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Milzbrand ( med: Anthrax), eine durch das Bacillus anthracis hervorgerufene Infektionskrankheit, befällt meist Pflanzen fressende Tiere, viel seltener den Menschen , tritt als Haut-, Lungen- und Darmmilzbrand auf. Sporen des Milzbranderregers gelten als Mittel der biologischen Kriegsführung und wurden vereinzelt bei Terroranschlägen eingesetzt.

Bacillus anthracis ist ein stäbchenförmiges Bakterium und kann außerordentlich zählebige Sporen bilden, die vielen Umwelteinflüssen und Desinfektionsmitteln trotzen und Jahrzehnte lang infektiös bleiben.

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Milzbrandbakterien unter dem Mikroskop (Gramfärbung) Quelle: wikimedia.commons

Infektionen durch Milzbrand sind beim Menschen sehr selten, der letzte Fall wurde in Deutschland im Jahre 1994 gemeldet. Ein erhöhtes Risiko haben Menschen, die mit Tierprodukten umgehen, Tierärzte und Jäger. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht bekannt geworden.

Bei der häufigsten Art der Infektion dringt der Erreger durch kleine Verletzungen in die Haut ein. Dort bilden sich zunächst kleine entzündliche Knötchen, die sich zu Geschwüren mit einem schwärzlichen Schorf weiterentwickeln. Fieber sowie Herz- und Kreislaufprobleme werden durch Gifte des Erregers ausgelöst, in schlimmsten Fall tritt eine allgemeine Blutvergiftung (Sepsis) auf. Unbehandelt versterben 5 bis 20 % der an Hautmilzbrand Erkrankten. Eine Heilung ist mit gängigen Antibiotika sehr gut möglich.

Der seltenere Lungenmilzbrand kündigt sich durch Symptome eines grippalen Infekts an, schon nach kurzer Zeit kann der Tod durch eine Sepsis eintreten. Auch der Lungenmilzbrand ist mit Antibiotika zu behandeln, die Behandlung muss aber wegen der schnellen Entwicklung sehr früh einsetzen.

Über den Darmmilzbrand beim Menschen existieren weltweit nur wenige Berichte, er entsteht nach dem Verzehr von infiziertem Fleisch. Bauchschmerzen, blutige Durchfälle, Bauchfellentzündung und Sepsis treten auf. Für die Behandlung gilt das gleiche wie für den Lungenmilzbrand.

Die Diagnose erfolgt durch den Erreger – , seltener durch Antikörpernachweis in Speziallabors. Der Verdacht und die Erkrankung an M. sind in Deutschland meldepflichtig nach dem Infektionsschutzgesetz. In Deutschland ist kein Impfstoff zugelassen.

Milzbrandsporen werden seit langem als Biowaffen hergestellt und eingesetzt. Sie sind leicht herzustellen, sind lange lagerungsfähig, die Infektionswege über Luft, Haut, Wasser und Nahrung sind vielfältig. Kaum ein Mensch besitzt Abwehrkräfte gegen den Erreger. Milzbrandsporen wurden 2001 in Briefen vermutlich in terroristischer Absicht an hochgestellte Persönlichkeiten in den USA verschickt, es gab 17 Infektionen, 5 Menschen verstarben.

Robert Koch-Institut (pdf)

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