Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘IQWiG’

Informationen über Gesundheit und Krankheit gibt es im Internet an jeder Ecke zu finden. Aber wem kann man trauen?

Ich werde ab jetzt jede Woche eine Seite vorstellen, auf der medizinische Laien vertrauenswürdige medizinische Informationen (kostenlos) erhalten können.

Es gibt eine ganze Menge guter medizinischer Information im Netz, aber es gibt mehr Seiten, die schlicht und simpel irreführen. Manchmal sind es einfach nur Anhänger einer Sekte, die im Internet schreiben – da geht es mehr um Glauben als um wissenschaftlich haltbare Beweise. Oft wird in offener oder versteckter Form Werbung für ein teures, aber wirkungsloses Produkt gemacht oder es soll eine zweilichtige Behandlungsmethode an den Mann oder die Frau gebracht werden.

Gesundheitsinformation.de


Gesundheitsinformation.de ist eine vertrauenswürdige Seite mit nützlichen und wissenschaftlich geprüften Informationen.

Gesundheitsinformation.de wird betreut vom IQWIG, dem „Institut für Qulität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“. Die Gründung und Finanzierung dieses Instituts ist im Gesetz über die Gesundheitsreform festgelegt. Das IQWIG arbeit unabhängig, die Finanzierung erfolgt letzlich aus den Mitgliedsbeiträgen der gesetzlich krankenversicherten Deutschen.

IQWIG – das „Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“ – errang internationale Anerkennung

Die wichtigste Aufgabe des IQWIG ist die Bewertung der medizinischen Behandlungsverfahren: Welche sind nützlich, welche überflüssig oder gar gefährlich? Unter seinem Leiter, dem Internisten Professor Dr. Peter T. Sawicki errang das Institut internationalen Ruf und steht mittlerweile seinem Vorbild, dem britischen „NICE“ kaum mehr nach.

Professor Sawicki, der früher einmal Mitherausgeber des pharmakritischen „Arzneitelegramms“ war, tritt dafür ein, dass alle zugelassenen Medikamente noch einmal unabhängig von der Pharmaindustrie – am besten im europäischen Maßstab – wissenschaftlich untersucht werden. Wie groß ist der Nutzen und wie groß sind die Gefahren der eingesetzten Medikamente? – das sind die Fragestellungen solcher Forschung.

Umfangreiche Angebote

Mittlerweile hat die Seite Gesundheitsinformation.de ein ansprechendes Angebot, das sie mit einer übersichtlichen Navigation aufbereitet hat – von A wie Atemwege bis Z wie Zähne. Am Ende jeden Artikels finden sie die Quellen, auf die sich die Empfehlungen der Autoren stützen. Dies ist ein sehr wichtiger Prüfstein, den sie auch bei anderen medizinischen Inhalten im Web anwenden sollten: Verrät die Autorin oder der Autor, wie er oder sie zu seinen oder ihren Erkenntnissen gekommen ist?

HON-Siegel bürgt für Mindestqualität

Dies ist auch ein wichtiger Prüfpunkt, um das Siegel der „Health on the Net Foundation“ (HON) zu erlangen. Sie können dieses Siegel auch auf meiner Seite hier gleich rechts erkennen, sie sehen es auf Gesundheitsinformation. de und sie sollten es auf allen Seiten suchen, auf denen Sie sich über medizinische Inhalte informieren.

Natürlich kann die HON-Foundation nicht jeden einzelnen Satz auf Richtigkeit überprüfen. Aber die Einhaltung gewisser Mindestandards wird durch das Siegel angezeigt: Die Qualifikation des Verfassers, die Angaben von Quellen für die aufgestellten Behauptungen und die Aufdeckung der Finanzierung etwa.

Aus dem winterlichen Ditzum grüße ich alle meine Leser und wünsche ihnen ein gesundes neues Jahr 2010 !

Quellen

Gesundheitsinformation.de

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Deutsches Ärzteblatt online vom 30.11.2009: „„Spiegel“: Koalition will Sawicki ablösen“

Stiftung „Health on the Net“: „Qualität und Vertrauenswürdigkeit von medizinischen und gesundheitsbezogenen Informationen im Internet“

Read Full Post »

170941_R_K_by_Paul-Georg-Meister_pixelio.deBild: © pqm auf pixelio.de

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hatte einen Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen (G-BA) bekommen: Es sollte beurteilen, ob drei neuere Medikamente gegen Depression gut wirken und dabei vertretbare Nebenwirkungen aufweisen. Die drei Medikamente enthalten jeweils den Wirkstoff Reboxetin, Mirtazapin und Bupropion XL. Die Handelsnamen lauten: Edronax® für das Reboxetin von Pfizer, Remergil ® für das Mirtazapin von Essex Pharma (auch als „Generikum“ verfügbar) und das Elontril® (Bupropion XL) von GlaxoSmithKline.

Pfizer: Nur die positiven Ergebnisse weitergegeben?

Sichtlich verärgert sind die Wissenschaftler des IQWiG über die Haltung der Firma Pfizer: Die Firma gab nur 9 der durchgeführten 16 Studien weiter. Natürlich ist anzunehmen, dass in den zurückgehaltenen restlichen 7 Edronax® nicht so gut abgeschnitten hat, sich vielleicht sogar als wirkungslos oder schädlich herausgestellt hat. Der Leiter des Instituts, Professor Peter T. Sawicki meint dazu:

„Irreführung durch Verschweigen ist kein Kavaliersdelikt. Ohne vollständige Information können Patienten im Extremfall sogar nutzlose Behandlungen erhalten.“

Auch beim Wirkstoff Mirtazapin, entwickelt von der Firma Essex Pharma, ist sich das IQWiG nicht so ganz sicher, ob alle Daten weitergeleitet wurden. Korrekt verhielt sich lediglich GlaxoSmithKline: Die Pharmafirma gab alle Daten weiter, das Antidepressivum Elontril® mit dem Wirkstoff Bupropion XL wurde positiv beurteilt.

Gesetzliche Regelung in Deutschland überfällig

Übrigens: Die USA seien hier schon viel weiter, sagt der Leiter des Instituts, Peter Sawicki. Dort müssten seit dem Jahre 2008 alle Studien, auch die negativen, über ein Arzneimittel von den forschenden Firmen offen gelegt werden. Eine solche Regelung sei für Deutschland und Europa längst überfällig.

Quellen

IQWiG – Pressemitteilung: 10.06.2009
Pfizer hält Studien unter Verschluss
Arzneimittelhersteller behindert die bestmögliche Behandlung von Patienten mit Depression

Stationäre Aufnahme: Pfizer hält Studiendaten unter Verschluss

Read Full Post »