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Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Es ist wieder soweit: Alle Frauen in meiner Praxis im Alter zwischen 50 und 69 Jahren erhalten in diesen Tagen eine Einladung zur Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie), die zur Früherkennung des Brustkrebses dienen soll.

Viele Frauen gehen hin, ohne mich zu fragen, andere lehnen das Angebot rundweg ab. Andere fragen mich: „Was soll ich tun?“ und erwarten von mir eine klare Antwort in der Art von „Hingehen!“ oder „Zu Hause bleiben!“.

Leider ist die Antwort nicht so einfach und ich will hier erklären, warum das so ist.

Wem nützt die Vorsorgemammografie?

Das vorsorgliche Röntgen der Brust nutzt den Frauen, die einen Brustkrebs haben, der durch diese Untersuchung entdeckt wird, sonst aber nicht entdeckt worden wäre. Das ist aber noch noch nicht alles: Der Brustkrebs muss so klein sein, dass er noch gut zu heilen ist und die Frau durch die Behandlung zusätzliche Lebensjahre geschenkt bekommt.

Die Cochrane Collaboration, eine internationale wissenschaftliche Vereinigung, hat alle bekannten Untersuchungen weltweit zum Thema Mammografie analysiert und kommt zu folgenden Ergebnissen.

Unter 2000 Frauen, die 10 Jahre lang mammografiert werden ist eine, deren Leben durch diese Untersuchung verlängert wird.

Wem schadet die Mammografie?

10 Frauen unter den oben genannten 2000 Untersuchten werden in den 10 Jahren eine Krebsdiagnose erfahren und behandelt werden, ohne dass ihr Leben dadurch verlängert wird. Sie werden also unnütz behandelt. Außer den Nebenwirkungen der Behandlung (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) gehen ihnen auch etliche Jahre unbeschwerten Lebens verloren, weil die Krebsdiagnose wie ein Damoklesschwert über ihnen schwebt.

200 Frauen aus der gleichen Gruppe der 2000 erhalten in 10 Jahren die Mitteilung, dass „irgend etwas nicht stimmt“. Dies bedeutet meistens, dass zusätzliche Untersuchungen erforderlich werden: Ultraschalluntersuchungen zum Beispiel oder Probeentnahmen. Die Erfahrung zeigt mir, dass viele Frauen alleine diese Mitteilung, „das irgend etwas nicht stimmt“, nur sehr schwer verkraften können. Manchen ist die Stimmung für ein paar Wochen versaut, andere leiden jahrelang unter dem Schock und der Angst.

Die Mammografie arbeitet mit energiereicher Röntgenstrahlung. Theoretisch kann diese selbst Brustkrebs verursachen. Das Risiko ist aber so klein, dass es schwer ist, verlässliche Zahlen darüber zu finden.

Manche Frauen empfinden den Druck, der auf die Brust durch das Gerät ausgeübt wird, als schmerzhaft.

25 % weniger Brustkrebstote durch Mammografie ?

„Durch die Früherkennungsmammografie wird die Sterblichkeit an diesem Krebs um 25 % gesenkt“, das ist eine häufige Aussage der Befürworter dieser Reihenuntersuchung.

Stimmt und stimmt nicht, möchte ich dagegen sagen. Sie stimmt, weil der Prozentsatz richtig ist, sie stimmt nicht, weil sie einen vollkommen falschen Eindruck erweckt.

Es verhält sich so: Von 1000 Frauen, die zehn Jahre lang regelmäßig zur Mammografie gehen, sterben sechs nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft an Brustkrebs, von 1000 anderen Frauen, die sich nicht untersuchen ließen, sterben acht. Tatsächlich wurde die Sterblichkeit um 25 % gesenkt – aber andererseits gingen 998 von 1000 Frauen zehn Jahre lang völlig überflüssig zum Röntgen, manchen von ihnen schadete dies sogar.

Nun verstehen Sie, liebe Patientinnen, vielleicht, warum die Antwort auf die Frage: „Hingehen oder zu Hause bleiben ?“ für ihren Arzt nicht so ganz einfach ist.

