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Forscher am Dana-Farber Institut in Boston/USA haben ein neues Hormon entdeckt, das die Muskeln bei körperlicher Aktivität in die Blutbahn abgeben. Irisin – so nannten die Forscher das neu entdeckte Hormon – fördert die Umwandlung von weißem in braunes Fettgewebe. Braunes Fettgewebe ist in erster Linie für die Energiegewinnung zuständig, weißes dient mehr der Fettspeicherung. Dieser Effekt könnte die Erklärung dafür sein, dass der (übergewichtige) Mensch durch körperliche Bewegung viel mehr an Gewicht verliert als durch die verbrauchten Kalorien zu erklären ist. Irisin verbessert darüber hinaus die Wirkung von Insulin und bekämpft damit die sogenannte Insulinresistenz – über die Insulinresistenz entwickelt sich der Diabetes des Erwachsenen.

Die Forscher benannten Irisin nach der Götterbotin Iris

Die Forscher hoffen, ihre Neuentdeckung recht bald – vielleicht schon nach zwei Jahren – als Medikament auf den Markt bringen zu können. Körperliche Bewegung ist nicht nur wirksam gegen Übergewicht und Diabetes, sie soll auch Krebs vorbeugen.

Wenn es demnächst heißt: Statt Bewegung nehme man einmal täglich Irisin ®, dann dürfte dem Erfolg des neuen Mittels deshalb keine Grenzen nach oben gesetzt sein. (Na ja, wir warten es ab.)

Quellen

Dana-Farber Institut: „Researchers isolate messenger protein linking exercise to health benefits“

Kurzfassung der Studie in Nature online: A PGC1-α-dependent myokine that drives brown-fat-like development of white fat and thermogenesis

Ich hatte hier schon einmal eine sehr gründliche deutsche Studie über Krebserkrankungen bei Kleinkindern, die in der Nähe von Atomkraftwerken wohnen, vorgestellt. Ungefähr das gleiche Ergebnis zeigt sich jetzt in einer Studie aus Frankreich, wie ich heute im Deutschen Ärzteblatt lesen konnte.

Atomkraftwerk Grohnde © Heinz-Josef Lücking auf Wikimedia commons


In der französischen Studie wurde festgestellt, dass im Umkreis von fünf Kilometern um die Atomreaktoren im Zeitraum zwischen 2002 und 2007 doppelt so viele Kleinkinder an Leukämie erkrankten als im Landesdurchschnitt Frankreichs. Verwirrend ist die Tatsache, dass zwischen 1990 und 2001 dieser Unterschied nicht festgestellt werden konnte.

Trotzdem verstärkt sich der Hinweis, dass Atomkraftwerke auch im Normalbetrieb die Krebsrate insbesondere bei Kindern erhöhen können.

Quelle

Deutsches Ärzteblatt: Französische Studie: Mehr Leukämiefälle bei Kindern nahe Atomkraftwerken

Eine neue Studie aus den Vereinigten Staaten, die gestern in der Zeitschrift Tobacco Control veröffentlicht wurde, weist darauf hin, dass sowohl Nikotinpflaster als auch Nikotinkaugummis in der Raucherentwöhnung unwirksam sind.

Nikotinpflaster © RegBarc auf Wikimedia commons


787 Raucher, die kürzlich das Rauchen aufgegeben hatten, wurden nach zwei und vier Jahren nachbefragt. Zu jedem Termin hatte ein Drittel wieder angefangen, unabhängig davon, ob sie ein Nikotinpflaster- oder Kaugummi benutzt hatten oder nicht.

Quelle

Tobacco Control: A prospective cohort study challenging the effectiveness of population-based medical intervention for smoking cessation

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit – ich hatte hier und da schon mal drüber gesprochen.

Masern können sehr unangenehme Komplikationen nach sich ziehen: eine knappe Woche nach Auftreten des Hautausschlags kommt es bei 0,1 % der Erkrankten zu einer Entzündung des Gehirns (Encephalitis). 10 bis 20 % der an Masernencephalitis erkrankten Menschen sterben daran, bei 20 bis 30 % der Erkrankten bleiben lebenslange Schäden – etwa eine geistige Behinderung – zurück.

Noch schlimmer ist eine sehr seltene Komplikation der Masern, die ebenfalls mit einer Entzündung des Gehirns einhergeht, aber erst sechs bis acht Jahre nach der Masernerkrankung auftritt. Bei dieser schleichenden Entzündung des gesamten Gehirns kommt es fortschreitend zu immer weiteren Ausfällen der Gehirnfunktionen, sehr viele Patienten sterben an dieser Krankheit mit dem schwierigen Namen subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE).

