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Posts Tagged ‘Erkältung’

Erkältung – das ist im medizinischen Sinn ein etwas ungenauer Begriff. Meistens versteht man darunter eine Infektion der Nase und des Rachens durch Viren. Zur Zeit sind über 100 verschiedene Viren bekannt, die eine solche Infektion auslösen können. Von diesen 100 Viren existieren eine Reihe von Subtypen, die wiederum häufig ihre Gestalt durch Mutationen verändern.

Das ist der Grund, warum die Erkältung für die meisten Menschen die häufigste Erkrankung in ihrem Leben ist: Kinder erkranken rund drei bis zehnmal im Jahr, Erwachsene zwei bis viermal.

Die Bezeichnung grippaler Infekt, die häufig benutzt wird, um eine Erkältung zu bezeichnen, führt ein wenig in die Irre. Eine Grippe ist keine Erkältung: Die Virusgrippe ist potentiell lebensbedrohlich und jährlich sterben viele Tausend Menschen daran, während ein Tod durch Erkältung sicherlich eine unglückliche Ausnahme darstellt.

Der Hals kratzt, die Nase läuft

Im Mittelpunkt der Symptome steht immer die Nase: Verstopft, laufend oder niesend. Im Hals kratzt es, vor allem zu Anfang, und manchen reizt das zum Husten. Fieber tritt meistens nur bei Kindern auf, Erwachsene frösteln etwas und haben leicht erhöhte Temperatur am Abend. Der Ausfluss aus der Nase ist anfangs klar, später wird er gelb und grün. Auch wenn man dies oft anders lesen kann: Die gelb-grüne Verfärbung ist kein Anzeichen für eine Infektion durch Bakterien, sondern gehört zum ganz normalen Verlauf.

Je nachdem, welcher der vielen Erkältungsviren verantwortlich ist, treten andere Beschwerden hinzu: Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Husten, Schluckbeschwerden und Appetitlosigkeit. Aber: Die Nase steht immer im Mittelpunkt! Schluckbeschwerden, Fieber und Kopfschmerzen können z.B. eine Angina (Mandelentzündung) durch Streptokokken anzeigen, die vielleicht doch besser mit Penicillin behandelt werden sollte.

Ohne Arzt eine Woche, mit Arzt sieben Tage

Eine Erkältung ist meistens nach drei Tagen (mit und ohne Behandlung) nicht mehr ganz so schlimm, nach einer Woche ist in der Regel Schluss, manchmal dauert es zehn Tage oder sogar zwei Wochen. Sind die Symptome dann noch nicht abgeklungen, sollte man sich Gedanken machen und eventuell einen Arzt aufsuchen. Vorher nutzt es wenig, er kann Ihnen nicht wirklich helfen.

Komplikationen: Asthma, Mittelohrentzündung

Es gibt Ausnahmen: Manchmal ist eine Erkältung der Auslöser für einen Asthma-Schub. Vor allem bei Kindern kommt das häufiger vor – dann stehen aber Husten und/oder Luftnot im Vordergrund.

Vor allem bei Kindern kann die Erkältung eine Mittelohrentzündung auslösen – ebenfalls ein Grund, einen Arzt aufzusuchen, wenn auch nicht jede Mittelohrentzündung heute mit einem Antibiotikum behandelt wird.

Auch ist nicht jeder Ohrenschmerz und jedes Fieber beim verschnupften Kleinkind ein sicherer Hinweis auf diese Komplikation – Kinder haben leicht Fieber und bei einem Schnupfen sammelt sich sehr oft Sekret im Mittelohr an und verursacht dort Unbehagen.

Obwohl die Erkältung so häufig ist, gibt es erstaunlich wenig gesicherte Erkenntnisse über ihre Behandlung.

Wie wäre es mit Hühnersuppe?

Hühnersuppe wird nachweislich seit dem 12. Jahrhundert gegen Erkältungen verwendet. Es gibt zwar keine einzige wissenschaftliche Untersuchung dazu, aber immerhin – es ist eine angenehme Medizin, sie schadet bestimmt nicht und die Nase läuft deutlich heftiger. Wer keine Hühnersuppe mag: In China ist heißes Wasser ein weit verbreitetes Heilmittel gegen Erkältung. (Aber ebenso wenig belegt.)

