Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 7. Oktober 2011

Die US Preventive Services Task Force, eine Expertenkommission, die die amerikanische Regierung berät, kommt zu dem Schluss, das der PSA Test zur Früherkennung des Prostatakrebses wenig sinnvoll ist. Nirgend wo sonst auf der Welt wird dieser Test so oft durchgeführt. In den USA leben 44 Millionen Männer über 50 Jahre, 33 Millionen davon haben laut Spiegel online schon einen PSA-Test machen lassen.

Männliche Anatomie © Wikicommons, Lizenz unten


Dr Otis Brawley, Vorsitzender der amerikanischen Krebsgesellschaft, stellte erst kürzlich fest: In den USA wird während des ganzen Lebens bei einem von sechs Männern ein Prostatakrebs festgestellt (und meist behandelt), in Westeuropa nur bei einem von 10 Männern. Und trotzdem: In beiden Regionen sterben gleich viel Männer an einem Krebs der Prostata, nämlich einer von 36.

Daraus kann man schlussfolgern, dass die Früherkennung des Prostatakrebses nicht sehr effektiv ist und insbesondere das häufige Bestimmen des PSA-Wertes in den USA ohne Wert für das Überleben der betroffenen Männer bleibt.

Früherkennung des Prostatakrebses kann zu unnötigen Behandlungen führen. Behandlungen, die Nebenwirkungen wie Impotenz und Inkontinenz nach sich ziehen können. Das grundlegende Problem: Viele Männer sterben mit dem Prostatakrebs, aber nicht wegen des Prostatakrebses. Es gibt aber bis heute noch keine zuverlässige Methode, „Haustierkrebse“ von „Raubtierkrebsen“ zu unterscheiden.

Hoffentlich kommt die medizinische Forschung bald zu einer Lösung diesen Dilemmas.

Quellen

Medical News Today: „Drop Routine PSA Test For Prostate Cancer Says US Panel“

Deutsches Krebsforschungszentrum, AOK und Uni Bremen: Entscheidungshilfe PSA-Test

Krebsinformationsdienst: Prostatakrebs, Teilkapitel Früherkennung: PSA-Test noch immer umstritten

American Cancer Society zum Thema

Medscape Family Medicine: Recommendation Against Routine PSA Screening in US

Lizenz der Abbildung oben auf Wikimedia Commons

Read Full Post »