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Archive for Februar 2010

An der sogenanten Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, sollen drei bis fünf Prozent aller Kinder erkrankt sein. Auch Erwachsene leiden darunter. Eine erstaunliche Vielfalt und Fülle an Informationen hat das zentrale ADHS-Netzwerk auf seiner Homepage zusammengetragen.

Hier gibt es Links, Neuigkeiten und Hintergrundinformationen für Betroffene, für Lehrer und Erzieher und für Fachkreise. Für jeden, der mit ADHS zu tun hat, ist der Besuch dieser Seite ein Muss!

Quelle

zentrales adhs-netzwerk

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Rückenschmerzen – fast jeder kennt das. Rückenschmerzen machen einen großen Anteil der täglichen Beschwerden in der Allgemeinpraxis aus. Viele Patienten mit Rückenschmerzen erhalten Schmerzmittel, Krankengymnastik oder werden sogar operiert. Aber oft sind alle diese Behandlungen ohne Erfolg, die Schmerzen bleiben. Ein neuer Weg in der Behandlung von Rückenscherzen wurde jetzt in England untersucht: Eine gezielte Verhaltenstherapie konnte die Schmerzen bei 60 % der Patienten verbessern, in der Kontrollgruppe ohne Therapie waren es nur 31 %.

Die Autoren der Studie geben folgende Ratschläge an Patienten mit Rückenschmerzen:

* Rückenschmerzen sind sehr häufig

* Ernsthafte Erkrankungen als Ursache der Rückenschmerzen sind sehr selten.

* Rückenschmerzattacken können sehr schlimm sein, aber es wird trotzdem besser werden.

* Bettruhe kann Rückenschmerzen schlimmer machen.

* Bleiben Sie aktiv, dann werden Sie schneller wieder gesund.

* Nehmen Sie sobald wie möglich wieder ihre normale Tätigkeit auf und gehen Sie sobald wie möglich wieder zur Arbeit.

* Wenn Sie keine Besserung verspüren oder zusätzlich Schmerzmittel brauchen, kontaktieren Sie Ihren Hausarzt.

Quellen

The Back Skills Training Trial – Homepage der Studie

Group cognitive behavioural treatment for low-back pain in primary care: a randomised controlled trial and cost-effectiveness analysis – Zusammenfassung der Studie im Lancet

Bericht über die Studie auf Deutsch im Deutschen Ärzteblatt

Bild: © Sonja Schreiber auf Pixelio.de

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Viele meiner Patienten sind davon überzeugt: Ein hohes Cholesterin im Blut lässt sich durch Diät wirkungsvoll senken. Stimmt das? Viele Ärzte empfehlen ihren Patienten, weniger tierisches und mehr pflanzliches Fett zu essen, um länger zu leben. Ist das bewiesen?

Das Arzneimitteltelegramm, eine Fachzeitschrift für Ärzte und Apotheker, hat alle verfügbaren Studien einer kritischen Analyse unterzogen. Das Resultat ist recht ernüchternd. Ich versuche die umfangreiche Analyse des Fachblatts in den wesentlichen Punkten zusammenzufassen.

1.) Durch strenge Diät mit wenig tierischem und mehr pflanzlichem Fett ließ sich der Cholesterinwert um 11 bis 14 % senken. Dies ist nicht viel, wenn man sehr hohe Cholesterinwerte hat. Bei einem Wert von 300 sinkt das Cholesterin auf rund 260 bis 270 – auf jeden Fall ist das immer noch zu hoch. Darüber hinaus zweifelt das Arzneitelegramm den Wert der Studien an: Sie sind oft Jahrzehnte alt, wurden zum Teil in Heimen durchgeführt. Man darf bezweifeln, ob sich die Ergebnisse auf den heutigen Alltag übertragen lassen.

