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Archive for 13. Juni 2009

378809_R_K_B_by_Gerd-Altmann--geralt-_pixelio.de©Bild Gerd Altmann (geralt) auf pixelio.de

Am Donnerstag, dem 11. Juni 2009 erklärte die WHO die Warnstufe 6 für die neue Form der Virusgrippe, die allgemein als Schweinegrippe bekannt ist. Warnstufe 6 – das bedeutet, dass die neue Grippe nicht nur von Menschen aus den ursprünglich betroffenen Gebieten eingeschleppt wird, sondern sich beinahe überall auf der Welt durch Ansteckung von Mensch zu Mensch ausbreitet. (Die Warnstufe 6 wird von der WHO ausgerufen, wenn in zwei WHO-Regionen eine Übertragung von Mensch zu Mensch auftritt.)

Nach Mexiko und den USA ist zur Zeit besonders Australien betroffen. Dort herrscht jetzt Spätherbst und die allgemeine Grippesaison hat begonnen. Weltweit sind rund 28.000 Menschen bisher erkrankt, 141 gestorben. Die Zahlen werden sich aber jetzt stündlich ändern.

Impfstoff im Herbst diesen Jahres ?

Voraussichtlich im Herbst diesen Jahres wird ein Impfstoff zur Verfügung stehen, teilte die Firma Novartis mit. Die Impfung wird getrennt von der allgemeinen Impfung stattfinden müssen: Die Herstellung des allgemeinen Grippeimpfstoffs für diesen Winter ist bereits abgeschlossen.

Schweinegrippe stark ansteckend, aber milde Symptome

Obwohl die Krankheitsverläufe bei der Schweinegrippe erheblich milder sind als die der üblichen Influenza, besteht dennoch Anlass zur Sorge. Der neue Virus scheint nämlich erheblich ansteckender zu sein als seine Verwandten. Wenn in diesem Herbst/Winter die Grippesaison auf der Nordhalbkugel startet, besteht durchaus die Gefahr, dass der neue Virus Eigenschaften der alten Viren aufnimmt: Er wäre dann ansteckender als die bisherigen Viren und würde durch den Austausch von Erbmaterial mit den herkömmlichen Viren an krankmachender Potenz („Virulenz“) hinzugewinnen.

Auch von früheren Grippeepidemien her ist bekannt, dass die Krankheitsverläufe in den ersten Wellen der Grippe relativ harmlos waren, zu einer großen Zahl von Toten ist es erst in den nachfolgenden Wellen gekommen.

Ebenso wie bei der spanischen Grippe zu Zeiten des Ersten Weltkriegs erkranken auch jetzt wieder bevorzugt jüngere Menschen, der Grund hierfür ist noch nicht ganz klar. Haben die Älteren bereits eine ähnliche Form der Grippe mitgemacht und dadurch Immunität gewonnen ?

Schweinegrippe: Der Steckbrief

Die Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankung, die sogenannte Inkubationszeit, beträgt bei der Schweinegrippe ein bis sieben Tage, bereits einen Tag vor Ausbruch der Symptome stecken die Infizierten bereits weitere Menschen an.

Die Beschwerden unterscheiden sich kaum von der bisherigen Form der Grippe: Ganz urplötzlich treten Fieber (über 38,5 Grad), Kopf- und Gliederschmerzen sowie Husten auf. Schnupfen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können hinzutreten.

Eine Reise ins Ausland (nach Mexiko, den USA etc.) wird für die Diagnose nicht mehr verlangt: Die Ansteckung kann mittlerweile auch in Deutschland erfolgt sein.

Diagnose: Letzte Sicherheit gibt erst der Abstrich

Die Diagnose wird von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt anhand der Symptome gestellt und durch die Untersuchung von Abstrichen aus Nase und Rachen im Labor gesichert. Ein Grippeschnelltest in der Praxis kann zwar entscheiden, ob eine Grippe vorliegt oder nicht, die Unterscheidung von Schweinegrippe oder normaler Grippe ist damit aber (noch) nicht möglich.

Tamiflu®: Resistenzen werden sich schnell entwickeln

Die Behandlung der sicher an Schweinegrippe erkrankten Menschen erfolgt mit Tamiflu®, 2 x 75 mg für fünf Tage. Kontaktpersonen erhalten 1 x 1 Tablette über 10 Tage.

Ob Tamiflu® Todesfälle verhindern kann, ist bisher noch nicht geklärt. Offensichtlich ist es aber in der Lage, die Schwere und Dauer der Erkrankung zu vermindern und möglicherweise den Ausbruch bei Infizierten zu verhindern. Nach der bisherigen Erfahrung werden die Schweinegrippeviren – wie alle anderen Influenza-A-Viren auch – vermutlich recht schnell Resistenzen gegen das Grippemittel entwickeln.

Isolation zu Hause für sieben Tage

Nach Möglichkeit werden die Kranken und die Kontaktpersonen zu Hause isoliert, nur bei sehr schweren Erkrankungen wird eine Krankenhauseinweisung nötig sein. Die Dauer der Isolierung beträgt sieben Tage.

Das schützt vor Ansteckung

Angehörige schützen sich während der Isolation am besten durch Atemmasken und häufiges Händewaschen vor der Ansteckung. Statt in die Hände sollte man in den Ärmel husten, Niesen natürlich nur in das Taschentuch. Auch häufiges Lüften soll vor Ansteckung schützen.

Kostenlose Hotline

Das Bundesministerium für Gesundheit hat eine kostenlose Hotline zur Schweinegrippe eingerichtet. Von Montag bis Donnerstag zwischen 8 und 18, freitags von 8 bis 12 sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr können Sie unter der Rufnummer 0800 44 00 55 0 Fragen zur Schweinegrippe stellen.

Quellen

Deutsches Ärzteblatt: WHO erklärt Schweinegrippe offiziell zur Pandemie

Robert Koch-Institut zur aktuellen Lage bei der Schweinegrippe

WHO zur aktuellen Situation bei der Influenza A/H1N1

Das Bundesgesundheitsministerium zur Schweinegripe

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