Quellen und weiterführende Links

Deutsche Krebsgesellschaft: Die Mammografie

Nationales Netzwerk Frauen und Gesundheit: Informationen zur Mammografie – eine Entscheidungshilfe (Broschüre als PDF-Datei herunterzuladen)

Deutsches Ärzteblatt vom 18.10.2006: Cochrane: Neue Zweifel am Wert der Mammographie

The Cochrane Library: [Review]
Screening for breast cancer with mammography

www.ein-teil-von-mir.de – Webseite der Kooperationsgemeinschaft Mammographie in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung GbR

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Gestern erhielt ich die Nachricht, dass mein Blog den 2. Preis im Wettbewerb um den Gesundheitsblog Award 2008 errungen hat. Vielen Dank an meine Leser für Eure Stimmen!

Darüber hinaus ging der Preis der Jury exklusiv an meinen Blog. Auch dafür herzlichen Dank!

Auf dem Siegertreppchen ganz oben steht übrigens der Fressnet-Blog von Klaus-Peter Baumgardt. Meinen Glückwunsch an den Autor dieses durchaus lesenswerten Blogs, den ich erst durch diesen Wettbewerb kennen lernte.

Die Bronzemedaille ging an den Gesundheitsspiegel von Claudia Fleißner. Auch hierzu möchte ich ganz herzlich gratulieren!. Im „Gesundheitsspiegel“ habe ich noch nicht viel gelesen, werde dies aber ganz bestimmt in den nächsten Tagen nachholen.

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Gerade zurück aus dem Urlaub erreicht mich eine Email mit der Nachricht, dass das Internet-Gesundheitsforum Imedo meinen Blog für die Wahl zum Gesundheitsbog-award-2008 nominiert hat.

Darüber freue ich mich natürlich sehr und bitte alle meine Leser um ihre Stimme, wenn sie diesen Blog hier für preiswürdig halten.

Hier geht’s zur Abstimmung:

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Sterbehilfe

Sterbehilfe, das sind alle Handlungen eines Arztes oder anderer Menschen, die einen schwer Kranken auf seinen eigenen Wunsch hin vorzeitig sterben lassen. Manchmal, aber selten, wird unter Sterbehilfe auch die Linderung der Beschwerden, die mit dem Sterben verbunden sind, verstanden.

Passive und indirekte Sterbehilfe
Die sogenannte passive Sterbehilfe besteht darin, dass der Arzt bestimmte Behandlungsmaßnahmen, die das Leben verlängern könnten, nicht durchführt. Oft nimmt der Arzt in Kauf, dass Medikamente zur Schmerzlinderung das Leben verkürzen können, solche Handlungen werden indirekte Sterbehilfe genannt.

Euthanasie: Aktive Sterbehilfe

Bei der aktiven Sterbehilfe gibt der Arzt dem Patienten ein Gift, um ihn damit zu töten. Die aktive Sterbehilfe wird auch Euthanasie genannt. Das Wort Euthanasie stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie schöner Tod. Menschen, die der Ansicht sind, die aktive Sterbehilfe sollte in Deutschland zugelassen werden, hören das Wort Euthanasie in diesem Zusammenhang nicht gern. Es erinnert zu sehr an die Tötung von geistig und körperlich Behinderten und seelisch Kranken zur Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945. Im Ausland, z.B. in Holland ist aber die Bezeichnung Euhanasie für die aktive Sterbehilfe weit verbreitet.

Aktive Sterbehilfe in Deutschland verboten

Die Euthanasie ist in Deutschland verboten. Kann die Einwilligung des Patienten nachgewiesen werden, wird sie als Tötung auf Verlangen nach § 216 des Strafgesetzbuchs bestraft. Das Strafmaß für die Tötung auf Verlangen liegt zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Gefängnis. Der Arzt darf in der Regel seinen Beruf lebenslang nicht weiter ausüben.

Kann die Einwilligung des Patienten zur Tötung durch den Arzt nicht sicher nachgewiesen werden, dann wird die Euthanasie als Totschlag (fünf Jahre bis lebenslänglich Gefängnis) bestraft. Kommen niedere Beweggründe wie Mordlust oder Habgier ins Spiel, dann kommt nur die lebenslange Freiheitsstrafe für Mord in Frage.

Wille des Patienten ist entscheidend

Etwas schwieriger für den Richter zu beurteilen sind die passive und die indirekte Sterbehilfe. Der Fall liegt recht eindeutig, wenn der Patient seinen Willen äußern kann und er selbst bestimmt hat, dass die Behandlung nicht mehr weitergeführt werden soll. Der Arzt muß in einem solchen Fall auf jeden Fall dem Willen des Patienten folgen. Tut er das nicht und behandelt den Patienten gegen seinen Willen weiter, dann begeht er eine Körperverletzung. Dem Wunsch des Patienten nach Abbruch der Behandlung muß der Arzt auch dann folgen, wenn die Therapie den Patienten voraussischtlich heilen könnte.