„Viel trinken bei Erkältung“ – das hört man landauf, landab. Aber: Auch diese Empfehlung ist eine reine Mutmaßung – keine wissenschaftliche Erkenntnis. Trinken Sie, wenn Ihre Nieren gut arbeiten, ihr Herz kräftig schlägt und es Ihnen gut tut und schmeckt – aber quälen Sie sich nicht!

Antihistaminika und abschwellende Mittel: Kurzfristig hilfreich

Histamin ist eine körpereigene Substanz. Sie ist verantwortlich für Allergie und Entzündung. Antihistaminika sind Medikamente, die ursprünglich vor allem gegen die Beschwerden bei Allergien, z.B. Heuschnupfen entwickelt wurden. Vor allem die Antihistaminika der ersten Generation machen müde, aber die antiallergische und abschwellende Wirkung auf die Nase ist kräftig ausgeprägt.

In vielen frei verkäuflichen Mitteln gegen Erkältungen werden Antihistaminika kombiniert mit sogenannten Sympathomimetika. Sympathomimetika sind Medikamente, die einen Teil des unbewussten Nervensystems, den Sympathikus stimulieren. Der Sympathikus ist der Teil, der verantwortlich ist für Flucht und Angriff: Herzschlag und Blutdruck steigen, Müdigkeit verfliegt und – Nase und Bronchien werden frei.

Antihistaminika allein zeigten keine nennenswerte Wirkung bei Erkältungen, die Kombination mit Sympathomimetika bringt eine Erleichterung für einige Stunden, schneller gesund wird man mit dieser Kombination aber nicht.

Eines der in Deutschland am häufigsten verkauften Medikamente gegen Erkältung kombiniert ein Antihistaminikum (Doxylaminsuccinat), ein Sympathomimetikum (Ephedrin), einen Hustendämpfer mit dem Schmerzmittel Paracetamol.

Doxylamin macht so müde, dass es unter anderem Namen auch als frei verkäufliches Schlafmittel im Handel ist. Aus diesem Grund soll dies viel beworbene Erkältungsmittel auch zur Nacht genommen werden. Andererseits: Ephedrin, der zweite Bestandteil, macht zwar die Nase frei, aber auch wach. Ephedrin als Monosubstanz ist verschreibungspflichtig, das Aufputschmittel birgt ein Suchtpotential. In Kombinationsarzneien ist es aber noch frei verkäuflich. Ephedrin und Doxylamin machen zusammen die Nase frei, Doxylamin schläfert ein, Ephedrin macht wach – wahrscheinlich gewinnt meist das Antihistamin und der Patient schläft ein. Damit er aber nicht vom Husten oder Schmerzen aufwacht, hat man zur Vorsicht Dextromethorphan als Hustendämpfer und Paracetamol als Schmerzmittel dazu getan.

Wissenschaftlich fundierte Studien zur Wirksamkeit dieser Kombination sind mir nicht bekannt. Medikamente, die vier verschiedene Wirkstoffe enthalten, werfen grundsätzliche Probleme auf: Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Substanzen sind schwer zu kalkulieren. Tritt eine Allergie oder Unverträglichkeit auf, stellt sich die Frage: „Welche der vier Substanzen ist verantwortlich und sollte in Zukunft vermieden werden?“

Kinder sollten grundsätzlich keine frei verkäuflichen Mittel gegen Erkältungen erhalten.

Nasensprays und Nasentropfen vorsichtig dosieren

Sympathomimetika wirken auch in den Nasensprays gegen Schnupfen. Die Sprays helfen (ein paar Stunden) – auch sie können die Dauer der Erkrankung nicht abkürzen.

Wenn sie zu lange benutzt werden (schon nach mehr als fünf Tagen!), wird die Nase süchtig. Eine süchtige Nase verstopft sofort, wenn sie ihre tägliche Dosis Nasenspray nicht bekommt. Das erste Spray gegen Schnupfen hieß Privin®. Ihm zu Ehren nennt man die ständig verstopfte Nase durch Missbrauch Privinismus.

