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Archive for 1. Februar 2010

Eine Untersuchung der Schwäbisch Gmündener Ersatzkasse (GEK) brachte es ans Tageslicht: Die Deutschen gehen so oft zum Arzt wie (vermutlich) kein anderes Volk der Erde.

Wir nehmen jetzt erstmal an, die Daten stimmen. Sicher ist das nicht. Die Gebührenordnungen wechseln in Deutschland im Jahrestakt. Mittlerweile sind Abrechnungsziffern pauschalisiert. Die Untersuchung der GEK beruht auf der Analyse der Abrechnungsziffern. Pauschalisiert heißt: Ob Sie einmal, zweimal oder zehnmal im Quartal zum Arzt gehen – das ändert nichts an der Ziffer. Die Krankenkasse erfährt nichts davon, das Honorar des Arztes bleibt gleich. Die Zahlen der GEK sind geschätzt, nicht exakt erhoben.

Sind wir wirklich so wehleidig, und rennen wir viel zu oft zum Arzt? Ich glaube kaum. Verschiedene Gesundheitssysteme in verschiedenen Ländern sind schwer zu vergleichen. Man kann nicht einfach einen Punkt heraus picken, man muss auch das Ganze sehen.

Wussten Sie z.B., dass Sie in Holland nicht zum Arzt müssen, um den „gelben Schein“ zu erhalten?

Wussten Sie z.B., dass es in Deutschland ein ganz bösartiges System gibt, bei dem die Arzneikosten eines Arztes durch die Zahl der Patienten im Quartal geteilt werden? Überschreitet der Arzt die (zugebilligten) Arzneikosten pro Patient im Quartal, dann muss er den Überschuss möglicherweise selbst bezahlen.

Also eigentlich könnte Ihr Hausarzt Ihnen Ihr Dauermedikament für ein halbes oder ein ganzes Jahr verordnen, vorausgesetzt, es wären keine weiteren Kontrollen nötig. Geht aber nicht, weil er dann nur die Hälfte oder nur ein Viertel der nötigen Patienten im Quartal hat, was wiederum die Arzneikosten auf das Doppelte oder Vierfache pro Patient hochschnellen lassen würde. Das wäre sein Ende als Hausarzt…

In Norwegen z.B. erhält der Hausarzt eine Pauschale pro Patient – egal ob er zum Arzt geht oder nicht. In Deutschland muss jeder chronisch kranke Patient wenigstens zweimal im Vierteljahr kommen, damit der behandelnde Arzt das volle Honorar erhält.

Anderseits erhält der Arzt für einen schwerkranken (Krebs-)Patienten, den er im Quartal 30 oder 40 Mal sieht oder zu Hause besucht, genauso viel wie für den leichtkranken, grenzwertig Zuckerkranken, der zweimal in drei Monaten die Praxis aufsucht.

In Deutschland ermöglicht die Chipkarte der Krankenkasse den Zugang zu jedem Facharzt. Ein Patient mit Rückenschmerzen kann also seinen Hausarzt, den Orthopäden und vielleicht auch noch den Urologen nacheinander besuchen. Vermutlich ist das nicht sinnvoll, aber keiner will das zur Zeit ändern.

In anderen Ländern Europas wie z.B. in Norwegen (drei Arztbesuche pro Jahr) ist das anders: Hier ist der Hausarzt vorgeschaltet. Durch seine Steuerung und Koordination werden überflüssige und vor allem auch doppelte Untersuchungen vermieden.

Quellen

Barmer GEK Arztreport 2010 Viele Patientenkontakte, wenig Zeit

„Diagnose Achtzehn“ Von Dr. med. Bernd Hontschik auf FR Online

Bild: © Rainer Sturm auf pixelio.de

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DermIS.net ist ein umfangreicher Bildatlas zu allen Hautkrankheiten. Die Website DermIS entstand durch eine Kooperation der Sozialmedizin an der Uni Heidelberg und der Uni-Hautklinik Erlangen.

Hier gibt es Bilder und Informationen zu wirklich (fast) allen Hauterkrankungen. Schauen Sie sich die Bilder dort an, und wenn Sie möchten: Versuchen Sie eine Diagnose Ihrer Hauterkrankung oder der Ihrer Freundin.

Aber, bitte, versteifen Sie sich nicht darauf. Klicken Sie auch mal auf den Punkt „Differentialdiagnosen“. Differentialdiagnosen, das sind die Diagnosen, die auch noch in Frage kommen.

Also nicht einfach ein Bild mit roten Flecken ansehen und dann sagen: „Das habe ich!“. Auch mal nachsehen, was es sonst noch sein könnte. Und wenn Sie dann unsicher geworden sind, dann suchen Sie bitte Iheren Hausarzt auf.

Quellen

DermIS – Dermatology Information System – auf Deutsch

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