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Archive for März 2010


„Foodwatch“ ist ein 2002 gegründeter, gemeinnütziger Verein. „Food“ ist Englisch und bedeutet „Nahrung“, „watch“ heißt beobachten, wachen. „Foodwatch“ beobachtet Nahrungsmittel und führt Kampagnen durch, die den Kampagnen der Umweltschutzorganisation Greenpeace ähneln. (Thilo Bode, der Gründer von Foodwatch war früher Geschäftsführer bei Greenpeace.)

Aktuell setzen sich die „Essensretter“, wie sich Foodwatch auch nennt, für die Ampelkennzeichnung der Lebensmittel ein. Die Ampel funktioniert so: Enthält ein Lebensmittel viel Fett, Kalorien, Salz, gesättigte Fettsäuren oder Zucker, bekommt es einen roten Aufdruck – gut sichtbar vorne auf die Packung. Ein mittlerer Gehalt wird gelb gekennzeichnet, ein grüner Aufdruck steht für einen geringen Gehalt.

Die Ampel zeigt also dem Verbraucher sehr schnell, bei welchen Nahrungsmitteln er vorsichtig sein muss, wenn er etwas für seine Gesundheit tun will. Die Ampelkennzeichnung ist in Großbrittanien schon eingeführt und wird in Deutschland von der Bundesärztekammer und Verbraucherverbänden befürwortet.

Vorher wurde foodwatch schon bekannt durch seine Kampagne gegen das krebserregende Acrylamid bei erhitzten Kohlehydraten wie z.B. Kartoffelchips. Auch gegen MacDonalds zog Foodwatch zu Felde, hier wurde die korrekte Kennzeichnung der verkauften Produkte angemahnt. Uran im Trinkwasser – auch dieses Thema ist in Deutschland erst dank Foodwatch bekannt geworden.

Schauen Sie sich mal um auf Foodwatch.de, die gut gemachte und informative Seite ist einen Besuch wert.

Quellen

Foodwatch.de

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75 % der Männer und 60 % der Frauen in Deuschland sind übergewichtig, mehr als die Hälfte der Männer und ein knappes Viertel der Frauen sogar „adipös“. „Adipös“, das bedeutet eine Steigerung von übergewichtig. Übergewicht bedeutet ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, aber immer mehr Wissenschaftler sind mit den bisherigen Meßmethoden für das Übergewicht nicht mehr einverstanden.

Das Problem mit dem BMI

Wenn man von übergewichtig, untergewichtig oder adipös spricht, legt man dabei bestimmte (Grenz-)Werte des sogenannten BMI, des „Body Mass Index“, zugrunde.

Sie berechnen Ihren BMI, wenn Sie Ihr Körpergewicht (in kg) durch das Quadrat ihrer Körpergröße teilen. (Das Quadrat ergibt sich, indem Sie die Körpergröße mit sich selbst mal nehmen.) Also: Das Gewicht in kg wird geteilt durch Körpergröße x Körpergröße in Metern.

Ein Beispiel: Sie wiegen 100 kg und sind 2 Meter groß. Ihr Body-Mass-Index errechnet sich so: 100 Kg geteilt durch 2m x 2m (= 4 qm) = 25 kg/qm. Mit einem Body Mass Index von 25 sind Sie gerade noch so eben normalgewichtig, mit einem BMI ab 25 bis höchstens 30 gelten sie als übergewichtig, ab einem BMI von 30 sind sie adipös.

Im Internet kursieren jede Menge BMI-Rechner, die Ihnen die Arbeit mit dem Kopf oder Taschenrechner abnehmen, z.B. hier.

Das Problem beim BMI: Ein durchtrainierter Sportler errechnet unter Umständen für sich einen höhereren BMI als eine notorische Couch-Kartoffel, trotzdem trägt der Sportler ein niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Übergewicht bringt ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall mit sich. Bewegung und Sport schützt, schafft neue Muskeln. Aber auch Muskeln schaffen mehr Gewicht, Muskelgewebe wiegt sogar etwas mehr als Fettgewebe.

Typ Apfel und Typ Birne

Das zweite Problem: Schon seit längerem deutet sich durch internationale Forschungsergebnisse an, dass der Speck an den Oberschenkeln und an den Hüften bei weitem nicht so schädlich ist wie der Speck am Bauch. „Typ Apfel“ trägt ein wesentlich grösseres Risiko für Herzinfarkt und Co als „Typ Birne“.

Bauch zur Größe – Bauch zur Hüfte – Verhältnis

Der BMI als Meßwert hat den großen Vorteil, dass es eine Vielzahl von Untersuchungen an einer großen Zahl von Menschen über viele Jahre in vielen Ländern gibt, die den BMI als Meßwert nutzen. Trotzdem, es zeigt sich immer mehr: Der BMI hat seine Schwächen, wenn es um die Gesundheit geht.

Immer mehr Bedeutung bekam die „Waist to Hip Ratio“, das Verhältnis von Bauch- zum Hüftumfang. Noch besser, weil noch einfacher und zuverlässiger zu messen: Das Verhältnis von Bauchumfang zur Körpergröße, die „Waist to Height Ratio“ , abgekürzt WHtR. Einer neueren Untersuchung zufolge schreckt die WHtR 35 % der (nach BMI) normalgewichtigen Männer von der Couch auf. Ihre WHtR zeigt ein grösseres gesundheitliches Risiko an, obwohl sie mit einem BMI zwischen 18,5 und 25 durchaus normalgewichtig sind. (Bei Frauen trifft dies nur 14 % der Normalgewichtigen – Typ Birne ist hier deutlich häufiger zu finden.)

