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Posts Tagged ‘Warze’

Warzen sind gutartige Hauttumore, die durch Viren hervorgerufen werden.
Die verantwortlichen Viren gehören zu den Humanen Papillomviren (HPV), von denen rund 100 Untertypen bekannt sind.

Warzen sind ansteckend, die Viren werden von Mensch zu Mensch übertragen, aber auch von einer Hautstelle zu einer anderen bei ein- und demselben Menschen. Die Inkubationszeit schwankt zwischen einem bis acht Monaten, im Extremfall bis zu 20 Monaten.

Gewöhnliche Warze: Verruca vulgaris

Je nachdem, wie sie aussehen und wo sie auftreten, erhalten die Warzen unterschiedliche Bezeichnungen. Die häufigste Warze ist die gewöhnliche Warze (Verruca vulgaris), die vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr häufig an den Händen und Füßen auftritt.

Wie sehen Warzen aus?

Gewöhnliche Warzen sind 2 bis 8 mm große Knötchen, sie stehen manchmal alleine, manchmal in Gruppen und sie sind hautfarben oder grau-gelb. Die Oberfläche ist eigentümlich zerklüftet. Das Aussehen ist so typisch, dass man andere Hautveränderungen in der Dermatologie als verrucös – warzenähnlich – beschreibt.

Manchmal schon an der Oberfläche sichtbar, bei stärkerer Verhornung erst in der Tiefe der Warze sind kleine schwarze Punkte zu finden, die von punktförmigen Einblutungen herrühren.

Warzen mit Stiel, flache Warzen

An bestimmten Körperstellen wachsen gewöhnliche Warzen deutlich anders als an Händen und Füßen – in der Nasenschleimhaut z.B. haben sie lange Stiele, an der Lippe sind sie ganz flach.

Warzen an der Fußsohle heißen Dornwarzen

Unter dem Fuß, an der Fußsohle, können Warzen nicht nach außen wachsen. Durch den ständigen Druck des Körpergewichts werden sie zu einem Wachstum nach innen gezwungen. Das Laufen kann durch diese Dornwarzen (Verrucae plantares) schmerzhaft werden.

Sonderfall: Feigwarzen

Im Genitalbereich und rund um den After wachsen bei Mann und Frau gewöhnliche Warzen als Feigwarzen, die auch als Genitalwarzen, Kondylome oder medizinisch als Condylomata acuminata bezeichent werden. Feigwarzen gehören zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, sie unterscheiden sich in der Behandlung von den Warzen an anderen Regionen des Körpers.

Dellwarzen: Keine gewöhnlichen Warzen

Nicht zu den gewöhnlichen Warzen zählen die vor allem bei Kleinkindern auftretenden Dellwarzen (Mollusca contagiosa). Sie werden nicht von den Humanen Papillomviren, sondern von den Mollusca Contagiosa Viren (MCV) aus der Gruppe der Pockenviren hervorgerufen. Auch ihre Therapie ist grundlegend anders als die der gewöhnlichen Warze.

Behandlung der gewöhnlichen Warze: Hohe Rate von Spontanheilungen

Gewöhnliche Warzen sind eine sehr häufige Erkrankung mit einer sehr hohen Rate an Spontanheilung. Leider fehlen wirklich aussagekräftige Studien über die exakte Häufigkeit und über den Prozentsatz der Warzen, die ohne jede Behandlung von alleine verschwinden.

Schätzungen besagen aber, dass mehr als dreiviertel aller Menschen in Deutschland irgendwann in ihrem Leben meist in der Kindheit, eine Warze hatten. Weiterhin sollen etwa 65 % alle Warzen nach zwei Jahren ohne Therapie verschwunden sein.

Diese hohe Rate an Spontanheilungen macht es schwer, verschiedene Therapieverfahren hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zu beurteilen: War nun die Therapie oder der Zufall verantwortlich für das Verschwinden der Warze?

Für die Behandlung folgt, dass die Verfahren nie so eingreifend sein sollten, dass sie zu Narben oder anderen Komplikationen führen. Operationen sind nach Möglichkeit zu vermeiden, konservative Verfahren oder die Spontanheilung abwarten, das sind bessere Optionen.

Hausmittel: Schlecht untersucht, oft Placeboeffekt wahrscheinlich

Für die Behandlung der Warzen existiert eine Reihe von Hausmitteln. Sie sind zwar nie auf ihre Wirksamkeit hin wissenschaftlich untersucht worden, die hier angeführten sind aber allesamt völlig unschädlich und daher einen Versuch wert.

Ein Placeboeffekt liegt wahrscheinlich vor, wenn Warzen durch Besprechen verschwinden oder dadurch, dass in einer Vollmondnacht eine Schnecke darüber kriecht.

Auch normale Schulkreide, zerrieben und mit einem Pflaster fixiert, ist sicher unschädlich. In die gleiche Kategorie gehört das Betupfen mit Zitronensaft oder einer Mischung aus Salz und Essig (mehrfach täglich).

