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Archive for November 2011

Mythos: Jeder muss jeden Tag Stuhlgang haben

Drei Mal am Tag oder drei Mal in der Woche ist völlig normal. Wenn Sie sowieso unter Verstopfung leiden, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, wenn der Stuhlgang zwei Wochen und länger ausbleibt. Eine plötzliche, unerwartete Verstopfung, besonders mit Bauchschmerzen, ist immer alarmierend.

© Evert Meijs, Wikimedia. commons

Mythos: Verstopfung vergiftet mich oder schafft andere gesundheitliche Probleme

Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Stuhl, der in Ihrem Dickdarm „geparkt“ wird, Vergiftungserscheinungen auslöst. Es gibt auch keinen Hinweis, dass dadurch andere gesundheitliche Probleme wie z.B. Dickdarmkrebs oder Ähnliches heraufbeschworen werden.

Mythos: Wenn ich verstopft bin, kann ich nicht abnehmen

Der Stuhl wird im Dickdarm aufbewahrt. Dort wird ihm lediglich Wasser entzogen, keine weiteren Nährstoffe. Die Nahrung wird also gleich gut ausgenutzt, wenn Sie drei mal am Tag oder drei Mal in der Woche zur Toilette gehen.

Mythos: Bananen stopfen

Bananen stopfen nicht. Bananen fördern die Verdauung genauso wie anderes Obst und Gemüse. Pflaumen, ob roh oder getrocknet fördern die Verdauung scheinbar besonders gut, auch Pflaumensaft. Dasselbe gilt für Tomaten und rote Beete. Stopfend wirken Kuchen und helles Brot sowie Flüssigkeitsmangel!

Mythos: Verschluckte Kaugummis führen zur Verstopfung

Da muss man schon eine ganze Menge Kaugummis schlucken, um eine Verstopfung auszulösen. Hin und wieder ein Kaugummi verschlucken schadet dem Menschen gar nicht. Das Kaugummi landet genau so in der Toilette wie alle anderen Nahrungsmittel auch.

Mythos: Den Stuhlgang aufhalten schadet nicht

Den Stuhlgang „verkneifen“ führt tatsächlich häufig zur Verstopfung. Man/Frau sollte dem verspürten Drang möglichst bald nachgeben, ein Ignorieren kann unangenehme Folgen haben. Auch eine Erziehung zur Regelmäßigkeit kann helfen: z.B. jeden Morgen nach dem Frühstück die Toilette aufsuchen, auch wenn es noch gar nicht drückt.

Verstopfung ist nur was für alte Leute

Das stimmt leider gar nicht, im Gegenteil: Besonders bei Kindern, die nicht ausreichend Vollkornbrot, Obst und Gemüse essen, nicht ausreichend trinken und sich ungern bewegen, ist Verstopfung ein häufiges Übel. Und ein häufiger Grund für unklare, manchmal heftige Bauchschmerzen!

Mythos: Blut im Stuhl hat man schon mal

Sichtbares Blut im Stuhl ist immer ein Warnzeichen. Auch wenn man Hämorrhoiden hat. Bei Blut im Stuhl sollte immer der Arzt aufgesucht werden. Blut im Stuhl kann ein Frühzeichen für Dickdarmkrebs sein. Das gilt gerade und besonders dann, wenn das Blut genau dann auftritt, wenn sich die Stuhlgangsgewohnheiten verändert haben.

Quellen und weiterführende Links

Medizininfo.de. Verstopfung

Uni Marburg: Warum ist die Banane gesund?

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Die Zahl der Neuinfektionen an HIV wird in in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) 2011 niedriger liegen als im Vorjahr. Nach Ansicht des RKI werden sich 2011 aber immer noch 2700 Menschen neu mit HIV infizieren. Ende 2011 wird die Zahl der Menschen mit einer HIV-Infektion oder mit AIDS auf 73.000 steigen.

© andreas stix / pixelio.de


Von diesen 73.000 gehören 45.000 zu der Gruppe, die sich durch sexuelle Kontakte von Mann zu Mann infiziert haben, 11.000 Infektionen gehen auf heterosexuelle Kontakte zurück. 8.600 haben sich durch den intravenösen Drogengebrauch angesteckt, in Hochrisikoregionen im Ausland haben sich 7.800 infiziert. Bei 450 Menschen rührt die Infektion aus einer Transfusion von Blut- oder Blutprodukten her, 420 wurden schon bei der Geburt von der Mutter angesteckt.

