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Archive for the ‘Kostendämpfung’ Category

„Mich nimmt doch bestimmt keine Krankenkasse mehr an, ich in meinem Alter und mit meinen Krankheiten…“, so oder ähnlich denken viele gesetzlich Krankenversicherte. Diese Ansicht ist nicht zutreffend! Jede (gesetzliche) Krankenkasse, die sich bundesweit geöffnet hat, ist verpflichtet, alle Antragsteller aufzunehmen, unabhängig von ihrem Alter, ihrer Gesundheit oder ihrem Einkommen.

© Claudia Hautumm / pixelio.de


Hier können sie eine Liste herunterladen, die die BKK für Heilberufe ins Netz gestellt hat: In dieser Datei (PDF) sind alle Krankenkassen aufgeführt, die allen Versicherten offen stehen. (Die BKK für Heilberufe ist nach der City BKK die zweite Krankenkasse, die nach der neuen Gesundheitsreform wegen Geldmangel zum 31.12.2011 geschlossen wird.)

95 % aller Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind gesetzlich vorgeschrieben, der Beitragssatz ist einheitlich, die Unterschiede zwischen den einzelnen Kassen sind also nicht riesig groß. Trotzdem gibt es Gründe zum Wechseln. Vielleicht gefällt Ihnen der Service Ihrer Krankenkasse nicht, oder sie möchten einen Zuschuss für einen Gesundheitskurs zum Abnehmen oder für Ihre Rückenprobleme erhalten? Manche Krankenkassen sind auch großzügiger in der Bewilligung von Haushaltshilfen bei eigener Erkrankung oder sie zahlen einen Bonus in bar, wenn sie an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Viele übernehmen die Kosten für Reiseimpfungen.

Informieren Sie sich am besten auf den Seiten der Stiftung Warentest über die Vor- und Nachteile der Krankenkassen für sie persönlich. Andere Produktfinder im Netz sind oft nicht ganz vollständig.

Die Kündigung selbst ist ganz problemlos. Sie können mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende kündigen. Wenn Sie also heute, am 21.11.11, kündigen, dann endet ihre Mitgliedschaft zum Ende des Monats Januar 2012. Ab dem 1. Februar 2012 sind Sie dann Mitglied Ihrer neuen Wunschkasse. Voraussetzung für die Kündigung ist lediglich, dass Sie bereits 18 Monate Mitglied Ihrer Krankenkasse sind.

Wenn Ihre Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt haben sie ein Sonderkündigungsrecht. Die Krankenkasse muss Sie auf dieses Sonderkündigungsrecht hinweisen, auf keinen Fall müssen Sie den Zusatzbeitrag zahlen, wenn Sie rechtzeitig nach der Ankündigung ihre Mitgliedschaft gekündigt haben.

Die Kündigung schicken Sie am besten per Einschreiben mit Rückschein oder Sie geben die Kündigung persönlich in der Geschäftsstelle ab. Spätestens nach 14 Tagen muss Ihre alte Krankenkasse Ihnen eine Bestätigung zugeschickt haben. Diese Bestätigung bekommt die neue Kasse, die wiederum eine Mitgliedsbestätigung ausstellt. Falls Sie angestellt berufstätig sind, braucht Ihr Arbeitgeber diese Bescheinigung, um Ihre Sozialabgaben korrekt verbuchen zu können. (Später gibt’s dann auch eine neue Karte.)

Quellen

Stiftung Warentest: Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen: Die beste Kasse für Sie (teilweise kostenpflichtig)

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schutz

Kostendämpfung im Gesundheitswesen ist in aller Munde. Wir sollen sparen. So sollen die Krankenkassenbeiträge niedrig gehalten werden.

Ein Artikel auf Spiegel online bringt mich auf einen neuen Spargedanken. Die „Impfung gegen Gebärmuterhalskrebs“, also die Impfung gegen die Humanen Papillomviren bei jungen Mädchen kostete im letzten Jahr 244 Millionen Euro, pro Person waren das 477 Euro, über 500.00 junge Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren haben sich gegen das Virus impfen lassen.