Verwenden Sie daher abschwellende Nasentropfen und Nasensprays nur kurze Zeit, höchstens fünf Tage. Auch Erwachsene sollten die Sprays für Kinder verwenden, sie sind niedriger dosiert und daher schonender.

Bei Säuglingen hilft oft ein Nasensauger besser. Mit diesem einfachen Gerät wird der Schleim beim Baby aus der Nase abgesaugt – ohne Nebenwirkung.

Stärken Sie Ihr Immunsystem?

Die Zeitschriften mit den vielen bunten Bildern sind voll von allen möglichen Tipps, wie das Immunsystem vor allem im Herbst und Winter gestärkt werden sollte. Ich möchte hierzu meine Bedenken anmelden.

Die Symptome der Erkältung werden nicht vom Virus verursacht. Verstopfte Nase, Gliederschmerzen und Fieber – alle diese unangenehme Beschwerden produziert einzig und allein das Immunsystem! Wird das Immunsystem gestärkt, werden die Beschwerden schlimmer.

95 % aller Menschen, denen man ein Konzentrat von Erkältungsviren in die Nase spritzte, infizierten sich. Infektion, d.h.: das Virus vermehrte sich in den Zellen der Nasenschleimhaut. Beschwerden wie bei einer Erkältung entwickelten aber nur 75 % der Infizierten. Die 25 % der Infizierten ohne Beschwerden hatten kein besonders starkes, sondern ein schwaches Immunsystem. Die Abwehr reagierte nicht auf den Virus, sie gestattete dem Gast die ungestörte Vermehrung, der Wirt blieb mangels Abwehrleistung beschwerdefrei. Wenn sie die Beschwerden einer Erkältung besonders heftig plagen ist dies kein Anzeichen eines gestörten Immunsystems. Ihr Immunsystem ist vielleicht sogar besonders leistungsfähig.

Der Grog am Abend mag vielleicht nicht schaden, aber zuviel Alkohol begünstigt Komplikationen. Und auch Zigarettenraucher sind schlechter dran. Eine Erkältung könnte den Anstoß geben, jetzt aufzuhören: Die Zigarette schmeckt ja eh nicht mehr!

Bloß keine Antibiotika!

Eine Erkältung ist eine Viruskrankheit. Antibiotika helfen (manchmal) gegen Bakterien, gegen Viren sind sie machtlos. Antibiotika verursachen Nebenwirkungen: Durchfall, Magenschmerzen, Scheidenpilz sind die häufigsten. Schlimm: Bakterien werden resistent, unkritischer Einsatz dieser lebensrettenden Substanzen fördert diese Entwicklung.

Die Kraft des Sonnenhutes

Extrakte aus dem Sonnenhut (Echinacea) werden schon seit längerem zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen eingesetzt. Ob Echinacea wirklich hilft, ist immer noch umstritten. Wissenschaftliche Studien kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Einige fanden eine gewisse Linderung der Beschwerden im Vergleich zu Placebo, andere sahen keinen Vorteil.

Die verschiedenen Präparate aus dem Sonnenhut unterscheiden sich sehr, je nachdem aus welcher Sonnenhutart sie gewonnen wurden und je nachdem ob die ganze Pflanze oder nur die Blüten oder die Wurzeln verwendet wurden.

Die Nebenwirkungen des Sonnenhuts sind gering, Allergien wurden berichtet.

Eine langfristige Einnahme von Echinacea ist bisher wissenschaftlich noch nicht untersucht worden; man sollte dies also besser unterlassen – die Risiken sind nicht kalkulierbar.

Spurenelement Zink: Hilfe bei Erkältung?

Zink ist ein für den Menschen unentbehrliches Element, das er in geringen Mengen regelmäßig mit der Nahrung aufnehmen muss. Zink wird zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen als Tabletten, Kapseln usw. zum Schlucken und in Nasensprays etc. zur lokalen Anwendung angeboten.