Während die Deutsche AIDS-Hilfe, die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung und der Bundesgesundheitsminister Bahr den Rückgang der Neuinfektionen als deutlichen Erfolg der Präventionskampagnen sehen, geben die Darstellungen des RKI auch Raum für eine abweichende Interpretation.

Das RKI sieht einen deutlichen Anstieg der Erkrankungen an Syphilis bei Männern im Jahre 2011. Nach vermehrter Prävention (durch Kondome) sieht das nicht aus. Die zurückgehende Zahl der Neuinfektionen könnte auch auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass heute mehr Infizierte früher behandelt werden. Eine effektive Behandlung senkt nämlich auch die Ansteckungsgefahr, bringt sie aber nicht auf Null.

Also: Grund zur Entwarnung gibt es auch 2011 nicht. Aus meiner täglichen Beratungspraxis weiß ich, dass vor allem viele Jugendliche glauben, dass AIDS heilbar sei, dass AIDS ein Thema für ältere Männer sei und sie nicht mehr betreffe und Kondome mittlerweile überflüssig geworden sind. Dem gilt es entgegen zu wirken, zur Euphorie besteht in puncto HIV und AIDS kein Anlass.

Quellen

Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 46/2011

Deutsches Ärzteblatt Nachrichten: Zahl der HIV-Infektionen ist gesunken

Deutsche AIDS-Hilfe: Pressemitteilung: Rückgang der HIV-Neuinfektionen ist ein Erfolg hervorragender Prävention

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„Mich nimmt doch bestimmt keine Krankenkasse mehr an, ich in meinem Alter und mit meinen Krankheiten…“, so oder ähnlich denken viele gesetzlich Krankenversicherte. Diese Ansicht ist nicht zutreffend! Jede (gesetzliche) Krankenkasse, die sich bundesweit geöffnet hat, ist verpflichtet, alle Antragsteller aufzunehmen, unabhängig von ihrem Alter, ihrer Gesundheit oder ihrem Einkommen.

© Claudia Hautumm / pixelio.de


Hier können sie eine Liste herunterladen, die die BKK für Heilberufe ins Netz gestellt hat: In dieser Datei (PDF) sind alle Krankenkassen aufgeführt, die allen Versicherten offen stehen. (Die BKK für Heilberufe ist nach der City BKK die zweite Krankenkasse, die nach der neuen Gesundheitsreform wegen Geldmangel zum 31.12.2011 geschlossen wird.)

95 % aller Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind gesetzlich vorgeschrieben, der Beitragssatz ist einheitlich, die Unterschiede zwischen den einzelnen Kassen sind also nicht riesig groß. Trotzdem gibt es Gründe zum Wechseln. Vielleicht gefällt Ihnen der Service Ihrer Krankenkasse nicht, oder sie möchten einen Zuschuss für einen Gesundheitskurs zum Abnehmen oder für Ihre Rückenprobleme erhalten? Manche Krankenkassen sind auch großzügiger in der Bewilligung von Haushaltshilfen bei eigener Erkrankung oder sie zahlen einen Bonus in bar, wenn sie an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Viele übernehmen die Kosten für Reiseimpfungen.

Informieren Sie sich am besten auf den Seiten der Stiftung Warentest über die Vor- und Nachteile der Krankenkassen für sie persönlich. Andere Produktfinder im Netz sind oft nicht ganz vollständig.

Die Kündigung selbst ist ganz problemlos. Sie können mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende kündigen. Wenn Sie also heute, am 21.11.11, kündigen, dann endet ihre Mitgliedschaft zum Ende des Monats Januar 2012. Ab dem 1. Februar 2012 sind Sie dann Mitglied Ihrer neuen Wunschkasse. Voraussetzung für die Kündigung ist lediglich, dass Sie bereits 18 Monate Mitglied Ihrer Krankenkasse sind.

Wenn Ihre Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt haben sie ein Sonderkündigungsrecht. Die Krankenkasse muss Sie auf dieses Sonderkündigungsrecht hinweisen, auf keinen Fall müssen Sie den Zusatzbeitrag zahlen, wenn Sie rechtzeitig nach der Ankündigung ihre Mitgliedschaft gekündigt haben.