Impfung in der Schweiz und in den USA kostet fast nur die Hälfte

In anderen Ländern ist das Impfen deutlich preiswerter. Die Schweiz zahlt 244 und die USA 257 Euro.

Bald sind Wahlen. Bitte, fragen Sie die Kandidaten in Ihrem Wahlkreis, warum Schweizer und Amerikaner mit der Pharmaindustrie über Preise verhandeln, in Deutschland jedoch jeder geforderte Preis bezahlt wird.

Quellen

Spiegel online: HPV-Impfung in Deutschland besonders teuer

Deutsches Ärzteblatt: HPV-Impfung in Deutschland besonders teuer

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ArzneimittelHeute erschien der neue Arzneimittelreport der Gmünder Ersatzkasse (GEK) 2009, der die Arzneimittelausgaben der Ersatzkasse im Jahr 2008 analysiert. Das Resultat: Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen auch im letzten Jahr wieder kräftig, diesmal um 9 %.

Hauptursache sind die Kostensteigerungen durch die sogenannten „Biologicals“. Biologicals sind biotechnologisch hergestellte Arzneimittel gegen Rheuma, Krebs oder Multiple Sklerose. In vielen Fällen, in denen herkömmliche Präparate nicht ausreichend wirken, entfalten sie eine segensreiche Wirkung.

Professor Gerd Glaeske von der Uni Bremen, Hauptautor der Studie, meint dazu:

„Dass die Pharma-Unternehmen ihre Preise noch immer selbst festlegen dürfen, wirkt auf die Versorgung der Gesetzlichen Krankenversicherung systemsprengend.“

Der Versorgungsforscher Glaeske fordert, dass kein Arzneimittel mehr ohne Preisverhandlung auf dem GKV-Markt zugelassen wird.

Mir kommt der Gedanke: Geht vielleicht die jetzige Kostendämpfungspolitik, die jeden einzelnen Patienten und jeden Arzt unter unerträglichen Druck setzt, nicht in die völlig falsche Richtung? Soll hier nur die Feigheit der Politik verdeckt werden, den wirklichen Ursachen der immensen Kostensteigerungen bei den Arzneimitteln durch entsprechende Gesetzgebung entgegen zu wirken?

Quelle

Pressemitteilung der GEK zum Arzneiverordnungsreport 2009

Bild: ©Gloekchen auf pixelio.de

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Auch für das Jahr 2006 bin ich wieder dabei: 46.000 Euro soll ich zahlen. Von meinem Geld. Nicht zurückzahlen, wie manche meinen. Ich soll zahlen für Medikamente, die ich meinen Patienten verordnet habe.

Der Patient kommt aus dem Krankenhaus

Mein Patient kommt heute aus dem Krankenhaus. Er war dort zwei oder drei Wochen. Seine Medikamente sind alle. Sie müssten allerdings noch reichen. Er hat aber seine eigenen, recht teuren Pillen, die ich ihm vorher verordnet habe, im Krankenhaus weiter eingenommen.

Das ist eigentlich nicht korrekt. Warum? Das Krankenhaus bekommt für jeden Tag, in dem der Patient dort „liegt“, einen bestimmten Eurobetrag – den sogenannten Pflegesatz. Dafür muss das Krankenhaus den Patienten behandeln, ihm Essen und Medikamente geben. Wenn der Patient im Krankenhaus die Medikamente schluckt, die ich ihm zuvor verordnet habe, bedient sich das Krankenhaus aus meinem Budget.

Mein Patient hat einen Arztbrief dabei. Im Krankenhaus hat er die teuren Originalpräparate bekommen. Die bekommt das Krankenhaus vom Hersteller geschenkt, habe ich mal gehört. Schon seit Jahren bitten wir die Krankenhäuser, auf solche Empfehlungen zu verzichten. Vergeblich!

MVZ: Der Poliklinik gehört die Zukunft

Krankenhäuser gründen MVZ’s, Medizinische Versorgungszentren. Ein medizinisches Versorgungszentrum ist vergleichbar einer Poliklinik. Die Ärzte dort sind Angestellte.

