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Posts Tagged ‘Schwangerschaft’

Seit dem Conterganskandal sind wir in Deutschland gebrannte Kinder. Lieber gar kein Medikament in der Schwangerschaft als das Risiko eingehen, dem Ungeborenen zu schaden.

Deutsche Beipackzettel sind sehr streng was die Schwangerschaft angeht. Die Informationen, welche Medikamente in der Schwangerschaft erlaubt sind und welche nicht, sind oft nur mühselig zu finden. Geht man nach den Beipackzetteln oder den Angaben in der Roten oder Gelben Liste, dann kann darf man fast keine Krankheit in der Schwangerschaft mehr guten Gewissens behandeln.

Der Krankenschwester-Blog zeigte mir jetzt eine neue Quelle: die Datenbank embryotox.de ist online für jeden verfügbar und zeigt an, welche Arzneimittel in der Schwangerschaft eingesetzt werden können und welche nicht. Die Informationen sind dabei nicht so sehr von juristischen Erwägungen abhängig wie in den Beipackzetteln, auch viele Erfahrungen aus dem Ausland werden berücksichtigt.

Es gibt zwei Suchrichtungen: Man kann Krankheiten angeben und nach passenden Medikamenten suchen, aber auch einzelne Medikamente auf ihre Eignung in der Schwangerschaft prüfen. Auch eine kostenlose, individuelle Beratung der Schwangeren ist möglich.

So erfahre ich z.B., dass niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (Aspirin100® u.a.) durchaus bei Schwangeren einzusetzen ist, während alle offiziellen Beipackzettel dies streng verbieten. (Niedrig dosiertes Aspirin dient zur Vorbeugung von Schlaganfällen und Herzinfarkten, nachdem bereits solche Erkrankungen oder Vorläufer aufgetreten sind.)

Mein Fazit: Eine sehr informative Informationsquelle, für Patienten und Ärzte geeignet.

Die Seite wird betrieben vom Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, einer Einrichtung des Berliner Betriebs für Zentrale Gesundheitliche Aufgaben, finanziell unterstützt vom Berliner Senat und vom Bundesgesundheitsministerium.

Quellen

Der Krankenschwester-Blog, obwohl die Schwester keine Ärzte mag

Embryotox.de – die Datenbank

Bild: Copyright by ichselbst! auf pixelio.de

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Der Zusammenhang zwischen Koffein und Fehlgeburten wurde schon häufiger untersucht und oft kamen  Studien zu dem Ergebnis, dass zu viel Koffein in der Schwangerschaft Fehlgeburten begünstigt. Unklar war bislang, wie viel Kaffee, Tee oder Cola ohne Risiko erlaubt sind.

Heute wurde in der amerikanischen Fachzeitschrift American Journal of Obstetrics & Gynecology eine Studie aus den Jahren 1996 bis 1998 veröffentlicht, die die Grenze besonders niedrig ansetzt. Die von einer amerikanischen Versicherung (Kaiser Permanente ) durchgeführte Untersuchung beruht auf Befragungen von 1096 Schwangeren in der Gegend von San Franzisko. Voraussetzung für die Aufnahme war: Die Schwangeren sollten den Koffeinkonsum während der Schwangerschaft verglichen mit der Zeit davor nicht verändert haben. Dadurch wollte man eine Verfälschung der Studie durch die Schwangeren, die wegen Erbrechen und Übelkeit weniger konsumierten, vermeiden.

Die Studie von Kaiser Permanente kommt zu dem Ergebnis, daß bereits ab 200 mg Koffein am Tag sich das Risiko einer Fehlgeburt verdoppelte: Bei Frauen, die gar kein Koffein zu sich nahmen, lag es bei 12.50% gegenüber 25.45% bei mehr als 200 mg. Je nach Kaffeesorte und Zubereitungsart kann diese Menge schon in zwei Tassen aufgebrühtem Kaffee stecken.

Der Autor der Studie, der Arzt Dr. De-Kun Li empfiehlt, den Kaffeeverbrauch während der Schwangerschaft wenigstens auf eine Tasse am Tag zu reduzieren, besser gar keinen zu trinken. (Dasselbe gilt natürlich für andere koffeinhaltige Getränke wie Cola, Tee oder heiße Schokolade – genauere Angaben zum Koffeingehalt auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung – siehe unten.)

Zusammenfassung der Studie auf der Seite von Kaiser Permanente – englisch

Deutsche Gesellschaft für Ernährung zum Thema Koffein und Schwangerschaft

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