Die Kündigung schicken Sie am besten per Einschreiben mit Rückschein oder Sie geben die Kündigung persönlich in der Geschäftsstelle ab. Spätestens nach 14 Tagen muss Ihre alte Krankenkasse Ihnen eine Bestätigung zugeschickt haben. Diese Bestätigung bekommt die neue Kasse, die wiederum eine Mitgliedsbestätigung ausstellt. Falls Sie angestellt berufstätig sind, braucht Ihr Arbeitgeber diese Bescheinigung, um Ihre Sozialabgaben korrekt verbuchen zu können. (Später gibt’s dann auch eine neue Karte.)

Quellen

Stiftung Warentest: Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen: Die beste Kasse für Sie (teilweise kostenpflichtig)

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Von Fieber spricht man, wenn die im After (rektal) gemessene Körpertemperatur über 38 Grad Celsius liegt. Normal liegt die Körpertemperatur beim Menschen zwischen 36 und 37 Grad, ab 37° bis etwa 38° spricht man von erhöhter Körpertemperatur.

digitales Fieberthermometer © Berthold Werner, Wikipedia

Am zuverlässigsten: Rektale Messung mit einem digitalen Fieberthermometer

Am zuverlässigsten misst man beim Kind mit einem digitalen Fieberthermometer im After. Thermometer aus Glas zerbrechen leicht und die Messung dauert lange. Ohrthermometer zeigen falsche Werte an, wenn der Gehörgang zugeschwollen oder mit Ohrenschmalz verstopft ist, beides kommt nicht so selten vor. Auch bei einer Mittelohrentzündung ist die Messung mit dem Ohrthermometer nicht zuverlässig, die Temperatur wird in diesem Fall zu hoch gemessen, während bei Ohrenschmalz die Temperatur zu niedrig bestimmt wird. Thermometer, die die Temperatur an der Stirn des Kindes messen und einfache Teststreifen, die z.B. auf die Stirn aufgeklebt werden, sind in jedem Fall unzuverlässig.

Bei älteren Kindern kommt auch die Messung im Mund (unter der Zunge) in Frage. Die Temperatur dort liegt um 0,5° niedriger als im After. Unter der Achsel sind die Messwerte viel zu unzuverlässig.

Digitale Thermometer am preisgünstigsten

Digitale Fieberthermometer sind sehr preisgünstig: Um 5 Euro, oft noch darunter, sind sie in der Drogerie erhältlich. Ohrthermometer kosten ein vielfaches: Das einzige Ohrthermometer, das von der Stiftung Warentest ein „sehr gut“ erhielt, das „Braun Thermoscan“, gibt es von 30 Euro an aufwärts.

Nachteilig bei beiden Geräten im Vergleich zu den Glasthermometern ist die Batterie, die nach einiger Zeit gewechselt werden muss. Manchmal ist der Batteriewechsel auch gar nicht möglich oder so teuer oder so umständlich, dass man lieber ein neues anschafft. (Drei bis fünf Jahre Liegezeit oder 3000 bis 5000 Messungen werden als Haltbarkeit angegeben.)

Fieber hat vermutlich einen Sinn

Fieber ist nicht sinnlos und Fieber ist nicht die Krankheit. Der Körper des Menschen benutzt Fieber, um gegen Viren oder Bakterien zu kämpfen. Viele dieser Krankheitserreger können sich bei höheren Temperaturen nicht mehr so rasch vermehren, Fresszellen steigern ihre Aktivität und Antikörper werden schneller produziert. Bei vielen Infektionskrankheiten verkürzt Fieber die Krankheitsdauer.

Wann Fieber senken?

Manchmal, bei weitem nicht immer, leiden Kinder unter ihrem Fieber. Sie sind quengelig, können nicht schlafen und vor allem: sie wollen nicht trinken. Wenn die Trinkunlust zusammen mit Fieber, Durchfall und Erbrechen auftritt, kann eine Austrocknung des Kindes die Folge sein. In allen diesen Fällen sollte eine Fiebersenkung erwogen werden.

Keinesfalls ist die Höhe des Fiebers ausschlaggebend für die Entscheidung, das Fieber zu senken. Bis 42 ° passiert meist nichts. Und 42° werden sehr, sehr selten erreicht.

Wie Fieber senken?