WHtR – „Bauch zur Größe“ – ist einfach zu messen. Messen Sie den größten Bauchumfang und teilen Sie den Wert durch die Körpergröße. Der ideale Wert liegt unter 0,5. Anders ausgedrückt: Ihr größter Bauchumfang sollte nicht größer sein als Ihre halbe Körpergröße. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Wenn Sie zwei Meter groß sind, sollte ihr Bauchumfang unter einem Meter liegen. Einfach zu merken und wahrscheinlich aussagekräftiger, wenn es um die Gesundheit geht.

Quellen

Deutsches Ärzteblatt: Body-Mass-Index nutzlos bei gesundheitlicher Risikovorhersage

Obesity Facts: Waist to Height Ratio Is a Simple and Effective Obesity Screening Tool for Cardiovascular Risk Factors

Science direct: The superiority of waist-to-height ratio as an anthropometric index to evaluate clustering of coronary risk factors among non-obese men and women

Int J Obes (Lond). 2008 Jun;32(6):1028-30. Epub 2008 Apr 15.: Waist-to-height ratio: a simple option for determining excess central adiposity in young people. Abstract auf pubmed

Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism , doi:10.1210/jc.2009-1584: The Predictive Value of Different Measures of Obesity for Incident Cardiovascular Events and Mortality

Foto: © Dieter Schütz auf pixelio.de

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Rohmilchkäse ist bisweilen mit Listeriose-Erregern besiedelt

Die Listeriose ist eine Erkrankung von Mensch und Tier, die durch Bakterien, die zur Gattung der Listerien zählen, hervorgerufen wird. Listerien kommen fast überall vor, vor allem im Erdreich sind sie oft zu finden. Listerien sind sehr genügsam: Sie wachsen und teilen sich sogar ohne Luftzufuhr und vermehren sich selbst bei Kühlschranktemperaturen (bis -0,4 Grad Celsius). Auch das Einfrieren überleben sie, erst bei Temperaturen über 70 Grad sterben sie ab.

Die meisten (gesunden) Menschen erkranken gar nicht, wenn sie Listerien mit der Nahrung aufnehmen. Wirklich gefährlich sind die stäbchenförmigen Bakterien für Schwangere und Neugeborene, Kleinkinder und ältere Menschen, auch für Patienten deren Immunsystem geschwächt ist, weil sie ein Organ verpflanzt bekommen haben, schwerkrank im Krankenhaus liegen oder an AIDS leiden.

Die Erkrankung beginnt ganz untypisch, fühlt sich an wie ein grippaler Infekt mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Manchmal treten Erbrechen und Durchfall hinzu. Gerät der Erreger massenhaft in die Blutbahn, kann sich eine Sepsis („Blutvergiftung“) entwickeln. Generell kann jedes Organ mit Listerien besiedelt werden, häufig trifft es das Gehirn – Lähmungen und Bewußtseinsstörungen können als Folge der enstehenden Gehirnentzündung („Encephalitis“) auftreten.

Die Infektion der werdenden Mutter kann auf das Baby übergehen. Dies kann vor, während oder nach der Geburt geschehen. Früh- und Fehlgeburt, aber auch eine schwere Erkrankung des Neugeborenen können die Folge sein.

Die Diagnose erfolgt, indem man die Listerien im Blut, im Gehirnwasser oder anderen Körperflüssigkeiten nachweist. Das Problem: Man muss an die Möglichkeit einer Listeriose denken. Die Erkrankung ist selten, 394 Fälle wurden im Jahr 2009 in Deutschland gemeldet.

Die Therapie erfolgt mit Antibiotika, Mittel der ersten Wahl ist das Amoxicillin, kombiniert mit Streptomycin. Leider ist die Sterblichkeit immer noch sehr hoch, an der durch Listerien erzeugten Hirnhautentzündung stirbt fast jeder dritte.

Vorbeugen kann man durch Abkochen, durch Braten und Backen der Nahrungsmittel. (Im Inneren des Bratens muss die Temperatur mehr als 70 Grad betragen.) Beim Pasteurisieren wird die Milch kurzzeitig auf 70 bis 90 Grad erhitzt, dadurch werden Listerien abgetötet. Schwangere und andere Risikopersonen sollten Rohmilch (nicht erhitzte Milch) und Rohmilchprodukte meiden. Auch auf den Verzehr von rohem Fleisch und rohem Fisch sollten Risikogruppen verzichten. Listerien finden sich auch in vakuumverpackten Fertiglebensmitteln, z.B. im Räucherlachs. Bereits im Laden fertig geschnittener Salat kann durch anhaftende Erde mit Listerien verunreinigt sein. Frisch zubereiteter und gut gewaschener Salat birgt demgegenüber ein weitaus geringeres Risiko.

Wenn in der Küche rohes Fleisch verarbeitet wurde, sollten alle Arbeitsflächen, Küchenwerkzeuge und die Hände gut gereinigt werden, bevor weitere Lebensmittel zubereitet werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat ein ausführliches Merkbatt für Verbraucher herausgegeben.

Quellen

Robrt Koch-Institut: Merkblatt Listeriose

Epidemiologisches Builletin 7/2010: Infektionsgeschehen von besonderer Bedeutung: Ausbruch von Listeriose-Erkrankungen in Deutschland und Österreich

Listeriose-Ausbruch in Deutschland und Österreich – Update

Bundesinstitut für Risikobewertung: Verbrauchertipps: Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen mit Listerien

Foto: © 2005 Jérôme SAUTRET, auf wikimedia.commons

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