MVZ’s kennen keinen Arzneimittelregress. Ein MVZ gibt es nicht auf dem Dorf und wird es dort auch nicht geben. Ein MVZ ist einfach zu groß für das Dorf. Ein MVZ darf auch ruhig mal Defizite machen. Die Krankenhausgesellschaft, die das MVZ betreibt, lebt von den Einweisungen des MVZ.

Unter dem Strich macht die Krankenhausgesellschaft ein Plus, die Einweisungen bringen das Geld.

Regress – Express!

Ich muss, nein: ich darf zur Regressforderung Stellung nehmen. Ich muss meine Praxisbesonderheiten herausarbeiten. Dafür habe ich vier Wochen Zeit. Ich habe um Fristverlängerung gebeten. Die wurde abgelehnt.

Ich bekomme die Daten aller meiner Rezepte auf einer CD. Dort steht die Versicherungsnummer des Patienten, die Pharmazentralnummer des Medikaments, das Datum der Verordnung etc. in einer fortlaufenden Datei, deren einzelne Datensätze nur durch ein Komma getrennt sind. Sie können sich das nicht vorstellen? Ich konstruiere ein Beispiel: „9990324567, 88888, 23.09.08, 1, 0, Aspirin Tbl., 1, 0, 1;“ usw. – ein paar hunderttausendmal – jedes Rezept ergibt einen Datensatz nach dieser Art. Alle diese Zahlenketten werden locker hintereinander gereiht.

Mit detektivischer – tagelanger! – Kleinarbeit müssen wir herausfinden, welcher Datensatz zu welchem Patienten gehört. (Patienten wechseln ihre Versicherungsnummer, wenn sie die Kasse wechseln!)

Ich habe eine Arzthelferin (medizinische Fachangestellte heißt es korrekt) ganztägig abgestellt, um diesen Wust abzuarbeiten. Sie fehlt den ganzen Tag in der Versorgung der Patienten.

Sie ist gerade (23:00) nach Hause gegangen. 1400 Rezepte tragen eine sogenannte Pharmazentralnummer, aber keinen Medikamentennamen, teilte sie mir mit. 1400 Medikamente zu den Pharmazentralnummern herauszusuchen – das alleine kann Wochen Arbeit bedeuten.

Wir schaffen den Landarzt ab

Meine Kassenärztliche Vereinigung (KV) wohnt in Aurich. Nie gehört? Aurich liegt in Ostfriesland und ist natürlich erheblich größer als Ditzum, das Dorf, in dem ich praktiziere. Die KV Aurich versorgt einen ausgesprochen ländlichen Raum. Von dort höre ich, dass außerordentlich viele Kollegen vom Regress 2006 betroffen sind. Wie viele, weiß ich nicht, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Insgesamt sind nicht mehr als 5 % der Praxen betroffen, das ist gesetzlich so festgelegt. Ich bin sicher, auf dem Land sind es mehr. Ein MVZ ist nie dabei. Ärzte in der Stadt sind weniger betroffen.

Landarzt? – Nein danke!

Überall laufen Kampagnen, um mehr Ärzte aufs Land zu locken. Da werden Umsätze garantiert und Räumlichkeiten angeboten. Alles dies ist verlogen.

Die gegenwärtige Tendenz im deutschen Gesundheitswesen lautet: Der Landarzt wird abgeschafft. Die Solidarität unter den Ärzten ist gleich Null.

Das MVZ in der Hand der Krankenhauskette oder eines anderen industriellen Gesundheitsanbieters wird den Sieg davon tragen.

Kein anders Land der Welt, zumindest keins in Europa, betreibt diesen Unsinn, vom Arzt für zuviel verordnete Medikamente Geldbeträge bis zur Höhe des Anderthalbfachen seines Jahresumsatzesabzufordern, also des dreifachen seines Jahresverdienstes vor Steuern Wir haben eines der teuersten, aber nicht das effektivste Gesundheitssystem der Welt. Trotzdem halten wir an unseren Prinzipien fest.

Suche den gesunden Kranken!