Als Medikamente kommen im Kindesalter Paracetamol und Ibuprofen in Betracht. Beide Medikamente sind sehr sicher, wenn man die exakte Dosierung beachtet. Beide gibt es als Saft oder als Zäpfchen. Acetylsalicalsäure sollte im Kindesalter vermieden werden wegen der seltenen, aber oft lebensbedrohlichen Entwicklung eines Rye-Syndroms.

Wadenwickel machen nur einen Sinn, wenn das Fieber nicht mehr steigt. Den Fieberanstieg erkennt man am Schüttelfrost und an den kalten Armen und Beinen – hier sollte das Kind besser zugedeckt werden. Das Fieber ist und bleibt hoch, wenn die Haut sich warm bis heiß anfühlt. Wenn das Fieber fällt, schwitzt das Kind.

Für den Wadenwickel benutzt man übrigens lauwarmes, nie kaltes Wasser. Um den Wadenwickel kommt ein trockenes Tuch. Drei Wadenwickel in der Stunde, dazwischen drei gleichlange Pausen sind ein erprobtes Schema.

Fieberkrämpfe

Fieberkrämpfe sind für die Eltern ein sehr dramatisches Ereignis. Fieberkrämpfe sind nicht so selten: 2 bis 5 % aller Kinder machen – meist im Alter von 6 Monaten bis zu 4 Jahren – einen Fieberkrampf durch. Nur bei 2 bis 5 % aller Fieberkrämpfe folgt eine Epilepsie im späteren Lebensalter. Allgemein wird eine Fiebersenkung bei vorangegangenem Fieberkrampf empfohlen, obwohl sich in mehreren Untersuchungen gezeigt hat, dass die Häufigkeit der Krämpfe dadurch nicht vermindert werden kann.

Fieberkrämpfe dauern in der Regel nur wenige Minuten. Bringen sie ihr Kind in die stabile Seitenlage, vor allem, wenn es erbricht. Wenn der Krampf sehr lange andauert, z.B. länger als 10 bis 15 Minuten, rufen sie den Notarzt. Stellen sie auf jeden Fall jedes Kind nach einem Fieberkrampf dem Arzt vor.

Antibiotika sind keine Fiebersenker

Antibiotika helfen bei Infektionen durch Bakterien. Bei Viren sind sie völlig nutzlos. Die häufigste Ursache fieberhafter Erkrankungen im Säuglings- und Kleinkindesalter sind Viren. Besonders verdächtig auf Viruserkrankungen sind begleitende Gliederschmerzen. Ein Virusinfekt ist auch anzunehmen, wenn die gründliche körperliche Untersuchung keinen Hinweis auf einen bakteriellen Infekt ergibt. Manchmal ist es notwendig, Blut oder Urin zu untersuchen, um einen bakteriellen Infekt auszuschließen.

Quellen

Patientenleitlinien.de: Fieber im Kindesalter

Medline plus: Fever

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Das Übergewicht bei Kindern in Deutschland und Europa nimmt ständig zu. In den letzten Tagen wurden einige interessante Daten der IDEFICS-Studie veröffentlicht. Die IDEFICS-Studie untersuchte die Ursachen von Übergewicht an 16224 Kindern im Alter zwischen 2 und 10 Jahren in Belgien, Schweden, Estland, Deutschland, Ungarn, Spanien, Zypern und Italien.

Lecker Tomate! © Steffi Pelz/ http://www.pixelio.de

Die dicksten Kinder leben in Italien, Spanien und Zypern, die dünnsten in Belgien, Schweden und Estland. Deutschland nimmt eine Mittelstellung ein: Rund 16 % der Kleinen bei uns waren übergewichtig oder sogar adipös (BMI über 30), in Italien waren dies 42 %. Eindeutig war der Süden Europas stärker als der Norden betroffen, das Problem existiert aber in allen Ländern Europas.

Die Forscher aus ganz Europa fanden folgende Besonderheiten heraus, wenn ie dicke mit normalgewichtigen Kindern verglichen:

1.) Kinder, die zu wenig schlafen, werden dick! Vorschulkinder, die weniger als 9 Stunden schliefen, hatten ein um 300 % erhöhtes Risiko an Übergewicht zu erkranken, schliefen sie weniger als 11 Stunden, war das Risiko immer noch um 30 % höher. Die Zeit, in der sie hätten schlafen sollen, verbrachten viele Kinder vor dem Fernseher, vor dem Computer oder vor dem Videospiel.