Hat ein Helfer ein Gift besorgt, das der Patient selbst einnimmt, dann wird der Helfer nicht bestraft. Schließlich ist Selbstmord in Deutschland nicht verboten, somit kann auch die Beihilfe zum Selbstmord nicht bestraft werden. Für Ärzte ist die Rechtslage unklar: Zumindest verstoßen sie möglicherweise gegen das Standesrecht, wenn sie ein Gift zur Selbsttötung verordnen.

Bleibt der Helfer beim Patienten und unternimmt nichts, nachdem er durch das Gift bewußtlos wurde, dann kann er wegen unterlassener Hilfeleistung verurteilt werden.

Wenn der Patient sich nicht mehr äußern kann…

Was aber, wenn der Patient seinen Willen nicht mehr äußern kann? Wenn eine Patientenverfügung vorliegt, dann kann diese dem behandelnden Arzt als Richtlinie dienen. Allerdings: Es muß sichergestellt sein, dass die Patientenverfügung den aktuellen Willen des Patienten widerspiegelt. Zweifel können aufkommen, wenn die Patientenverfügung schon sehr alt ist oder den konkreten Fall, die konkrete Erkrankung mit ihren besonderen Umständen, nicht berücksichtigt.

Im Zweifelsfall muss sich der behandelnde Arzt an das zuständige Gericht wenden. Das gilt auch dann, wenn ein Betreuer verlangt, die Behandlung abzubrechen und der Patient selbst sich nicht äußern kann.

Euthanasie in den Niederlanden erlaubt

In den Niederlanden ist die Euthanasie seit April 2002 gesetzlich erlaubt. Es gibt bestimmte Regeln, an die sich der ausführende Arzt halten muß. Dazu gehört unter anderem die Meldung jeder Euthanasie an die Behörden. Im Jahr 2005 wurden 1993 Euthanasien gemeldet. Aber selbst die holländische Regierung vermutet, dass eine Vielzahl der Ärzte der Meldepflicht nicht nachkommt, Schätzungen gehen von rund 4000 Fällen im Jahr aus.

In manchen Fällen sollen auch Euthanasien ohne Einwilligung des Patienten durchgeführt worden sein. Meldungen hierüber veranlasste manche ältere niederländische Bürger, einen Ausweis bei sich zu tragen, in dem sie Sterbehilfe für sich ausdrücklich ablehnen.

Die überwiegende Mehrheit der niederländischen Bevölkerung und auch der Ärzteschaft sind aber mit der Regelung der Euthanasie in ihrem Land einverstanden.

Mehrheit der Deutschen für aktive Sterbehilfe

In Deutschland wünscht sich die Mehrheit (mehr als 70 %) der Bevölkerung eine ähnliche Liberalisierung der Sterbehilfe wie in Holland. Dies haben mehrere Umfragen gezeigt. In der Ärzteschaft ist aber nur eine Minderheit für eine Freigabe der aktiven Sterbehilfe. Die Bundesärztekammer lehnt die Euthanasie regelmäßig strikt und in scharfem Ton ab.

Quellen und weiterführende Links

1000fragen.de: „Sterbehilfe“

„Sterbehilfe und Euthanasie“ –
Referat im Rahmen des Philosophieunterrichts der Stufe 12

Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften: „Blickpunkt Sterbehilfe“

Deutsches Ärzteblatt, 27.04.2006: „Niederlande: Mehr Fälle von aktiver Sterbehilfe“

Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung

Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. (DGHS): Umfragen zur Sterbehlfe in Deutschland

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Morpheus

Morpheus und IrisMorpheus, in der griechischen Mythologie Gott der Träume.

Morpheus war Sohn des Schlafgottes Hypnos. Zwei seiner 1000 Geschwister waren Phobator, der Erschrecker (schickte schlechte Träume) und Phanatos (von dem sich unser Wort Phantasie ableitet), er schickte phantastische Träume. M. war zuständig für die menschlichen Gestalten in unseren Träumen, Phobator schickte die Tiere und Phantasos die unbelebten Dinge. Nach der Schilderung Ovids liegt M. in einer dämmrigen Höhle auf einem Bett aus Ebenholz, umgeben von Mohnblumen. F.W.A. Sertürner benannte das von ihm entdeckte Morphin nach M..