Was ist meine Reaktion auf den Regress? Ich muss Patienten zur Medikamentenverordnung an andere Kollegen überweisen. Eine junge Patientin mit Gelenkrheuma ( der sog. PCP) musste ich bis nach Oldenburg (70 km weiter) schicken. Nach mehreren Telefonaten habe ich endlich einen Facharzt erreicht, der bereit war, das unbedingt erforderliche, aber sehr teure Rheumamedikament zu verordnen.

Werden dadurch Kosten für das Gesundheitssystem eingespart? Nein! Die Behandlung wird eher teurer.

Die effektivste Strategie gegen einen Regress? Suche den gesunden Kranken! Der Regress lebt vom Durchschnitt. Bestelle jedes Quartal Patienten ein, die eigentlich nicht krank sind. Rede ihnen ein, dass sie jedes Quartal zur Kontrolle kommen müssen, dann hast Du wenig Arbeit und keinen (Regress-)Ärger.

Ich kann das leider nicht. Ich muss mich auf die kranken Patienten konzentrieren, sonst schaffe ich meine Arbeit nicht. Die brauchen mehr Medikamente. Die Prüfungsstelle glaubt mir nicht.

Manchmal bin ich froh, dass mein Renteneintrittsalter nicht mehr in so weiter Ferne liegt. Für die ärztliche Versorgung auf dem Lande sehe ich schwarz. Sie wird in den nächsten Jahren völlig zusammenbrechen.

Quelle

Eigene Erfahrung

Bild: ©El-Fausto auf pixelio.de

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In Sachsen herrscht Ärztemangel. Die sächsische Landesregierung hat sich einiges einfallen lassen, um dem entgegen zu wirken: Österreichische Ärzte werden angeworben; Medizinstudenten bekommen Unterstützung, wenn sie sich nach dem Studium in Sachsen niederlassen.

Das alles wird wenig nützen: 40 Millionen Euro sollen 272 sächsische Arztpraxen bezahlen, weil sie zu viele Medikamente verordnet haben.

Das alles läuft unter dem Stichwort „Arzneimittelregress“. Kaum jemand in der Öffentlichkeit versteht das richtig. Der Arzneimittelregress heißt nicht, dass ein Arzt weniger Honorar erhält. Nein, es heißt, dass er für die Medikamente, die er seinen Patienten verordnet hat, mit seinem ganzen Hab und Gut haftet.

Ja, sie haben richtig verstanden: Mit seinem ganzen Hab und Gut. Die Summe, die der Arzt für ein Jahr bezahlen muss, kann um ein Vielfaches höher sein, als das, was er in diesem Jahr verdient hat. Die einzige Begrenzung: Der Umsatz (nicht Verdienst!) von einem und einem halben Jahr.

Ich habe enorme Schwierigkeiten, solche Widersprüche zu verstehen: Auf der einen Seite wird Geld verschwendet, um Medizinstudenten und ausländische Ärzte nach Sachsen zu holen – auf der anderen Seite werden bestehende Praxen in den Ruin getrieben.

In Sachsen und auch anderswo in Deutschland ist vor allem die Hausarztpraxis auf dem Land vom Aussterben bedroht. Und genau diese Praxen sind auch überdurchschnittlich oft vom Regress betroffen. Die ländliche Lage wird nicht als „Praxisbesonderheit“ gewertet. Der Landarzt muss in vielen Fällen Rezepte schreiben, weil der Weg für den Patienten zum Facharzt viel zu weit ist. Und dennoch gelten für ihn die gleichen Arzneimittelrichtgrößen wie für seinen Stadtkollegen. Wen wundert es noch, dass keiner mehr auf dem Land praktizieren will?
Quellen

Deutsches Ärzteblatt: „Arzneimittelregresse: Sächsischen Ärzten droht Insolvenz“

Sächsische Landesärztekammer zum selben Thema

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Den Ausverkauf des deutschen Gesundheitswesens an Kapitalgesellschaften befürchtet der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands Wolfgang Hoppenthaler. Hoppenthaler sagte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung:

„Sogenannte Medizinische Versorgungszentren mit angestellten Ärzten sollen überall auf der grünen Wiese als Patientenlieferanten für deren Klinikketten entstehen und erst uns Hausärzte und dann auch die niedergelassenen Fachärzte ersetzen. Über die Versorgungszentren wird man dann die Betten der konzerneignen Kliniken füllen. Der Patient wird zum Objekt der Wertschöpfung, Gesundheit und Krankheit verkommen zur Ware.“

Abgeordnete durchschauten unser komplexes Gesundheitssystem nicht und nickten alle Gesetzesänderungen ab, die den Umbau dieses Systems nach dem amerikanischen Vorbild bewirken sollen, das Hoppenthaler das unsozialste und teuerste Gesundheitssystem der Welt nannte.