2.) Kinder, die sich nicht bewegen, werden dick. War allgemein bekannt, oder? Kinder werden zu mehr Bewegung angeregt, wenn das Umfeld bewegungsfreundlich ist, wenn z.B. Spiel- und Sportplätze mit dem Rad oder zu Fuß leicht erreichbar sind.

3.) Armut als Risiko für Übergewicht? Kinder aus armen Familien hatten ein um 50 % höheres Risiko als die Kinder aus besser gestellten.

4.) Viel Obst und Gemüse, wenig Süßigkeiten und wenig süße Getränke hält auch Kinder schlank! Bei Erwachsenen wissen wir es schon lange, die IDEFICS-Studie zeigt, dass dies auch für Kinder gilt. So aßen die dünnen schwedischen Kinder viel öfter rohes und gekochtes Gemüse sowie Obst als die im Durchschnitt dickeren italienischen. Die Mittelmeerdiät mit viel Obst und Gemüse ist scheinbar bei den Kindern in den Norden Europas abgewandert!

Auch das Essen vor dem Fernsehen und das Trinken süßer Limonaden und Fruchtsäfte ist ein Risiko für Übergewicht.

Übergewicht bei Kindern hat viele schwerwiegende gesundheitliche Folgen: Diabetes bei Kindern nimmt zu, ebenso Gelenkbeschwerden und Bluthochdruck. Wenn es nicht gelingt, die Adipositas-Epidemie zu stoppen, dann ist zu befürchten, dass die jetzt heranwachsende Generation die erste seit Jahrhunderten ist, die kürzer lebt als ihre Eltern.

Quellen

EUFIC: Wie man Fettleibigkeit bei Kindern vermeiden kann – Neues von der IDEFICS-Studie

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Die ärztliche Schweigepflicht ist eine der ältesten Pflichten des Arztes. Sie wird schon im Eid des Hippokrates (460 bis 370 v.Chr.) beschworen:

Hippokrates


„…Was immer ich sehe und höre, bei der Behandlung oder außerhalb der Behandlung, im Leben der Menschen, so werde ich von dem, was niemals nach draußen ausgeplaudert werden
soll, schweigen, indem ich alles Derartige als solches betrachte, das nicht ausgesprochen werden darf…“


In Deutschland regelt zunächst einmal das Strafgesetzbuch die Schweigepflicht. Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe kann der bestraft werden, heißt es im Paragrafen 203, wer…

„…unbefugt ein fremdes Geheimnis, namentlich ein zum persönlichen Lebensbereich gehörendes Geheimnis oder ein Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis, offenbart, das ihm als
…Arzt …anvertraut worden oder sonst bekanntgeworden ist…“

Darüber hinaus regeln die Berufsordnungen der Ärztekammern die Schweigepflicht. In der Musterberufsordnung der Bundesärtzekammer heißt es:

„Für jede Ärztin und jeden Arzt gilt folgendes Gelöbnis:….
Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod der
Patientin oder des Patienten hinaus wahren..“

Die Berufsordnungen der Ärztekammern in den einzelnen Bundesländern richten sich nach dieser Musterberufsordnung. Sie sehen Verwarnungen, Geldstrafen oder den Entzug der Mitgliedschaft für den Verstoß gegen die Schweigepflicht vor.

Die Schweigepflicht ist verbunden mit einem Zeugnisverweigerungsrecht, wie es in Paragraf 53 der Strafprozessordnung festgelegt ist. Das Zeugnisverweigerungsrecht bedeutet, dass der Arzt (in der Regel) nicht gezwungen werden kann, seinen Patienten vor Gericht zu belasten.

Die ärztliche Schweigepflicht gilt grundsätzlich gegenüber jedem und betrifft grundsätzlich alle Tatsachen, die der Arzt im Sprechzimmer oder beim Hausbesuch gehört oder gesehen oder sonst wahrgenommen hat. Das heißt, die Schweigepflicht gilt auch gegenüber dem Ehemann / der Ehefrau, den Kindern und anderen Verwandten. Der Arzt ist auch gegenüber den Eltern an die Schweigepflicht gebunden, wenn die Kinder über 15 Jahre alt sind (abhängig im Einzelfall von der Entwicklung des Kindes).

Die Schweigepflicht des Arztes endet nicht mit dem Tod des Patienten.

Die Schweigepflicht betrifft nicht nur medizinische, sondern alle persönlichen Belange des Patienten, z.B. auch finanzielle Angelegenheiten oder sexuelle Vorlieben.

