die Medikamente nicht anschlagen. So kann z.B. die Entfernung einer Narbe im Gehirn nach einem Unfall oder Schlaganfall die Anfälle zum Verschwinden bringen.

Natürlich haben die Medikamente Nebenwirkungen, aber sie sind erträglich und ein normales Leben, auch ein normaler Schulbesuch sind in aller Regel möglich. Entgegen landläufiger Meinung hat Epilepsie nichts mit geistiger Behinderung zu tun, 70 % aller Kinder mit Epilepsie sind normal intelligent. (Es gibt allerdings auch Schädigungen des Gehirns, z.B. durch Masern, Röteln oder Sauerstoffmangel vor oder während der Geburt, die sowohl zur geistigen Behinderung als auch zur Epilepsie führen.)

Einzelne epileptische Anfälle führen nicht zu einer Schädigung des Gehirns, dies ist erst dann zu befürchten, wenn ein Anfall oder eine Serie von Anfällen länger als eine halbe Stunde dauern. Diesen Zustand nennt man „Status epilepticus“, er tritt selten auf und ist unmittelbar lebensbedrohlich.

Erste Hilfe beim „Großen Krampfanfall“

Ein großer Krampfanfall sieht für den Laien auf den ersten Blick sehr gefährlich aus. Nach einem kurzen Schrei versteifen sich die Muskeln, anschließend zucken Arme und Beine rhythmisch. Die Haut des Patienten verfärbt sich blau, er ist bewusstlos und reagiert nicht auf Ansprache. In aller Regel hört der Anfall nach einigen Sekunden bis Minuten von alleine wieder auf.

Bewahren Sie Ruhe! Die blaue Verfärbung der Haut ist kein Grund, eine künstliche Beatmung einzuleiten. Wegen der starken Anspannung der Muskeln ist dies auch gar nicht möglich.

Versuchen Sie bitte auf gar keinen Fall, irgend etwas in den Mund einzuführen, es funktioniert nicht und schafft nur zusätzliche Verletzungen.

Während des Anfalls versuchen Sie bitte, alle Gegenstände aus dem Weg zu räumen, an denen sich der Patient verletzen könnte. Nach dem Anfall ist der Patient oft sehr müde, manchmal bewusstlos. Sie sollten den Patienten in die stabile Seitenlage bringen !

Rufen Sie den Notarzt (Tel. 112), wenn der Anfall länger als fünf Minuten dauert oder Sie nicht genau wissen, was Sie tun sollen.

Quellen

Epilepsie-informationen.de

Epilepsie-netz.de

Deutsche Epilepsievereinigung e.V.

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Sport
(Bild: © Marco Kröner, pixelio.de)

Sport ist gesund, Gemüse ist gesund. Sind Vitamine gesund? In Tablettenform zumindest nicht. Dieser Verdacht erhärtet sich immer mehr. Zuletzt zeigte sich dies in einer Studie von Professor Dr. med. Michael Ristow, Lehrstuhl für Humanernährung am Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich – Schiller – Universität in Jena.

Ristow gab seinen Probanden vor dem Sport Vitamin C und Vitamin E und ließ sie anschließend trainieren. Eine Kontrollgruppe trainierte ohne Vitaminzusatz.

Es ist bekannt, dass Sport die sogenannte Insulinresistenz bei Typ II-Diabetes verbessert. (Insulinresistenz, das bedeutet, dass das körpereigene Insulin schlecht wirkt und dadurch der Zucker im Blut zu stark ansteigt.) Sport verbessert also die Wirkung des Insulins auf die Körperzellen. Interessanterweise wird dieser Effekt der körperlichen Bewegung durch die Vitamin C und E-Pille deutlich gehemmt.

Sport hilft dem Körper auch zu vermehrter Widerstandskraft gegen die schädliche Wirkung der sogenannten „freien Radikale“. „Freie Radikale“, das sind sehr reaktionsfreudige Substanzen, die im menschlichen Stoffwechsel entstehen und eine Reihe von Krankheiten wie z.B. Gefäßverkalkung und Krebs begünstigen.

Und siehe da: Vitamin C und E verhindern, dass der Körper durch Sport vermehrte Widerstandskraft gegen diese unliebsamen Gesellen bilden kann.

Quellen

Antioxidants prevent health-promoting effects of physical exercise in humans, online veröffentlicht auf den Seiten der Proceedings of the National Academy of Sciences – Die ganze Studie zum Download und eine Zusammenfassung auf Englisch

Auf „diabetes-und-insulinresistenz.de“ wird die „Clamp Technik“ erklärt, mit der in dieser Studie die Insulinempfindlichkeit getestet wurde.