Der bayerische Hausärzteverband ruft zu einer Protestdemonstration der Patienten gegen die aktuelle Gesundheitspolitik auf. Der Vorsitzende des Verbandes erwartet für die Protestveranstaltung am morgigen Samstag, dem 7.6.2008 im Münchener Olympiastadion über 30.000 Patienten. Die Veranstaltung soll um 11:00 beginnen.

Nachtrag vom 8.6.2008: 25.000 sind gekommen

Von 25.000 Teilnehmern – Hausärzten und Patienten – spricht der Bayerische Rundfunk auf seiner Homepage – eine beachtliche Teilnehmerzahl.

Quellen

Interview der Süddeutschen Zeitung mit Walter Hoppenthaler 06.06.2008, 15:45

Bayerischer Hausärzteverband

Patient informiert sich.de mit Aufruf zur Veranstaltung im Olympiastadion

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Je nach Verwendung fasst die Nürnberg Arena bis zu 10.200 Besucher. Musikfans bei Rockkonzerten und Zuschauer von Eishockey- oder Basketballspielen füllen normalerweise die Ränge, heute waren es annähernd 6000 von insgesamt 9000 Allgemeinärzten aus Bayern, die dem Ruf des Bayerischen Hausärzteverbands (BHÄV) gefolgt sind um hier den Ausstieg aus dem System der Kassenärztlichen Versorgung zu diskutieren. Eine gewaltige Beteiligung – wenn man an die 7000 Mitglieder des BHÄV denkt.

Sichtlich gerührt zeigte sich auch der Vorsitzende des BHÄV, Dr. Wolfgang Hoppenthaller von der gewaltigen Resonanz.

Die Würde des Hausarztberufs sei nunmehr zu verteidigen, sagte Hoppenthaller. Die Kassenärztliche Vereinigung schmiede derzeit eine Allianz mit den Krankenkassen und der Politik gegen die Hausärzte. „Wie korrupt muss ein System sein, wenn die Kliniker und Fachärzte aufgerufen werden, den Hausärzten in den Rücken zu fallen? “ fragte der Verbandschef seine Zuhörer unter Anspielung auf die Bemühungen der Bayerischen Kassenärztlichen Vereinigung den potentiellen hausärzlichen Boykott durch Krankenhäuser und Fachärzte zu konterkarieren.

„Da man uns nicht exekutieren kann, hungert man uns aus,“ fasste Hoppenthaller die gegenwärtige Situation der Hausärzte zusammen.

Im Anschluss an die Veranstaltung wurden Urnen zur (symbolischen) Rückgabe der Kassenzulassung aufgestellt. Die endgültigen Ergebnisse werden noch eine Zeit auf sich warten lassen: Erst wenn mehr als 70 % der Hausärzte in einem Regierungsbezirk ihren Zulassungsverzicht bei einem Rechtsanwalt erklärt haben, wird endgültig über den Ausstieg aus dem Kassenarztsystem beraten.

Alle Hausärzte Deutschlands beobachten voller Erwartung die Entwicklung in dem südlichen Bundesland, ich werde weiter berichten.

BR online zum Thema

Readers Edition: „Frustrierte Ärzte sind keine guten Ärzte“

Passauer Neue Presse berichtet über die Veranstaltung in Nürnberg

Nürnberger Nachrichten: „Die Arbeitssklaven der Kassen begehren auf

ddp bayern: „6000 Hausärzte protestieren in Nürnberg“

Süddeutsche Zeitung: „Sie haben uns behandelt wie Rotz am Ärmel“ – Interview mit einem Landarzt, der seine Zulassung zurückgegeben hat

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