Lungenentzündung Pneumonie), Mittelohrentzündung und Durchfall treten gehäuft nach Masern auf, weil rund sechs Wochen lang eine deutliche Schwächung der Abwehr vorliegt. Pneumonie und Durchfall sind Erkrankungen, an denen man in Deutschland in der Regel nicht stirbt. Ein fataler Ausgang dieser Erkrankungen ist aber auch hierzulande nicht ganz auszuschliessen, ein Krankenhausaufenthalt ist immer drin, es können Folgeschäden auftreten.

Dabei könnten die Masern auch in Deutschland und Europa längst der Vergangenheit angehören. In den USA und anderen amerikanischen Staaten ebenso wie in Skandinavien ist dieses Ziel heute schon erreicht. In Deutschland waren wir 2011 angesichts von 1500 Erkrankungen in diesem Jahr schon Anfang Dezember noch weit davon entfernt, Frankreich mit 15.000 Fällen noch viel weiter. Die 300 Fälle in den Vereinigten Staaten sind dagegen meistens aus dem Ausland eingeschleppt.

In den USA heißt es: „No vaccination – no school“ („Keine Impfung – keine Schule“). Kinder werden nicht in Gemeinschaftseinrichtungen aufgenommen, wenn sie keine Impfung nachweisen können. Man kann auch von Impfzwang sprechen – dies in einem Land, in der die individuelle Freiheit so hoch geschätzt wird wie in keinem anderen Land der Welt.

Die Masernimpfung ist sehr gut verträglich, das zeigen viele Untersuchungen und das zeigt auch meine eigene Erfahrung aus der Praxis. Etwa zwei Prozent der Impflinge entwickeln zwei Wochen nach der Impfung die sogenannten „Impfmasern“ – ein flüchtiger Hautausschlag mit leichtem Fieber und ein wenig Husten oder Schnupfen. An der Stelle, an der geimpft wurde, zeigt sich manchmal eine vorübergehende Schwellung oder Rötung. Auch Fieber tritt bei 3 bis 5 % der Geimpften auf, nur sehr selten übersteigt die Körpertemperatur 38,5 Grad.

Geimpft werden sollten alle Kleinkinder im Alter von 11 bis 14 Monaten das erste Mal, die Impfung wird noch einmal wiederholt im Alter von 15 bis 23 Monaten. An seinem zweiten Geburtstag sollte jedes Kind zwei Masernimpfungen hinter sich haben.

Dringend empfohlen wird die Impfung auch allen Erwachsenen und Jugendlichen, die nach 1970 geboren sind und noch keine oder nur eine Impfung hinter sich haben. Die gleiche Empfehlung gilt für alle aus dieser Altersgruppe, die nicht mehr genau wissen, ob sie jemals geimpft wurden oder nicht.

Der Masernimpfstoff ist ein Lebendimpfstoff. Ein Lebendimpfstoff enthält Viren, die sich noch vermehren können, die aber so abgeschwächt sind, dass sie keine Krankheit mehr erzeugen.

Wenn deutlich mehr als 90 Prozent der Bevölkerung immun gegen Masern sind, dann kann diese gefährliche Viruskrankheit ausgerottet werden. Wir liegen in Deutschland im Moment unter 80 %, es muss dringend mehr geimpft werden. Eigentlich sollten die Masern 2010 ausgerottet sein, so lautete jedenfalls ein Plan der Weltgesundheitsorganisation.

Eine Reihe unseriöser Veröffentlichungen haben leider bei vielen Eltern Vorbehalte gegen die Masernimpfung erzeugt. Der größte Skandal ereignete sich in England 1998, als der Arzt Andrew Jeremy Wakefield einen Zusammenhang zwischen Masernimpfung und Autismus behauptete. Die Studie wurde mittlerweile von der Fachzeitschrift „Lancet“ wegen ihrer vielen Mängel zurückgezogen. Ein Reporter des „British Medical Journal“ legte Anfang diesen Jahres Hinweise auf eine bewusste Fälschung vor. Wakefield wurde die Zulassung als Arzt in England entzogen.

Quellen

CDC: High Number of Reported Measles Cases in the U.S. in 2011—Linked to Outbreaks Abroad

Robert Koch-Institut

Europäische Gesundheitsbehörde zur Häufigkeit von Masern

Spiegel online: Das offizielle Ende eines Forschungsskandals

Spiegel online: Sechsjährige kämpft gegen tödliche Masern

Deutsches Ärzteblatt: BMJ: Autismusstudie war eine Fälschung

Mythos: Jeder muss jeden Tag Stuhlgang haben

Drei Mal am Tag oder drei Mal in der Woche ist völlig normal. Wenn Sie sowieso unter Verstopfung leiden, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, wenn der Stuhlgang zwei Wochen und länger ausbleibt. Eine plötzliche, unerwartete Verstopfung, besonders mit Bauchschmerzen, ist immer alarmierend.