Auf die gleiche Weise soll Holunderbeersaft, der weiße Saft aus den Blütenstängeln des Löwenzahns oder der Saft des Schöllkrauts sowie frischer Knoblauch wirken.

Vom Teebaumöl ist eher abzuraten, zu häufig sieht man schwere Allergien nach der Anwendung.

Bananenschale: Die weiße Seite zur Haut geklebt

Vor allem bei Kindern scheint nach Einzelbeobachtungen die Bananenschale zu helfen. Ein Stückchen der Schale (möglichst Biobanane verwenden) wird mit der weißen Seite auf die Warze geklebt, z.B. mit Leukoplast®. Nach 24 Stunden wird der Verband erneuert, aufgelöste Warzenbestandteile werden vorher vorsichtig mit einem stumpfen Gegenstand oder einem Bimsstein entfernt.

Höllenstein: Silbernitrat ätzt und macht schwarze Flecken

Silbernitrat (Argentum nitricum) ist als Höllensteinsteinstift in der Apotheke frei erhältlich. Mit ihm kann man Warzen verätzen. Aber Vorsicht: der Stift macht schwarze Flecken – in der Haut, in der Kleidung und anderswo. Für Warzen an den Händen ist er also vielleicht nicht so das Mittel der Wahl.

Der Höllensteinstift trägt eine Wachsbeschichtung, die vor der ersten Anwendung an der Spitze mit einem scharfen Messer vorsichtig entfernt werden muss. Die Wirkung tritt erst auf, wenn etwas Wasser vorhanden ist, die Spitze muss etwas angefeuchtet werden – am besten indem der Stift in einem Glas Wasser eingetaucht wird (auch hier: Vorsicht Flecken!).

Am besten untersucht: Salicylsäure

Am besten untersucht sind Behandlungen mit Salicylsäure, die rezeptfrei als Pflaster und Tinkturen erhältlich sind. Die Erfolgsraten liegen bei 73 %, in den Kontrollgruppen mit Placebo oder ohne Behandlung bei 48 %.

Ebenfalls gut untersucht sind Präparate, die aus einer Kombination von Salicylsäure und Fluorouracil (z.B. Verrumal®) bestehen.

Cremes, die eine Kombination aus Dithranol und Salicylsäure enthalten, erwiesen sich in einer Studie ebenfalls als wirksam.

Nach Möglichkeit sollten die obersten Schichten der Warze zu Beginn und im Verlauf der Behandlung immer wieder – möglichst unblutig – abgetragen werden. Das Aufweichen der Warze durch ein warmes Fußbad erleichtert die Entfernung der obersten Hornschicht, durch die die Warze immer wieder vor dem Einwirken des Medikaments geschützt wird. Auch eingetrocknete Reste des aufgetragenen Medikaments müssen nach Möglichkeit entfernt werden, bevor neuer Wirkstoff aufgetragen wird.

Bei jeder Warzenbehandlung ist Geduld erforderlich

Die Reaktion auf die Behandlung setzt sehr langsam ein, zwar ist die Zeitdauer im Einzelfall sehr unterschiedlich, aber vor zwei Monaten ist in der Regel kein Erfolg zu erwarten.

Imiquimod (in Deutschland als Aldara® Creme im Handel) scheint wirksam zu sein, angesichts des sehr hohen Preises und der dürftigen Beweislage kommt es heute eher bei der Behandlung der ansonsten schwierig zu behandelnden Feigwarzen zum Einsatz.

Etwas schmerzhaft: Laser und Vereisen

Schmerzhaft ist das Vereisen mit flüssigem Stickstoff oder eine Behandlung mit dem Kohlendioxid- oder Farbstoff-Laser, manchmal ist eine Lokalanästhesie erforderlich. Die Behandlung mit dem Laser ist sehr teuer und nicht eindeutig den anderen Verfahren überlegen. Er kommt in erster Linie zum Einsatz, wenn die sehr hartnäckigen und manchmal schmerzhaften Warzen der Fußsohle jeder anderen Behandlung trotzen.

Operation: Narben und Rückfallgefahr

Eine chirurgische Behandlung mit tiefer Ausschneidung der Warzen wird heute meist abgelehnt. In bis zu 80 % der Fälle kommen die Warzen wieder, es entstehen Narben, die vor allem an den Fußsohlen ein Leben lang Beschwerden bereiten können.

Vorsicht – Verwechselungsgefahr

Viele andere Hauterkrankungen, darunter auch bösartige, können für den Laien so aussehen wie Warzen. Im Zweifelsfall suchen Sie daher immer ihren Hausarzt auf. Kann er die Diagnose nicht auf den ersten Blick stellen, wird er eine Probe entnehmen oder Sie zu einem Spezialisten (Hautarzt) überweisen.

Quellen und weiterführende Links

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