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Posts Tagged ‘Leukämie’

Ich hatte hier schon einmal eine sehr gründliche deutsche Studie über Krebserkrankungen bei Kleinkindern, die in der Nähe von Atomkraftwerken wohnen, vorgestellt. Ungefähr das gleiche Ergebnis zeigt sich jetzt in einer Studie aus Frankreich, wie ich heute im Deutschen Ärzteblatt lesen konnte.

Atomkraftwerk Grohnde © Heinz-Josef Lücking auf Wikimedia commons


In der französischen Studie wurde festgestellt, dass im Umkreis von fünf Kilometern um die Atomreaktoren im Zeitraum zwischen 2002 und 2007 doppelt so viele Kleinkinder an Leukämie erkrankten als im Landesdurchschnitt Frankreichs. Verwirrend ist die Tatsache, dass zwischen 1990 und 2001 dieser Unterschied nicht festgestellt werden konnte.

Trotzdem verstärkt sich der Hinweis, dass Atomkraftwerke auch im Normalbetrieb die Krebsrate insbesondere bei Kindern erhöhen können.

Quelle

Deutsches Ärzteblatt: Französische Studie: Mehr Leukämiefälle bei Kindern nahe Atomkraftwerken

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Eine aktuelle Studie des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) am Klinikum der Universität Mainz im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder unter fünf Jahren, die in der Nähe von Atomkraftwerken wohnen, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an Krebs – insbesondere an Leukämie – erkranken.

Alle Krebsfälle bei Kindern unter fünf Jahren, die in den 41 Landkreisen wohnen, die an die 16 deutschen Atomkraftwerke grenzen, wurden untersucht. Die 1592 Kinder mit Krebs wurden mit 4735 gesunden Kindern aus den gleichen Regionen und der gleichen Entfernung zum Reaktor verglichen, um andere Faktoren, die zur Krebshäufung beitragen können, aufzudecken.

Das Ergebnis: 20 Fälle von Leukämie bei Kindern in Deutschland unter fünf Jahren im Zeitraum von 1980 bis 2003 sind darauf zurückzuführen, dass diese Kinder in einem Umkreis von fünf Kilometern um ein Atomkraftwerk wohnten – 37 Fälle traten auf, 17 wären nach der durchschnittlichen Häufigkeit in Deutschland “normal“.

Der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel erklärte dazu, dass die bisher gemessene Strahlungsdosis im Umkreis der Kernkraftwerke diese Leukämierate nicht erklären kann, er forderte eine erneute Bewertung der Studie. Der Schwachpunkt in seiner Argumentation: An keinem deutschen Kernkraftwerk wird lückenlos und flächendeckend die Strahlendosis im 5-km-Radius erfasst.

Quellen

Süddeutsche Zeitung vom 08.12.2007

Deutsches Ärzteblatt

Bundesamt für Strahlenschutz: „Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken (KIKK-Studie)“ – die gesamte Studie zum Download

Stellungnahme eines externen Expertengremiums zur Studie (pdf-Datei)

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