© Evert Meijs, Wikimedia. commons

Mythos: Verstopfung vergiftet mich oder schafft andere gesundheitliche Probleme

Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Stuhl, der in Ihrem Dickdarm „geparkt“ wird, Vergiftungserscheinungen auslöst. Es gibt auch keinen Hinweis, dass dadurch andere gesundheitliche Probleme wie z.B. Dickdarmkrebs oder Ähnliches heraufbeschworen werden.

Mythos: Wenn ich verstopft bin, kann ich nicht abnehmen

Der Stuhl wird im Dickdarm aufbewahrt. Dort wird ihm lediglich Wasser entzogen, keine weiteren Nährstoffe. Die Nahrung wird also gleich gut ausgenutzt, wenn Sie drei mal am Tag oder drei Mal in der Woche zur Toilette gehen.

Mythos: Bananen stopfen

Bananen stopfen nicht. Bananen fördern die Verdauung genauso wie anderes Obst und Gemüse. Pflaumen, ob roh oder getrocknet fördern die Verdauung scheinbar besonders gut, auch Pflaumensaft. Dasselbe gilt für Tomaten und rote Beete. Stopfend wirken Kuchen und helles Brot sowie Flüssigkeitsmangel!

Mythos: Verschluckte Kaugummis führen zur Verstopfung

Da muss man schon eine ganze Menge Kaugummis schlucken, um eine Verstopfung auszulösen. Hin und wieder ein Kaugummi verschlucken schadet dem Menschen gar nicht. Das Kaugummi landet genau so in der Toilette wie alle anderen Nahrungsmittel auch.

Mythos: Den Stuhlgang aufhalten schadet nicht

Den Stuhlgang „verkneifen“ führt tatsächlich häufig zur Verstopfung. Man/Frau sollte dem verspürten Drang möglichst bald nachgeben, ein Ignorieren kann unangenehme Folgen haben. Auch eine Erziehung zur Regelmäßigkeit kann helfen: z.B. jeden Morgen nach dem Frühstück die Toilette aufsuchen, auch wenn es noch gar nicht drückt.

Verstopfung ist nur was für alte Leute

Das stimmt leider gar nicht, im Gegenteil: Besonders bei Kindern, die nicht ausreichend Vollkornbrot, Obst und Gemüse essen, nicht ausreichend trinken und sich ungern bewegen, ist Verstopfung ein häufiges Übel. Und ein häufiger Grund für unklare, manchmal heftige Bauchschmerzen!

Mythos: Blut im Stuhl hat man schon mal

Sichtbares Blut im Stuhl ist immer ein Warnzeichen. Auch wenn man Hämorrhoiden hat. Bei Blut im Stuhl sollte immer der Arzt aufgesucht werden. Blut im Stuhl kann ein Frühzeichen für Dickdarmkrebs sein. Das gilt gerade und besonders dann, wenn das Blut genau dann auftritt, wenn sich die Stuhlgangsgewohnheiten verändert haben.

Quellen und weiterführende Links

Medizininfo.de. Verstopfung

Uni Marburg: Warum ist die Banane gesund?

Die Zahl der Neuinfektionen an HIV wird in in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) 2011 niedriger liegen als im Vorjahr. Nach Ansicht des RKI werden sich 2011 aber immer noch 2700 Menschen neu mit HIV infizieren. Ende 2011 wird die Zahl der Menschen mit einer HIV-Infektion oder mit AIDS auf 73.000 steigen.

© andreas stix / pixelio.de


Von diesen 73.000 gehören 45.000 zu der Gruppe, die sich durch sexuelle Kontakte von Mann zu Mann infiziert haben, 11.000 Infektionen gehen auf heterosexuelle Kontakte zurück. 8.600 haben sich durch den intravenösen Drogengebrauch angesteckt, in Hochrisikoregionen im Ausland haben sich 7.800 infiziert. Bei 450 Menschen rührt die Infektion aus einer Transfusion von Blut- oder Blutprodukten her, 420 wurden schon bei der Geburt von der Mutter angesteckt.

Während die Deutsche AIDS-Hilfe, die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung und der Bundesgesundheitsminister Bahr den Rückgang der Neuinfektionen als deutlichen Erfolg der Präventionskampagnen sehen, geben die Darstellungen des RKI auch Raum für eine abweichende Interpretation.