Zink gegen Erkältung – hilft das? Auch hier lautet die Antwort: Man weiß es nicht so genau. Eine Durchsicht aller Studienergebnisse der letzten 28 Jahre erbrachte genau vier Studien weltweit, die ernsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Von diesen vier zeigten drei keinen Effekt, eine erbrachte einen positiven Effekt eines Zinknasengels. Allerdings wurden in letzter Zeit Berichte über einen unwiederbringlichen Verlust der Riechfähigkeit nach nasalen Zinkpräparaten veröffentlicht.

Nase schnäuzen, „hochziehen“ oder laufen lassen?

Vieles spricht dafür, dass durch heftiges Schnäuzen und auch Niesen Sekret aus der Nase in die Nasennebenhöhlen gedrückt wird und dort Entzündungen begünstigt. Nase laufen lassen oder hochziehen sieht irgendwie nicht ästhetisch aus. Aber: Wenn schnäuzen, dann vorsichtig, langsam und ohne Druck und Trompetenstoß!

Gegen Fieber und Schmerzen

Paracetamol ist das Mittel der Wahl gegen Fieber und Schmerzen. Wenn es richtig dosiert wird (Packungsbeilage beachten und die Höchstdosis nicht überschreiten!), hat es so gut wie keine Nebenwirkungen.

Etwas stärker wirksam, aber auch mit etwas mehr Nebenwirkungen behaftet ist Ibuprofen. Ibuprofen wirkt zusätzlich abschwellend.

Beide Medikamente sind rezeptfrei (und preiswert) in der Apotheke zu kaufen.

Dampfinhalation – wenig wirksam

Auch die Inhalation von Wasserdampf konnte der genauen wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten: Es ist offensichtlich wirkungslos, dagegen haben sich schon viele Kinder ernsthaft dabei verbrüht.

Vorbeugen, aber wie?

Erkältungen treten bei uns am häufigsten in den Wintermonaten auf. Warum das so ist, weiß keiner ganz genau.

Der Name Erkältung kommt zwar von Kälte und fast jeder zweite Patient mit laufender Nase kann ganz genau sagen, wann er sich verkühlt hat. Aber: Das Kälte zur Erkältung führt, konnte nie so recht bewiesen werden.

Auch in den Tropen gibt es schließlich Erkältungen! Dort treten sie hauptsächlich zur Regenzeit auf. Aus diesem Grunde wurde vermutet, dass die hohe (relative) Luftfeuchtigkeit das Gedeihen der Viren fördert.

Ganz sicher sind aber Erkältungsviren nötig, um eine Erkältung zu produzieren. Die gedeihen in den Zellen der Nasenschleimhaut, vor allem in Kindernasen. Beim Niesen und Atmen werden sie in die Umgebung geschleudert. Sie gelangen ins Taschentuch, auf die Hände des Erkrankten.
Der Gesunde nimmt sie ebenfalls mit den Händen auf, bringt sie von dort ins Gesicht und steckt sich auf diese Weise mit 95%-iger Wahrscheinlichkeit an.

Die direkte Infektion von Nase zu Nase gibt es auch, aber die Hände spielen eine größere Rolle. Vorbeugung durch Händewaschen ist sehr effektiv! Mit ungewaschenen Händen nicht ins Gesicht fassen – eine ebenfalls wirksame Vorbeugung. Natürlich gehören gebrauchte Einmaltaschentücher in den Müll und zwar sofort.

Vielleicht – so wurde kürzlich vermutet – sind der Winter und die Regenzeit deswegen Erkältungssaison, weil die Menschen zu diesen Zeiten dichter aufeinander rücken müssen und dadurch mehr Möglichkeiten zur Virusübertragung schaffen. Menschenansammlungen meiden ist eine Art der Vorbeugung, die leider nicht jeder nutzen kann. Am häufigsten erkältet sind die Kleinen im Kindergarten, ihre Geschwister und deren Eltern. Übrigens: Je kleiner der Kindergarten, um so seltener die Erkältungen.