2.) Es ist bislang nicht erwiesen, dass sich das Leben verlängert durch weniger (tierisches) Fett in der Nahrung. Die größte Studie zum Thema Fett war die Untersuchung der WHI (Women’s Health Initiative). Immerhin 48.835 Frauen wurden in dieser Diätstudie im Durchschnitt 8,1 Jahre lang beobachtet. Die WHI-Studie konnte weder Lebensverlängerung noch Schutz vor Herzinfarkt durch Fettverzicht nachweisen.

3.) Auch der Wert von Fischölkapseln ist nicht belegt.

4.) Schon seit langem ist bekannt, dass die Einwohner von Kreta länger leben und weniger Herzinfarkte erleiden als die finnischen Staatsbürger. Auch die anderen Anwohner des Mittelmeers scheinen vor Herzinfarkten besser geschützt zu sein als die Nordeuropäer. Was liegt näher, als die Ernährung dafür verantwortlich zu machen? Olivenöl gegen Schweinefleisch, das wurde die neue Devise der Gesundheit. Die Mittelmeerdiät als Garant für ein langes Leben? Leider fehlen bis heute die wissenschaftlichen Belege für diese Vermutung, sagt das Arzneitelegramm.

5.) Sogenannte „Transfettsäuren“ entstehen, wenn Fette hoch erhitzt werden. Auch bei der industriellen Verarbeitung von Backwaren über die Tiefkühlpizza bis zur Margarineherstellung steigt der Gehalt von Transfettsäuren. Naturbelassene Fette enthalten fast nie oder nur wenig Transfettsäuren. Auch hier ist die Beweißlage dürftig, da aber alle Studien in die gleiche (negative) Richtung weisen, empfehlen die Autoren des Fachblatts (vorsorglich) so weit wie möglich Transfettsäuren zu vermeiden. Also: Weniger Pommes, weniger Fertiggerichte, Fette nicht überhitzen.

Vergessen Sie bei aller Unsicherheit aber nicht, dass zuviel Fleisch und Fett auch aus anderen Gründen nicht gesund sind. Die Nebenwirkungen reichen von Übergewicht über Gicht bis zum Dickdarmkrebs.

Und mehr Gemüse und mehr Fisch hat auch noch andere Vorteile: Weniger Schilddrüsenerkrankungen, mehr Vitamine, bessere Verdauung und vieles mehr.

Dennoch, ich war mal wieder erstaunt. Erstaunt darüber, wie schnell Experten uns Diäten empfehlen, ohne daß irgendwelche Beweise vorliegen.

Übrigens: Ziemlich eindeutig und unbestitten ist der Zusammenhang zwischen erhöhtem Cholesterin und erhöhtem Herzinfarktrisiko. Auch ließ sich zweielsfrei beweisen, dass Cholesterinsenker-Tabletten einen Schutz vor dem zweiten Herzinfarkt bieten bzw. einen Bypass oder eine aufgedehntes Herzkranzgefäss länger offen halten.

Quellen

arznei-telegramm 2/10, 12. Febraur 2010, Seite 19 – 23

Bild: Rainer Sturm auf Pixelio.de

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Eine Untersuchung der Schwäbisch Gmündener Ersatzkasse (GEK) brachte es ans Tageslicht: Die Deutschen gehen so oft zum Arzt wie (vermutlich) kein anderes Volk der Erde.

Wir nehmen jetzt erstmal an, die Daten stimmen. Sicher ist das nicht. Die Gebührenordnungen wechseln in Deutschland im Jahrestakt. Mittlerweile sind Abrechnungsziffern pauschalisiert. Die Untersuchung der GEK beruht auf der Analyse der Abrechnungsziffern. Pauschalisiert heißt: Ob Sie einmal, zweimal oder zehnmal im Quartal zum Arzt gehen – das ändert nichts an der Ziffer. Die Krankenkasse erfährt nichts davon, das Honorar des Arztes bleibt gleich. Die Zahlen der GEK sind geschätzt, nicht exakt erhoben.

