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Posts Tagged ‘Wiederbelebung’

Das Lied der Bee Gees, das ausgerechnet den Titel „Stayin‘ Alive“„Am Leben bleiben“ trägt, kann offensichtlich Leben retten.

Das fanden Forscher der Universität von Ilinois heraus, wie die Zeitung Chicago Tribune berichtete.

Die Herzdruckmassage bei der Wiederbelebung stellt Ungeübte immer wieder vor ein Problem: Wie oft soll ich drücken und wie merk ich mir das? Die Antwort ist: 100 mal in der Minute und merken können Sie sich das, in dem sie im Takt von „Stayin‘ Alive“ (103/min) drücken. Für rhythmisch begabte Menschen ist das vielleicht eine brauchbare Merkhilfe.

Eine australische Krankenschwester warnte in einem Blogkommentar davor, das Lied zu singen, wenn Angehörige der Wiederbelebung zusehen….

Quellen

Chicago Tribune vom 21. Oktober 2008

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hlw.jpgEine Studie aus den USA, die heute im renomierten amerikanischen Fachblatt Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht wurde, ergab deutlich bessere Ergebnisse bei der Wiederbelebung durch eine neue Methode: Eine Folge von 200 Herzdruckmassagen, die durch nichts unterbrochen werden, ein einzelner Defibrillationsschock, eine weitere Folge von 200 Kompressionen und erst dann eine Analyse des Pulses.

Wiederbelebung nur selten von Erfolg gekrönt

Jeder, der im Ersten Hilfe Kurs die Herz – Lungen – Wiederbelebung erlernt hat, kennt die Abfolge: Nach Feststellung des Kreislaufstillstandes (Patient ist bewußtlos, Patient atmet nicht) und Notruf erfolgt ein Wechsel von 30 Herzdruckmassagen und 2 Atemspenden.

Leider erreichen nur wenige Patienten mit Herzstillstand das Krankenhaus und noch weniger gehen von dort anschließend gesund nach Hause.

Das liegt sicherlich an der Schwere der Erkrankungen, die zu einem Herzstillstand geführt haben. Es liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Defibrillation oft nicht möglich ist, weil geeignete Geräte (für Laien) fehlen.

200 Herzdruckmassagen in Folge

Es könnte aber auch z.T. an der verbesserungswürdigen Methode liegen. Eine neue Methode der Wiederbelebung testete Bentley J. Bobrow und sein Team an der Mayo Klinik in Scotsdale im US-Bundestaat Arizona.

Bobrow und seine Mitarbeiter nannten dieses neue Protokoll minimally interrupted cardiac resuscitation oder abgekürzt MICR (deutsch: „minimal unterbrochene cardiale Wiederbelebung“) . Die Wiederbelebung des Herzens wird nur minimal unterbrochen: Nach 200 Herzdruckmassagen durch eine einzige Defibrillation, dann folgen wiederum 200 Kompressionen und erst dann wird der Puls überprüft. Die Beatmung erfolgt rein passiv durch das Zusammendrücken des Brustkorbs bei der Herzmassage. Adrenalin wird als Medikament früh eingesetzt, die Intubation – das Einführen eines Plastikschlauchs in die Luftröhre zur Beatmung – erst sehr spät.

Dreimal mehr Überlebende nach „MICR“

Die Mitarbeiter der Mayo Klinik trainierten Rettungssanitäter der Feuerwehr in zwei Städten Arizonas in dem neuen Verfahren. Anschließend verglichen sie die Überlebensraten der Patienten mit Herzstillstand vor und nach der MICR-Unterweisung.

Die Studie wurde im Zeitraum vom 1. Januar 2005 bis zum 22. November 2007 durchgeführt. Durch Anwendung der neuen Methode stieg die Rate der Patienten mit Herzstillstand, die lebend aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten, von 1,8 auf 5,4 % – eine dreifache Verbesserung der Überlebenswahrscheinlichkeit ! (886 Herzstillstände waren in den beiden Städten im genannten Zeitraum aufgetreten, vor MICR verließen vier von 218 lebend das Krankenhaus, nach MICR 36 von 668.)

Die Untersucher erklären den Unterschied durch eine Verbesserung des Blutzuflusses zum Gehirn und zum Herzen: Die Herzmassage erzeugt nur eine sehr bescheidene Durchblutung dieser beiden Organe. Wird dieser Blutfluss noch durch die Beatmung, Intubationsversuche und allerlei Diagnostik unterbrochen, dann sinkt die Rate an Überlebenden, weil Hirn und Herz die lange Mangeldurchblutung nicht überleben.

Zur allgemeinen Anwendung (noch) nicht empfohlen

Zur allgemeinen Anwendung kann die MICR – Methode allerdings noch nicht empfohlen werden. Dazu reicht die Qualität der Studie nicht aus – das betonen auch die Verfasser selbst. Weitere Untersuchungen müssen folgen, um diese ersten Hinweise auf eine bessere Wiederbelebungsmethode zu erhärten.

Eines kann man aber auch schon für die herkömmliche Art der Herz-Lungen-Wiederbelebung folgern: Lange Pausen bei der Herzmassage mindern den Erfolg.

Quellen

Zusammenfassung der Studie: Minimally Interrupted Cardiac Resuscitation by Emergency Medical Services for Out-of-Hospital Cardiac Arrest (JAMA, engl.)

(Engl.) Bericht über die Studie von der Nachrichtenagentur Reuters: New cardiac resuscitation approach boosts survival

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