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Posts Tagged ‘Ärzteprotest’

Den Ausverkauf des deutschen Gesundheitswesens an Kapitalgesellschaften befürchtet der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands Wolfgang Hoppenthaler. Hoppenthaler sagte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung:

„Sogenannte Medizinische Versorgungszentren mit angestellten Ärzten sollen überall auf der grünen Wiese als Patientenlieferanten für deren Klinikketten entstehen und erst uns Hausärzte und dann auch die niedergelassenen Fachärzte ersetzen. Über die Versorgungszentren wird man dann die Betten der konzerneignen Kliniken füllen. Der Patient wird zum Objekt der Wertschöpfung, Gesundheit und Krankheit verkommen zur Ware.“

Abgeordnete durchschauten unser komplexes Gesundheitssystem nicht und nickten alle Gesetzesänderungen ab, die den Umbau dieses Systems nach dem amerikanischen Vorbild bewirken sollen, das Hoppenthaler das unsozialste und teuerste Gesundheitssystem der Welt nannte.

Der bayerische Hausärzteverband ruft zu einer Protestdemonstration der Patienten gegen die aktuelle Gesundheitspolitik auf. Der Vorsitzende des Verbandes erwartet für die Protestveranstaltung am morgigen Samstag, dem 7.6.2008 im Münchener Olympiastadion über 30.000 Patienten. Die Veranstaltung soll um 11:00 beginnen.

Nachtrag vom 8.6.2008: 25.000 sind gekommen

Von 25.000 Teilnehmern – Hausärzten und Patienten – spricht der Bayerische Rundfunk auf seiner Homepage – eine beachtliche Teilnehmerzahl.

Quellen

Interview der Süddeutschen Zeitung mit Walter Hoppenthaler 06.06.2008, 15:45

Bayerischer Hausärzteverband

Patient informiert sich.de mit Aufruf zur Veranstaltung im Olympiastadion

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Je nach Verwendung fasst die Nürnberg Arena bis zu 10.200 Besucher. Musikfans bei Rockkonzerten und Zuschauer von Eishockey- oder Basketballspielen füllen normalerweise die Ränge, heute waren es annähernd 6000 von insgesamt 9000 Allgemeinärzten aus Bayern, die dem Ruf des Bayerischen Hausärzteverbands (BHÄV) gefolgt sind um hier den Ausstieg aus dem System der Kassenärztlichen Versorgung zu diskutieren. Eine gewaltige Beteiligung – wenn man an die 7000 Mitglieder des BHÄV denkt.

Sichtlich gerührt zeigte sich auch der Vorsitzende des BHÄV, Dr. Wolfgang Hoppenthaller von der gewaltigen Resonanz.

Die Würde des Hausarztberufs sei nunmehr zu verteidigen, sagte Hoppenthaller. Die Kassenärztliche Vereinigung schmiede derzeit eine Allianz mit den Krankenkassen und der Politik gegen die Hausärzte. „Wie korrupt muss ein System sein, wenn die Kliniker und Fachärzte aufgerufen werden, den Hausärzten in den Rücken zu fallen? “ fragte der Verbandschef seine Zuhörer unter Anspielung auf die Bemühungen der Bayerischen Kassenärztlichen Vereinigung den potentiellen hausärzlichen Boykott durch Krankenhäuser und Fachärzte zu konterkarieren.

„Da man uns nicht exekutieren kann, hungert man uns aus,“ fasste Hoppenthaller die gegenwärtige Situation der Hausärzte zusammen.

Im Anschluss an die Veranstaltung wurden Urnen zur (symbolischen) Rückgabe der Kassenzulassung aufgestellt. Die endgültigen Ergebnisse werden noch eine Zeit auf sich warten lassen: Erst wenn mehr als 70 % der Hausärzte in einem Regierungsbezirk ihren Zulassungsverzicht bei einem Rechtsanwalt erklärt haben, wird endgültig über den Ausstieg aus dem Kassenarztsystem beraten.

Alle Hausärzte Deutschlands beobachten voller Erwartung die Entwicklung in dem südlichen Bundesland, ich werde weiter berichten.

BR online zum Thema

Readers Edition: „Frustrierte Ärzte sind keine guten Ärzte“

Passauer Neue Presse berichtet über die Veranstaltung in Nürnberg

Nürnberger Nachrichten: „Die Arbeitssklaven der Kassen begehren auf

ddp bayern: „6000 Hausärzte protestieren in Nürnberg“

Süddeutsche Zeitung: „Sie haben uns behandelt wie Rotz am Ärmel“ – Interview mit einem Landarzt, der seine Zulassung zurückgegeben hat

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Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) hat für den morgigen Mittwoch 7000 Allgemeinmediziner nach Nürnberg eingeladen.

Der Hausärzteverband ruft seine Mitglieder zum Systemausstieg auf. Die Abschaffung der Hausarztes sei von der Politik und den Krankenkassen bereits beschlossen. An die Stelle des vertrauten Arztes, der seine Patienten kennt und den seine Patienten kennen, trete der „Casemanager“ oder ein ständig wechselnder Angestellter eines Medizinischen Versorgungszentrums.

Die Gängelung durch die wachsende Bürokratie sei mittlerweile unerträglich, die Bezahlung miserabel. Hausarztpraxen seien unverkäuflich, der Nachwuchs durch die schlechten Arbeitsbedingungen abgeschreckt.

Der Ausstieg soll nach dem sog. Korbmodell ablaufen: Wenn 70 % der Mitglieder des BHÄV ihre Bereitschaft zum Zulassungsverzicht gegenüber einem Rechtsanwalt erlären, dann tritt der kollektive Austritt aus dem Kassenärztlichen System zum 1. Juli in Kraft.

Die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) wollen allerlei juristische Daumenschrauben anlegen. Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Dr. Wolfgang Hoppenthaler, ist sich aber sicher, dass die Krankenkassen nach einem Hausärzteboykott sehr schnell in Verhandlungen eintreten werden – auf  „Augenhöhe“ und nicht von oben herab wie bisher.  Noch seien die Hausärzte unverzichtbar für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung, sagte Hoppenthaler.

Der Vorsitzende der AOK Bayerns, Helmut Platzer, sieht die Sache gelassen: Wenn die Hausärzte das Kassensystem verliessen, dann erhielten sie eben einfach kein Geld mehr. Und außerdem praktizierten in Bayern ohnehin zuviele Ärzte, die darüber hinaus 20 % mehr als ihre Kollegen in anderen Bundesländern verdienten, verkündete Platzer.

Bayerischer Hausärzteverband: Dr. Hoppenthaler spricht über die Situation der Hausärzte (Video)

Einladung des BHÄV an seine Mitglieder zur Versammlung in Nürnberg am 30.01.2008

Kankenkassen.de: Bayerns Hausärzte proben den Aufstand

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