Die Schweigepflicht ist so umfassend, dass der Arzt z.B. nicht mal der Polizei oder der Ehefrau die Frage beantworten muss, ob Sie heute bei in Behandlung waren oder gerade im Wartezimmer der Praxis sitzen.

Auch die Angestellten des Arztes sind zum Schweigen verpflichtet. Der Arzt muss seine Angestellten regelmäßig an diese Pflicht und an die Konsequenzen eines Verstoßes dagegen erinnern.

Die Schweigepflicht gilt auch gegenüber anderen Ärzten. Suchen Sie einen Spezialisten mit der Überweisung Ihres Hausarztes auf, so kann dieser in der Regel davon ausgehen, dass er Ihren Hausarzt informieren darf. Sie können aber beim Spezialisten definitiv den Wunsch anmelden, dass Ihr Hausarzt nicht informiert werden soll. Das gleiche gilt natürlich auch für das Krankenhaus.

Sie können Ihren Arzt von der Schweigepflicht entbinden. Häufig wird das von Ihnen zum Beispiel beim Abschluss einer Lebensversicherung von Ihnen verlangt.

In einigen Punkten ist der Arzt von der Schweigepflicht per Gesetz entbunden. Er muss z.B. die Diagnosen der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen mitteilen, um die Abrechnung zu ermöglichen oder die Arbeitsunfähigkeit zu begründen.

Sie können mit Ihrem Arzt über alles reden

Insgesamt ist die Schweigepflicht des Arztes ein hohes Gut, ohne die eine vertrauensvolle ärztliche Behandlung gar nicht möglich wird.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt nicht nur die medizinischen Details Ihrer Beschwerden. Reden Sie über alles, was Sie bedrückt. Für einen guten Hausarzt ist es wichtig zu wissen, ob Sie z.B. gerade arbeitslos geworden sind, Ihr Mann oder Ihr Freund fremd geht oder Ihre Frau / Ihre Freundin sich von Ihnen trennen will. Möglicherweise können Sie sich dadurch unnötige Untersuchungen ersparen. Und Sie können sicher sein: Kein Wort wird das Sprechzimmer verlassen.

Quellen

Bundesärztekammer: (Muster-)Berufsordnung

Dtsch Arztebl 2005; 102(5): A-289 / B-237 / C-224: Die ärztliche Schweigepflicht

Gesetze im Internet: Strafgesetzbuch

dejure.org: Strafprozeßordnung

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In den Jahren 2001 bis 2008 wurde in den USA eine Studie zu Vitamin E und Selen an gesunden Männern durchgeführt. In der SELECT genannten Studie wurden vier Gruppen gebildet: Die erste bekam nur Placebo, eine weitere nur Vitamin E und Placebo, die dritte Selen und Placebo und die vierte Gruppe Vitamin E und Selen.

© Juliane Drechsel auf www.pixelio.de

© Juliane Drechsel auf http://www.pixelio.de


Zum Zeitpunkt des Studienendes zeigte sich: Prostatakrebs lässt sich durch diese Nahrungsergänzung nicht verhindern, unter Vitamin E zeigte sich sogar ein Trend zum Anstieg der Prostatakrebserkrankungen.

Aus diesem Grunde wurden die Teilnehmer nach dem Studienende noch einmal über drei Jahre nachuntersucht. Das Resultat war frappierend: Die Einnahme von Vitamin E erhöht das Risiko für gesunde Männern, an Prostatakrebs zu erkranken, um 17 %!

Viele gesunde Menschen nehmen Vitamine und andere Nahrungsergänzungsmittel ein. Sie sagen sich: „Wenn es nichts nützt, so schadet es doch wenigstens nicht.“

Diese Vermutung kann man nicht mehr so einfach stehen lassen. Bitte nehmen Sie keine Vitamine oder andere Nahrungsergänzungen ein, solange nicht durch solide Studien bewiesen ist, das diese auch wirklich nicht schädlich sind. Vitamin E gehört definitiv nicht zu diesen unschädlichen Substanzen!

Quellen

Medline abstract (engl.): Vitamin E and the risk of prostate cancer: the Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial (SELECT).JAMA. 2011; 306(14):1549-56 (ISSN: 1538-3598)

Medscape family medicine: Warn Patients About Possible Risks of Vitamin E Supplements

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