Quelle

Herbert J. Rose: Griechische Mythologie. Ein Handbuch., Beck Verl. 2003

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Nobelpreis

Nobelpreis heißt jeder einzelne der fünf jährlich seit 1901 am 10. Dezember verliehene Preise, die auf das Testament des schwedischen Erfinders und Industriellen Alfred Nobel aus dem Jahre 1895 zurückgehen. Die Preise werden vergeben für besondere Leistungen jeweils auf dem Gebiet der Physik, der Chemie, der Physiologie oder Medizin, der Literatur und für besondere Verdienste um den Frieden. Seit 1969 wird ein von der Bank von Schweden gestifteter sechster Preis für Wirtschaftswissenschaften in Erinnerung an A. Nobel vergeben. Der Nobelpreis besteht aus einer Medaille, einer Urkunde und einem Preisgeld, das im Laufe des letzten Jahrhunderts stark schwankte.

Die Preise werden finanziert durch die Zinsen, die das Vermögen des Nachlasses von A. Nobel erbringt. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften vergibt den Preis für Chemie, Physik und Wirtschaftswissenschaften. Der Preis für Physiologie oder Medizin wird vom Karolinska Institut, einem großen Krankenhaus in Stockholm, vergeben. Die schwedische Akademie vergibt den Literaturnobelpreis. Der Friedensnobelpreisträger wird vom norwegischen Nobelkomitee, einem vom norwegischen Parlament gewählten fünfköpfigem Gremium, ausgewählt.

Der Friedensnobelpreis kann auch an eine Institution vergeben werden, die anderen Preise nur an Einzelpersonen, jeder Preis an maximal drei Personen. Die Verleihung ist juristisch nicht anfechtbar, der Preis kann nicht zurückgefordert werden. Der N. kann an die gleiche Person mehrfach verliehen werden.

Die Nobelstiftung verwaltet das Vermögen und ist für die praktische Durchführung der Preisverleihung in Schweden zuständig, sie nimmt keinen Einfluss auf die Auswahl der Preisträger.

Diese Auswahl ist ein kompliziertes und geheimes Verfahren, das mitunter mehr als ein Jahr andauert. Im Herbst des Vorjahres werden mehrere tausend Personen und Institutionen aufgefordert, Vorschläge bis zum 31. Januar des folgenden Jahres einzureichen. Vorschlagsberechtigt sind u. a. alle Nobelpreisträger, die betreffenden Fakultäten aller skandinavischen Hochschulen, sechs internationale wissenschaftliche Einrichtungen und qualifizierte Einzelpersonen. Das Vorschlagsrecht für den Friedensnobelpreis haben u. a. die Mitglieder der Parlamente und Regierungen aller Staaten, mehrere internationale Organisationen wie z. B. die Mitglieder der Interparlamentarischen Union und des Internationalen Schiedsgerichtshofs in Den Haag sowie alle Universitätsprofessoren für Geschichte, Politik, Jura und Philosophie. Es können nur lebende Personen nominiert werden, der Preis wird aber posthum verliehen, wenn der Gewinner bei der Nominierung noch lebte.

Sechs Nobelkomitees, je eines für jeden Preis, beraten die etwa 100 bis 250 Nominierungen und schlagen sie den für die Preisverleihung zuständigen Gremien vor. In der Regel haben die Komitees ihre Arbeit, bei der sie sich mit externen Experten beraten, im Laufe des Septembers erledigt. Sie tragen ihre Empfehlungen den Preis verleihenden Gremien vor, die meistens, aber nicht immer, zustimmen. Bis zum 15. November muss die letzte Entscheidung über die Preisträger des Jahres gefallen sein.

Wurde kein würdiger Preisträger gefunden, kann die Preisverleihung auf das nächste Jahr verschoben werden, dann werden die Nobelpreise für zwei Jahre auf einmal vergeben oder aber das Preisgeld wandert zurück in den Fundus – eine zweimalige Verschiebung ist nicht vorgesehen. Auch die Gelder abgelehnter Preise werden dem Grundstock zugeschlagen. Kann der Empfänger später den Grund der Ablehnung plausibel machen – den Deutschen unter Hitler war z. B. der Empfang von Nobelpreisen verboten – dann erhält er die Urkunde und die Medaille, aber nicht mehr die finanzielle Würdigung.

Die Preise für Chemie, Physik, Physiologie oder Medizin, Literatur und Wirtschaftswissenschaften werden an Nobels Todestag in Stockholm verliehen, der Friedensnobelpreis am gleichen Tag in Oslo.

nobelprize.org

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