Sind wir wirklich so wehleidig, und rennen wir viel zu oft zum Arzt? Ich glaube kaum. Verschiedene Gesundheitssysteme in verschiedenen Ländern sind schwer zu vergleichen. Man kann nicht einfach einen Punkt heraus picken, man muss auch das Ganze sehen.

Wussten Sie z.B., dass Sie in Holland nicht zum Arzt müssen, um den „gelben Schein“ zu erhalten?

Wussten Sie z.B., dass es in Deutschland ein ganz bösartiges System gibt, bei dem die Arzneikosten eines Arztes durch die Zahl der Patienten im Quartal geteilt werden? Überschreitet der Arzt die (zugebilligten) Arzneikosten pro Patient im Quartal, dann muss er den Überschuss möglicherweise selbst bezahlen.

Also eigentlich könnte Ihr Hausarzt Ihnen Ihr Dauermedikament für ein halbes oder ein ganzes Jahr verordnen, vorausgesetzt, es wären keine weiteren Kontrollen nötig. Geht aber nicht, weil er dann nur die Hälfte oder nur ein Viertel der nötigen Patienten im Quartal hat, was wiederum die Arzneikosten auf das Doppelte oder Vierfache pro Patient hochschnellen lassen würde. Das wäre sein Ende als Hausarzt…

In Norwegen z.B. erhält der Hausarzt eine Pauschale pro Patient – egal ob er zum Arzt geht oder nicht. In Deutschland muss jeder chronisch kranke Patient wenigstens zweimal im Vierteljahr kommen, damit der behandelnde Arzt das volle Honorar erhält.

Anderseits erhält der Arzt für einen schwerkranken (Krebs-)Patienten, den er im Quartal 30 oder 40 Mal sieht oder zu Hause besucht, genauso viel wie für den leichtkranken, grenzwertig Zuckerkranken, der zweimal in drei Monaten die Praxis aufsucht.

In Deutschland ermöglicht die Chipkarte der Krankenkasse den Zugang zu jedem Facharzt. Ein Patient mit Rückenschmerzen kann also seinen Hausarzt, den Orthopäden und vielleicht auch noch den Urologen nacheinander besuchen. Vermutlich ist das nicht sinnvoll, aber keiner will das zur Zeit ändern.

In anderen Ländern Europas wie z.B. in Norwegen (drei Arztbesuche pro Jahr) ist das anders: Hier ist der Hausarzt vorgeschaltet. Durch seine Steuerung und Koordination werden überflüssige und vor allem auch doppelte Untersuchungen vermieden.

Quellen

Barmer GEK Arztreport 2010 Viele Patientenkontakte, wenig Zeit

„Diagnose Achtzehn“ Von Dr. med. Bernd Hontschik auf FR Online

Bild: © Rainer Sturm auf pixelio.de

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DermIS.net ist ein umfangreicher Bildatlas zu allen Hautkrankheiten. Die Website DermIS entstand durch eine Kooperation der Sozialmedizin an der Uni Heidelberg und der Uni-Hautklinik Erlangen.

Hier gibt es Bilder und Informationen zu wirklich (fast) allen Hauterkrankungen. Schauen Sie sich die Bilder dort an, und wenn Sie möchten: Versuchen Sie eine Diagnose Ihrer Hauterkrankung oder der Ihrer Freundin.

Aber, bitte, versteifen Sie sich nicht darauf. Klicken Sie auch mal auf den Punkt „Differentialdiagnosen“. Differentialdiagnosen, das sind die Diagnosen, die auch noch in Frage kommen.

Also nicht einfach ein Bild mit roten Flecken ansehen und dann sagen: „Das habe ich!“. Auch mal nachsehen, was es sonst noch sein könnte. Und wenn Sie dann unsicher geworden sind, dann suchen Sie bitte Iheren Hausarzt auf.

Quellen

DermIS – Dermatology Information System – auf Deutsch

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