Das RKI sieht einen deutlichen Anstieg der Erkrankungen an Syphilis bei Männern im Jahre 2011. Nach vermehrter Prävention (durch Kondome) sieht das nicht aus. Die zurückgehende Zahl der Neuinfektionen könnte auch auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass heute mehr Infizierte früher behandelt werden. Eine effektive Behandlung senkt nämlich auch die Ansteckungsgefahr, bringt sie aber nicht auf Null.

Also: Grund zur Entwarnung gibt es auch 2011 nicht. Aus meiner täglichen Beratungspraxis weiß ich, dass vor allem viele Jugendliche glauben, dass AIDS heilbar sei, dass AIDS ein Thema für ältere Männer sei und sie nicht mehr betreffe und Kondome mittlerweile überflüssig geworden sind. Dem gilt es entgegen zu wirken, zur Euphorie besteht in puncto HIV und AIDS kein Anlass.

Quellen

Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 46/2011

Deutsches Ärzteblatt Nachrichten: Zahl der HIV-Infektionen ist gesunken

Deutsche AIDS-Hilfe: Pressemitteilung: Rückgang der HIV-Neuinfektionen ist ein Erfolg hervorragender Prävention

„Mich nimmt doch bestimmt keine Krankenkasse mehr an, ich in meinem Alter und mit meinen Krankheiten…“, so oder ähnlich denken viele gesetzlich Krankenversicherte. Diese Ansicht ist nicht zutreffend! Jede (gesetzliche) Krankenkasse, die sich bundesweit geöffnet hat, ist verpflichtet, alle Antragsteller aufzunehmen, unabhängig von ihrem Alter, ihrer Gesundheit oder ihrem Einkommen.

© Claudia Hautumm / pixelio.de


Hier können sie eine Liste herunterladen, die die BKK für Heilberufe ins Netz gestellt hat: In dieser Datei (PDF) sind alle Krankenkassen aufgeführt, die allen Versicherten offen stehen. (Die BKK für Heilberufe ist nach der City BKK die zweite Krankenkasse, die nach der neuen Gesundheitsreform wegen Geldmangel zum 31.12.2011 geschlossen wird.)

95 % aller Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind gesetzlich vorgeschrieben, der Beitragssatz ist einheitlich, die Unterschiede zwischen den einzelnen Kassen sind also nicht riesig groß. Trotzdem gibt es Gründe zum Wechseln. Vielleicht gefällt Ihnen der Service Ihrer Krankenkasse nicht, oder sie möchten einen Zuschuss für einen Gesundheitskurs zum Abnehmen oder für Ihre Rückenprobleme erhalten? Manche Krankenkassen sind auch großzügiger in der Bewilligung von Haushaltshilfen bei eigener Erkrankung oder sie zahlen einen Bonus in bar, wenn sie an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Viele übernehmen die Kosten für Reiseimpfungen.

Informieren Sie sich am besten auf den Seiten der Stiftung Warentest über die Vor- und Nachteile der Krankenkassen für sie persönlich. Andere Produktfinder im Netz sind oft nicht ganz vollständig.

Die Kündigung selbst ist ganz problemlos. Sie können mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende kündigen. Wenn Sie also heute, am 21.11.11, kündigen, dann endet ihre Mitgliedschaft zum Ende des Monats Januar 2012. Ab dem 1. Februar 2012 sind Sie dann Mitglied Ihrer neuen Wunschkasse. Voraussetzung für die Kündigung ist lediglich, dass Sie bereits 18 Monate Mitglied Ihrer Krankenkasse sind.

Wenn Ihre Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt haben sie ein Sonderkündigungsrecht. Die Krankenkasse muss Sie auf dieses Sonderkündigungsrecht hinweisen, auf keinen Fall müssen Sie den Zusatzbeitrag zahlen, wenn Sie rechtzeitig nach der Ankündigung ihre Mitgliedschaft gekündigt haben.

Die Kündigung schicken Sie am besten per Einschreiben mit Rückschein oder Sie geben die Kündigung persönlich in der Geschäftsstelle ab. Spätestens nach 14 Tagen muss Ihre alte Krankenkasse Ihnen eine Bestätigung zugeschickt haben. Diese Bestätigung bekommt die neue Kasse, die wiederum eine Mitgliedsbestätigung ausstellt. Falls Sie angestellt berufstätig sind, braucht Ihr Arbeitgeber diese Bescheinigung, um Ihre Sozialabgaben korrekt verbuchen zu können. (Später gibt’s dann auch eine neue Karte.)

Quellen

Stiftung Warentest: Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen: Die beste Kasse für Sie (teilweise kostenpflichtig)