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hoffmannheinrichportraitHeinrich Hoffmann war ein deutscher Arzt und Autor eines der bekanntesten Bilderbücher der Welt, dem Struwwelpeter. Hoffmann wurde vor rund 200 Jahren, am 18. Juni 1809 in Frankfurt am Main geboren. Hoffmanns Mutter starb wenige Monate nach der Geburt. Hoffmanns Vater, von Beruf Architekt und zuständig für die Straßen und Wasserwege Frankfurts, heiratete die Schwester seiner ersten Frau, die dem jungen Heinrich eine liebevolle Stiefmutter wurde.

Praktischer Arzt

Nach dem Studium der Medizin in Heidelberg und Halle lässt sich Hoffmann 1835 als praktischer Arzt in Frankfurt-Sachsenhausen nieder. Nebenher arbeitet er in der Armenklinik, in der mittellose Patienten kostenlos behandelt werden. Ab 1844 unterrichtet er zusätzlich Anatomie am Senckenbergischen Institut.

1840 heiratet Hoffmann die Kaufmannstochter Therese Donner; aus der Ehe gehen drei Kinder hervor: Carl Phillip wird 1841 geboren, es folgt Antonie Caroline 1844 und 1848 Eduard.

Der Struwwelpeter – ein Weihnachtsgeschenk

Den Struwwelpeter zeichnet und dichtet der praktische Arzt zu Weihnachten 1844 als Weihnachtsgeschenk für den dreijährigen Sohn Carl Phillip. (Die Bilderbücher, die es zu kaufen gab, fand der Vater zu langweilig.)

1848 wird er zum Abgeordneten im Vorparlament, das die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche vorbereitete.

Hoffmann setzt sich für psychisch Kranke ein

1851 übernimmt Hoffmann die Leitung der Frankfurter Anstalt für Irre und Epileptische.

Er setzt sich für den Neubau der Klinik ein, die den Insassen ein menschenwürdiges Leben garantiert. Ein Leben ohne Gitter vor dem Fenster und den Versuch einer Therapie und nicht nur die damals übliche, meist menschenverachtende Verwahrung der psychisch Kranken.

Der umtriebige Doktor sammelt bei den Reichen der Stadt und erreicht schließlich sein Ziel: 1864 wird die neue Klinik eingeweiht, auf der damals vor den Toren der Stadt gelegenen Hammelswiese am Affensteiner Weg. Die Klinik zählt zu den modernsten Europas.

War Hoffmann selbst der Zappelphillipp ?

zappelphillip1Bei der Betrachtung des Lebens Heinrich Hoffmanns wird man einen Gedanken nicht los: Litt der Autor des Zappelphillipps selbst an der Krankheit, die er hier im Kinderbuch so treffend beschreibt?

Vieles spricht dafür. Sein Vater setzte ein Schriftstück auf, das Hoffmann bis an sein Lebensende aufhob. Darin schreibt der Vater über seinen Sohn:

„Da der Heinrich … in ungeregelter Tätigkeit und leichtsinniger Vergeßlichkeit fortlebt, überhaupt nicht im Stande ist, seine Betriebsamkeit nach eigenem freien Willen auf eine vernünftige und zweckmäßige Weise zu regeln, und im Verfolg dieser Regellosigkeit, die Schande für seine Eltern, der größte Nachteil für ihn selbst zu gewärtigen ist, so will ich ihn hiermit nochmals die Pflicht ans Herz legen … zum geregelten Fleiß, zur vernünftigen Einteilung seiner Zeit zurückzukehren … In der Besorgnis, daß auch diese Ermahnung nichts helfen wird, und in dem festen Willen, wenigstens die bevorstehende letzte Ferienwoche nicht in tagdiebischem Schlendrian zugebracht zu sehen, befehle ich folgende Einteilung der Zeit:…“ (Es folgt der Zeitplan.)

Und es gibt noch viele andere Hinweise, die die Vermutung rechtfertigen, dass Hoffmann in seiner Kindheit und als Erwachsener von ADHS betroffen war. Offensichtlich hat er und seine Umwelt aber nicht so sehr darunter gelitten, wie manch anderer. Im Gegenteil: Hoffmann war umtriebig, unruhig und vielleicht gerade deswegen ein Gewinn für seine Mitmenschen, die Kinderbuchliteratur und die Medizin.

Sechs Jahre nach seiner Pensionierung als Irrenarzt 1888 stirbt Hoffmann am 20 September 1894.

Quellen

Hyperaktiv.de: Der Psychiater Heinrich Hoffmann, Autor des „Struwwelpeter“ – selbst ein Betroffener?

frankfurt-nordend.de: DAS »IRRENSCHLOSS«

Frankfurt-Interaktiv.de: Heinrich Hoffmann – Ein Portrait

Hoffmann-sommer.de

Der Struwwelpeter im Projekt Gutenberg

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