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Forscher am Dana-Farber Institut in Boston/USA haben ein neues Hormon entdeckt, das die Muskeln bei körperlicher Aktivität in die Blutbahn abgeben. Irisin – so nannten die Forscher das neu entdeckte Hormon – fördert die Umwandlung von weißem in braunes Fettgewebe. Braunes Fettgewebe ist in erster Linie für die Energiegewinnung zuständig, weißes dient mehr der Fettspeicherung. Dieser Effekt könnte die Erklärung dafür sein, dass der (übergewichtige) Mensch durch körperliche Bewegung viel mehr an Gewicht verliert als durch die verbrauchten Kalorien zu erklären ist. Irisin verbessert darüber hinaus die Wirkung von Insulin und bekämpft damit die sogenannte Insulinresistenz – über die Insulinresistenz entwickelt sich der Diabetes des Erwachsenen.

Die Forscher benannten Irisin nach der Götterbotin Iris

Die Forscher hoffen, ihre Neuentdeckung recht bald – vielleicht schon nach zwei Jahren – als Medikament auf den Markt bringen zu können. Körperliche Bewegung ist nicht nur wirksam gegen Übergewicht und Diabetes, sie soll auch Krebs vorbeugen.

Wenn es demnächst heißt: Statt Bewegung nehme man einmal täglich Irisin ®, dann dürfte dem Erfolg des neuen Mittels deshalb keine Grenzen nach oben gesetzt sein. (Na ja, wir warten es ab.)

Quellen

Dana-Farber Institut: „Researchers isolate messenger protein linking exercise to health benefits“

Kurzfassung der Studie in Nature online: A PGC1-α-dependent myokine that drives brown-fat-like development of white fat and thermogenesis

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In einer australischen Studie, die gestern in der renommierten amerikanischen Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht wurde, zeigte sich, dass zusätzliche körperliche Bewegung bei Menschen über 50 die Gedächtnisleistung deutlich verbessern kann.

138 Probanden mit Gedächtnisproblemen aber ohne ausgeprägte Demenz wurden zufällig auf zwei Gruppen verteilt. Die Versuchsgruppe wurde angehalten, 150 Minuten wöchentlich leichten Sport – etwa schnelles Spazieren gehen – zu betreiben.

Schon nach einem halben Jahr zeigte die Versuchsgruppe eine Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit im Vergleich zur Kontrollgruppe, die keinen zusätzlichen Sport trieb. Der Effekt war gering, aber deutlich nachweisbar.

Quelle

JAMA, Vol. 300 No. 9, September 3, 2008: Effect of Physical Activity on Cognitive Function in Older Adults at Risk for Alzheimer Disease (Volltext und Zusammenfassung der Studie auf Englisch)

Bild: Von knipseline auf pixelio.de

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Sport schützt zumindest tendenziell vor Depressionen, selbst schwere Depressionen profitieren von einer Bewegungstherapie – das ist lange bekannt. Forscher an der Psychiatrischen Abteilung der Yale Universität haben im Tierversuch einen Hinweis darauf gefunden, warum das so ist.

Mäuse, die sich mehr bewegen, produzieren in ihrem Gehirn mehr von der Substanz „VGF Nervenwachstumsfaktor“. Dieser Stoff fördert die Funktionsfähigkeit der Synapsen – der Schaltstellen zwischen den Nervenzellen und hat verschiedene Einflüsse auf den Stoffwechsel. Die vermehrte körperliche Aktivität aktivierte offensichtlich das VGF-Gen im Hippocampus, einer Hirnregion, die zum sogenannten limbischen System gehört. Das limbische System ist aber zuständig für die Gefühlswelt bei Mäusen und Menschen.

Die Forscher stellten weiterhin fest, dass sie die Stimmung der Mäuse bessern konnten, wenn sie ein VGF-ähnliches Peptid verabreichten. Außerdem neigen Mäuse vermehrt zu Depressivität, wenn sie eine Mutation des VGF-Gens aufweisen.

Die amerikanischen Wissenschaftler hoffen nun, dass ihre Erkenntnisse zur Entwicklung neuer potenter Antidepressiva genutzt werden können. Auf jeden Fall sind ihre Ergebnisse ein weiterer Hinweis darauf, dass regelmäßiger Sport die Gesundheit fördert.

„Antidepressant actions of the exercise-regulated gene VGF“ – Zusammenfassung der Originalarbeit in „nature medicine“ (englisch)

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Nicht Rauchen, mäßig Alkohol, regelmäßig Bewegung und viel Obst und Gemüse – dass dies alles die Gesundheit fördert ist lange bekannt und mehrfach bewiesen.

Eine sehr gründliche und groß angelegte englische Studie untersuchte jetzt, wie sich alle diese vier Maßnahmen zusammen auf das Überleben auswirken.

Mehr als 20.000 Männer und Frauen, die keine bekannte Herzkrankheit und keinen Krebs hatten, wurden zwischen 1993 und 1997 in die Untersuchung aufgenommen. Für Nichtrauchen gab es einen Punkt, für mäßig Trinken, regelmäßigen Sport und reichlich Gemüse ebenso. Die auf diese Weise mit null bis vier Punkten bewerteten Studienteilnehmer wurden bis zum Jahre 2006 weiter untersucht.

Das Ergebnis: Die Gruppe der Teilnehmer, die 4 Punkte erhielten, hatte eine deutlich verminderte Sterblichkeitsrate verglichen mit der Null-Punktegruppe. Die Sterblichkeit sank so stark ab, dass die Forscher die durchschnittliche Lebensverlängerung auf 14 Jahre schätzten.
„Combined Impact of Health Behaviours and Mortality in Men and Women: The EPIC-Norfolk Prospective Population Study“ – die Originalveröffentlichung auf PLoS Medicine

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