Quellen

JAMA, Vol. 271 No. 14, April 13, 1994: Effect of inhaling heated vapor on symptoms of the common cold

Commoncold.org

Cochrane Collaboration: Echinacea for preventing and treating the common cold

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM): Leitlinie Nr. 10 Rhinosinusitis

Cochrane reviews auf Deutsch zum Thema Akute Infektionen der Atemwege

Cochrane Collaboration: Antihistamines for the common cold

Cochrane Review auf Deutsch: „Nasentropfen und Schnupfenmittel können bei Erwachsenen für kurze Zeit eine verstopfte Nase bessern. Über die Wirkung bei Kindern unter 12 Jahren besteht keine Klarheit“

Cochrane Review auf Deutsch: „Antihistaminika allein sind keine wirksame Behandlung für eine Erkältung, jedoch können sie in Verbindung mit abschwellenden Medikamenten etwas helfen“

Medline Plus: Common Cold

The New England Journal of Medicine (NEJM), Volume 353:341-348, 28.Juli 2005, Number 4: „An Evaluation of Echinacea angustifolia in Experimental Rhinovirus Infections“

Clin Infect Dis. 2007 Sep 1;45(5):569-74. Epub 2007 Jul 20.: „Treatment of naturally acquired common colds with zinc: a structured review.“

Cochrane Review: „Advising patients to increase fluid intake for treating acute respiratory infections“

Gesundheitsinformation.de: Merkblatt – „Erkältung“ –
Was ist eine Erkältung? Was ist der Unterschied zu einer Grippe?

Bild (Erkältete Frau): Maria Lanznaster auf Pixelio.de

Bild (Sonnenhut): x-ray-andi auf Pixelio.de

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Vitamin C ist seit den 1930er Jahren bekannt und seit dieser Zeit wird es auch als Heilmittel gegen ganz normale Erkältungen empfohlen. Besonders populär wurde es durch den Chemienobelpreisträger Linus Pauling. Pauling glaubte, Vitamin C helfe nicht nur gegen Erkältungen, sondern auch gegen Krebs. Er selber nahm 18 g Vitamin C am Tag und propagierte in den 1970er Jahren die breite Anwendung der Ascorbinsäure, wie Vitamin C auch genannt wird.

Die Beweislage für die behaupteten Wirkungen sieht allerdings recht dürftig aus. Auf den englischen Seiten der Cochrane Collaboration findet man eine Zusammenfassung aller bisher (letztes Update 14.5.2007) vorliegenden, wissenschaftlich soliden Studien.

Die Cochrane Collaboration fand 30 Studien mit 11350 Teilnehmern, die alle zeigten, dass Vitamin C keinen vorbeugenden Effekt gegen Erkältungen aufweist. Allerdings konnte in einigen Studien ein sehr geringer Effekt auf die Heftigkeit und die Dauer der Beschwerden nachgewiesen werden, wenn Vitamin C vorbeugend eingenommen wurde. Die Vereinigung zur Förderung der wissenschaftlichen Medizin zweifelt aber daran, dass dieser Effekt bedeutsam ist und den Einsatz von Vitamin C in der Allgemeinbevölkerung rechtfertigen könnte.

Allerdings: Nahmen Marathonläufer und Skifahrer Vitamin C vor dem Wettkampf ein, dann konnten sie die Häufigkeit von Erkältungen um die Hälfte reduzieren. Demnach ist der Einsatz von Vitamin C vor großen körperlichen Anstrengungen und Kältebelastungen möglicherweise sinnvoll.

Die Studienlage beim Einsatz von Vitamin C zur Behandlung von Erkältungskrankheiten ist sehr widersprüchlich. Nur zwei Studien zeigten einen Erfolg: Bei der einen gab es 8 g Vitamin C am ersten Tag, bei der anderen fünf Tage lang.

Die Cochrane Collaboration schlussfolgert, dass weitere Studien dringend erforderlich sind, um die Frage: „Hilft Vitamin C bei Erkältung ?“ endgültig zu beantworten.

Auf die Frage bin ich durch SuMu vom lesenswerten Blog Psychomuell! gekommen. Das heißt, die wirkliche Frage war natürlich: „Was hilft eigentlich gegen Erkältung ?“. Aber die Antwort darauf dauert länger als die Mittagspause, deswegen habe ich sie auf später verschoben.

Quellen

Cochrane Reviews: Vitamin C for preventing and treating the common cold

PLoS Medicine: Vitamin C for Preventing and Treating the Common Cold

Bild (Paprika und Vitamin C – Tabletten): PLoS Medicine

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